Warum Google Analytics nicht wirklich kostenlos ist
16.11.2005 | Google, Suchmaschinen | 27 Kommentare | Print

Seit der Veröffentlichung des neuen Service Google Analytics kann sich Google vor Zuspruch nicht mehr retten. Jeder muss ihn sehen, jeder will ihn testen.
Dafür nehmen Anwender sogar Wartezeiten in Kauf, die sonst peinlich genau auf Effizienz achten. Warum nur, fragt sich der besorgte Beobachter. Nur, weil dieser neue Service kostenlos ist?
Ist Google Analytics denn wirklich kostenlos?
Jede Dienstleistung hat ihren Preis.
Um die Antwort vorweg zu nehmen - alles, jede Dienstleistung hat ihren Preis. Google ist von einer Garagenfirma Branchenriesen aufgestiegen. Über die Monopolstellung brauchen wir denke ich wenig reden. Zu äbhängig sind viele Webseiten vom Besucherlieferant Google. Da nehme ich mich keinesfalls aus.
Dennoch oder gerade deshalb halte ich es für gegeben, zumindest einen Blick auf die andere Seite der Medaille zu werfen. Insbesondere wenn mir derartige Zustimmung und Euphorie entgegenschlägt, werde ich unwahrscheinlich misstrauisch. Ich der Grund dafür liegt klar auf der Hand.
Der gläserne Internet-Nutzer
Google muss sich gegen alte und neue Mitbewerber durchsetzen, wenn die Monopolstellung erhalten bleiben soll. Und so hat Google seit langer Zeit durch den Aufkauf diverser Firmen strategisches Know-how angesammelt und in seine Dienste gestellt. Ziel vieler dieser Dienste ist es, weitere ergänzende Daten zu sammeln, die in die Verfeinerung der Suchergebnis-Algorithmen Einzug halten.
So positiv die Verbesserung der SERPS auch sein mögen, sie machen mehr und mehr den Benutzer und den Webseitenbetreiber zum gläsernen Menschen. Neue Service-Angebote werden auf eine fast unglaublich raffiniert eingefädelte Art und Weise mit der Sammlung weiterer Daten verknüpft. Konnte man anfangs beim Google-Toolbar noch schmunzeln, so ist dies heute lange nicht mehr der Fall.
Auch wenn Google seinen neuen Service-Angebote mit dem Schutzschild "Beta" versieht. Keine neuer Service geht in Aktion, der nicht wenigstens praxistauglich ist. Nur mit der Zeit hat sich die Hemmschwelle erheblich gesenkt, werden Anwender mit immer neuen Diensten konfrontiert, die zweifellos alle Nutzen bieten. Statt seine Gegner zu bekämpfen, lockt Google sie mit Honig ins Haus. Nur hängt diesmal nicht das Schild "Beta" an der Tür, sondern "Kostenlos".
Der Erfolg scheint Google einmal mehr Recht zu geben.
Die Massen strömen zu Hauf.
Was hat Google wirklich vor?
Schon lange hatte ich vor, einmal explizit auf die Vorhaben von Google aufmerksam zu machen. Das im Frühjahr veröffentlichte Google-Patent mit 63 Thesen ( Information retrieval based on historical data ) machte bereits recht gut deutlich, wohin die Reise bei Google gehen soll. Wer sich die Zeit für ein intensives Studium der englischen Quelle nimmt, wird zu manch interessanter Erkenntnis kommen.
Heute nun liegen bei den ersten Anwendern die frischen Google Analytics-Auswertungen vor. Zeitgleich wird (per Zufall??) bei Heise:http://www.heise.de/ von einem neuen Google-Patent Personalization of placed content ordering in search results berichtet:
Bereits im Juni 2004 von Google als Patent eingereicht wurde das Dokument nun im Oktober 2005 veröffentlicht. Darin wird ein Patent aus dem September 2003 fortgeführt, heißt es.
Google lässt keinen Service und keine Aktion unversucht, Stück für Stück Nutzerprofile von Internet-Benutzern zu sammeln, diese auf dem Client oder dem Server, anonymisiert oder personengebunden zu erheben. Gewiss mag die heutige Rechenpower auch im Hause Google noch nicht in der Lage sein, all diese Daten zu verarbeiten. Aber die konzeptionellen und die patentrechtliche Situation schaffen bereits heute viele Voraussetzungen für später.
