Nutzt Ihr das richtige Blog-Tool?
16.07.2005 | Blogging | 6 Kommentare | Print

Immer wieder lese ich Berichte über und Vergleiche zwischen den einzelnen Blog-Tools. Je mehr ich von diesen Berichten lese, desto fragwürdiger wird für mich das Thema. Gibt es überhaupt die richtige Blog-Software?
Es ist interessant, eine tabellarische Gegenüberstellung von Blog-Software zu lesen. Besonders wichtig mag dies sein, wenn man sich persönlich für ein Tool entscheiden muss. Doch helfen diese Vergleiche wirklich und ist die eingangs gestellte Frage in der Tat zielführend?
Susannah Gardner machte sich die Mühe und verglich in Time to check: Are you using the right blogging tool? die Blog-Software Blogger, TypePad(Basic, Plus, Pro), Blogware, WordPress, Movable Type und Expression Engine. Parallel hat sie eine Tabelle der Vergleichsdaten erstellt.
Vor ca. einem Jahr war die Debatte um die Weblog-Software besonders heiß. Six Apart hatte gerade ein neues Lizenzmodell für Movabe Type herausgebracht. Ich erinnere mich sehr gut, wie viele Blogger lebhaft wechselten und angestrengt über die Vor- und Nachteile der Systeme diskutiert wurde.
Welche Kriterien geben den Ausschlag zur Entscheidung?
Lese ich den obigen Vergleich wird mir schnell klar, dass dieser nicht nur sehr aufwändig ist, sondern auch sehr schwer objektiv zu gestalten. Andererseits ist die Auswahl der zur Verfügung stehenden Blog-Software noch größer als in dem Vergleich. Eine Menge Gründe geben für die Wahl einer Blog-Software (passt für mich besser als Blog-Tool) letztlich den Ausschlag. Unter anderem können das sein:
- Lizenzkosten bzw. Lizenzierungsmodell
- Funktionsumfang der Standard-Version
- Upgrade-Bedingungen und -Komfort
- mitgelieferte oder frei verfügbare Weblog-Templates
- Möglichkeiten des Betriebs mehrerer Weblogs
- Umfang von Kommentar- und Trackback-Spam-Schutz
- Programmiersprache
- Provider-Voraussetzungen und Hosting-Kosten
- Persönlicher Einarbeitungsaufwand
- verfügbare Funktionserweiterungen durch Plugins
- Bedienerfreundliche Installation
- Dokumentation
- Support der Blog-Software
- Dynamik und Absehbarkeit ihrer Weiterentwicklung
- User-Community
- Leichte Administrierbarkeit
- einfaches Template-Design-Änderungen
- Individuelle Optimierungen und Anpassungen
- Flexibiles und suchmaschinenfreundliches URL-Design
- persönliche Vorlieben, Geschmäcker und Nutzer-Gewohnheiten
(Nummerierung ist keine Wertung, nur Hilfe zum Bezug im Kommentar.)
Wer an welcher Stelle persönliche Prioritäten setzt und welche Parameter dann die Entscheidung maßgeblich bestimmen, muss jeder selbst für sich entscheiden, oder?
Wer will beurteilen, was für mich die richtige Software ist?
Ganz einfach. Die richtige Blog-Software gibt es für mich nicht.
Jede Blog-Software Entscheidung ist ein Kompromiss
Viele Blog-Tools lassen sich in Funktion und Ausstattung erweitern und anpassen. Grund-Funktionalitäten lassen sich in weiten Rahmen gestalten. Mehrfach-Installationen machen Multi-Blog-Umgebungen ebenso möglich. Während sich der Eine eher auf das Schreiben konzentriert und ggf. unkompliziert ein Muster-Template nutzen will, macht ein Anderer das Design zum Dreh- und Angelpunkt. Ein Dritter hat die Kosten im Auge oder nutzt bereits ein Tool längere Zeit.
So gesehen muss jeder Blogger eine (Aus-)Wahl treffen und mit dem Kompromiss leben. Die eierlegende Wollmichsau ist auch bei den Bloggern noch nicht erfunden worden.
Wer den oben genannten Vergleich zu Rate zieht, sollte die Rahmenbedingungen aufmerksam lesen. Zum anderen enthält der Vergleich einige fragwürdige bzw. schlicht falsche Aussagen. So sind eine Reihe von Funktionen durch Mehrfachinstallation und Einsatz von Plugins machbar. Movable Type erlaubt seit der Version 3.x seit einem ganzen Jahr Subkategorien, die noch vorher sogar mit Plugin möglich waren. Es ist somit wie eingangs beschrieben sehr schwer einen objektiven Vergleich anzustellen.
Unabhängig würde mich aber interessieren, was für Euch persönlich den Ausschlag für Eure Entscheidung gegeben hat. Welche Prioritäten setzt Ihr?
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Kommentare und verweisende Trackbacks
zum Beitrag: Nutzt Ihr das richtige Blog-Tool?
Kommentare
1 | macx schreibt am 18.07.2005, 07:50:
Die erste Frage war, programmiere ich mir eine eigene Software, oder nutze ich ein Standardtool? Da ich schon dutzende CMS programmiert habe, wäre was eigenes keine Schwierigkeiten gewesen, doch den Hacken sah ich bei RSS, XML und Tackback. Da ich davon eben wenig bis keine Ahnung hatte, entschied ich mich für eine fertige Lösung.
