Ich lade Euch herzlich ein! - Offener Brief an die Webkrauts
12.01.2006 | Webdesign, Webstandards | 12 Kommentare | Print

Liebe Freunde der Webstandards,
Als ich vor wenigen Tagen begann, Webdesigner und Blogger nach ihren Erwartungen, Trends und Wünschen für das Webdesign Jahr 2006 zu befragen, war ich zugegeben skeptisch.
- Wie interessiert wird man solch ein Anliegen aufnehmen?
Wie auch immer es ausfallen mochte, einiger Antworten war ich mir sicher. Und das Echo auf meine Idee fiel überaus positiv aus und gab mir Recht. Und an jedem Tag wächst das Interesse ein kleines Stück. Mehr und mehr Stimmen gingen beim mir ein.
Die Diskussion über Webdesign-Trends und Webstandards zeigt mir jedoch auch, dass in allem auch eine gehörige Portion Bedenken und Zweifel mitschwingt. Die wenigen Kommentare belegen ein oft passives Enthalten und Abwarten deutlich.
Wenn wir uns das Ziel »Webstandards – einfach besser im Netz!« stellen und uns diesem verschreiben, sind wir oft geneigt, immer gleich alles auf einmal wollen. Doch die Menschen haben auch Rom nicht an einem Tag erbaut.
- kein Fachmann fällt vom Himmel.
- kein Sieg kommt über Nacht.
- Steter Tropfen höhlt den Stein,
- macht den Kiesel im Wasser rund und
- bringt mit Sicherheit Ergebnisse.
Ich sehe die Dinge einfach persönlich pragmatisch. Wenn es uns langfristig gelingt, einen Teil neuer Webprojekte und einen Teil der Webautoren von Webstandards zu begeistern, dann haben wir bereits sehr viel erreicht. Wir können jedoch nur das Feuer in anderen Menschen zum Lodern bringen, was selbst in uns brennt.
- Jede einzelne Stimme zählt also.
Wie wollen wir als Webkrauts andere Menschen von Webstandards überzeugen, wenn nicht wir es sind, die in der erste Reihe stellen und argumentieren, die Stimme erheben?
Wir können lange darüber diskutieren, warum Webstandards heute diesen Stellenwert haben. Viel besser ist es aus meiner Sicht, wenn jeder auf seine Art und Weise aktiv ein Stück mehr dafür TUN wird, das bald immer mehr Menschen besser und ballastfreier im Internet unterwegs sein können.
Die Zukunft ist die Zeit, in der wir uns wünschen,
das getan zu haben, was wir jetzt nicht tun.
Stephen R. Covey
In diesem Sinne lade ich Euch persönlich herzlich Euch ein, Eure Beobachtungen, Erwartungen und Wünsche an das Webdesign Jahr 2006 in die aktuelle Diskussion einzubringen.
Ich freue mich auf Eure Meinung!
Euer einfach persönlich(er) Webkraut(er)!
Jörg Petermann - »Der Mensch macht´s!«
http://www.einfach-persoenlich.de/
PS: Sorry, aber mein Weblog ist noch so unbekannt, dass Ihr sicher einfach noch nichts von den Berichten gelesen habt. Hoffe, dass sich das bald ändert und Ihr mir das im Sinne der Sache nachseht.
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Kommentare und verweisende Trackbacks
zum Beitrag: Ich lade Euch herzlich ein! - Offener Brief an die Webkrauts
Kommentare
1 | Heiko schreibt am 13.01.2006, 09:17:
Bin absolut deiner Meinung, denn passives Enthalten und Abwarten bringen Webstandards nicht voran. Genau aus diesem Grund habe ich meinen Blog vor etwa 3Monaten ins Leben gerufen. Immer und immer wieder kamen Fragen bezüglich Standards auf und selbst einige Profis wissen oft nicht was es damit auf sich hat und nehmen deshalb eben lieber eine passive Position ein. Änderungen kann man so allerdings nicht bewirken. Deshalb fand ich deine kleine wenn auch feine Interview Serie mit den Ausblicken ins Jahr 2006 wirklich klasse. Sie war interessant und ich denke über das Interesse eines jeden Einzelnen und den daraus entstehenden Gedanken und Überlegungen, kann man die Standards Stück für Stück weitergeben.
2 | acorri schreibt am 13.01.2006, 09:18:
Ich bin erst seit der Serie regelmäßiger Leser hier im Blog. Die geringe Anzahl der Kommentare liegt vielleicht darin, das Text und Kommentarfeld von einem riesiegen Werbeblock getrennt werden. Eine einfache Aufforderung zu kommentieren, ähnlich dem del.icio.us Link, würde sicherlich weiterhelfen.