Aus meiner Sicht besteht kein Zweifel darin, dass eines Tages Google diese vorliegenden Daten genauso zügig (und still) zu seinen Gunsten einsetzen wird.
Wer etwas anderes erwartet, wird da wohl herb enttäuscht werden.
Zu denken gibt mir weiterhin, dass ein bis dato kostenpflichtiger Service von einem Tag auf den anderen kostenfrei verfügbar sein. Wer in aller Welt hat heute etwas zu verschenken. Wenn mir jemand heute etwas schenken will, dass ich nicht kenne, dann müssen sich doch mindestens einige Zweifel erlaubt sein, oder?
Was bringt die Statistik für Daten (außer der Verlnüpfung mit AdWords, was andere Statistiken nicht auch liefern können und das diesen Preis rechtfertigt?
Und nun zurück zur eingangs gestellten Frage.
Glaubt Ihr wirklich, dass Google Analystic kostenlos ist?
Weitere ergänzende Lektüre
- Google Patent Using Concepts for Ad Targeting
Update I: Statistik und Vergleich - Screenshots zu Google Analytics und Measure Map
- bietet das Agenturblog: Im Statistik-Rausch
Update II: Google Analytics & Weblogs
Update III: Googles Image kippt
Update IV: Interessanter Hinweis zum Datenschutz
War der Artikel für Euch wertvoll? Wollt Ihr Euch den Beitrag als Bookmark merken?
Einfach RSS-Feed abonnieren oder das Lesezeichen mit anderen Menschen teilen:
Kommentare und verweisende Trackbacks
zum Beitrag: Warum Google Analytics nicht wirklich kostenlos ist
Kommentare
1 | Jeena Paradies schreibt am 16.11.2005, 17:06:
Sehr netter Artikel, knüpft fast nahtlos an meinem letzen an: Google zahlt für neue Firefoxnutzer
2 | Eugê schreibt am 16.11.2005, 17:13:
Ahh, endlich mal einer, der sich auch kritisch dazu äußert. Habe seit der Bekanntgabe des Google Analystic so einen Beitrag erwartet, weil ich Google gegenüber auch einige Bedenken habe. Doch bislang berichteten alle Blogs, die ich lese, nur Positives. Erinnert sich jemand noch an die Welle der Entrüstung, als Google "rel=NOFOLLOW" eingeführt hatte?
Dabei liegt in diesem Fall ein Verdacht doch fast direkt auf der Hand. Google könnte - genügend Seiten vorausgesetzt, die das System benutzen - einen Benutzer fast lückenlos verfolgen.
Das kann sehr vorteilhaft sein, wenn Google immer die beste Seite für dich weiß. Nachteile sind aber natürlich genauso denkbar.
Was mich persönlich interessiert ist die rechtliche Sache. Was passiert, wenn Nutzerdaten/Nutzerverhalten zentral gespeichert wird? Kann man das verhindern oder (für sich) abschalten, wenn man es nicht will? Und können Institutionen mit entsprechenden Vollmachten darauf zugreifen? (Ist natürlich etwas überdramatisiert, aber die Frage bleibt)
Google hat dem Internet großen Nutzen gebracht, doch was jetzt passiert, bleibt abzuwarten. Man sollte da wenigstens kritisch bleiben.
Ein schöner Artikel übrigens! :-)
Gruß, Eugê!
3 | Manuela schreibt am 16.11.2005, 17:24:
Was ist denn kostenlos, das nicht einen Haken hat? Das sind doch die allerwenigsten Sachen, die uns so täglich begegnen. Darüber sind wir uns auch im Klaren, denke ich.
Ich denke aber, den aktuellen Zulauf kann man nicht darauf zurückführen, dass es ein kostenloser Dienst ist. Die meisten Webseitenbetreiber möchten sehr gern "mehr" über ihre Besucher wissen. Die bei den Hostern installierten Dienste sind häufig extrem hässlich oder abgespeckt. Da sind Viele auf der Suche und Google kommt ihnen gerade recht. Mit einem Dienst, der "vorher" an die 200 Dollar kostete ... Das "muss" einfach probiert werden.
Viel gruseliger als diese Statistik-Sache finde ich ganz persönlich die Google Desktop-Suche. Damit hat Google ja auch Zugriff auf alles, was ich normalerweise nicht im Netz preisgeben würde ...
4 | Christian schreibt am 16.11.2005, 17:29:
Hallo,
neben der Euphorie habe ich auch schon einige kritische Stimmen gehört, die sicher ihre Berechtigung haben.
