Webdesign 2006 - persönliche Trends, Erwartungen und Wünsche (16) von Wolfgang Bartelme
23.01.2006 | Blogging Tipps, Webdesign | 4 Kommentare | Print
Welche Trends und Erwartungen haben wir an das Webdesign im Jahr 2006? Während international darüber diskutiert wird, sind deutsche Webdesigner zurückhaltend. Da ich das Thema dennoch für sehr interessant halte, bin ich diesem Thema im Rahmen einer Artikel-Serie Webdesign 2006 nachgegangen.
Oft wird der eine oder andere Ansatz als die einzig wahre Lösung verkauft. Die Wahrheit liegt - wie so oft - in der Mitte.
Hallo Wolfgang, herzlich willkommen zum kleinen Webdesign-Talk auf einfach-persoenlich. Ich freue mich, dass Du Dir auch etwas Zeit für ein Gespräch genommen hast. Lass uns ein wenig über Deine persönlichen Erwartungen sprechen.
Bevor wir thematisch einsteigen, wolltest Du aber noch einige Grundgedanken & Vorbemerkungen voraus schicken. Was genau geht Dir da speziell durch den Kopf? Welche persönlichen Trends, Erwartungen und Wünsche hast Du im Bereich Webdesign?
Wolfgang Bartelme: Nun ich freue mich über Deine Einladung, meine Gedanken und Erwartungen für das neue Jahr hier mit Euch teilen zu können; ein Jahr das in jeglicher Hinsicht ein interessantes werden wird.
Wenden wir uns nun einmal einigen konkreten Themengebieten zu. Beginnen wir mit den Farben. Momentan werden hellere Farben wie auch Pastell-Töne öfter genannt. Welche Erwartung hast Du bezüglich der Webdesign-Farben 2006?
Wolfgang Bartelme: Meiner Meinung nach werden wir im Jahr 2006 vermehrt auf Seiten mit dunklen Farbschemata stoßen. Kombiniert mit kräftigen Farben lassen sich sehr interessante und aussagekräftige Designs erstellen. Namhafte Seite aus allen Bereichen geben den Trend an: Ich denke dabei beispielsweise an orderedlist.com oder an viele der neuen Produktseiten auf apple.com.
Ajax & Tags haben 2005 enorm an Zuspruch gewonnen und liegen stark in der Nachfrage. Wie schätzt Du die Entwicklung ein? Wo siehst Du die weitere Entwicklung aus Deiner Sicht?
Bewusst eingesetzt, kann die Usability einer Site maßgeblich erhöht werden.
Wolfgang Bartelme: Obwohl die Technologien hinter Ajax nicht bahn brechend neu sind, so wurden sie erst 2005 durch das Schlagwort "Ajax" populär. Bewusst eingesetzt, kann die Usability einer Site maßgeblich erhöht werden. Die Betonung liegt dabei auf "bewusst" denn falsch angewandt könnte Ajax zu einem zweiten "animated GIF" werden.
Tags bzw. Tagging spielen immer wieder eine unterschiedliche Rolle. Welche Bedeutung misst Du ihnen bei? Wo siehst Du die weitere Entwicklung?
Wolfgang Bartelme: Meta-Daten in jeglicher Form sind auf dem Vormarsch. Egal ob Tagging oder sonstige Arten der Beschreibung bzw. Katalogisierung. Bildverwaltungstools wie iPhoto oder Photoshop Album haben es gezeigt: es kommt nicht nur auf die eigentlichen Fotos an: Mindestens genau so wichtig sind Informationen über die Inhalte. Nur so ist es möglich der stetig steigenden Informationsflut Herr zu werden und den Überblick zu bewahren.
Web Design & Web-Layouts, ob Fluid Layout oder deren Größe sind immer wieder ein Thema für Spekulationen. Was denkst Du darüber?
Einfache Blogs funktionieren meiner Einschätzung nach am besten mit fixen Layouts.
Wolfgang Bartelme: Oft wird der eine oder andere Ansatz als die einzig wahre Lösung verkauft. Die Wahrheit liegt - wie so oft - in der Mitte. Meiner Meinung nach sollte abhängig von der Art bzw. vom Inhalt einer Seite entweder auf ein fixes oder ein flexibles Layout zurückgegriffen werden.
