Wie hoch ist der Preis für die Unabhängigkeit eines Weblog?
19.10.2005 | Blogging, Blogging Tipps, Webdesign | 9 Kommentare | Print

Je länger das Weblog den Namen einer anderen Domain trägt, umso größer sind die Kosten für die Unabhängigkeit Eures Weblogs. Eine interessante These von Jakob Nielsen. Könnt Ihr das aus Eurer Blogger-Praxis bestätigen?
Wer das Bloggen einfach mal ausprobieren will, richtet sich in Minuten ein Weblog bei einem Blog-Service ein. Wird aus dem Spaß aber irgendwann Ernst, dann kommt meist ein eigener Domain-Name ins Spiel.
The longer you stay at someone else's domain name,
the higher the cost of going independent.
Jakob Nielsen
- Was passiert, wenn das Weblog weiter bei einem Blog-Provider läuft?
- Welche Nachteile hat ein Umzug auf eine eigene Domain langfristig?
Für mich haben diese Überlegungen ehrlich gesagt noch nie eine große Rolle gespielt. Schon immer war ich ein Befürworter einer eigenen Domain. Aber das muss ja für andere Blogger noch lange nicht genauso gelten. Die Praxis bestätigt meine Beobachtung.
Machen es Investition & Domain-Preis allein?
Die Investition in eine eigene Domain im Wert von derzeit ca. 6-12 Euro (de-Domain je nach Hosting) ist jedenfalls für viele Blogger kein Hinderungsgrund. Selbst ein Jahr auf Probe bedarf lediglich des Verzichtes auf eine (durchschnittliche) Kinokarte. Wer eine Blog-Hoster nutzt, kann so seinem Blog wenigstens den Anschein der Unabhängigkeit geben, auch wenn die Seiten noch woanders liegen.
Doch machen es Domain-Preis und Hosting allein?
- Ein Weblog erzeugt und bekommt viele Links.
- Links sind die Suppe im Kochtopf von Google & Co.
- Suchmaschinen-Treffer bringen Besucher.
- Eine Domain reift in Google´s Augen jeden Tag ein wenig.
- Ein Weblog wird zur Marke.
- Ein Umzug kosten Besucher & Geld.
Wer von heute auf morgen mit seinem Weblog einfach die Domain wechselt, begeht mitunter fast ein kleines Harakiri. Eindrucksvoll hat die Schwierigkeiten bei einem erfolgreichen Domain-Umzug Matt Cutts in seinem Beitrag Moving to a new web host beschrieben.
Das Gegenteil von Sparen?
Was zu Beginn meist eine Kosten-Sparmaßnahme ist, scheint sich im Verlauf der Zeit als das komplette Gegenteil zu entpuppen. Bloggen kostet persönliche Zeit und Energie. Wer dies nicht nur zum Spaß betreibt, möchte auch die Vorteile genießen. Wie immer auch diese Vorteile aussehen mögen.
- Könnt Ihr aus Eurer Praxis diese These unterstreichen?
- Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?
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zum Beitrag: Wie hoch ist der Preis für die Unabhängigkeit eines Weblog?
Kommentare
1 | Heiko Hebig schreibt am 19.10.2005, 12:56:
Es gibt auch gute Weblog-Dienste, die Domain-Mapping (also die Verwendung eines eigenen Domain-Namens) erlauben. Mir fallen da spontan 1-2 ein.
2 | Manuela schreibt am 19.10.2005, 13:43:
Als ich anfing, mich für Weblogs zu interessieren, hatte ich eine ziemliche Abneigung gegen alles, was ich nicht auf meinem eigenen Webspace installieren könnte. So nach dem Motto: Fremdanbieter sind mir zu unsicher. Diese Einstellung hat sich in vielen Bereichen heute geändert, etwa, wenn ich an flickr und del.icio.us denke. Auf diese Services baue ich gern auf.
Wenn es aber um das eigene Weblog geht, bin ich gern unabhängig und vertraue auf eine eigene Domain und lokal installierte Dienste. Langfristig sicher die günstigere Variante.
Bis 2004 bloggte ich "versuchsweise" auf surfgarden zu Themen, die ich heute auf pixelgraphix behandle. Als ich zu Beginn des Jahres 2004 versuchte, meine Leser auf die "neue" Domain mitzunehmen, war das schwieriger und langwieriger als ich angenommen hatte.