Hierzu mal einige Links in die Runde für ein konstruktives Umgehen mit dem Sachverhalt.
Eigentlich heißt das: DSL abmelden, jeden Tag in ein anderes Internetcafe gehen. Aber das geht auch nicht wirklich.
Know-how: Eigenen PC tarnen
http://www.testticker.de/praxis/security/article200509010269.aspx
Testen, wie anonym man gerade unterwegs ist:
http://www.anonym-surfen.com/anonym-surfen/test/
Als Betreiber und Gestalter von Webseiten finde ich das Angebot super - aber die andere Seite...
Am Ende ist es wieder so, dass nur wieder die gut Informierten sich wehren oder schützen können. Die einfachen Nutzer meistens kaum.
Christian
5 | Jörg schreibt am 16.11.2005, 18:03:
Es liegt mir fern, eine Pro & Contra Wertung vorzunehmen. Selbstverständlich muss ein vorher kostenpflichtiger Dienst Nutzen haben. Auch wenn mir persönlich noch nicht so klar auf der Hand liegt, worin der besondere Nutzeffekt liegen mag.
Wer eine eigene Statistik installiert und betreibt, bekommt meist bereits sehr interessante Einblicke und zum sehr detaillierte Daten. Aber das dürfte wieder mal nicht die Zielgruppe von Google sein, denn man will wohl eher den Ahnungslosen User, sprich die Masse erreichen.
Google profitiert wieder mal radikal von dem Engpass der Provider, die heutzutage die billigsten Statistiken ausliefern, die es gibt, obwohl diese eigentlich zu jeder Domain als Standard ehören sollten.
@Manuela: Sorry, wenn ich mich hier auf Deinen Bericht bezogen habe, mir ging es lediglich um die Sache und die Anmerkung der anderen Seite der Medaille. Da es einen Kommentar gesprengt hätte, war der Beitrag einfach hier aus meiner Sicht ergänzend notwendig.
@Eugê: Ein wenig habe ich mich beim Schreiben in der Tat an den Artikel zum nofollow-Thema erinnert gefühlt. Bei solch einseitige und jubelnder Berichterstattung werde ich immer mehr als nachdenklich. :)
6 | Peter Linzenkirchner schreibt am 16.11.2005, 18:18:
Diese Zusatzdienste muss man ja nicht nutzen, ich kann normalerweise den Traffic auf meinen Seiten auch so verfolgen.
Aber wisst Ihr eine Alternative zum normalen Suchen? Welche Suchmaschine bringt denn gleichwertige Treffer? Ich habe gerade einen Test mit meinen eigenen Seiten gemacht (siehe hier). Da brachte eine ganz normale Suche nach drei kombinierten Schlüsselwörtern nur in Google und in MSN brauchbare Ergebnisse. Alle anderen Suchmaschinen haben kläglich versagt.
Ich würde schon eine andere benutzen, aber als Alternative die Suchmaschine von Microsoft? Also ich weiss nicht ...
7 | Peter Linzenkirchner schreibt am 16.11.2005, 18:20:
PS: der obige Textile-Link landet auf einer Fehler 404-Seite ...
8 | Stefan Imhoff schreibt am 16.11.2005, 18:40:
Im Jahr 2020, wenn dann alle nur noch Gmail als E-Mail, nur noch Google Reader als RSS, Google Maps zum Navigieren und natürlich die vielen anderen Dienste nutzen, wird Google von seiner geheimen Basis im tiefen Atlantikgraben das Internet ein- und ausschalten, nur um uns zu ärgern.
"Jetzt haben Sie also meinen Plan erkannt, Mr. Bond" (Google dreht sich im Drehstuhl und streichelt seine Perserkatze).
Könnte passieren - oder auch nicht ;)
9 | Jörg schreibt am 16.11.2005, 19:12:
@Peter: Es wäre schön, eine echte Alternative zu haben. Yahoo liegt bei 1%, alle anderen noch weiter darunter. Kann keine wirkliche Alternative erkennen. die würde sicher gut sein. Nur woher nehmen...
BTW, welchen Link meist Du? Kann keinen Fehler finden?
