Google liebt Louis Braille

04.01.2006 | Google | 6 Kommentare | Print

Google liebt Louis Braille

Außergewöhnlich mutet das Google-Logo an, das uns heute beim Surfen begegnet. Google erinnert auf markante Art und Weise an den Erfinder der Blindenschrift Louis Braille.

Die Erfindung der Blindeschrift zeigt uns auf eindrucksvolle Weise, wie ein persönlicher Nachteil eines Menschen in einen Fortschritt zum Wohle der Menschheit umgewandelt worden ist.

Louis Braille (geb. 4. Januar 1809 in Coupvray bei Paris, gest. 6. Januar 1852 in Paris) verletzte sich im Alter von drei Jahren mit einer Ahle am Auge. Das verletzte Auge entzündete sich und infizierte das zweite bis dahin unversehrte Auge. Dies führte zur völligen Erblindung des Jungen Louis.
Da der wissbegierige Junge sich nicht damit abfinden wollte, Literatur nur durch Vorlesen erleben zu können, machte er sich schon früh Gedanken über eine Schrift für Blinde.
Wikipedia

Kreative Ungeduld, Ausdauer und Beharrlichkeit waren ebenso notwendig wie der Austausch mit anderen Menschen. Louis Braille lies sich auch durch Rückschläge nicht entmutigen. Den internationalen Siegeszug seiner Erfindung konnte er allerdings zu Lebzeiten nicht mehr erleben.

Was ist Brailleschrift?

Die Schrift arbeitet mit Punktmustern, die von hinten in das Papier gepresst sind, so dass sie als Erhöhung mit den Fingerspitzen abgegriffen werden können. Sechs Punkte, drei in der Höhe mal zwei Punkte in der Breite, bilden das Raster für Kombinationen, mit denen die Buchstaben dargestellt werden. Bei 6 Punkten ergeben sich 64 Kombinationsmöglichkeiten (das Leerzeichen inbegriffen).
Wikipedia

Für die deutsche Brailleschrift gibt es vier Notationsmöglichkeiten:

  1. Basischrift
    Jeder Buchstabe entspricht einem Braillezeichen.
  2. Standardschrift
    Es gibt keine Großschreibung mehr. Akzentbuchstaben und spezielle Satzzeichen werden durch spezielle Zeichen ersetzt.
  3. Normalschrift
    Häufige verwendete Tupel der deutschen Sprache (st, sch, ie, ei, au, ...) werden durch nur ein Braillezeichen ersetzt.
  4. Kurzschrift
    Eine der Stenoschrift vergleichbare Kurzschrift verkürzt den Text auf 60% des Originals. Geübte Blinde lesen diese Schrift so schnell wie wir unsere Schwarzschrift.

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