Weniger Plugin ist manchmal mehr

27.10.2005 | Movabletype | 6 Kommentare | Print

Es vergeht fast kein Tag, an dem es kein neues Plugin gibt. Je mehr Plugins zur Verfügung stehen, desto weniger setze ich ein.

Gerade heute machte wieder die Kunde von Hirotaka Ogawa die Runde. Sein neues Plugin Entry Category Entries Plugin klingt nicht nur komisch. Auch nach zehn Minuten angestrengten Nachdenkens fiel mir kein auch nur halb patent erscheinender Anwendungsfall ein. Wofür brauche ich das Plugin?

80 / 20 Regeln von Pareto

Statische Plugins gibt es für MT inzwischen wie Sand am Meer. Eher der dynamische Betrieb hapert immer wieder an geeigneten Funktionen. Aber da behelfen sich die Anwender offenbar alle durch PHP, oder er wird durch Kompromisse gemieden.

Die Anzahl der sinnvollen Plugins unterliegt der Pareto-Regel.
Zudem scheint die Anzahl der eingesetzten Plugins
umgekehrt proportional zur Gesamt-Menge aller zur Verfügung stehender zu sein.
JP

Neulich habe ich mir erst mit einem asisatischen Plugin beim Testen einige Grundfunktionalitäten wie die Generierung der Basenames ausgehebelt. So schön die Plugin-Funktionen alle sind, den begeisterten Besucheransturm vermögen sie alle nicht zu bringen.

Back to the Roots

Wen wundert es, dass mit zunehmender Praxiserfahrung der Weg »Back to the Roots« immer interessanter ist. Weniger Schnick-Schnack bringt mehr Zufriedenheit. Plugins dort, wo ich die Funktionen von MT wirklich sinnvoll bereichern und ergänzen kann. Maximal 20 Prozent reichen völlig, welche genau muss jeder natürlich für sich selbst entscheiden.

Jedes Plugin verbraucht immerhin auch einige Systemressourcen und geht so zu Lasten der Geschwindigkeit. Wen wunderts, wenn dann wenig genutze Funktionen auch mal wieder rausgeworfen werden können. Neue kommen erst hinzu, wenn deren Zugewinn wirklich signifikant ist.

MT-Support für Werksversion ohne Plugins

Die wenigsten Anwender von MT dürften wissen, dass der Support der Version sich auf die Auslieferungsversion von MT beschränkt. Denn jedes installierte Plugin greift mehr oder weniger in die Funktionen ein. So gesehen kann ich nur hoffen, dass viele nützliche Plugin-Funktionen langfristig wie SpamLookUp den Weg in die Basisversion finden.

Weniger ist eben doch mehr.

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Kommentare und verweisende Trackbacks

zum Beitrag: Weniger Plugin ist manchmal mehr

Kommentare

1 | Manuela schreibt am 27.10.2005, 15:59:

Das ging mir bei der Betrachtung des Delicious Tags Plugins so. Mir fällt beim besten Willen kein Verwendungszweck ein.

2 | Knut Karnapp schreibt am 27.10.2005, 16:19:

Ich versteh den Pluginwahn von manchen auch nicht. Die Blogsoftware von heute ist inzwischen soweit, dass sie ne Menge mitbringt und nur noch wenig Plugins wirklich Sinn machen.

3 | Walter Mitty schreibt am 27.10.2005, 22:53:

Also ich hätte für das Entry Category Entries Plugin einen schönen Verwendungszweck auf meiner Site. Dass die Zeit für den Neuaufbau der Einzelseiten sich mit dem Plugin aber mehr als verdoppelt ist nicht gerade vertrauenserweckend.

4 | Jörg schreibt am 28.10.2005, 06:04:

Hallo Walter, und genau DA liegt bei Wirken unseres lieben Plugin-Entwicklers aus meiner Sicht der Haken. Bereits sein Tagwire-Plugin hat meine Installation in die Geschwindigkeit der Steinzeit zurückversetzt. Das mag ich ehrlich nicht haben!

BTW, würde mich interessieren, was Du damit realisieren willst. Vielleicht fallen uns hier ja noch andere Alternativen ein.

5 | Walter Mitty schreibt am 28.10.2005, 19:16:

Nachdem ich meine Erfahrungen mit (Steinzeit-)Plugins schon etwas hinter mir habe, gehe ich inzwischen etwas entspannter an die Sache ran. Ich probiere immer noch gerne neue Plugins aus (der Spieltrieb in mir...), aber eben nur auf einer Kopie der betreffenden Site. Und wenn man dann als Erstes die Rebuildzeiten mit und ohne Plugin vergleicht erspart man sich einigen Ärger.

Zum konkreten Einsatzgebiets des Entry Category Entries Plugins: es gibt einen Teil bei Hinternet mit CD-Kritiken, Buchkritiken, Interviews, etc... Da viele Besucher über Suchmaschinen auf teilweise recht alten Einzelseiten landen könnte ich ihnen mit Hilfe dieses Plugins zeigen, dass wir auch Brandneues aus dem jeweiligen Bereich haben ("die aktuellsten DVD-Kritiken...").

Natürlich lässt sich das auch anders umsetzen und teilweise habe ich das auch gemacht (neues Index-Template mit den letzten 10 Einträgen einer bestimmten Kategorie und diese Indexdatei wieder auf den Einzelseiten eingebunden). Ein vernünftig arbeitendes Plugin wäre da einfach meiner Faulheit entgegen gekommen, da ich eben nicht für jede Kategorie ein neues Template anlegen müsste.

6 | Michael G. Schneider schreibt am 31.10.2005, 14:03:

Am liebsten wäre es mir, wenn ich gänzlich auf Plugins verzichten könnte. Da würde man nämlich Probleme wie "Plugin läuft unter aktuellem Movable Type nicht mehr" oder "Plugin wird nicht mehr weiterentwickelt" umgehen.

Weil das aber auch nicht geht, konzentriere ich mich auf wenige allgemein verwendbare Plugins. Ein typisches Beispiel ist das Compare Plugin. Das kann man in einer Vielzahl von Situationen zum Einsatz bringen. Anstatt jeweils ein Plugin einzusetzen, mit dem man Kategorien ausschließen kann, mit dem man Kategorien einschließen kann, mit dem man Autoren ..., nutze ich das Compare Plugin und erstelle etwas Code in den Vorlagen. Das ist etwas umständlicher, als wenn spezialisierte Plugins eingesetzt würden, es erleichtert mir aber den Wechsel auf neue Versionen des Movable Type und ich bin nicht von zu vielen Plugins abhängig.

Folgende Weblogs verweisen auf diesen Beitrag:

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Wer denkt, MT ist hart wie Stahl, der täuscht sich. Mit recht wenig Aufwand bekomme ich auch das Blog-Flagschiff an seine Grenzen. Man muss nur die Engpässe kennen. Eine Menge habe ich nun schon über Movable Type geschrieben. Viele... Weiterlesen »

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