Webdesign 2006 - Trends, Erwartungen & Wünsche im Telegramm-Stil
28.01.2006 | Blogging Tipps, Webdesign | 5 Kommentare | Print
Wie bringt man eine Serie Webdesign 2006 auf den Punkt? Die Zusammenstellung der wichtigsten Kernaussagen aller Interview-Partner im Originalton bietet eine erste grobe Aussage für alle Schnellleser.
Als ich begann andere Webdesigner und Blogger nach Trends, ihren Erwartungen und Wünschen für das Jahr 2006 zu fragen, hatte ich nicht mit einer Artikel-Reihe von knapp 20 Ausgaben gerechnet. Kernaussage heraus zu filtern und hier zu präsentieren war deswegen eine wirkliche Herausforderung.
Für alle die nicht die ganze Artikel-Serie lesen mögen, einen schnellen überblick zur Serie gewinnen wollen, habe ich von jedem Autor die (aus meiner Sicht) für eine Gesamtkern-Aussage wichtigen Original-Passagen im Folgenden zusammengestellt.
Unter Berücksichtigung unterschiedlicher Auffassungen zu Detailfragen ergab sich für mich dabei aber eine interessante Verdichtung von Aussagen mit geringen Überlappungen.
Björn Seibert
Oberstes Gebot: Trennung von Inhalt und Layout unter Verwendung der sinnvollen Elemente in (X)HTML und zielgerichtetem CSS. Alles ist möglich, Vorurteile dürfen nicht (mehr) gelten. Schlank & zugänglich ist schöner als einfach nur schön, weil für Alle ein Erlebnis.
Die Layouts werden mehr und mehr in die Breite gehen und dabei auf flexible Breitenangaben setzen. Dabei gilt es gute Lösungen für minimale und maximale Seitenbreiten zu finden. Zu schmal lässt wenig Raum, gerade bei vielen Inhalten. Zu Breite Bereiche führen ab einem gewissen Punkt zu übermäßig langen Zeilen, was auch bei erhöhten Schriftgraden die Lesbarkeit vermindert.
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Jeena Paradies
Es werden mehr und mehr Agenturen Webstandards für sich entdecken, das ist auf jeden Fall sehr gut. Was weniger gut ist, ist die Dogmatisierung derer. Viele Junge Designer nehmen es zum Beispiel als Gottgegeben hin, dass man eine Tabelle zum Layouten nicht benutzen darf, wissen aber um die Vorteile gar nicht mehr.
Dadurch aber, dass mehr Leute sich damit befassen, wird es immer mehr ausgeklügelte Lösungen wie zum Beispiel letztens das "Markupfreie Clearen" geben.
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Manuela Hoffmann
Ich hoffe, der Trend geht weg vom Standard-Layout und hin zum individuellen Design mit Mut zu Grafik und Farbe. Ich wünsche mir mehr Innovation und Engagement diesbezüglich vor allem in Deutschland.
Es muss klar werden, dass es sich bei den Webstandards nicht etwa um hochgestochene Ideale oder ganz neue Herangehensweisen an die Arbeit handelt. Es geht einfach darum, das Web so zu verwandeln, dass jeder, egal welche Möglichkeiten er hat, das maximale Ergebnis herausholen kann.
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Alp Uçkan
Fluid Layouts könnten wieder kommen. Wegen der mobilen WWW-Geräte, die 2006 stabiler und erschwinglicher werden. Die UMTS-Abdeckung wird sich dieses Jahr sichtlich verbessern. Ich persönlich habe noch nie so oft mobiles Internet genutzt, wie 2005. Es wird echt Zeit Leute, dass die Sites auch mobile-kompatibel werden ;-)
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Jens Meiert
Als Trend sehe ich ganz klar ein Bekenntnis von immer mehr Webdesignern und -entwicklern zu Webstandards und Barrierefreiheit, und auch im Bezug auf die Benutzerfreundlichkeit wird sich die positive Tendenz festigen.
Ich erwarte mehr Kritik, an sich selbst und an anderen, und daraus die Motivation, sich zu verbessern. Das ist gleichzeitig auch mein einziger Wunsch. Das Internet offeriert in der Theorie jedem, jederzeit auf alle Informationen zugreifen zu können, das ist ja das Fantastische an dieser Erfindung. Wir müssen dafür sorgen, dass dies auch Realität wird.
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Gerrit van Aaken
Moderne Handys und PDAs können Internetseiten langsam tatsächlich vernünftig darstellen - und dank bezahlbarer Tarifmodelle wächst die Anzahl der mobilen Surfer im Jahr 2006 sehr stark.
Was also gefordert wird, sind flexible Layouts (flüssig oder elastisch), jede Menge alternative Stylesheets für mobile Geräte und selbstredend eine konsequente Trennung von Inhalt, Layout und Verhalten.