Einfache Blogs funktionieren meiner Einschätzung nach am besten mit fixen Layouts, da dadurch eine gute Lesbarkeit gewährleistet ist. 60 bis 70 Zeichen pro Zeile werden im Allgemeinen als optimal genannt. Längere Zeilen, die man bei flexiblen Layouts natürlich nicht ausschließen kann, wären somit eher kontraproduktiv.
Fluid Layouts hingegen funktionieren sehr gut auf umfangreichen Seiten mit unterschiedlichen Inhalten. Vor allem auf Seiten, bei denen es nicht primär um Text, sondern um Produktpräsentation und dergleichen geht. Ich denke da beispielsweise an Online Stores wie etwa Amazon oder an webbasierende Anwendungen wie SideJobTrack.
Viel Abwechslung gibt es bei den Web-Schriften nicht. Dennoch zeichnen sich immer wieder einige Trends ab. Welche fallen Dir besonders auf?
Wolfgang Bartelme: Serifenlose Schriften werden auch weiterhin das Schriftbild im Web dominieren. Auch diverse Image-Replacement-Techniken sind immer mehr im Kommen und werden vermehrt zur Überschriften-Gestaltung herangezogen werden.
Webstandards sind Dir ein besonderes Anliegen. Was meinst Du, welche Fortschritte werden wir 2006 bei den Webstandards erleben können?
Der IE wird jedoch in punkto Web Standards gerade mal auf den heutigen Stand von Firefox und Co nachziehen.
Wolfgang Bartelme: Nun aus Sicht der Anwender werden wir uns vermehrt auf Standard-basierte Seiten freuen können. Ein Trend, den ich natürlich sehr begrüße.
Aus Browser-Sicht wird es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht viel Neues geben. Ja, es wird eine neue Version des Internet Explorers geben dieser wird jedoch in punkto Web Standards gerade mal auf den heutigen Stand von Firefox und Co nachziehen.
Was wäre das Internet ohne Browser? Im letzten Jahr hat der Firefox-Browser die Landschaft maßgeblich mit geprägt. Für das neue Jahr steht die Version 7 des Internet Explorers ins Haus. Welche Erwartungen hast Du bezüglich der Browser-Entwicklung?
Was ich auf jeden Fall begrüßen würde, wären kürzere Entwicklungszyklen beim Internet Explorer.
Wolfgang Bartelme: Wie bereits erwähnt wird sich meiner Einschätzung nach nicht viel am heutigen Trend ändern. Firefox und Safari werden weiterhin langsam wachsen; der Marktanteil des Internet Explorers wird im Gegenzug weiter fallen. Ob sich aufgrund des neuen Explorers viel daran ändert wird, wage ich zu bezweifeln.
Was ich auf jeden Fall begrüßen würde, wären kürzere Entwicklungszyklen beim Internet Explorer. Sprich neue, verbesserte Versionen in einem Zeitrahmen von etwa einem halben Jahr. Die bisher verfolgte Politik kann heutzutage auf keinen Fall mehr weiter verflogt werden.
Weblogs folgen aus Erfahrung einem eher klassischen Design. Welche Erwartungen verbindest Du mit der Weiterentwicklung des Weblog Design?
Blogger werden sich jedoch vermehrt zu Netzwerken zusammenschließen.
Wolfgang Bartelme: Gerade diesem klassischen“, einfach zu bedienenden Design hat der Weblog seinen Durchbruch zu verdanken. Ich denke daher, dass sich in punkto Design und Layout nicht viel ändern wird.
Blogger werden sich jedoch vermehrt zu Netzwerken zusammenschließen, und die Leser werden nicht mehr Feeds von einzelnen Seiten, sondern Feeds zu einer bestimmten Thematik abonnieren können. Eine neue Stufe des Bloggens.
Vielen herzlichen Dank Wolfgang. Es war interessant, mit Dir über Webdesign, Trends und Deine persönliche Erwartungen für 2006 zu sprechen. Ich wünsche Dir persönlich und beruflich Erfolg.
Wolfgang Bartelme: Ein Montagmorgen kann durchaus fruchtbar sein.
Beste Grüße.
Dieser Beitrag ist Teil der Serie:
Webdesign 2006 - Trend, Erwartungen und Wünsche [Serie]
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