Wechsel Start-Seite, Design & Seitenfuss mit Konsequenzen?

29.09.2005 | Suchmaschinen, Webdesign | 14 Kommentare | Print

Wechsel Start-Seite, Design & Seitenfuss mit Konsequenzen?

Ein totaler Umbau der Seitenstruktur eines Weblogs kann gravierende Folgen haben. D. Keith Robinson berichtet über einen dramatischer Rückgang der Besucherzahlen.

Gerade gestern haben wir über die Bedeutung der Startseite, den Trend zur Platzierung der Navigation im Seitenfuss diskutiert. Die Bedeutung der Startseite für das gesamte Weblogs ist nicht zu unterschätzen. Nicht umsonst habe ich die Startseite auf die Diskussionsliste genommen und mache mir seit einiger Zeit dazu Gedanken.

Auch wenn die Suchmaschinen-Freundlichkeit keine Design-Kriterium Nr. 1 ist. Deren Nichtbeachtung wird genau so bestraft wie die Missachtung der Usability in Bezug auf die Leser einer Seite.

Kleine Änderungen an entscheidender Stelle

Wie D. Keith Robinson in seinem Beitrag Site Tweaks -- Footer Bad? berichtet, gab es nach seinem Redesign von Asterisk innerhalb von 3 Tagen einen Rückgang der Besucher um ca. 70 Prozent.

Drei Tage sind in etwa genau die Zeit, die Google bei einer gut besuchten Seite heute braucht, um wesentliche Elemente der Seite aufzufrischen und neu zu spidern. Nicht jede Seite wird täglich aktualisiert. Deshalb kann die Zeit bei anderen Blogs differieren. Google stellt die Spider-Frequenz auf die Aktualisierung der Seiten ein. Google liebt bekanntermaßen frischen Content, je mehr desto besser.

Die Startseite hat Gewicht

Eine »klinische« Startseite mit schön übersichtlichen Links bringt es also offensichtlich auch nicht. Ganz wesentliches Element ist nicht nur die Suchmaschinen-Freundlichkeit jeder einzelnen Blog-Seite. Ebenso wie die externe Verlinkung bei Google & Co. eine zunehmende Rolle spielt, kommt der internen Verlinkung der Seiten große Bedeutung zu.

Werden wesentliche und tragende Seiten im Weblog nicht mehr gebührend eingebunden, hat das logischerweise Konsequenzen in den Suchmaschinen. Nicht nur für den Besucher verschwinden Seiten von der Bildfläche. Der Leser kann ja noch danach suchen. Sobald die SERPS der Seiten aber abfallen, bleiben auch die Besucher von den Suchmaschinen aus - allen voran die von Google.

Never Change a Running System?

Ganz so schlimm muss es nicht sein. Immerhin kann der beschriebene Effekt auch ganz andere Ursachen haben, da Google derzeit heftig an seinem Index schraubt. Täglich kommen und gehen irgendwelche Seiten und Domains.

Warum dann das Thema überhaupt diskutieren? Ganz einfach. Nutzergewohnheiten sind die eine Sache. Ob nun jemand unbedingt Tags oder Kategorien nutzt oder nicht. Er kann die Such-Funktion vorziehen oder nur aktuelle Beiträge lesen. Sobald wesentliche Element eines Weblogs (ähnlich wie bei der Statik eines Hauses) nicht mehr stimmen, sind für Mensch und Maschinen nur noch Teile des Weblogs interessant.

Ob uns das gefällt oder nicht! Die Startseite hat Gewicht.

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Kommentare und verweisende Trackbacks

zum Beitrag: Wechsel Start-Seite, Design & Seitenfuss mit Konsequenzen?

Kommentare

1 | Gerald Steffens schreibt am 29.09.2005, 22:36:

ich denke 3 tage sind etwas kurz um schon ein resumee zu ziehen. das rausreissen von links oder seiten fuegt googles index wunden zu, die muessen erst mal heilen. die alten dinge sind raus, die neuen brauchen etwas laenger um sich zu etablieren. ich wäre für abwarten und tee trinken.

3 | Marketingblogger schreibt am 30.09.2005, 09:24:

Derek Powazek, der in seinem Blog nun auch alle wichtigen Navigationselemente in den Footer verlegt hat, erklärt dies damit, dass er diejenige Leser, die einen Artikel bis zu Ende lesen, damit belohnen will:

It's time we designers start thinking about page footers as part of the experience design of a complete site. The bottom of a page is the kiss at the end of the date - and we're making sites that end without even a handshake.

Den Gedanken, den treuen Leser am Ende eines Blog-Beitrags zu "belohnen", finde ich sehr interessant. Google-Anzeigen wirken ja angeblich am Schluss eines Artikels relativ gut, weil sie dem Besucher eine mögliche Antwort auf die Frage "Und was jetzt?" geben.