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Michael Preidel
Sicher verändert das Lesen am Bildschirm die Lesegewohnheiten, aber es gibt nun mal gewisse physiologische Tatsachen, die man auch und gerade beim Gestalten von Websites berücksichtigen sollte. Als Gestalter hat man in meinen Augen zudem eine gewisse Fürsorgepflicht, deshalb verwende ich selbst nahezu immer feste Textbreiten mit höchstens 10-15 Wörtern pro Zeile.
Daneben fällt mir natürlich die Abkehr von den zu kleinen Schriftgrößen bei Lesetexten sehr positiv auf. Offensichtlich beginnt sich bei vielen Gestaltern die Einsicht durchzusetzen, dass Design kein Selbstzweck ist, sondern irgendwie auch lesbar sein muss.
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Jens Grochtdreis
Ich hoffe, dass der Trend weiter zum standardkonformen Webdesign geht. Ich wünsche mir vor allem, dass immer mehr Grafiker begreifen, dass eine Internetseite mehr als die Oberfläche ist und allen Elementen auf der Seite die Luft zum Atmen geben.
Ajax läutet meines Erachtens einen wichtigen Entwicklungsschritt ein. Internetseiten werden Desktop-Applikationen ähnlicher werden können. Das bedeutet nicht nur neue Nutzererfahrungen, sondern auch verbesserte Akzeptanz.
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Oliver Wagner
Ajax wird sich zunehmend in das Applikationsdesign integrieren und in bestimmten Interaktionsfällen zum defakto Standard - einfach weil es für den User so viel komfortabler ist.
Tagging ist mittlerweile im Mainstream angekommen. Nicht nur Web 2.0 Applikationen aus dem Umfeld des Silicon Valley nutzen diesen Ansatz, zunehmend gibt es auch europäische Lösungen, die davon gebrauch machen.
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David Maciejewski
Ajax: Ich sehe durchaus Potenzial bei der Usability, fürchte aber wiederum verspielte Lösungen, die einfach keinen praktischen Sinn haben. Hier fürchte ich Überflutungen der Sinne, bis sich die Entwickler wieder zu den Wurzeln zurückkehren.
Webstandards: Es wird keine Fortschritte geben. Entweder ein Standard wird eingehalten, oder nicht. Auch bei der Umsetzung von barrierefreien Webseiten gilt das gleiche: Entweder eine Seite ist barrierefrei, oder sie ist es nicht. Hier sehe ich bei sehr vielen Entwicklern noch Nachholbedarf.
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Dirk Schürjohann
Webinhalte sollten nicht nur aus Titel, Exzerpt und Haupttext bestehen, und genau das schlägt sich in beiden anfangs genannten Bereichen noch zu sehr durch. Ich sehe zu viele Kubricks, zu viele Blog-Strukturen, zuviel Gefloskel und zu wenig echten, aufbereiteten Content.
Ein Fortschritt wird nach wie vor der sein, dass viele weitere Webautoren auf Standards stoßen. Unser Fortschritt könnte also vor allem auch darin bestehen, nicht gelangweilt zu missionieren, sondern nachhaltig vom Spirit und dem Geist dessen zu vermitteln, was mit Webstandards eigentlich angestrebt wird.
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Vladimir Simovic
Ich verstehe Tags im Gegensatz zu Kategorien bzw. Ordner nicht als eine hierarchische und räumliche Strukturierung sondern für eine inhaltliche Strukturierung und schaffen somit Querverbindungen und zwar Kategorie bzw. Ordner übergreifend.
Zunehmend sehe ich bei vielen Weblogs ein Layout-Trend (alistapart.com, wordpress.org) der mir sehr gefällt: klare Struktur ohne viel Schnickschnack. Also wieder ein "Back to Simplicity", obwohl es gar nicht so lange her ist, dass man "Back to Simplicity" für tot erklärt hat.
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Martin Labuschin
Ich glaube, starke Kontraste spielen in diesem Jahr eine große Rolle. In der Vergangenheit sind viele Websites entstanden, die auf geringere Kontraste zwischen Elementen und deren Hintergründe setzten. Diese Zeit ist - meiner Meinung nach - vorbei. Helle Pastellfarben werden auf knallige Farben treffen und somit den Lesenkomfort stark erhöhen.
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Aus meiner Sicht werden Webstandards mehr und mehr die Oberhand gewinnen. Unternehmen lassen sich leicht durch Suchmaschinenoptimierung und geringe Ladezeiten beeindrucken und wissen Webstandards und deren Einsatz dadurch immer mehr zu schätzen.
