Webdesign 2006 - persönliche Trends, Erwartungen und Wünsche (11) von Dirk Schürjohann

18.01.2006 | Blogging Tipps, Webdesign | 12 Kommentare | Print

Welche Trends und Erwartungen haben wir an das Webdesign im Jahr 2006? Während international darüber diskutiert wird, sind deutsche Webdesigner zurückhaltend. Da ich das Thema dennoch für sehr interessant halte, bin ich diesem Thema im Rahmen einer Artikel-Serie Webdesign 2006 nachgegangen.

Ein hochwertiges Layout ist natürlich flexibel. Punkt.

Hallo Dirk, herzlich willkommen zum kleinen Webdesign-Talk auf einfach-persoenlich. Ich freue mich, dass Du etwas Zeit für ein Gespräch gefunden hast.

Bevor wir thematisch einsteigen, wolltest Du aber noch einige Grundgedanken & Vorbemerkungen voraus schicken. Was genau geht Dir da speziell durch den Kopf? Welche persönlichen Trends, Erwartungen und Wünsche hast Du im Bereich Webdesign?

Dirk Schürjohann: Zurzeit wünsche ich mir mehr technische Qualität im Bereich (OS-) Content Management und durchdachtere Inhaltskonzepte. Viele Autoren und Entwickler denken mir dabei zu unflexibel und zu gewohnt.

Ich sehe zu viele Kubricks, zu viele Blog-Strukturen, zuviel Gefloskel und zu wenig echten, aufbereiteten Content.

Webinhalte sollten nicht nur aus Titel, Exzerpt und Haupttext bestehen, und genau das schlägt sich in beiden anfangs genannten Bereichen noch zu sehr durch. Ich sehe zu viele Kubricks, zu viele Blog-Strukturen, zuviel Gefloskel und zu wenig echten, aufbereiteten Content.

Wenden wir uns nun einmal einigen konkreten Themengebieten zu. Beginnen wir mit den Farben. Momentan werden hellere Farben wie auch Pastell-Töne öfter genannt. Welche Erwartung hast Du bezüglich der Webdesign-Farben 2006?

Dirk Schürjohann: Es wird gekonnt bunter und hoffentlich ein bisschen mehr Punk im Web aufkommen anstelle des oft langweiligen Hochglanzpops. Nichts gegen Pop, nur muss er viel Seele haben, um gut zu sein und nicht als Klingelton durchzugehen. Welche Farben dabei nun besonders häufig benutzt werden lässt sich schwer voraussagen und ist (mir) auch relativ egal.

Ajax & Tags haben 2005 enorm an Zuspruch gewonnen und liegen stark in der Nachfrage. Wie schätzt Du die Entwicklung ein? Wo siehst Du die weitere Entwicklung aus Deiner Sicht?

Es wird komplizierter, nicht einfacher.

Dirk Schürjohann: Ajax macht das Web flashiger, nur ohne Flash. Tags sind konzeptionell nützlich, in der Praxis jedoch schwierig zu kanalisieren. Man hat entweder übermäßigen Respekt vor diesen Dingen, oder übertreibt sie maßlos, bevor man im Laufe der Zeit den goldenen Mittelweg findet. Offensichtlich ist aber: es wird komplizierter, nicht einfacher. Wir Entwickler müssen da durch, jedoch sollten wir den Benutzer davon verschonen.

Web Design & Web-Layouts, ob Fluid Layout oder deren Größe sind immer wieder ein Thema für Spekulationen. Was denkst Du darüber?

Dirk Schürjohann: Der Punkt ist einfach: ein hochwertiges Layout ist natürlich flexibel. Punkt.

Viel Abwechslung gibt es bei den Web-Schriften nicht. Dennoch zeichnen sich immer wieder einige Trends ab. Welche fallen Dir besonders auf?

Dirk Schürjohann: Mir ist nichts aufgefallen. Habe ich was verpasst?

Webstandards sind Dir ein besonderes Anliegen. Was meinst Du, welche Fortschritte werden wir 2006 bei den Webstandards erleben können?

Dirk Schürjohann: Ein Fortschritt wird nach wie vor der sein, dass viele weitere Webautoren auf Standards stoßen. Leider bedeutet das nicht zwangsläufig auch, dass das Thema in der richtigen Form aufgegriffen und verstanden wird. Oftmals beschränkt man sich stattdessen auf die zwanghafte Validität eines Dokuments und die Vermeidung von Tabellen in jeglicher Form, was kaum sinnvoll ist.

Nachhaltig vom Spirit und dem Geist dessen zu vermitteln, was mit Webstandards eigentlich angestrebt wird.

Unser Fortschritt könnte also vor allem auch darin bestehen, nicht gelangweilt zu missionieren, sondern nachhaltig vom Spirit und dem Geist dessen zu vermitteln, was mit Webstandards eigentlich angestrebt wird.

Und wenn dabei nicht nur angehende Webautoren, sondern auch John Doe, der typische Webbenutzer, ein paar gesunde Häppchen zu fressen bekommt und zu schätzen lernt, könnte es ein großartiges 2006 werden.

Weblogs folgen aus Erfahrung einem eher klassischen Design. Welche Erwartungen verbindest Du mit der Weiterentwicklung des Weblog Design?

Dirk Schürjohann: Weblogs folgen oft keinem Design, schon gar keinem klassischen, sondern der Umgebung und ihrer Gewohnheit. Und die gibt meist zwei fixe Spalten und ein Headerbild vor, falls man sich für gängige Software wie z.B. Wordpress entscheidet. Damit aus der Norm auszubrechen und ein Projekt zu individualisieren wird auch für erfahrene Webautoren zur Qual, so dass man im Zweifelsfall doch wieder auf Kubrick zurückgreift.

Weblogs folgen oft keinem Design … sondern der Umgebung und ihrer Gewohnheit

Und wie oben erwähnt trifft das recht gut auch auf mein Gefühl von Open-Source Content Management im Allgemeinen zu: ganze Rudel von Entwicklern arbeiten an möglichst vielen Baustellen an den immer gleichen Ansätzen. Mir fehlt dabei noch immer der richtige.

Was wäre das Internet ohne Browser? Im letzten Jahr hat der Firefox-Browser die Landschaft maßgeblich mit geprägt. Für das neue Jahr steht die Version 7 des Internet Explorers ins Haus. Welche Erwartungen hast Du bezüglich der Browser-Entwicklung?

Dirk Schürjohann: Ich habe keine besonderen Erwartungen, denn mit dem IE 7 ändert sich erstmal nichts. Wir werden wie gewohnt guten Kaffee trinken und das tun, was wir am besten können.

Vielen herzlichen Dank Dirk. Es war interessant, mit Dir über Webdesign, Trends und Deine persönliche Erwartungen für 2006 zu sprechen. Ich wünsche Dir persönlich und beruflich Erfolg.

Dieser Beitrag ist Teil der Serie:
Webdesign 2006 - Trend, Erwartungen und Wünsche [Serie]

Weiterlesen:
Webdesign 2006 - Trend, Erwartungen und Wünsche (12) von Vladimir Simovic

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