Internet & Bloggen - Wie abhängig sind wir?
14.08.2005 | Blogging | 4 Kommentare | Print
Bisweilen bemerken wir erst durch einen (schmerzhaften) Verlust, wie wichtig uns manche Dinge im Leben geworden sind. Wir haben sie einfach um uns. Wie gelähmt müssen wir erkennen, welche Veränderungen sich Tag für Tag in unser Leben geschlichen haben, ohne dass wir uns dieser Tatsache unbedingt bewusst sind.
Die Liebe wächst mit dem Quadrat der Entfernung.
JP
Die Bedeutung des Spruches war mir wohl bewusst. Gewöhnlich verwende ich ihn aber in einem anderen Zusammenhang. Umso verdutzter wirkte mein Gesichtsausdruck, als ich gestern Morgen überraschend mit der Tatsache konfrontiert wurde:
- Kein DSL - kein Internet - kein Bloggen.
Nachdem ich alle Fehler-Ursachen meiner Arbeitsumgebung ausgeschlossen hatte, brachte ein Anruf die Gewissheit. Große Teile der deutschen Netzinfrastruktur waren lahm gelegt. Nicht einmal mein Internet-Provider konnte mir helfen. Die Konsequenzen kamen mir dann erst nach und nach ins Bewusstsein.
Es war gerade so, als ob man im Haus den Strom abstellt hätte. Erst in einem solchen Fall wird man sich bewusst, wie abhängig man in Wirklichkeit doch ist. Viele elektrische Gerät in unserem Leben einen festen Platz gefunden haben. Ebenso ist das Internet zu einem (nahezu) unverzichtbaren Hilfsmittel und Werkzeug geworden.
Wozu brauchen wir das Internet?
Ob es um eine Wetter-Vorschau geht, eine Information nachgeschlagen oder einfach nur die E-Mail abgerufen werden sollen. In vielen Fällen ist der Zugang zum Internet lebenswichtig geworden. Umso mehr, wenn dieses Medium dann ggf. auch fester Bestandteil der Freizeit-Gestaltung oder gar der beruflichen Tätigkeit ist.
Gerade erst in meinem Urlaub habe ich von der Entscheidung eines Oberlandesgerichtes gelesen. Danach durfte der Internet-Provider selbst dann nicht seinem Kunden den Zugang zum Internet verweigern, als dieser eine Rechnung nicht fristgemäß beglichen hatte. Der Provider würde dem Kunden wesentliche, heute zum Leben erforderliche Kommunikations-Kanäle abschneiden und ihn dadurch ungerechtfertigt benachteiligen.
Alternative Notiz-Blo(g)ck
Von nicht wenigen Menschen habe ich im Internet gelesen, dass das Bloggen in der Zwischenzeit einfach für sie am Tag dazu gehört. Unfreiwillig hat man mich gezwungen darüber nachzudenken. Langsam denke ich etwas anders darüber.
Wir kommen in den Genuss von zahlreichen Vorteilen, wenn wir schriftlich denken. Zeit und Gelegenheit also, unser analoges Blog, den Notiz-Blo(g)ck, wieder einmal hervor zu holen. Ungeübt sind wir bisweilen im Gebrauch der Handschrift geworden. Spätestens bei einem persönlich handschriftlichen Brief wird uns das sehr bewusst. Je ungewöhnlicher, desto größer die Wirkung. Wer heute ab und an einen Brief schreibt, ist einfach persönlicher und erreicht ein viel größere Aufmerksamkeit.
Was bedeutet das Internet für Euch?
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Kommentare und verweisende Trackbacks
zum Beitrag: Internet & Bloggen - Wie abhängig sind wir?
Kommentare
1 | Jörg schreibt am 14.08.2005, 01:08:
Hallo Maurus, nette Grüße in die Schweiz!
In der Tat hat sich das Internet in den letzten Jahren rasant und immer mehr zu einem interaktiven Medium entwickelt, in dem jeder seinen Neigungen nachgehen, seine Meinung veröffentlichen kann.
Im Internet wachsen Ideen und Projekte letztlich gerade durch die Kommunikation und den Ausstausch mit anderen Menschen.
2 | Christoph Hörl schreibt am 14.08.2005, 04:50:
Das Internet ist für mich ein Teil wie Fernseh, Radio, Stereoanlage oder Telefon. Ich stelle Computer und Internet direkt in Verbindung. Internet ist also ein Teil meines Lebens. Täglich damit zu arbeiten, gehört dazu. Bevor ich bei der Hausaufgabe an den Schrank gehe und mir ein Wörterbuch hole, sehe ich schon im Internet nach.
Wenn das Internet ausfällt, ist es schon irgendwie komisch. Man hat sich einfach an den unmittelbaren Zugang gewöhnt und will ihn nicht mehr missen. Dennoch versuche ich in meinen Urlauben Abstand zu bekommen und bis zu zwei Wochen ohne Internet auszukommen. Und es klappt auch. Manchmal habe ich aber an den letzten Tagen Angst vor der Flut an E-Mails und Nachrichten in RSS. Internet ist einfach alles ;)
3 | Jörg schreibt am 14.08.2005, 05:12:
Hi Christoph, schön, wie Du Deine Gedanken beschreibst. Habe sie mit Aufmerksamkeit gelesen und kann sie sehr gut nachvollziehen. Wenn ich mir mit Abstand die Bedeutung des Internets vor Augen führe, dann kann ich nur einfach still den Hut ziehen.
Ich habe persönlich sehr viel aus dem Internet gelernt, mehr, als derzeit in allen technischen deutschen Büchern darüber zu lesen ist. Es gibt zu wenige. Ohne die Menschen, die mit Engagement und Inspiration dieses vielfach kostenfrei anderen Menschen zugänglich gemacht haben, wäre das Internet nur halb so interessant, wie wir es heute erleben.
Habe die stille Hoffnung, dass auch einfach-persoenlich davon einiges an Inspiration und Know-how zurück gibt.
4 | Maurus schreibt am 14.08.2005, 11:57:
Solche Gedanken hatte ich auch schon öfters, und zwar immer dann wenn mein Provider mal wider zu wenig IP-Adressen hat. Was noch nerviger ist, da das kein Einzelfall ist.
Hm also das Internet bedeutet mir viel, und zwar weil es das einzige Medium ist, das keine Einbahnstrasse ist. Die Informationen werden nicht produziert um von einer Masse gelesen zu werden,sondern jede/r ist im Internet Produzent und Konsument gleichzeitig. Das macht es meiner Meinung nach Einzigartig. Ausserdem, welch anderes Medium ist so experimentierfähig?
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