Bloggen lernt man nur durch Bloggen, oder?
16.01.2005 | Blogging | 2 Kommentare | Print
Reality Surfing? Lese ich das Oliver´s Interview mit Lars Cords beim agenturblog, dann habe ich mich wohl mit Chance oder Bedrohung? - Sieben Thesen zu Weblog zu früh gefreut. Alles nur gut gemachtes Strohfeuer, denn Bloggen lernt man nur durch Bloggen, oder?
Lars Cords, Partner der PR Agentur fischerAppelt, veröffentlichte vor kurzem seine 7 Thesen über Weblogs. Oliver Wagner stellte ihm im agenturblog-Interview einige Fragen dazu. Wenn ich diese allerdings lese, dann erscheinen mir seine 7 Thesen in einem ganz anderen Licht.
2 Schritt vorwärts - 1 Schritt zurück
Interessant ist, was Herr Cords hier zu seinem Background und seinen Berührungspunkten mit Weblogs verrät. fischerAppelt betreibt derzeit kein eigenes Weblog. Um so wissenswerter, was Herr Cords in dem Zusammenhang zu Weblogs zu sagen hat. Da scheint er doch glatt wieder zurück zu rudern. Was ich da lese, klingt doch eher nach Bedenken, Abwägen und grundsolidem Entscheiden.
Das ist mit Aufwand verbunden, der im Verhältnis mit der zu erwartenden Öffentlichkeit - dem kommunikativen Nutzen - stehen muss. Das gilt für eine Agentur genauso wie für jedes andere Unternehmen. In dieser Prüfungsphase befinden wir uns gerade. Zu dem Zeitpunkt, zu dem wir sicher sind, dass unsere Ansprechpartner über dieses neue Tool ausreichend erreicht werden können, werden wir damit starten.Lars Cords
Bedenken, Vorsicht & Zurückhaltung?
Gewiss gelten für Unternehmen andere Richtlinien, die dabei es zu beachten gilt, keine Frage. Dennoch haben wir sicherlich genügend Bedenken, Abwägen und Überlegen. Ich verstehe jedenfalls unter dem Begriff »unternehmen« etwas anderes. Wenn jeder Mensch als Blogger erst angefangen würde, wenn er 100 Prozent sicher ist, dann bräuchten wir über solche Thesen auch nicht mehr reden.
Kommunikations-Verantwortliche?
Meine Überzeugung ist: die neue Technik und die neuen Akteure fordern eine Auseinandersetzung mit ihnen heraus. Kommunikationsverantwortliche sollten sich jetzt damit vertraut machen.
Lars Cords
Interessant auch seine Verweis auf die Kommunikations-Verantwortlichen. Kommunikation ist das ganze Leben und entscheidet sehr viel. Mitdenken ist also auch hier nicht gut angebracht. Für die Kommunikation gibt es gesondert Verantwortliche. Kommuniziert nicht jeder Mitarbeiter im Auftrag des Unternehmens mit Kunden und Partnern?
Bloggen lernt man nur durch Bloggen, oder?
Wenn ich die Weblogs richtig verstanden und erlebt habe, dass ist gerade die dezentrale Kommunikation der Blogger eine wesentliches Element. Wenn man diese Interaktivität natürlich mit Argwohn sieht, weil man damit Kommunikation und Meinungs-Macht in die Hände von Mitarbeitern fürchtet, dann kann ich die Bedenken von Herrn Cords schon sehr wohl verstehen.
Was sollten dann eigentlich die 7 Thesen über Weblogs?
Alles nur gut gemachtes Strohfeuer?
Bloggen lernt man nur durch Bloggen, oder?
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Kommentare und verweisende Trackbacks
zum Beitrag: Bloggen lernt man nur durch Bloggen, oder?
Kommentare
1 | Jeena Paradies schreibt am 16.01.2005, 10:00:
Na ich weiß nicht irgendwie klingt das für mich alles viel zu theoretisch. Als erstes müsste man vielleicht das Bloggen definieren. Ich muss auch ganz ehrlich zugeben, dass es mir schon immer sehr gestunken hat, dass sich die Blogger selbst viel zu ernst nehmen.
Diese Leute haben doch nichts getan was irgendwie außergewöhnlich wäre, und man ohne zu "bloggen" nicht auch geschafft hätte. Bloggen kann und ist auch für jeden etwas anderes. Eigentlich sollte man das auf das veröffentlichen an sich ausbreiten, und nicht nur auf das Bloggen, denn das Bloggen ist ja nichts anderes als das Veröffentlichen in gewissen Zeitabständen das nachträgliche Archivieren davon.
Verweise kann man auch in normale HTML Seiten setzen und sogar in gedruckte Prospekte und Bücher und Komunities gab es schon lange vor dem Blogger.
2 | Lars M. Heitmüller schreibt am 18.01.2005, 12:17:
Drei Stufen-Modell?
Ich denke auch, dass es vieles, was jetzt unter dem Namen Blog skandiert wird, schon seit einigen Jahren gibt. Trotzdem beschreibt Blog“ ein neues Lebens- und Surfgefühl: Information werden nach und nach "flüssiger".
Die "erste Stufe" des Informationszeitalters war durch starre Strukturen, umständliches Hochladen von Inhalten per FTP-Programmen bestimmt. Zudem war der Austausch von Information über nicht vorhandene oder holprige Schnittstellen sehr schwierig.
Das Informationszeitalter der "zweiten Stufe" ist meiner Ansicht nach durch den zunehmenden Einsatz dynamischer Seiten (z.B. PHP) und eine zunehmende Perfektionierung der Interaktion der verschiedenen Techniken bestimmt. Hierzu zählt auch das Phänomen Blog. Die Information fließt beispielsweise über RSS Newsfeeds und XML automatisiert und kategorisiert in verschiedenste Kanäle. Wichtig in der Entwicklung der zweiten Stufe ist die zunehmende Vernetzungstauglichkeit mobiler Geräte wie Handies und PDAs. Durch die "Lokalisierung des Internets" u.a. über GPS werden in wenigen Jahren völlig neue Anwendungen möglich, die wir bisher kaum erahnen können.
Die "dritte Stufe" des Informationszeitalters wird aber durch Geräte erreicht, die ohne das direkte Zutun des Menschen auf einer tagtäglichen Ebene miteinander kommunizieren und immer komplexere Systeme bilden. Hier hat sich also die Kommunikation verselbständigt und kann wohl kaum noch von einem Punkt aus gesteuert werden.
Über Eure Meinung und kritische Denkanstöße hierzu würde ich mich sehr freuen.
Gruß
LMH
Folgende Weblogs verweisen auf diesen Beitrag:
» | Weblog Tipps am 19.10.05 13:51
Blog-Tipp 2: Bloggen lernt man nur vom Bloggen
Alle Theorie ist grau, die Praxis bringt es an den Tag, getreu dem Blog-Tipp 1 Einfach anfangen.
Zu Beginn lohnt es sich gewiss, einen ersten Überblick zu verschaffen. Dennoch hilft allzu viel Perfektion bei der Vorbereitung letztlich nur sehr ... Weiterlesen »
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