Eine reine Footer-Navigation auf einer typischen Artikelübersichtsseite halte ich allerdings für gefährlich. Insbesondere bei Blogs, in denen die Beiträge auf solchen Übersichtsseiten nicht gekürzt, sondern in voller Länge erscheinen, sind diese Übersichtsseiten oft ein vielfaches so lang, wie das Browserfenster hoch ist. Und nur wenige Benutzer werden dort bis ganz nach unten scrollen.

5 | Marketingblogger schreibt am 30.09.2005, 12:01:

Als "Belohnung" für den Online-Besuch gibt es in manchen Blogs den ganzen Artikel, im RSS-Feed dagegen nur einen Anriss. Das ist allerdings Geschmackssache. Ich persönlich finde den ganzen Artikel auch im RSS-Feed komfortabler - u. a. weil dann die Suchfunktion im RSS-Reader bzw. meine Suchordner in Outlook den kompletten Artikeltext "zu fressen kriegen".

Weiterführende Links währen eine "Belohnungsmöglichkeit". Die Links zu weiteren Infos/Websites etc. stehen gesammelt unter dem Artikel. Im RSS-Feed gibt es nur einen Hinweis darauf, dass man Online diese weiterführenden Links bekommt. (Wenn das je nach Blogsoftware technisch möglich ist.)

6 | Robert Hartl schreibt am 30.09.2005, 23:08:

1. Gratulation zum neuen Design bzw. Format. Mir persönlich gefällt es besser als das vorherige, wenngleich die Fülle an Links und Informationen wohl manchen Besucher überfordern könnte. Aber Blog-Leser sind in dieser Hinsicht ja resistent.

2. Aus Suchmaschinensicht dürften die Änderungen ganz interessant sein, da alle Urls ja unverändert weiterbestehen. Ergo zeigt sich, was neue Inhalte, neue Verlinkung etc. tatsächlich ausmachen.
Ich freue mich bereits jetzt auf einen diesbezüglichen Artikel.

7 | Engelbert schreibt am 30.09.2005, 23:14:

Da kommt Dein Beitrag zur richtigen Zeit. Bin ganz überrascht gewesen einfach-persönlich im neuen Gewand zu sehen (Navi links statt rechts, dreispaltig, breiter). Ist schön geworden! Nur muss ich mich erst mal dran gewöhnen - wie Spider übrigens auch (-:

Und überhaupt sei nebenbei vermerkt, dass ich lieber auf eine Homepage surfe, als mir RSS im Reader zu geben. Gute Designs verdienen ebenso eine Würdigung wie guter Content!

8 | Thomas schreibt am 03.10.2005, 23:01:

Gratulation, Jörg. Das neue Design ist noch besser als das alte!

Nur wie auch ein Vorkommentator schon gesagt hat, ist die Menüführung seitlich äußerst verwirrend. Viele Links, EP-Blog, Sideblog... Naja, das ist das komplizierteste Blog, das ich kenne. ;)

Und irgendwie ist beim Überarbeiten was passiert. Z.B. bei Die Gestaltung eines CSS-Layouts - einfach erklärt sind die Kommentare durcheinander geraten.

Achja und unter dem Vorschaufenster für Kommentare stehen die Buttons "Preview" und "Post" auf Englisch.

Grüße aus oö

12 | Thomas schreibt am 04.10.2005, 23:43:

Jörg: Hehe, mein Blog ist noch jung. Und da ich nicht wirklich ein Designer bin, ändere ich erst immer etwas, wenn mich die Muse küsst. ;)

Nebenbei, ich stöbere und lese lieber auf Webseiten als mich mit kargem RSS rumzuschlagen.

Warum bist du eigentlich auf MT 3.2 umgestiegen?

14 | Engelbert schreibt am 11.10.2005, 23:46:

@Jörg: Du hattest in Deinem Beitrag geschrieben, dass Änderungen an der Startseite zu Problemen bei der Content Indizierung von Suchmaschinen Spidern führen kann. Genauso, wie sich ein Spider damit quasi an ein neues Design gewöhnt, indem er den Content nochmal einliest bzw. einlesen muss, muss sich in dem Fall auch ggf. der Mensch erst wieder an die neue Verteilung des Contents gewöhnen.

Naja, in Deinem Fall ist für den Spider alles gleich geblieben, da die Links zu den Inhalten nicht geändert wurden. Deswegen hinkt der Vergleich ein bisschen. Nichtsdestotrotz muss man sich an ein dreispaltiges Layout erst mal gewöhnen, wenn vorher es lange Zeit zweispaltig war (-:

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