Ich hatte mir drei programme näher angesehen: S9Y, MovableType und WordPress. S)Y hatte ich zuerst ausprobiert und installiert, weil für mich der reine Einsatz als php-Lösung ohne cgi im Vordergrund stand. Zeitgleich aber schaute ich mir die ersten Blogs im Netz genauer an, und stellte fest, dass viele MT einsetzen.
Da mich S9Y nicht wirklich umgehauen hat und google auch immer mehr MT und dessen Plugins hervorbrachte, installierte ich dies auf meinem Server. Die Oberfläche überzeugte mich, und die Funktionalität lies sogar meine Ablehnung gegenüber CGi bröckeln.
Kurzum: Ich kann mir schwer vorstellen, mein Blogsystem nochmal zu wechseln, höchtens dann, wenn ich nun doch eine eigene Lösung programmiere.
2 | Nick Blume schreibt am 19.07.2005, 11:26:
Wie wär's mit Textpattern?
3 | ChrizDee schreibt am 21.07.2005, 07:37:
Ich hatte mir auch erst eine eigene Software programmiert und anfänglich waren die Ansprüche auch eher gering, da es ja nur um eine Art getunetes Gästebuch für längere Urlaube ging. Im Laufe der Zeit kamen dann neue Module/Features wie eine Bilddatenbank, RSS, Kategorien usw. dazu. Bei dem wachsenden Anspruch ans System hab ich mir dann auch mal die Mühe gemacht und vorhandene Systeme genauer unter die Lupe zu nehmen und mich irgendwann dazu entschlossen, dass es sinnvoll wäre auf ein anderen System umzusteigen. Ausschlaggebend für den Switch war auch der Zeitmangel - ich hab einfach andere Dinge zutun und wieso sollte man das Rad nochmal erfinden, wenn es wirklich überzeugende und vorallem kostenlose Systeme bereits gibt.
Ich hab im Moment Wordpress laufen und bin damit eigentlich mehr als zufrieden. Vorallem die Bearbeitung der Einträge ecto ist einfach genial. In Kombination mit einem OS X macht es richtig Spass neue Artikel zu schreiben (direkter Bildimport aus iPhoto...).
Aber ich denke auch, dass es die optimale Lösung nicht wirklich gibt. Man muss halt Kompromisse machen - ein bisschen ...
4 | Christian Beier schreibt am 22.07.2005, 06:44:
Bei mir gab es auch die Entscheidung eine vorhandene Software oder eine Eigenkomposition zu verwenden. Eigentlich hatte ich schon angefangen, mein eigenes System zu programmieren, habe es aus Zeitgründen und mangels Wissen (z.B. Trackbacks) es wieder sein lassen. Eigentlich wollte ich dann MT benutzen, aber das Lizenzmodell hat mich zurückschrecken lassen. Und außerdem habe ich Angst, dass sie in einer kommenden Version die kostenfreie Variante ganz abschaffen. Deshalb habe ich mich im kostenlosen Sektor umgeschaut und bin nun bei Wordpress hängen geblieben. In Sachen Template gibt es aber meines Erachtens zu wenig Tags die mir bei der Gestaltung zur Verfügung stehen. Die Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten gefällt mit bei MT wiederum besser.
5 | Christoph schreibt am 08.06.2006, 21:49:
Ich habe mir jetzt so einige Blog Systeme angeschaut und teils auch installiert, aber keine erfüllt meine Anforderungen. Dagegen sind meist m.E. oft unnötige Funktionen enthalten und die Usability kommt mir auch oft etwas zu kurz.
Ich habe auch dieses elende Zeitproblem, aber ich denke wenn man etwas wirklich gut machen will, dann muss man es manchmal halt selbst machen...
Am schlimmsten war Lifetype, wo ich gleich mit etlichen Fehlermeldungen wegen undefinierter Variablen etc. überhäuft wurde. Sowas kann ich nun wirklich nicht gebrauchen...
6 | Jörg schreibt am 09.06.2006, 07:16:
@Christoph: Viel ist über das Thema diskutiert worden. Jeder Mensch hat andere Neigungen:
- einer will programmieren
- einer designen
- einer schreiben
- einer basteln
- ...
Niemand wird Dich aufhalten Dein System zu programmieren. Die Mehrheit der Leser hier aber will es anwenden, und dass bedeutet, dass ihre Konzentration auf den Content geht.
Insofern habe auch ich ein Ziel und gar keine Lust, etwas zu programmieren, wovon in erster Linie niemand etwas hat. Ich wende Systeme an und will einen Nutzen stiften und Ergebnisse erreichen.
So unterschiedlich kann es also aussehen.
Dir viel Erfolg. Schreib mal, wenn Du Online gehst und bau Trackbacks mit ein. ;-))
Folgende Weblogs verweisen auf diesen Beitrag:
» | christoph-hoerl.de am 18.08.05 09:02
Wordpress vs. Serendipity
Wie versprochen, erläutere ich nun meine Gründe, warum ich von Serendipity (S9Y) wieder zurück zu Wordpress (WP) gewechselt bin. Beide sind natürlich gute Systeme und beide haben Vorteile, doch auch Nachteile, deshalb gibt es eine Vierteilung der ... Weiterlesen »
Trackback-URL: http://www.einfach-persoenlich.de/m33/etb.cgi/248
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