Weblogs - Was sind eigentlich überschätzte Phänomene?

10.12.2005 | Blogging, Blogging Tipps, Persönlich | 5 Kommentare | Print

Weblogs - Was sind eigentlich überschätzte Phänomene?

Blogger werden häufig ignoriert, unterschätzt oder einfach abgestempelt. Bisweilen stellt sich jedoch erst praktisch im Vergleich heraus, warum das unter Umständen auch noch so sein kann. Erlebnisse, die mir zu denken geben.

Weblogs: ein überschätztes Phänomen
Erst Anfang des Monats wartete die Fittkau & Maaß Consulting GmbH mit den Zahlen und Ergebnisse zur aktuellen Umfrage mit Ihrer 21. W3B-Studie auf. Weblogs: ein überschätztes Phänomen stellte unter dem Titel dann spannende Erkenntnisse seinen Lesern vor. Soweit die Fakten, den aufmerksam wurde ich keinesfalls über deren normale Website.

Mehr Blogger als Blog-Leser

Erst ein paar Anfang der Woche fiel meine Aufmerksamkeit auf eine sehr reißerisch getitelten Beitrag des Spiegel. Mehr Blogger als Blog-Leser, das muss doch die Leser ansprechen. Nur Informationen zum Thema waren beim Spiegel Fehlanzeige. Noch nicht mal ein Link zur Studie oder dessen Ergebnisse brachten Lichts in Dunkel, denn die Ergebnisse interessierten mich brennend.

Weblogs nur mit geringer Reichweite

Studie: Weblogs nur mit geringer Reichweite. Heise beschäftigte sich aus der Sicht des Marketings mit dem Thema. Auch hier keine Ergebnisse der Studie, dafür aber schon mal ein Link zur Fittkau & Maaß.

Ergebnisse - einfach persönlich

Kurz entschlossen habe ich schließlich das Telefon zur Hand genommen und die Firma selbst angerufen. Nachdem ich mich als Online-Schaffender und seriöser Blogger vorstellte und nach den Ergebnissen erkundigen wollte, stellte ich fest, dass das gar nicht so einfach war. Nach einer Vielzahl argwöhnischer Fragen, wozu ich denn die Ergebnisse bräuchte, stand fest:

  • Die Ergebnisse der Studie sind kostenpflichtig.
  • Eine Presse-Information bekommt nicht jeder
  • Die Ansprechpartnerin hat keine Kompetenz zur Entscheidung
  • Ich möchte mein Anliegen schriftlich vortragen und dann werde man es weiterleiten und darüber befinden.

Gewiss hatte ich mit vielem gerechnet. Letzterer Hinweis ist aber ein bürokratisches Verfahren, dessen ich mich sehr selten unterziehe. Wozu rief ich an, um die Dinge persönlich zu klären. Keine Frage nach der Website, keine Information zu Presse-Detail, kein Interesse an PR. Mehr als deutlich. Leider kann und will ich an der Stelle nicht den Tonfall und nähere Detail erläutern. Wenn Ihr mitgehört hättet, würdet Ihr jetzt aber wahrscheinlich ebenso den Kopf schütteln.

Nachdem die Wahrscheinlichkeit mit der vorgeschlagenen Vorgehensweise für mich gegen Null tendierte und ich die Lust an der Berichterstattung verloren hatte, beschloss ich, einfach persönlich mal in der Szene der überschätzen Phänomene zu recherchieren.

Blogger bieten Information innerhalb von wenigen Sekunden

Baff und erstaunt war ich, als ich gezielt nach Berichten der Studie gesucht habe. Eine Vielzahl von Bloggern hatte wenigstens darüber berichtet. Und dank Technorati und den Blogverlinkungen brauchte es insgesamt nur wenige Sekunden. Dann lag die gewünschte Presse-Erklärung von (sage und schreibe NUR 3 Seiten) vor mich auf dem Tisch.

  • Kein Bitten.
  • Kein Betteln.
  • Keine Argumentation.
  • Keine Zeitverschwendung mit Briefen.

Einfach eine PDF-Datei von den Seiten des oben genannten Beratungsunternehmens downloaden und fertig. Alle Argumente mit Presse, Kostenpflicht & Co. fallen in NICHTS zusammen, denn die Information ist im Internet frei verfügbar. Aber offenbar will meine keine kostenfreie PR für sein Unternehmen. Oder aber, man fürchtet die Berichterstattung der Bloggerszene und schützt sich davor bewusst.

Fazit

Ein Schelm ist, wer dabei Arges dabei denkt. Was soll ich von einem solchen Erlebnis halten. Was sind nun eigentlich überschätzte Phänomene?

Spontan fällt mir dazu nur die Fernsehwerbung und der Slogan ein:
Wer ist eigentlich Paul?

Ja ganz recht, was sind eigentlich Weblogs?
Und was ist eigentlich ein Blogger?

Stellt sich die klare Frage: Wer überschätzt hier eigentlich wen?

Blogger-Information zum Weiterlesen

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Kommentare und verweisende Trackbacks

zum Beitrag: Weblogs - Was sind eigentlich überschätzte Phänomene?

Kommentare

1 | Robert schreibt am 10.12.2005, 13:27:

Mh... so richtig hat mich der Artikel jetzt nicht weiter gebracht?

Deine Meinung zu der Firma und der populären Berichterstattung versteht ich, aber zum Inhalt der Studie wird nix gesagt?

finde ich schade...

2 | Hugo E. Martin schreibt am 10.12.2005, 19:59:

Die Studie gibt es ja schon ewig – es war die 21. Ausgabe.

Mit der Pressemitteilung zum Phänomen "Überschätzte Weblogs" sollten neue potentielle Käufer gefunden werden. Es war ein Versuch, aber ich glaube nicht, dass dies geklappt hat. Mit der gewählten Frequenz, Methodik u. Sample macht die Studie auf Veränderungen aufmerksam, für Hochrechnungen und als Handlungsanleitung aber, eignet sich die Studie aber m.E. nicht.

Sonst hätten wir insg. 4,3 Mio. Blogger in Deutschland

1.428.000 aktive Blogger, die mind. einmal im Monat aktualisieren

750.000 aktive Blogger, mind. einmal die Woche aktualisiert

Was mich wirklich gestört hat (und deshalb habe ich dazu auch geschrieben), dass fast alle MSM und Blogger über die Pressemitteilung und nicht über die Ergebnisse, die Plausibilität der Ergebnisse und die Anwendbarkeit der veröffentlichten "Highlights" der Studie berichtet haben.

4 | Carsten schreibt am 13.12.2005, 01:20:

Jörg, hast du eigentlich schonmal daran gedacht, dass es sich hier vielleicht einfach um ein Missverständnis handeln könnte? In dem PDF heißt es ja "Preis des Ergebnisbandes € 300,00 zzgl. MwSt." Vermutlich dachten die, du wolltest das haben - denn du fragtest ja nach den Ergebnissen, nicht nach der Pressemitteilung. Nicht hinter allem steckt gleich eine Verschwörung ;-)

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