Einfach modernes Webdesign - Autoren-Gespräch mit Björn Seibert
31.01.2006 | Autoren-Gespräch, Buch-Tipps, Bücher | 0 Kommentare | Print

Seit Dezember stürmt ein deutsches Buch über Professionelles Webdesign die Bestseller-Listen der Sachbücher. Neugierig fragen sich viele, wie es zu diesem Buch Professionelles Webdesign mit XHTML und CSS gekommen ist. Ein zweiteiliges Autoren-Gespräch lüftet das Geheimnis und bringt Licht ins Dunkle.
Einfach modernen Websites. Was war der entscheidende Impuls für Dich/Euch ein Buch über Professionelles Webdesign zu schreiben?
Björn Seibert: Jörg, vielen Dank für die Einladung zum Interview, Hallo den Lesern da draußen. An dieser Stelle möchte ich auch noch mal die Gelegenheit nutzen, mich in unserem Namen bei Dir für die Unterstützung zu bedanken. Du hast die Entwicklung seit der Bekanntgabe des Buchprojekts intensiv verfolgt und Deine Leser auf dem Laufenden gehalten. Ganz nebenbei war das auch Werbung für das Buch - unaufgefordert. Herzlichen Dank!
Der Impuls zu diesem Projekt war Ergebnis eines lang gehegten Traums und zum anderen ganz praktischer Überlegungen. Schon immer war es ein Wunsch von mir, mal ein Buch zu schreiben. Schon bevor an Webdesign zu denken war.
Fortschritt ist der Übergang von Situationen, denen Nachteile man schon kennt, zu Situationen, deren Nachteile man noch nicht kennt.
Anorld Gehlen
Als ich mich im Februar/März 2005 durch die Archive meines Weblogs klickte, fiel mir auf, dass sich im Lauf der Zeit einige Artikel und Übersetzungen zu Webdesign und Webstandards angesammelt hatten. Das führte zu der Überlegung, dass man diese Inhalte doch mal strukturiert und übersichtlich zusammenzufassen und sich mit den Themen noch intensiver beschäftigen könnte.
Vielleicht als Serie in PDF? Nein. Denn ich wollte ja schon immer mal ein Buch schreiben… Warum also nicht über Webdesign und barrierefreie Webseitengestaltung? Die Tatsache, dass eigentlich noch kein vergleichbares deutschsprachiges Konzept auf dem Markt war, war schließlich Motivation genug, sich an ein Buchprojekt heran zu wagen.
Also begann ich mit den inhaltlichen Planungen. Zunächst erstellte ich, wie ich das auch bei einigen Seminararbeiten im Rahmen des Studiums getan hatte, ein ganz einfaches Inhaltsverzeichnis. Im nächsten Schritt begann ich damit, die einleitenden Texte, etwa 20 Seiten zu schreiben, um dadurch näher zu definieren, was in dem Buch behandelt werden sollte und warum.
Das so erstellte Rohkonzept schickte ich dann im April 2005 an den Verlag, wo man direkt überzeugt war. Spätestens zu diesem Zeitpunkt stand die Entscheidung fest, es“ zu machen.
Was gab den Ausschlag dafür, dass Du mit Manuela ein Buch zusammen geschrieben hast?
Björn Seibert: Es war mir schnell klar, dass ich dazu Unterstützung brauchte. Erstens auf Grund zeitlicher Limitation – bis zum Ende des Jahres müsste ich es schaffen, um das Studium nicht zu beeinträchtigen – und zum anderen war ein richtiger Designteil geplant, wozu das Buch Profiwissen zum Design im engeren Sinn brauchte, um auch für diesen Bereich echte Methoden und Werkzeuge beschreiben zu können .
Ich kannte Manuela Hoffmann über ihre Website bereits seit über zwei Jahren und verfolgte mit großem Interesse alle ihre Projekte und Artikel. Sie war - und ist es auch heute noch - eines meiner großen Vorbilder. Die Wunschkandidatin.
Über weitere potentielle Partner hatte ich mir noch keine Gedanken gemacht. Und so war ich dann auch entsprechend etwas aufgeregt, als ich ihr die Mail“ schickte und auf ihre Antwort wartete. Ihre Zusage kam relativ schnell. Sie war der offizielle Startschuss, die weiteren Planungen konnten also beginnen.
Lektor Jan Watermann schreibt im Vorwort: … dieses Buch ist für Anfänger nicht geeignet.“ Würdet Ihr die Aussage auch so krass formulieren? Für welche Leser ist Euer Buch insbesondere gedacht?