@Stefan: Ein interessantes Szenario, manchmal kommt man durch die Überspitzung eines Faktes zu merkwürdigen Erkenntnissen. :))
10 | Heiko Hebig schreibt am 16.11.2005, 19:55:
Auch Jahre nach Erfindung des Autos existieren noch diverse Automobilkonzerne. Nicht mehr so viele kleine und unabhängige Hersteller wie früher, aber ein paar Große sind geblieben. Und im Internet ist im Jahre 2020 alles Google? Ich glaube nicht dran.
re: "Glaubt Ihr wirklich, dass Google Analystic kostenlos ist?" Die Frage ist rhetorisch ;-)
11 | Bernhard schreibt am 16.11.2005, 22:05:
@Jörg bezüglich woher nehmen:
Ich teste seit heute YaCy. Momentan noch nicht sehr effektiv, aber wenn genügend Leute mitmachen, kann’s klappen. Und das sind noch nicht mal Unmengen. In diesem c’t-Artikel stand etwas von einigen Zehntausend, wenn man so gut wie Google sein will. Das sollte doch zu schaffen sein!
12 | Zielpublikum.de schreibt am 17.11.2005, 10:22:
Nun ja, ist wohl eher als rhetorische Frage zu verstehen.
Ich sehe das aber nicht als Frage einer nebulösen Weltherrschaftstheorie als des rein pragmatischen Anstrebens einer Monopolstellung. Man erinnert sich? Microsoft stellte nicht nur einen Browser kostenlos zur Verfügung, sondern auch noch eine Medienwiedergabe-Software. Solche Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen.
Die Motive sind doch eindeutig. Meine Frage ist doch eher: Dürfen die das? Wenn jemand Fernseher für 1 Euro anbietet kommt doch auch gleich das UWG zum Zug. Warum nicht hier?
13 | Christian schreibt am 17.11.2005, 19:14:
Ist das nicht auch das selbe mit Picasa. Bevor Google die Firma aufgekauft hat, war Picasa auch nicht kostenlos. Doch plötzlich "verschenkt" Google die Software. Warum? Erklären kann ich mir das Ganze auf Grund deines Artikels nicht. Denn meines Wissens sendet Picasa ja keine Daten an Google. Naja, trotzdem gab mir der Artikel mal einen ganz anderen Blickwinkel auf den Branchenprimus.
14 | Jörg schreibt am 17.11.2005, 20:08:
@Christian: Wenn Du die englischen Patentschriften gelesen hast, dann machen die Fakten schon Sinn und ergeben einen ggf. etwas anderen Blick auf das Thema. Denke, dass es uns gut tut, ab und an die zu rosarote Brille abzunehmen und ein paar Schritt zurückzutreten.
Der Kopf ist nur deshalb rund,
damit unser Denken die Richtung ändern kann.
15 | Christian schreibt am 17.11.2005, 22:21:
Schön gesagt. Ich bin ganz deiner Meinung. Allerdings gehörte das "Warum?" eher zu Picasa. Ich kann mir auf Grund der genannten Fakten nämlich nicht erklären, was Google für ein Ziel damit verfolgt, ausgerechnet diese Software kostenlos anzubieten.
16 | Martin Labuschin schreibt am 17.11.2005, 23:42:
Ich hab hier mal meine Meinung dazu geschrieben. Der Artikel ist etwas kritischer verfasst
17 | Marketingblogger schreibt am 18.11.2005, 09:07:
Auch wenn sich viele Blogs positiv zu Google Analytics geäußert haben, bin ich bisher nicht wirklich überzeugt. Denn ganz abgesehen von der Tatsache, dass keiner weiß, was Google mit den gewonnen Daten wirklich anstellt, hat der Dienst für mich bisher noch keinen Nutzen, weil die Zahlen definitiv nicht stimmen.
Dass gestern alle Einlogversuche fehlschlugen, lässt sich vielleicht noch mit dem ersten Ansturm erklären. Doch damit war zu rechnen. Peinlich, wenn die Server dann in die Knie gehen. Jetzt funktioniert der Zugang wenigstens wieder. Aber für gestern wurden keine Daten aufgezeichnet :-( Und die Besucher- und Seitenaufrufzahlen für die beiden Vortage haben absolut nichts mit denen aus meinen Logfiles oder von Blogcounter gemeinsam. Anscheinend wird bei Google Analytics nur jeder zweite oder dritte Besucher meines Blogs registriert. Das ist natürlich Käse. Denn die tollsten Statistikfunktionen nützen nichts, wenn die Datenbasis nicht stimmt :-(
18 | Michel schreibt am 20.11.2005, 19:03:
Danke für den Trackback in meinem Weblog. Hatte den Artikel die Tage schon mal überflogen, mehr aber bislang auch nicht. Gut, dass du so kritisch drüber geschrieben hast, ich denke, ich werde nicht mehr auf Google Analytics zählen.
