Was eine starke (Blogger-) Persönlichkeit kennzeichnet
18.01.2006 | Persönlich | 4 Kommentare | Print
Starke Persönlichkeiten schaffen Vertrauen und prägen durch ihre Arbeit maßgeblich. Nach meiner Beobachtung trifft dieser Grundsatz ebenso auf die Weblog und Blogger zu.
Nur Persönlichkeiten schaffen Vertrauen
Bei Marcel im Jobblog habe ich einen überaus interessanten Beitrag zum Thema Persönlichkeit - Mensch als Marke gefunden. PR-Berater und Öffentlichkeitsarbeiter Maurice Morell schreibt im MMF-Blog einen Beitrag und bezieht sich dabei auf das Buch Mensch als Marke, dass bei Businessvillage erschienen ist.
Starke Marken-Persönlichkeiten bauen Vertrauen durch folgende 4 Merkmale auf, sagt darin der Autoren des Buches Prof. Dr. Dieter Herbst (Universität der Künste in Berlin):
- Wechselseitigkeit
Permanenter Austausch des Menschen mit seinem Umfeld, ohne jedoch dabei seine Einzigartigkeit und Individualität aufzugeben - Beständigkeit
Jede Persönlichkeit entwickelt sich weiter. Die Kernauffassungen / Grundwerte aber bestehen bleiben, während sich Äußerlichkeiten ändern im Verlauf der Zeit können. - Widerspruchsfreiheit
Alle Eigenschaften der Persönlichkeit sind widerspruchsfrei miteinander kombiniert. Es gibt keinen gravierenden Störfaktoren. - Einzigartigkeit
Eine starke Persönlichkeit ist einzigartig. Dieser merkliche Unterschied wird von anderen wahrgenommen.
»Man vertraut nur dem, den man kennt«.
Marketingpapst Heribert Meffert
Mein Fazit
Die Persönlichkeit des Bloggers prägt als Marke ein Weblog entscheidend.
Marcel Widmer gehört für mich auf alle Fälle dazu.
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Kommentare und verweisende Trackbacks
zum Beitrag: Was eine starke (Blogger-) Persönlichkeit kennzeichnet
Kommentare
1 | Jochen schreibt am 18.01.2006, 12:51:
Hallo,
ich muss sagen, danke für diesen Blog. Ich lese jetzt seit einiger Zeit mittels bloglines mit und hoffe bald meinen eigenen weblog starten zu können. Dieser hier ist definitiv einer derer, die mir da als Vorbild dienen.
In einem Projekt meines Studiums dreht es sich besonders um die Messung und das Training der "Persönlichkeit" - interessantes Thema.
Allerdings habe ich durchaus Schwierigkeiten, den Mensch als Marke zu betrachten. Es spricht vieles dafür, eine Persönlichkeit mit einem Produkt oder einem Image in Verbindung zu setzen, aber birgt es nicht auch das Risiko, dass man dann die Persönlichkeit dem Image anpasst, und somit an Authentizität ( schwieriges Wort!) verliert. Meist ist es doch so, dass erst das gewüschte Image da ist ( von der Firma vorgegeben) und dann erst die Person gesucht wird.
Mal ein Beispiel um meine Gedanken hier etwas zu veranschaulichen.
Ich gehe in eine Bank , sehe Leute in Anzügen, erfolgreich sollen sie wirken, Sicherheit vermitteln, Kompetenz ausstrahlen.
Oftmals hört man bei vielen, dass ihnen dieser Dresscode etwas auf die Nerven geht. Diese Menschen gehen Kompromisse ein, um dem Image zu genügen. Sie vermarkten mit ihrem Image ihre Dienstleistung. Sie können ihre Persönlichkeit nicht nach außen tragen. Sie verlieren ihre Authentizität und somit auch ein Stück Persönlichkeit.
Der Schluss wäre hier für mich dann: Gute Marken sind oftmals keine "guten" Persönlichkeiten.
Ich hüte mich vor einer Verallgemeinerung, aber das waren so die Gedanken, die mir durch den Kopf gingen als ich den Artikel las.
Übrigens ist das der erste Artikel von einem anderen Blog der Einzug in meinem Blog erhält.
MfG
J.
2 | Jörg schreibt am 18.01.2006, 16:37:
@Jochen: Lieben Dank für Deinen Kommentar und herzlichen Glückwunsch zum Start Deines ersten Blogs. Den wichtigsten Schritt hast Du geschafft. Wenn Du dabei hier einige Impulse für Dich mitnimmst, freut mich das natürlich besonders. :))
Zur Persönlichkeit und Deiner Frage: Du sprichst mit Authentizität in der Tat ein nicht gerade leichtes, aber sehr wichtiges Thema an. Je mehr ein Mensch den Dingen nachgehen kann, die seinen wirklichen Talenten, seinen Stärken und seinen Werten entsprechen, umso authentischer wird er auf andere Menschen wirken.
