Suchmaschinen & Barrierefreiheit - jeder Fortschritt ist ein Gewinn!
10.11.2005 | Google, Suchmaschinen, Webdesign, Webstandards | 8 Kommentare | Print
Was war ist wichtiger: Barrierefreiheit oder Suchmaschinen? Mensch oder Maschine? Für mich steht diese Frage so nicht, denn jeder Fortschritt ist für mich ein Gewinn! Wer liest die völlig unauffindbaren barrierefreien Seiten?
Als ich in Gute Zugänglichkeit durch effektive Suchmaschinen-Optimierung einen Beitrag über den A List Apart Artikel schrieb, habe ich mich über den Zusammenhang von Suchmaschinen-Optimierung und Barrierefreiheit / Accessibility gefreut. Meist werden ja beiden Themen sehr einseitig beschrieben.
Zu erwarten war ferner, dass dieser Artikel eine rege Diskussion zum Thema auslösen würde. Das eben diese sehr unterschiedlich um zum Teil auch sehr einseitig geführt wird, hat schließlich auch die Fachleute für Barrierefreiheit im AccessBlog auf den Plan und zum Statement bebracht.
Bevor sich das Gerücht weiter festsetzt: Barrierefreiheit ist nicht gleich Suchmaschinenoptimierung. Ein besseres Ranking bei Google & Co. ist vielleicht ein nettes Abfallprodukt einer zugänglichen Seite, aber es ist weder Kern noch Ziel des ganzen. Bei der Barrierefreiheit geht es um Menschen, nicht um Maschinen. Und deren Bedürfnisse sind etwas vielschichtiger als die des Googlebots. Wollten wir nur mal gesagt haben.
einfach für alle - AccessBlog
Barrierefreiheit ist nicht gleich Suchmaschinen-Optimierung
Diese Aussage unterschreibe ich doch sofort. Wenn für meine Leser der Beitrag diesen Grund-Tenor erwecken sollte, dann muss ich das wohl korrigieren. Vielmehr lag mir sehr daran folgendes deutlich zu machen.
Wer Webseiten suchmaschinenfreundlich macht, geht in die Richtung von Barrierefreiheit (und nicht in die entgegen gesetzte!). Er wird die Barrierefreiheit durch diese Maßnahmen kaum allein erreichen. Dennoch hilft die Beschäftigung mit der Materie ebenso wie die Orientierung an Webstandards Webseiten zukunftsorientierter und damit auch langfristig barrierefreier zu machen.
Jeder Fortschritt ist ein Gewinn
Es gibt also nicht nur Schwarz und Weiß. Wir haben sehr wohl auch noch jede Menge Grau-Töne in unserer Welt. In diesem Sinne ist für mich jeder Schritt hin zu einer Seite, die Webstandards und Barrierefreiheit besser unterstützt ein Gewinn. Es gibt so viel Handlungsbedarf auf der Welt, dass hier einfach die Frage steht:
- »Ist mein Glas halb leer, oder schon halb voll?«
Barrierefreiheit für alle - auch für Suchmaschinen?
Beim Lesen der Wortmeldung aus dem AccessBlog beschleicht mich unweigerlich die persönliche Erkenntnis, dass auch deren Betrachtung wohl etwas einseitig zu sein scheint. Warum?
Es mag richtig sein, zunächst den Fokus auf den Engpass Barrieren für den Mensch zu legen. Völlig korrekt. ABER! Bedenken wir bitte in gleichem Maße, dass KEIN Mensch eine Webseite mit für ihn brauchbarer Information auch nur zu Gesicht bekäme, wenn sie nicht in den Suchergebnissen von Google & Co. auftauchen würde.
Selbst die beste barrierefreie Website sieht und liest KEIN Mensch, wenn sie zuvor nicht von (so dummen) Maschinen wie Googlebot & Co. gespidert wird. Und Google ist in deutschen Landen der Besucher-Lieferant Nr. 1. ( bei mir jedenfalls! )
- Kein Google-Besucher = keine Leser der Website
Die wenigen natürlich ausgenommen, die die URL bereits kennen.
Hand aufs Herz: Nur wie viel Prozent sind das?
Unsere Welt ist komplexer
Denken wir also bei unseren Überlegungen immer auch einmal daran, dass wir heute mehr als zuvor in einer vernetzten Welt leben. Nicht ein Faktor allein entscheidet über unsere Ergebnisse. Es sind immer mehrere und mit zunehmendem Technologie-Einsatz immer mehr Algorithmen und auch in zunehmendem Maß unterschiedlich intelligente von Menschen gebaute Maschinen.
Deshalb bleibe ich sehr wohl bei meiner Aussage, dass Webseiten für Mensch UND Maschine lesbar und frei von Barrieren sein sollte.
Jeder Mensch entscheidet selbst
Jeder Mensch entscheidet für sich, wie er die Welt sieht.
Für mich ist das Glas immer halb voll!
PS: Und wo wären wir ohne Visionäre wie Larry Page und Sergey Brin?
Gibt es nicht schon genug Bedenkenträger?