Vielen Dank!
(Schade, dass Mint so teuer ist, finds sehr schick im Gegensatz zu Weba(na)lyizer, was bei meinem Provider läuft)
19 | Jörg schreibt am 20.11.2005, 19:56:
@Michel: Ich habe den Beitrag lediglich geschrieben, um einen nicht disktutierte Seite der Medaille anzusprechen, nicht um Dich umzustimmen. :))
Hast Du schon einmal bbclone, Slimstat und phpcounter ausprobiert?
Tipp: Installiere Slimstat ohne Länderdatenbank, ist wesentlich kleiner und schneller, denn das Tool sammelt bläht sonst die Datenbank zu sehr auf.
PS: Nutze zwar selbst Mint, bin aber nur mäßig damit zufrieden, auch wenn es optisch super aussieht, interessiert mich doch eher die Funktion/Daten.
20 | Michel schreibt am 20.11.2005, 20:07:
Tja, hast es trotzdem erreicht, dass ich mich von Google Analytics zu verabschieden. ;)
Werd mich mal bei deinen Tipps schlau machen, vielleicht ist ja was für mich dabei.
Ich hab derzeit viele 404-Errors, aber es wird nicht angezeigt, was die verursacht, liegt vielleicht mit mehreren URL-Struktur-Wechseln zusammen.
21 | Kjell Bublitz schreibt am 20.11.2005, 21:21:
Natürlich sehe ich Google auch auf dem Weg zur "World Domination", aber dennoch muss ein kostenloser Dienst nich zwingend einen Nachteil haben. Ich meine: Google als Suchmaschine war auch schon immer kostenlos und der Googlebot crawled auch ohne zu Fragen. Hat das bisher, obwohl es ein kostenloser Dienst ist, uns geschadet?
In Bezug auf "gläsern": Man ist nur so gläsern wie man sich auf seiner Seite presentiert. Jeder sollte doch mittlerweile wissen das man aufpassen muss was man bloggt denn es gibt immer einen "cache" von dem nochnichtmal weiss das er existiert. Wer nun letzendlich einen Nutzen oder Schaden daraus zieht ist und bleibt ungewiss.
Ich glaube das hier eine Menge Eigenverantwortung gefragt ist. Webmaster, Blogger bzw. Authoren haben es hierbei selbst in der Hand. Wer das Ruder natürlich an einen externen Dienst wie Analytics abgibt hat sich entschieden.
Die Patente sind doch legitim. Die Erfindungen sollten/können ruhig geschützt werden. Ein "Ziel" kann ich hier nicht erkennen.
Kurz und knapp: Webseiten sind allesamt gläsern. Dazu braucht es kein Analytics. Ich sehe hier keine "neue" Gefahr. Google weiss so oder so was an Traffic abläuft und was man vor zig Jahren irgendwo geschrieben hat. Kritik hätte schon beim Start von Google-Suche/Bot lauter werden müssen.
22 | e-sven schreibt am 22.11.2005, 13:25:
Da sind einpaar Jungs die es geschafft haben. Ich glaube behaupten zu dürfen, dass es zudem auch noch Leute sind die das Web verstanden haben und denen es zumindest in der Vergangenheit nicht um Profit ging. Sondern eher darum, die beste Suchmaschine der Welt zu bauen. Das haben sie IMHO geschafft.
Jetzt gehen sie halt weiter. Und wohin soll es bitteschön anders gehen als zum personalisierten Content? Das Problem ist doch, dass der Suchalgorithmus bereits das Optimum des Erreichbaren darstellt. Also muss man auf weitere Parameter einstreuen um ihn noch weiter zu verbessern.
So what? Meine Spuren im Netz sind doch sowieso bis zur Entstehung des Netzes zurückverfolgbar. Und die Spuren die ich in der realen Welt hinterlassen habe noch länger.