Von daher würde ich Deine These unterstützen, dass es a) sinnvoll ist, eine eigene Domain zu verwenden und b) diese auch auszubauen und zu erweitern statt den Umschwung auf eine andere zu starten.
3 | Jeena Paradies schreibt am 19.10.2005, 15:10:
Eine meiner Einnamequellen ist das Umziehen von Weblogs von Bloghostern zu eigenen Domains. Und ich muss auch immer wieder feststellen, dass eine neue Domain eigentlich im Endeffekt immer die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit eines Bloggers erhöht. Auch wenn es am Anfang immer zu ziemlich großen Besucherzahleneinbrüchen kommt erholt sich das spätestens nach einigen Monaten wenn das Weblog gut gepflegt wird -- was man dann meist mit dem "eigenen" viel lieber macht als dem des Bloghosters.
Fast alle, für die ich ihr Weblog umgezogen habe -- zu welcher Software auch immer -- haben nach und nach angefangen sich auch an Verbesserungen ihrer Software heranzuwagen. Es wurden neue Plugins installiert, Am CSS versucht zu arbeiten, oft auch die ganze Seite geschrottet, so dass ich Backups für Kunden wirklich zu schätzen gelernt habe ;-).
Die Blogger selbst bekommen mehr Spaß am Bloggen und das merken die Besucher auch. Es wird viel mehr komuniziert und auch die Besucherzahlen steigen schneller. Mit jemandem an der Seite, der in technischer Not auch helfen kann fühlen sie sich sicher genug um ihre Seiten auch um andere Teile wie Bildergallerien, Artikel und sonstiges zu erweitern, was bei einem gehosteten Blog schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist.
Als Gründe für den Umzug werden eigentlich fast immer die gleichen genannt. Man will in erster Linie unabhängig sein und ein eigenes Design mit Wiedererkennungsfaktor haben um sich aus dem Blogger einerlei herauszuheben.
4 | dante schreibt am 19.10.2005, 15:46:
Meiner persönlichen Meinung nach gehört eine eigene Domain immer dazu (egal ob Blog, Webshop, Business -Site etc.).
Wer keine eigene Domain benutzt, ist nicht wirklich ernstzunehmen im Internet. Für mich chauffiert man sich ohne eigene Domain in den AOL-User Bereich ala "Ich hab jetzt auch ne Homepage!!!eins!".
5 | Oliver Wagner schreibt am 19.10.2005, 16:10:
hm.. das sehe ich ein wenig anders. Ich finde eher, dass die Bedeutung eines Domainnamens derzeit rückläufig ist. Ich verbringe sehr viel meiner Zeit im Netz. Privat, aber vor allem auch beruflich. Und Domains tippe ich eher selten ein. Ich nutze RSS, del.ico.us, Bookmarks etc.
Zieht also jemand sein Blog von A nach B um - und macht es geschickt - merke ich das womöglich nicht mal, sondern lande direkt auf der neuen Seite (Feedburner RSS vorausgesetzt).
Bei vielen Providern finden sich hochqualitative Blogs, deren Betreiber sich lediglich nicht um die Technik kümmern wollen/können. Hazzle Free Blogging. Und da gibt es genausoviele Perlen, wie es schlechte Blogs mit eigenen Domains gibt.
Erst wenn ein Business Aspekt eine Rolle spielt, dann macht das Bloggen unter eigener Domain Sinn. Aber auch das geht ohne, wie manche Beispiele zeigen.
6 | Jörg schreibt am 19.10.2005, 16:14:
Ich war sehr erstaunt aus meiner Post und durch Beobachtungen zu erfahren, wie wenig Kenntnis zur Problematik vorhanden ist. Sicher mag nicht jeder eine eigene Installation haben.
Wenn wir aber nicht nur den privaten Bereich betrachten, sondern mal in Richtung Business-Weblog schauen, dann erstaunt mich mancher Spartrieb schon gewaltig.
Manuela spricht ein sehr interessantes Thema an, was noch weiter geht und an das mancher vielleicht nicht denkt. In meinen obigen Anstrichen habe ich darauf Bezug genommen.