3 | Jörg schreibt am 13.01.2006, 09:40:
@Heiko: Ich freue mich über Deinen Kommentar und habe mit Interesse Dein Blog zur Kenntnis genommen. Schmerzlich vermisst hingehen haben ich eine Information zum Autor, der hinter dem Projekt steht. Mir fallen nur viele Kommentare in anderen Blogs auf, jedoch nicht ein einziger Hinweise zum Menschen hinter den Auffassungen. Das verwundert offen gestanden schon.
BTW, auch wenn hier jetzt vielleicht nicht der rechte Ort ist, aber: Meinst Du, dass Du auf diesem Wege mehr Transparenz und Vertrauen bei Deinen potenziellen Lesern aufbaust?
@acorri:
Sei einfach persönlich herzlich willkommen im Blog.
Danke für Deine Anregung. Schöne Idee!
4 | Heiko schreibt am 13.01.2006, 11:34:
Jörg es geht in meinem Blog in keinster Weise um mich, sondern ausschliesslich um Inhalte. Ich möchte nicht mich als Person präsentieren, sondern nur Inhalte vermitteln. Und wer die Mail im Impressum nutzt, wie Jeena Paradies oder Knut Karnapp, bekommt von mir auch eine offene und ehrlich E-Mail zurück, so das eine hoffentlich konstruktive Diskussion beginnen kann. Vertrauen gewinnt man nicht in dem man sich präsentiert, sondern durch die Arbeit und deren Qualität die man leistet, oder nicht? Wer interessiert ist an den angebotenen Themen, wird sie lesen und damit wären wir der Aufgabe, den Webstandard einem breiteren Publikum zugängig zu machen, ein Stück näher ;o)
5 | Manuela schreibt am 13.01.2006, 16:31:
@Heiko: "Ich möchte nicht mich als Person präsentieren, sondern nur Inhalte vermitteln."
Hinter einer Webseite steht nun mal immer eine oder mehrere Personen und diese sollten sich auch zu "erkennen" geben. Wenn ich einen interessanten Artikel oder gar eine Site finde, die mich beeindruckt, suche ich instinktiv nach einem Info über den/die Macher. Dieses Info validiert für mich die Aussagen, die auf der Site getroffen werden. Kann ich dem Inhalt Glauben schenken? Wen kann ich ansprechen, wen zitieren? Sehr oft passiert es mir, dass ich eine Notiz oder einen ganzen Beitrag über einen Artikel schreiben möchte und dann finde ich auf der entsprechenden Site noch nicht mal den Namen des Autors dazu. Oft lasse ich dann mein Vorhaben fallen.
Bei Blogs, die ja viel persönlicher sind, als "normale" Webseiten, finde ich ein kurzes Autorenportrait noch viel wichtiger. Ich meine keinen Lebenslauf mit Bildern etc. Nur so ein paar kleine Fakten ...
Insofern mag ich die deutsche Impressumspflicht richtig gern. Hat man doch so viel öfter Glück auf der Suche nach dem/den Macher(n) :-).
6 | Jörg schreibt am 13.01.2006, 18:01:
@Heiko: Meinst Du das wirklich?
Vertrauen gewinnt man nicht in dem man sich präsentiert, sondern durch die Arbeit und deren Qualität die man leistet, oder nicht?
Am Bloggen begeistert mich bis heute, dass im Rahmen eines Weblogs das Wirken und Tun eines Menschen in einer völlig ungewohnten Art verfolgt und eingeschätzt werden kann. Während sterile Webseiten ein rein sachliches Angebot darbieten, lebt ein Weblog von der Persönlichkeit seines Autors. Die Sachinformation seiner Beiträge ist dabei nur ein Bruchteil dessen, was ich zur Kenntnis bekomme.
Vertrauen wird stattdessen, ähnlich wie im richtigen Leben, durch eine Vielzahl von Faktoren aufgebaut. Fakten, Ansichten und Dinge lassen sich beliebig austauschen, Menschen nicht.
- Wie wirkt ein Mensch auf Dich, der sich im Gespräch nicht vorstellt?
- Welchen Eindruck macht ein Mensch auf Dich, der bei einem Gespräch unerkannt bleiben will?
Ich kenne immer mehr Menschen, die vor einem geschäftlichen Kontakt zunächst die Website der Firma oder des Menschen eingehend begutachten. Eine Website erzählt uns auf sehr differenzierte Art so vieles über Ihre Betreiber. Mehr, als die meisten Menschen ahnen. Sie baut einen Vertrauensvorschuss auf, der später bekräftigt werden muss.
Erfolgreiche Geschäftsbeziehungen bauen auf vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen Menschen. Dass der Mensch dahinter Fachkompetenz besitzt, setze ich schlicht und einfach voraus. Sonst würde ich ihn gar nicht ansprechen.
- Warum sollte ich ausgerechnet zu diesem Fachmann gehen?
- Was kann er besser als viele andere?