23 | Daniel schreibt am 26.11.2006, 14:40:
Tja, die Datensammelwut und Neugier ist eben nicht nur bei den "großen" sondern auch bei den kleinen sehr ausgeprägt. Der große bietet es den kleinen als Dienst und so haben beide was davon. Vielleicht bin ich paranoider als viele, aber ich blocke alles was ich als Tracker/Counter/Statistik-Dingens erwische. .google-analytics.com steht da ganz oben. Aber natürlich auchdie "kleinen" wie blogcounter, blogscout und wie hier performancing.com u.ä.. Cookies gibts nur bei begründetem Bedarf und JavaScript ebenso (ist zwar doppeltgemoppelt, da eigentlich alle diese Dienste auf js basieren, aber egal). Ebenso sende ich keine Referrer. Es geht niemanden was an, woher ich komme. Wenn ich manchmal sehe, wie einige Webmaster 3-4 oder mehr Statisik- und Trackerdienste in ihre Seiten klatschen, Frage ich mich wirklich was das soll... (Überhaupt, was manche sich für js-Gimmicks in ihre Seiten einbauen ist phänomenal... da wollen dann teilweise 8-10 Unternehmen Code auf meinem Rechner ausführen.. oh yeah!!) Ohne mich und meine Spuren zu wichtig zunehmen, sind mir meine Spuren trotzdem nicht egal, in einer Welt die nichts vergisst.
Diesen Hinweis auf die Datenschutzplicy in den Google Analytics Nutzungsbedingungen finde ich sehr gut... ich werde da mal ein Auge drauf behalten. Hab ich bewusst noch bei keiner Seite gesehen die Google Analytics einsezt.
24 | missi schreibt am 27.11.2006, 18:22:
Für die Suchmaschinenalternativsucher: Kennt ihr Scroogle? Nutzt auch Goggle, allerdings loggt es nich und speichert auch keine Cookies. Ich hab hier ein Searchplugin für Firefox, falls wer Interesse hat.
Ich schrob vor ner Weile mal was zu Google- Analytics, bzw. dessen Angreifbarkeit. (imo noch immer nicht gefixt). Allein das wäre für mich schon ein Grund, den nicht zu nutzen.
25 | wb schreibt am 29.11.2006, 18:39:
Mit Google Analytics bekommt Google jetzt auch Daten von Websites die (noch) keine Google-Anzeigen integriert haben. Ich denke nicht dass sich die gesammelten Daten der beiden Dienste deutlich unterscheiden. Dazu kommt dann noch die Nutzung der Google-Suche anhand der Google auch noch mitbekommt wer Webseiten ohne Google-Dienste besucht.
Somit kann der einzelne Internet-Nutzer vermutlich fast lückenlos von Google beobachtet werden.
26 | Febru R. schreibt am 06.02.2008, 01:14:
Naja, die müssen sich doch im Gespräch halten.
Hauptsache Google hat vor Microhoo Angst ;p
27 | Matthias schreibt am 12.04.2008, 11:58:
Es ist sicherlich richtig, dass Google Analytics nicht wirklich kostenlos ist. Letztendlich tauscht man einige Daten gegen ein meiner Meinung nach sehr gutes Tool ein.
Folgende Weblogs verweisen auf diesen Beitrag:
» | pixelgraphix am 17.11.05 08:30
Google Analytics zeigt Zahlen
Update: Der Artikel wurde am 17.11.2005 um Links ergänzt. Nachdem die ersten zwei Tage des neuen Google-Tracking-Dienstes Google Analytics offensichtlich mit dem Sammeln von neuen Usern und Zahlen verbracht wurden,... Weiterlesen »
» | einfach persoenlich Weblog am 17.11.05 11:58
Google WebAccelerator - Was beschleunigt Google´s neues Tool?
Kaum sind die Kommentare zum Thema Google verhallt, da wird bereits die nächste Auferstehung eines Google Tools vermeldet. Nur im Gegensatz zu Google Analytics werden die Töne jetzt wohl kritischer. Ob das allerdings Abhilfe schafft? Google W... Weiterlesen »
» | einfach persoenlich Weblog am 13.06.06 09:08
Google Browser Sync - Google Firefox Extension
Google Browser Sync ist Googles neue, vielversprechende Firefox Browser Erweiterung. Dem Namen nach schickt sie sich an, die Bedienung der Browser zu revolutionieren. Neben der Freude über mehr Komfort sollten aber auch ein paar kritische Gedanken... Weiterlesen »
Trackback-URL: http://www.einfach-persoenlich.de/m33/etb.cgi/525
Einfach persönlich kommentieren:
Kommentare des Beitrages per RSS-Feed verfolgen?
Mit dem RSS-Kommentar-Feed kannst Du die Kommentare dieses Beitrages einfach persönlich verfolgen und im Blick behalten, einfach:

