Wir bekommen die Kunden, die wir uns wünschen?

09.12.2005 | Persönlich, Webdesign | 7 Kommentare | Print


Wir bekommen die Kunden, die wir uns wünschen?

Wer träumt nicht vom idealen Kunden. Doch wie sieht die Realität aus? Ich wage die These, dass wir die Kunden bekommen, wie wir uns wünschen. Wollt Ihr wissen warum?

Wir haben jeden Tag mit Kunden zu tun. Wir schreiben, wir reden, wir telefonieren. Wir drücken dabei mündlich, schriftlich und non-verbal durch unsere Körpersprache

  • unsere Ideen,
  • unsere Gedanken,
  • unsere Vorstellungen und auch
  • unsere Prinzipien und Überzeugungen

aus.

Unsere Arbeit wirkt auf andere Menschen und erzeugt eine Anziehungskraft, bei dem Einen größer und mit mehr Charisma, beim Anderen halt mit weniger Wirkung.

Es gibt keine Zufälle

Ich glaube offen gestanden nicht an Zufälle.
Wir TUN alle etwas. Und jede Aktion erzeugt aus Sicht anderer Menschen eine Reaktion darauf. Menschen mögen das, was wir tun oder auch nicht. Kein Mensch liest ein Weblog, weil er muss. Auch spricht (Ausnahmen ausgenommen) kein Mensch Euch auf eine Dienstleistung an, wenn er sie nicht wirklich will oder Euch zutraut, dass Ihr etwas Gutes für ihn tun könnt.

Und auch Ihr persönlich habt eine Entscheidung getroffen. Ihr habt den Auftrag angenommen oder abgelehnt. Wenn Ihr den Auftrag annehmt, dann lebt Ihr mit allen Konsequenzen, die sich aus dieser Entscheidung ergeben. Es kann also gar kein Zufall sein, denn Ihr habt ja selbst die Entscheidung getroffen. Nicht die Kunden.

Zufälle sind Ergebnisse unserer Taten

Ein Zufall ist etwas, was sich ereignet als Folge von Dingen, die ich durch mein Leben. Wenn wir besonders viele Kunden einer besonderen Gruppe haben, dann werden wir etwas getan haben, was diese Menschen zu uns gebracht hat. Von ganz allein sind sie bestimmt nicht gekommen.

Im Umkehrschluss bedeutet das: wir haben dann ggf. etwas unterlassen, dass mehr Kunden von der Art tun uns gebracht hat, die wir wirklich haben wollen.

Wir können Menschen (Kunden) nicht ändern – nur uns selbst

Es wäre wunderbar, wenn wir manchmal Menschen ändern könnten. Nur gut, dass das aber nicht geht. Was wir aber in der Tat ändern können, ist unser eigenes Denken und Handeln, uns selbst.

Wenn wir anders handeln werden mit der Zeit (nicht sofort!) auch Menschen auf unser verändertes Handeln reagieren. Es werden nach und nach mehr von DEN Menschen zu uns finden, die wir uns wirklich als Kunden für Projekte wünschen.

Kunden kommen per Zufall oder nicht?

Mag sein, dass für Euch der Impuls und meine These recht gewagt sind. Aber der Gedanke soll Euch ja bewusst provozieren und zum Nachdenken anregen! Wenn Ihr meinen Gedanken folgt und heimlich JA sagt, dann wisst Ihr ganz genau, was das für Euch auf Eurem Weihnachtswunschzettel bedeutet, oder?

Was meint Ihr?
Bekommen wir die Kunden, die wir uns wünschen?

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Kommentare und verweisende Trackbacks

zum Beitrag: Wir bekommen die Kunden, die wir uns wünschen?

Kommentare

1 | Susanna Künzl schreibt am 09.12.2005, 10:08:

Ich finde diesen Ansatz vollkommen logisch. Man hat gewöhnlich den besten Kontakt zu den Kunden, die einem am besten entsprechen. Wenn ich der ideale Partner für internationale Konzerne bin, werde ich mich mit den Schlipsträgern dort auch wohlfühlen, ihre Sprache sprechen, mit ihnen auf dem Golfplatz zusammentreffen. Sind mein Angebot und meine Persönlichkeit eher für KMU geeignet - etwa weil ich beratungsintensive, persönliche Aufträge im überschaubaren Rahmen mag - werde ich anders sprechen, mich anders verhalten und z.B. eher mal beim Kunden vorbeischauen oder ihn in der IHK treffen. Für mich ist das etwas Ganzheitliches: Wir bekommen und behalten die Kunden, mit denen wir eine Sprache sprechen.

3 | Marcel Widmer schreibt am 09.12.2005, 18:35:

@ Susanna
Mit deiner Argumentation bin ich völlig einverstanden (zumindest dann, wenn's ums "Kunden-Behalten" geht). Wenn ich als Coach Sonne und Schatten im Leben meines Klienten kenne (weil ich es selber erlebt habe), dann gibt das einerseits eine Verbindung, die Vertrauen ermöglicht. Andererseits kann ich dann so sein, wie ich bin - Authentizität ist Trumpf!

Wenn's aber ums "Kunden-Bekommen" geht, bin ich mir nicht ganz so sicher. Da fällt es (zumindest mir) schwerer, das mit Logik und Verstand abzuhandeln; es hat auch was Spirituelles dabei. Ich habe mich - ganz offen gestanden - auch schon dabei erwischt, wie ich zu mir selbst gesagt habe: "Wieso muss gerade ich diesen Klienten bekommen?".

Aus der Erfahrung weiss ich mittlerweile, dass dieser Gedanke (fast) ausschliesslich mit meinen Befürchtungen zu tun hat, dass hier meine Wirkung nicht den gewünschten Erfolg bringt. Und ich weiss auch, dass ich solche "schwierige" Klienten brauche: sie sind die Herausforderung, die ich brauche, um zu Höchstform aufzulaufen. Rhetorische Frage: Was glaubt ihr, welche Klienten bringen mir die grösste Befriedigung?

Aber bei mir bleibt es ein ständiges Hin-und-Her zwischen Urvertrauen und Kontrollbedürfnis. Der Wunsch, aktiv dafür zu sorgen zu können, dass ich die "richtigen Kunden" bekomme. Und gleichzeitig der Wunsch, "es" einfach geschehen zu lassen. Aber ich arbeite dran ;-)

5 | Sigrid schreibt am 10.12.2005, 00:14:

Natürlich bekommen wir die Kunden, die wir wollen. Ich besuche Deinen Blog allein schon regelmäßig, weil er Mut macht und Richtungen zeigt. Wichtig ist aus meiner Sicht das ehrliche Geben. Kunden spüren das heute mehr denn je. Und wie Marcel schon richtig sagt, Spiritualität gehört mit Sicherheit dazu. Das heißt doch eigentlich nur, dass das geistige Auge sieht. Auf Deinen Blog bin ich z.B. auch durch meine Vorliebe für Van Gogh, Google und Kreative gekommen. Zufälle fallen einfach zu und sind somit Teil der Realität. Ich traue mich Dank Deiner Aktivitäten jetzt auch an ein neues Design. Das größte Hindernis zum richtigen Handeln sind oftmals wir selbst.

Ich wünsche Dir und Deinen Besuchern schon mal ein besinnliches Weihnachtsfest.

6 | Engelbert schreibt am 10.12.2005, 23:11:

Lieber Jörg,

wenn Du jetzt bei mir stehen würdest würde ich Dich umarmen für diesen Beitrag. Du hast mir voll und ganz aus dem Herzen gesprochen. Ich sehe die Dinge genauso wie Du sie skizziert hast und möchte nur anfügen, dass sich dieses Prinzip der Aktion und Reaktion auf viele weitere Lebensbereiche übertragen lässt - aber da sage ich Dir und Euch ja nichts Neues.

Die Kunst liegt darin dort hinzuspüren, wo sich Begegnungen und Ereignisse frei von Druck und zwanghaftem Bemühen einstellen und diesen nachzugehen. Das ist nicht gleichbedeutend damit, dass diese dann frei von mit der Arbeit verbundenen Mühen wären, nur sind diese "Mühen" vielfach leichter empfunden und die Arbeit befriedigender, als wenn man einen anderen Weg verfolgt hätte.

Aufträge und Angebote, die uns zugetragen werden, ohne dass wir uns darum bemüht hätten, sind eindeutige Zeichen dafür, dass wir den richtigen Weg beschritten haben, nämlich der Tätigkeit nachzugehen, die uns am meißten Spaß macht, uns die größte Befriedigung und das Gefühl geistiger Freiheit gibt. Denn wer Spaß an seiner Arbeit hat weil er das tut, was er immer tun wollte, wird Erfolg haben, weil er das tut, was ihn inspiriert und voran bringt.

Manchmal ist es schwer in seiner ureigenen Fähigkeit den Nutzen für andere zu sehen, weil sich das vermeintliche Feedback nicht einzustellen vermag. Meiner Meinung nach stellt sich Feedback (Reaktion) jedoch immer ein, nur wird es als solches nicht immer erkannt und richtig dechiffriert.

Alle Schritte, die Ihr setzt - das Erlernen einer neuen Programmiersprache, der Kauf eines bestimmten Computers oder einer speziellen Software, die neue Homepage XY, die Ihr macht - alle das sind Steine desselben Weges. Wohin dieser Weg führt und welches Ziel er hat gilt es zu entdecken. Viel Spass und viel Erfolg dabei.

Noch ein Nachsatz: Ziele und Aufgaben, die Euch begegnen, sind nicht von Ewigkeit. Das Leben biete viele überraschende Wendungen - heute mehr denn je.

7 | Felix Haller schreibt am 25.08.2007, 12:35:

Toller Beitrag, Aber ich persönlich bin der Meinung dass natürlich jeder mal einen schlechten Kunden bekommt da es ja auch sehr viele schlechte Kunden gibt.

Das heisst aber nicht dass wir viele schlechte Kunden haben, sondern wir erinnern uns häufiger an die schlechten als an die guten.

MfG Felix

Folgende Weblogs verweisen auf diesen Beitrag:

» | einfach persoenlich Weblog am 09.12.05 09:02

Webdesign - Alles hat seinen Preis
Erkenntnis auf den Punkt gebracht! Keine neue, aber durch die Visualisierung sehr schlagkräftige Argumentation, die sowohl Kunden als auch dem Webdesigner zu denken geben sollte. Alles hat im Leben seinen Preis, auch ein Internet-Projekt. Und man... Weiterlesen »

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