Die Impressumspflicht gibt uns in Deutschland Auflagen vor. Sie mögen durchaus strittig sein. Dennoch haben sie auch gute Seiten. Wenn ich auf eine neue Website, ein neues Weblog treffe, dann schaue ich zuerst in den Bereich About / Über mich, dann in den Kontakt oder das Impressum und interessiere mich für das Umfeld des Autors. Finde ich diese Informationen nicht vor, habe ich noch nie das Bedürfnis verspürt, den Autor anzuschreiben.
Vielleicht sollte ich ihn nach seinem wirklichen Namen fragen, denn bei so viel Geheimhaltung ist der Alias sicher auch nur ein Vorwand.
Lieber Heiko,
Nimm meinen Kommentar bitte als ehrlich gemeintes Feedback. Ich kann Dir nur schreiben, wie ich es empfinde und täglich bei mir und anderen Menschen erlebe.
PS: Es sind nicht die wohlwollenden Impulse die wirksamsten, sondern die,
die uns eine Sache aus einer völlig anderen Perspektive sehen lassen.
Das jedoch merken wir erst viel später.
Herzlichst bis zum nächsten Kommentar!
7 | Jeena Paradies schreibt am 14.01.2006, 11:21:
Jörg, der Kommantarlink zeigt auf den Anfang der Kommentare anstatt auf das Kommentarformular, wenn es da viele Kommentare gibt ist das ziemlich sinnbefreit, da man ja dennoch ewig scrollen muss um kommentieren zu können.
Was ich damals noch vergessen habe zu erklären, wo der Mehrwert bei verlinkten Zahlen als Permalink zum Kommentar ist. Wenn ich mich auf einen bestimmten Kommentar in deinem Blog mit einem Link beziehen möchte, dann muss ich die ID mühsam aus dem Quelltext herausfischen. Wenn die Zahl verlinkt wäre könnte ich mir einfach die Linkadresse in die Zwischenablage kopieren und einfügen.
Was das Thema mit Heiko angeht, bin ich der gleichen Meinung wie er, niemand sollte dazu gedrängt werden etwas von sich preis zu geben was er nicht will, auch nicht mit öffentlichem Druck. Wenn man etwas wissen möchte kann man ihm eine E-Mail schreiben und er entscheidet ob er die Fragen beantworten möchte oder nicht. Ich teile auch nicht die Meinung, dass ein Weblog irgendwie anders sein muss als eine Webseite, das ist jedem seine persönliche Sache.
Heiko ist keine Firma, die etwas verkaufen möchte und er betreibt sein Weblog auch nicht um sich darzustellen. Er bietet kostenlos qualitativen Content an, mehr nicht. Wer das annehmen möchte tut es, wer nicht, geht seinen weg. Für mich zählt nur was jemand kann, nicht wer er ist.
8 | Sven schreibt am 17.01.2006, 21:52:
Nun, einfach nur Inhalt zu bieten ist natürlich fein. Die Frage stellt sich aber auch, welche Motivation jemand hat, das immer anonym zu tun. Für mich ist es schon auch wichtig, meinen Gegenüber zu (er-)kennen. Das ist in vielerlei Hinsicht sinnvoll. Letztlich auch in meiner Wahrnehmung. Aber zwingen, schon gar nicht öffentlich, würde ich dazu niemanden!
9 | aspirinfrei schreibt am 24.01.2006, 15:17:
Ich versuche immer besser zu werden ! Ich lerne immer noch dazu. Bin für jede Information dankbar!Und hoffe dies hört nie auf.Bedankt für die gute Information.
aspirinfrei
10 | Gabi schreibt am 11.02.2006, 22:45:
Ich habe seit einem Jahr die sogenannten "Webstandards" für mich entdeckt und bin mit Feuereifer dabei, meine Projekte anzupassen und neue Projekte nach diesen Standards zu erstellen.
"Quelltextpuhlen" im Editor macht mir mittlerweile fast mehr Spaß als Grafikbastelei ;-)
11 | Thomas schreibt am 12.01.2007, 19:50:
ich bin auch drauf und dann websstandards zu lernen. aber das CSS ist am anfang echt schwierig aber das ist überall so. ob nun C, PHP oder CSS aller anfang ist schwer. und wie Gabi sczhon gesagt hat nach ner weile wenn man die ersten fortschritte sieht macht es immer mehr spaß.
naja was erwartet ihr im jahr 2007. es geht aufwärts würd ich sagen aber so viele standards, und browser die wieder nicht alles unterstützen. mir wird das jetzt etwas zu extrem. was meint ihr
12 | Ran schreibt am 25.11.2008, 12:14:
Sehr schönes und sehr anspruchvolles Projekt: Webstandards gehören mit Abstand zu den meist die Forendiskussionen entflammenden Themen. Dabei ist der Ton zweispaltig: Einerseits ganz hohe Erwartungen an Open-Dienste und scharfe Kritik. Andererseits die Selbstanwendung, naja, hmm...
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