Evolution eines Weblogs
08.12.2004 | Optimierung | 4 Kommentare | Print

Kein Internet-Projekt ist für die Ewigkeit. Die Chance zum Überleben hat nur, was sich den veränderten Bedingungen auch langfristig anzupassen versteht. Das gilt mehr denn je auch für ein Weblog.
Die Entwicklung vollzieht sich täglich in meist kleinen Schritten. Manchmal steht dann aber auch ein großer Schritt ins Haus. Gut ist es, wenn man vor dem Schaden klug ist und etwas mehr Zeit in die planerischen Überlegungen investiert. Der Tischler sagt: »Zweimal messen, einmal schneiden.« Bei Bloggern und Webdesigner sind es wohl eher die Überlegung zur zukünftigen Struktur und zu den Inhalten einer Website. Gutes URL-Design macht auch hier einen Teil des Erfolges aus.
Blogger versus Autor?
Interessante Gedanken zur Evolution seines Weblogs diskutiert derzeit Kronn dazu in seinem Weblog. Seine Gedanken werden dabei die Leser in zwei Gruppen teilen:
- Blogger und
- Website-Betreiber.
Die Blogger sind wohl mehr auf das Veröffentlichen von Inhalten aus. Kategorien sind nicht so wichtig, eher hinderlich bei der Arbeit. Möglichst viele Freiheiten beim Schreiben zählen. Blogger erwägen leichter das Weblog-Tool zu wechseln oder einfach mal umzuziehen.
Aus der Sicht eines Website-Betreibers und Internet-Autors dagegen ist ein Weblog AUCH NUR eine Variante einer Website. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Strukturelle Überlegung zur Platzierung der Artikel nehmen hier verständlicherweise größeren Raum ein. Auch das Nachdenken über die besten Labels für die Kategorien und eine ballastfreie URL.
Datum versus Kategorie?
So verwundert der Gedanke Kronn´s schließlich auch nicht, auf das angestammte URL-Design seines Weblogs zu verzichten.
http://domain.de/weblog/jahr/monat/tag/beitrag/
Bei den Überlegungen zu meinem URL-Design habe ich ähnliche Gedanken erwogen. Schließlich ist eine normale Website ja auch meist nach einer Kategorie-basierten Struktur aufgebaut.
http://domain.de/weblog/kategorie/beitrag/
Und einige Blogger haben erst eine Website betrieben und dann ein Weblog eingesetzt, nicht umgekehrt. Während der Blogger in erster Linie Datums-basiert denkt, liest der Besucher eine Website hingegen eher inhaltsorientiert, also Kategorie-basiert.
An dieser Stelle spielt es gewiss auch eine Rolle, welche Leser durch die Veröffentlichungen angesprochen werden sollen. Blogger finden die Seiten durch die Einbindung in die Blogger-Sphäre sicherlich auf eigenen Wegen. Neue Besucher durch die Suchmaschinen werden aber mit den Besonderheiten der Weblogs weniger vertraut sein (zumindest derzeit noch in Deutschland). Gut zu wissen, dass Sie eine Struktur der Seiten vorfinden, die Ihren momentanen Denk-Gewohnheiten etwas mehr entgegen kommt.
Nachteil in Kauf genommen?
Einen gravierenden Nachteil hat dieses URL-Design allerdings. Es kann auf diese Weise sehr schnell zu mehrfachen Zuordnung von Dateinamen kommen. Im Sinne der Einmaligkeit und Permanenz einer Web-URL ist dies gewiss zu bedenken. Letztlich muss jeder Betreiber die Entscheidung selbst treffen. Solange die Menge der Information überschaubar bleibt, hat man dies sicher im Griff. So agieren ja auch die meisten Webseiten.
Im Sinne einer zukunftssicheren URL würde ich folgendes URL-Design allerdings dringend meiden:
http://domain.de/weblog/kategorie/beitrag-ID/ http://domain.de/weblog/kategorie/ID-beitrag/
Zu abhängig ist die Vergabe der ID eines Beitrages durch das jeweilige Weblog-Tool. Zu schnell kommt es hier bei einem Provider-Umzug zu Schwierigkeiten, da die ID hier plötzlich wieder neu vergeben werden kann. Einen Fehler, den man sehr schnell bitter bereuen kann. Zu leicht übernimmt man die Vorgaben eines Weblog-Tools, oder?
Was ist Euer Favorit: Datum oder Kategorie?