Kurze URLs - für fehlerfreie Kommunikation

10.11.2004 | Optimierung, Usability | 5 Kommentare | Print

Kurze URLs - für fehlerfreie Kommunikation

Im Internet wird viel kommuniziert.
Eine gute URL sollte daher bei Beibehaltung des Informationswertes so kurz wie nur irgend möglich sein. Schärfen wir unsere Wahrnehmung und achten bewusst auch auf Details.

In Anbetracht der bisher diskutierten Anforderungen sind der Kürze der URL selbstverständlich Grenzen gesetzt. Minimalismus führt uns recht schnell zu den bereits vorgestellten Beispielen. Ein gesunder Kompromiss macht auch hier viel aus.

URLs - konsequent kleine Buchstaben

Mehr Sicherheit und Fehlerfreiheit erreichen wir ebenso, wenn wir mit strikter Konsequenz Kleinbuchstaben für die Datei-Namen verwenden. Alle bekannten Regeln hinsichtlich der Verwendung von Sonderzeichen und Umlauten gelten für mich hierfür gleichermaßen, auch wenn die Umlaute inzwischen in die Domain-Namen Einzug gehalten haben.

statt:
http://www.domain.de/Blog/2004/11/09/FireFox-Anzeige.html
besser:
http://www.domain.de/blog/2004/11/09/firefox-anzeige.html

URLs - leicht & fehlerfrei verlinken

Kurze URLs können zudem viel besser und fehlerfrei in der E-Mail-Kommunikation eingesetzt werden. Je nach den Einstellungen des Mail-Clients werden die Zeilen meist bei 60 bis 72 Zeichen spätestens umgebrochen. Enthaltene URLs werden dabei oft unbrauchbar. Sie müssen von Hand in den Browser kopiert, erneut zusammengesetzt oder selbst geschrieben werden. Das gilt natürlich sinngemäß auch für den Versand von Newslettern.

Nachstehende Beispiele fehleranfälliger URLs (aus meinem Postfach) sollen das kurz veranschaulichen:

http://dir.web.de/Beruf+&+Karriere/Coaching+&+Seminare/ »
Personal-+&+Team-Coaching/65/
http://www.domain.de/index.php?Site=MailAboOk&id=2323 »
&email=gerhardmustermann@web.de&action=abmelden
http://www.domain.de/weblog/members/members.php? »
p=zmv&id=22222&e=info@einfach-persoenlich.de

Der Fehler-Teufel kann unverhofft aus verschiedenen Richtungen auftauchen. Besonders lebhaft erinnere ich mich in diesem Zusammenhang an die Probleme einer Kundin. Sie bekam einen Link nicht ohne Fehler versandt. Grund war hier der Bruch des Links, da der Unterstrich falsch codiert empfangen wurde.

statt:
http://www.domain.de/blog/2004/11/09/firefox_der_browser.html
besser:
http://www.domain.de/blog/2004/11/02/firefox-der-browser.html

Denken wir bei allen Überlegungen ab und an auch daran, dass immer die Konfiguration des Kunden mit entscheidet, ob und welche Probleme es geben kann. Besonders unschön ist es, wenn statt der gewünschten Seiten eine hässliche 404-Fehler-Seiten erscheinen. Wir ernten nicht selten Frust, Unstimmung und Resignation. Traffic-Verlust ist die Folge.

Alles andere, als wir anfänglich im Sinn hatten, oder?

Bindestrich oder Unterstrich?
Lebhaft und heiß wurde in der Vergangenheit unter Suchmaschinen-Freunden diskutiert, ob man Datei-Namen mit Bindestrich oder Unterstrich trennt. Selbst der Google-Guy hat darauf aufmerksam gemacht, dass der Unterstrich zu KEINER richtigen Interpretation der Worttrennung bei Google führt.

Das heißt am Beispiel:

../url_design.html

wäre nicht gleich

../url-design.html

Ich möchte mich dieser Diskussion nicht anschließen. Die mir bekannten Erkenntnisse tendieren alle zum Bindestrich. Meine praktischen Erfahrungen bestätigen das. Vor langer Zeit habe ich mich dem Bindestrich verschrieben und bin damit gut gefahren. Nach der Einarbeitung in Movable Type war es eines der ersten Handlungen, den Unterstrich in der URL-Generierung durch den Bindestrich zu ersetzen.

URLs - einfach fehlerfrei diktieren

Wir geben durchaus auch mal URLs weiter – persönlich, am Telefon oder per E-Mail. Zwar kommt dies aus der Mode, aber bei mir kommt dies noch immer öfter vor.

http://www.domain.de/archiv/2004/11/09/firefox-anzeige.html

Je kürzer die URL ist, die wir am Telefon oder persönlich weitergeben müssen, um so fehlerfreier ist sie. Laut-Verwechslungen, Umlaute, Doppelbedeutungen sowie unterschiedliche Schreib-Möglichkeiten erschweren nicht selten das Verständnis und steigern den Erklärungsbedarf ernorm. Buchstabieren wird zum Drahtseilakt.

URLs - gut auf Papier gedruckt

URLs geben wir bevorzugt schriftlich bzw. elektronisch weiter. Für die Weitergabe der URLs in gedruckter Form benötigen wir ebenso kurze, schlanke wie informative URLs, so in:

  • Briefen & Korrespondenz
  • Artikel & Berichten
  • Visitenkarten & Anzeigen
  • PR- und Präsentationsmaterialien

Gedruckten URLs können beim Leser ggf. zu Fehlinterpretationen führen. Buchstaben und Zahlen können verwechselt werden – so zum Beispiel das »l« und »1« oder »0« und »O«. Gerade kryptische, wenig sprechende URLs zeigen hier eher eine Anfälligkeit für Fehler. Eine gute Lesbarkeit steht hier je nach Print-Medium deutlich im Vordergrund.

http://www.domain.de/archiv/2004/11/09/firefox-anzeige.html

Je länger die URL ist, die wir am Telefon oder persönlich weitergeben müssen, um so fehleranfälliger ist sie. Laut-Verwechslungen, Umlaute, Doppelbedeutungen sowie unterschiedliche Schreib-Möglichkeiten erschweren nicht selten das Verständnis und steigern den Erklärungsbedarf ernorm. Buchstabieren wird zum Drahtseilakt.

Weiterlesen: Ballastfreie URLs - für mehr Effizienz und Verständnis

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