Permanente URLs - für stete Erreichbarkeit
09.12.2004 | Optimierung, Usability | 6 Kommentare | Print

Eine URL soll stets erreichbar sein. Tim Berners-Lee fordert gar: »Cool URIs don't change«. Ist das aber in unserer schnelllebigen Zeit heute wirklich noch sicherzustellen?
Das Internet ist in steter Veränderung. Projekt ändern sich. Seiten kommen hinzu. Andere Seiten fallen ersatzlos weg. Das erleben wir heute, wenn wir uns auf einen beliebigen Surfgang begeben immer wieder.
Resigniert stoßen wir mancher Ortens auf Seiten, die zwar verlinkt, aber lange nicht mehr erreichbar sind. Oder wir finden Seiten, die der Dynamik oder gar der Evolution eines Weblogs zum Opfer gefallen sind. Der Nutzer schaut bisweilen frustig auf das nicht mehr vorhandene Internet-Angebot.
Fehler 404 – meine Seite - ihr Problem!
Permanente URLs - jederzeit erreichbar
Solche Erlebnisse unterstreichen einmal mehr, wie wichtig eine wirklich permanente URL in der Tat ist. Bereits der Urvater des Internets Tim Berners-Lee forderte Cool URIs don't change. Jakob Nielsen schreibt dazu: URL as UI.
Dabei geht es aber keineswegs nur um die Permanenz einer URL. Auch die eindeutige Zuordnung einer URL zu einer Web-Quelle spielt durchaus eine Rolle. Wir können ja mitunter durch unterschiedliche (Kurz-)URL das gleiche Dokument erreichen.
Doch die Denkweisen über die Verfügbarkeit von Internet-Inhalten gehen sehr weit auseinander. Während viele Autoren (nach meiner Beobahtung insbesondere auch Blogger) »Provider-Zapping« betreiben oder zumindest nur in Monaten denken, haben andere die Erreichbarkeit des Mediums auf Jahrzehnte programmiert. Meine eigenen Gedanken bewegen sich eher zwischen beiden Alternativen.
Wie auch immer die Realität aussieht, permanente URLs sind ein wichtiges Kriterium, um das man nicht herum kommt. Permanente Links bieten die Möglichkeit, jeden Beitrag eindeutig und unabhängig vom Inhalt der übrigen Seiten auch noch nach Jahren zu erreichen. Beim Webdesign von herkömmlichen Projekten spielen sie aus meiner Erfahrung keine so große Rolle. Doch im Bereich der Blogger-Szene sind Sie unabdingbar!
Permanente URLs - eine Herausforderung
Eine gewaltige Herausforderung ist es, die permanenten URLs auch bei Weiterentwicklung der Projekte und Veränderungen sicherzustellen. Dabei haben Weblogs aufgrund ihrer hierarchischen Datei-Struktur sicher zweifellos einige Vorteile. Herkömmliche Webseiten unterliegen da keinem festen Muster. Folglich sind die Pflegeaufwendungen um ein mehrfaches größer. Weblog-Tools bieten zudem durch Ihre automatische URL-Generierung meist bessere Ausgangsvoraussetzungen.
Ergänzen wir zum besseren Verständnis das URL-Schema aus dem Beitrag Ballastfreie URLs - für mehr Effizienz und Verständnis: einfach noch ein wenig.
Beispiel 3: Datums-Pfade
Folgen wir den Forderungen nach einer permanenten URL bei den Weblogs kommen wir um die Planung einer permanenten Archiv-Struktur nicht herum. Eine verschlankte URL könnte zum Beispiel so aussehen:
http://domain.de/2004/11/02/beitrag.html http://domain.de/2004/11/02/kategorie-beitrag.html
Sowohl das Jahr, der Monat als auch der Tag der Veröffentlichung gehen in die URL ein. Auf den ersten Blick scheint dies allerdings Ballast zu sein. Am längsten habe ich deshalb wohl mit der Frage gehadert, ob die Angabe des Datums in der URL nun eher nützlich oder schädlich ist. Die Argumente für permanente URLs kann ich gut nachvollziehen. Trotz allem erhöhe ich durch solche Maßnahmen die Tiefe der Verzeichnis-Struktur unnötig.
http://domain.de/2004-11-02/kategorie-beitrag.html
Meine hier im Weblog gewählte Verzeichnis-Struktur ist deshalb ein, so meine ich, ungewöhnlicher, aber dennoch tragfähiger Kompromiss, der zwischen beiden Alternativen liegt.
Vorteil:
Ich gewinne zwei Verzeichnis-Ebenen bei den Tages-Archiven und
jeweils eine Ebene bei den Monats-Archiven.
Die URL-Struktur ist bei mir live im (Probe-)Betrieb. Anregungen, Meinungen und Kommentare sind diesbezüglich sehr gern und herzlich willkommen. Ich bin hoch gespannt, welchen Aspekten dieses URL-Design ich bisher zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe.
Ausweg & Lösung - Permanente URLs in Echtzeit
Durch ein Umschreiben der URL in Echtzeit lassen sich eine Vielzahl von Aufgaben sehr komfortabel lösen. Moderne Funktionen der Apache-Server wie mod_rewrite gestalten die Pflege und Sicherstellung der permanenten URLs relativ einfach. Der Engpass sind hier eher die mod_rewrite-Anweisungen/ -Ausdrücke selbst. Sie können einem Web-Autoren schon öfter einmal Schweißperlen auf die Stirn treiben.
Moderne datenbankgestützte Weblog-Systeme wie Movable Type erlauben außerdem die sehr elegante dynamische Generierung von htaccess-Dateien aus dem System heraus. Wenn die URL der Datei dann schon einmal geändert werden muss, kann auf diese Weise zumindest dafür Sorge getragen werden, dass die Dateien an der neuen Adresse weiter zu erreichen sind.
Auch die in Entwicklung befindliche Version 1.3 des beliebten Weblog-Tools Wordpress bietet ein noch komfortableres URL-Design dank intelligentem htaccess-Einsatz. Im zweiten Teil des Tutorials werde ich an Hand von Beispielen auf die eine oder andere Möglichkeit detaillierter eingehen.
Permanente URLs – keine Selbstverständlichkeit
Marcus Völkel schrieb vor einiger Zeit seinen Artikel URL-Design und bezog sich darin auf Beate Palands Link »www is deprecated«. Beim Thema eindeutiges URL-Schema folgte ich dem Link der Webseite und musste feststellen, dass witzigerweise diese Seite nicht mehr erreichbar ist.
Blog-Error: Uups - Fehler 404! 404: Nicht gefunden Sie haben sich bei der URL verschrieben, das Dokument existiert nicht mehr, es wurde an eine andere Stelle verschoben oder der Name wurde geändert.
Wie fühlt Ihr Euch, wenn Ihr diesen Text lest?
Eine aktuelles Beispiel passend zum Thema.
Frage an Euch: Wer hat das schon mal erlebt?
Doch kein Grund zur Sorge. Es passiert also auch den Fachleuten immer wieder einmal. Wie schön, wenn uns dann ein Besucher noch darauf aufmerksam macht und wir den Link korrigieren können. Wieder ein gutes Stück geschafft!
Weiterlesen: Strukturierte URLs - für mehr Orientierung