- Leser wandern nicht immer mit
- Links lassen sich nicht alle umbiegen
- Treffer in den Suchmaschinen gehen ins Leere
Bei einem Umzug bleibt immer etwas auf der Strecke. Im realen Leben wie im Internet. Mag bei einem privaten Weblog die Lücke vielleicht noch zu verkraften sein. Da kann man geteilter Meinung sein. Für ein Business-Weblog halte ich es die Folgen für weitaus schlimmer, um nicht zu sagen tödlich!
Never change a running system.
Wenn ich Matt Cutts letzten Absatz lese, dann passt das schon ganz gut. Vor allem für Freiheit und Unabhängigkeit liebende Menschen.
7 | Gerald Steffens schreibt am 19.10.2005, 19:07:
ist zum teil wie mit haus bauen und mieten. wer auf miete wohnt riskiert es auch rausgeschmissen zu werden. oder der vermieter moechte dass man werbung an die tuere klebt, damit er die werbe-einnahmen einstreichen kann. hinkt etwas der vergleich, aber die idee sollte klar sein. eigentlich ist es eher so als ob man ein haus entweder auf eigenen grund baut oder auf fremden.
8 | Boris schreibt am 19.10.2005, 20:11:
Eine eigene Domain (mehrere gar) war für mich nie ein Thema. Mein Argument anderen Leuten gegenüber, die selbst nicht Webdesigner oder Entwickler sind, das recht wenige Geld für eigenen Webspace inklusive Domain dranzuhängen, ist dies:
Eigene E-Mailadressen in womöglich unbegrenzter Zahl (POP-Konten und Aliase).
Nicht nur, dass es »persönlicher« ist und womöglich auch seriöser wirkt, es bietet sich auch eher die Möglichkeit zur Differenzierung in Hinsicht auf bestimmte Zwecke. Zugespammte Aliase sind flugs gelöscht und durch neue ersetzt usw.
9 | woven schreibt am 03.11.2005, 20:27:
interessante diskussion.
ich blogge seit nunmehr 5 jahren und hatte von der unterdomain auf der site eines freundes, über eine eigene domain, hin zu bloggio, type-pad...und neuerdings zum typpadblog bei t-onlie (weil günstiger als das original) wirklich schon alles durch.
meine erfahrungen sind andere. die zugriffszahlen bewegen sich auf meinem t-online-blog in der gleichen grössenordnung wie auf der ehemals eigenen domain. wenn man mit vielen blogs im austausch steht, in foren bekannt ist, communties angehört...dann pendelt sich das ein. egal unter welcher domain. die leute interessiert einfach "was die macht". grundsätzlich habe ich mich nie dafür interessiert, ob und wieviele leute auf meinen blog kommen...ich habe in erster linie für mich selber geblogt. das hat sich bis heute nicht geändert.
was ich noch anmerken möchte. die eigene domain ist sicher was feines...aber nicht jeder hat html-kenntnisse um ein projekt im kopf auch zu programmieren, von dem spam (habe überaus schlechte erfahrungen damit gemacht)...ganz zu schweigen. einen designer zu beschäftigen, kostet eine menge geld und ist für eine nichtkommerziellen blog viel zu teuer.
man muss schon ein grosser individualist sein, um in diesem falle die eigene domain vorzuziehen, anstatt seinen blog auf bei einem der vielen kostenlosen anbieter einzurichten.
natürlich bin ich individualist:-)) im moment arbeitet gerade ein programmierer an einem projekt, dass ich verwirklichen möchte. eine blog-community...mit vielen verschiedenen themen-blogs. mal sehen was da passiert.
unter eigener domain natürlich.
coming soon: www.quadrangle.de
gruss an alle
woven
Folgende Weblogs verweisen auf diesen Beitrag:
» | einfach persoenlich Weblog am 06.03.06 11:24
Herausforderung Domain-Umzug bei Weblog / Website
Ein Domain-Name für ein Projekt will gut und mit Bedacht gewählt sein. Spätere Änderungen können mitunter fatale Folgen haben. Meine Beobachtungen der letzten Tage verstärken diese Erkenntnis mehr und mehr. Die Änder... Weiterlesen »
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