Ingo Helmdach
Farben werden als Mittel der Nutzerführung immer wichtiger, wenn es zum Beispiel darum geht, Bereiche zu unterscheiden, Erfolgs- und Fehlermeldungen zu kennzeichnen, etc. Welche Farben letztendlich verwendet werden, hängt von vielen Faktoren und natürlich dem eigenen Geschmack (bzw. dem des Kunden) ab.
Webstandards: Diskussion und Austausch auf hohem Level und Wissensstand sind wichtig um die Sache an sich weiterzubringen und über Details sprechen zu können. Für Hobby-Webdesigner (und die wird es immer geben), unsere Kunden, reine Designer (etc.) muss unser Wissen jedoch entsprechend aufbereitet und manchmal auch Häppchenweise serviert werden.
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Knut Karnapp
Ich hoffe wir sehen dieses Jahr eine wachsende Zahl an Projekten, die den Einsatz von standardkonformen Webdesign vorantreiben. Dabei sollte die Zugänglichkeit einer Webseite oberste Priorität haben und nie aus den Augen verloren werden.
Und vor allem anderen verbinde ich das Jahr 2006 mit dem Wunsch, dass wir mit dem Erscheinen des IE 7 endlich eine solide Basis für die ausgedehnte Verwendung von CSS bekommen werden.
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Wolfgang Bartelme
Meiner Meinung nach werden wir im Jahr 2006 vermehrt auf Seiten mit dunklen Farbschemata stoßen. Kombiniert mit kräftigen Farben lassen sich sehr interessante und aussagekräftige Designs erstellen.
Web-Layouts: Oft wird der eine oder andere Ansatz als die einzig wahre Lösung verkauft. Die Wahrheit liegt - wie so oft - in der Mitte. Meiner Meinung nach sollte abhängig von der Art bzw. vom Inhalt einer Seite entweder auf ein fixes oder ein flexibles Layout zurückgegriffen werden.
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Ralph Segert
Mir ist wichtig, dass ich als Dienstleister offen bleibe für sinnvolle Technik, die dem Kunden etwas bringt. Der wichtigste Wunsch ist dabei, dass sich im Markt die Spreu vom Weizen trennt.
Insgesamt kommen Themen rund um Gestaltung wie Illustration, Kundenerwartungen, Ideenfindung nach meinem Eindruck zu kurz. Wie ich aber einem Kunden die Website erstelle, mit der er sich identifizieren kann, hängt von vielen Faktoren ab.
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Dieser Beitrag ist Teil der Serie:
Webdesign 2006 - Trend, Erwartungen und Wünsche [Serie]
Weiterlesen:
Gedanken, Erwartungen & Wünsche für ein Webdesign Jahr 2006
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Kommentare und verweisende Trackbacks
zum Beitrag: Webdesign 2006 - Trends, Erwartungen & Wünsche im Telegramm-Stil
Kommentare
1 | Björn Seibert schreibt am 28.01.2006, 11:32:
Du hast Dir mit dieser Serie eine Menge Arbeit gemacht. Und es hat sich gelohnt! Die "Verdichtung" ist Dir mehr als gelungen. Man darf auch ruhig die Zahl 2006 rausnehmen, denn es werden eine Reihe grundsätzlicher Dinge angesprochen, die es bei Planungen einer Website in die Überlegungen zu übernehmen gilt, unabhängig Zeitrahmen 2006. Respekt!
2 | Jan schreibt am 28.01.2006, 13:12:
Tolle Serie! Habe ich mit Interesse verfolgt und sie hat mir so einige neue Perspektiven auf das große Thema Webdesign gegeben. Vielen Dank!
3 | Jörg schreibt am 28.01.2006, 18:12:
Es freut mich ungemein, dass die Serie Anerkennung gefunden,
Nachdenken gestiftet und Impulse gegeben hat.
Hoffentlich bei viel mehr stillen Lesern als erwartet...
4 | Andreas schreibt am 28.01.2006, 23:39:
Auch ich möchte mich bei dir für die tolle Arbeit bedanken!
Auf ein Neues im Jahre 2007 ;-)
Viele Grüsse,
Andreas
5 | Markus Petschenig schreibt am 03.02.2006, 20:11:
Wirklich eine sehr interessante Artikelreihe, die uns Einblicke in die Gedanken anderer Personen gibt und gegeben hat.
Ich möchte hiermit ein Dankeschön aussprechen, das dich weiterhin für solche interessanten Artikel bzw. Artikelreihen ermutigen sollte. Du hast deine Zeit, wenn auch gern, dafür geopfert und kannst darauf wirklich stolz sein!
Folgende Weblogs verweisen auf diesen Beitrag:
» | einfach persoenlich Weblog am 29.01.06 09:24
Webdesign 2006 - Trends, Erwartungen und Wünsche (Serie)
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» | einfach persoenlich Weblog am 10.02.06 11:07
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