In unserer gesellschaftlichen und betrieblichen Praxis laufen heute viele Dinge in einer Art und Weise, die durchaus überdenkenswert ist. Diese Umstände mache ich mir aber nicht zur Norm oder Maßstab meines Denkens.
Jede Firma sucht nach geeigneten Mitarbeitern. Neben fachlichen Qualifikationen werden soziale Kompetenzen immer wichtiger. Stimmt die Chemie zwischen Bewerber und Firma nicht, dann führt das früher oder später dazu, dass der Mitarbeiter die Firma verlässt/verlassen muss. Bevor das jedoch eintritt, nehmen Kunden und Geschäftspartner sehr viel deutlicher als der Betreffende wahr, dass irgendetwas nicht stimmt. Der Mensch spielt dann meist eine Rolle. Das mag er gut können, doch irgendwann wird diese zur immer größeren Belastung.
Ich habe viele Menschen erlebt, die große Zugeständnisse machen, nur um Ihren Arbeitsplatz zu erhalten. Dabei haben sie sich ggf. weit über das normale Maß hinaus verbogen“. Sie müssen, um der Erwartungshaltung ihrer Firma zu entsprechen, ihre eigene Persönlichkeit immer weiter verleugnen. Aus meiner Erfahrung macht Geld aber allein auf lange Frist nicht glücklich. Früher oder später erfolgt die innere Kündigung, wird Dienst nach Vorschrift gemacht. Statische Angaben sprechen hier manchmal sogar von einem Prozentsatz von über 50 %.
Wie weit ein Mensch dies zulässt, liegt ganz im individuellen Ermessensspielraum jedes Einzelnen. Wir dürfen nie vergessen, dass die unheimlich Kraft & Energie kostet und sich selten auszahlt. Den Preis bezahlt der Mensch in harter“ Währung.
Gute Marken sind oftmals keine "guten" Persönlichkeiten.
Das würde ich so nicht sagen wollen. Der Umkehrschluss wäre mir zu einfach. Und er würde vielen Unrecht tun, die sich ehrlich engagieren und für eine Firma einsetzen. Aber die Marke eines großen Unternehmens unterliegt noch anderen Gesetzmäßigkeiten.
Wenn Menschen einer Arbeit nachgehen, die Ihren wirklichen Talenten und Neigungen entspricht, dann merken wir das an unbändiger Freude, an sprühendem Elan und Engagement. Ihnen geht die Arbeit leicht von der Hand. Sie sprühen vor Ideen, leisten Überdurchschnittliches. Besonders starke und authentisch wirkende Persönlichkeiten entfalten dann eine so besondere Wirkung, bei der man zu der Erkenntnis kommt, dass sie Marken-Status erreicht haben, Vorbild für anderen Menschen werden.
Fazit:
Ich habe auch unter (internationalen) Bloggern beobachtet, dass aus der Masse einige Menschen sehr schnell heraustreten, weil sie nicht nur etwas zu sagen haben. Vielmehr macht es auch die Art und Weise, Der Mix dessen, was und wie sie es tun. Das kann dann soweit zu Marke und zum Aushängeschild werden, dass andere Menschen Mühe haben, das zu kopieren oder später ggf. weiter zu führen.
Es macht auch keinen Sinn, einen anderen Blogger zu kopieren. Man kann sich nützliche Details abschauen und zum Vorbild nehmen. Dennoch sollte jeder beizeiten anfangen, seinen eigenen unverwechselbaren Stil zu entwickeln. Umso authentischer wird er auf seine Leser wirken und umso glaubhafter wird er schreiben können.
3 | Dieter schreibt am 11.02.2006, 17:30:
@Jochen: Ich habe das Buch "Mensch als Marke" herausgegeben. Die Gedanken beziehen sich auf jene Menschen, die ihre Leistungen auf Märkten anbieten und die in Konkurrenz zu anderen Anbietern stehen, z.B. Unternehmensberater.
Die Frage der Authentizität ist essenziell. Ich halte nichts davon, sich für ein Ideal-Image so zu verbiegen, dass man sich selbst untreu wird. Vielmehr sollte es darum gehen, die eigene, einzigartige und authentische Persönlichkeit möglichst gut zu vermitteln. Schon David Bowie hat gesagt, dass es mit China Girl den Mainstream bedienen wollte, aber die CD von allen seinen Aufnahmen am meisten bereut, weil er sich untreu geworden ist. In diesem Sinne gruesst Dieter
4 | Jörg schreibt am 11.02.2006, 17:41:
Hallo Dieter, willkommen hier auf meinen Seiten. Hat mich gefreut, eine kleine Anmerkung von Dir dazu zu lesen. Interessant wäre es gewiss, Deine Gedanken im persönlichen Dialog aufzunehmen und zu schauen, welche weiteren Synergie-Effekte sich daraus ergeben. Liebe Grüße von Jörg
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