Björn Seibert: Zugegeben, hatten wir es (unbewusst) noch etwas krasser formuliert. Wir kamen aber zum Schluss, dass wir damit Leser abschrecken und das Ziel des Buches u.U. gefährden würden. Das Buch eignet sich natürlich für jeden, der Websites macht und sich entweder im Umstieg auf standardkonformes Webdesign befindet oder ihn wagen möchte und einfach nicht weiß, wo man damit am besten beginnt.
Voraussetzungen zur Lektüre und dem Verständnis der Inhalte sind lediglich der sichere Umgang mit (X)HTML an sich, erste Erfahrungen mit CSS und vor allem auch der Wille und die Motivation, schlanke und zugängliche Websites zu produzieren. Fortgeschrittene eben, keine Neulinge.
Es ging uns bewusst nicht darum, im Rahmen des Buches noch HTML-Coding und CSS von klein auf zu lehren. Zum einen gibt es dazu bereits eine Fülle an Literatur und auf der anderen Seite hätten wir so das Ziel nicht erreicht, ein handliches Kompendium zum standardkonformen Webdesign zu verfassen. Die ersten Leser-Aktionen zeigen, dass wir diesem Idealziel ziemlich nahe gekommen sind.
Es ist schwer, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, nicht zu ausführlich und langatmig zu schreiben und dabei möglichst alle Aspekte zu berücksichtigen. Hier und da hätte etwas mehr Tiefgang vielleicht auch gut getan. Insgesamt sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Anregungen der Leser gegenüber sind wir sehr aufgeschlossen und so entsteht im Hintergrund auch schon eine ausführliche Dokumentation zur Errata für Nachfolgeauflagen.
Bisher gab es in Deutschland wenige Bücher, die sich dem Thema Professionelles Webdesign und Webstandards widmen. Gegenwärtig scheint der Knoten geplatzt zu sein. Haben wir in Deutschland den Trend verschlafen? Welche Ursachen gibt es Eurer Meinung nach dafür?
Björn Seibert: Zunächst möchte ich betonen, dass es bei der Konzeption und der Entwicklung standardkonformer Websites nicht um einen Trend geht. Tatsächlich waren XHTML und CSS leider einige Zeit mehr oder weniger Trendwörter, das stimmt. So bemühte man sich validen Quellcode und CSS zu schreiben und hängte sich das mehr oder weniger als Label an.
Der entscheidende Fehler bestand darin, dass man sich zu wenige Gedanken über das Warum machte. Das gilt aber nicht nur für Deutschland. Auch z.B. in den USA bedurfte es einiger Wecksignale. Die Standards waren da, wurden aber nicht zielgerichtet eingesetzt.
Jeffrey Zeldmans Buch Designing with Web Standards würde ich schließlich als Urknall des modernen Webdesigns bezeichnen. Auch andere, wie z.B. Eric Meyer, Molly Holzschlag etc. gehörten zu den Vorreitern. Sie traten eine wahre Welle los und verstanden es auch rechtzeitig auf die Trendbremse“ zu treten, indem sie stets den Bezug zur Praxis herstellten und davor warnten, dass nicht die Standards alleine der Schlüssel zum Erfolg sind.
Das wir hierzulande oft etwas später dran sind, ist normal und nicht unbedingt als Nachteil anzusehen. Solange man aus den Best Practices“ lernt und die richtigen Schlüsse zieht. Egal ob im Webdesign oder anderen Gebieten. Wir sind nicht unbedingt ein Volk der Pioniere. Das war einmal, denkt man z.B. an das erste Auto. Das hat sich geändert.
Deutschsprachige Bücher zum Thema waren in der Tat rar. Ein Konzept, das versucht einen ganzheitlichen Ansatz zur Entwicklung einer modernen und zugänglichen Website zu erarbeiten, war bisher noch nicht auf dem Buchmarkt. Das bestätigten uns die eigenen Erfahrungen als Leser und spätestens heute auch die ersten Reaktionen unserer Leser.
Einige scheinen regelrecht darauf gewartet zu haben, was auch die Vorschusslorbeeren zum Ausdruck brachten, bevor überhaupt irgendjemand nur eine Zeile gelesen hatte. Womit sich unsererseits die Nervosität zum Erscheinungstermin weiter steigerte.
Professionelles Webdesign hat das Potenzial, zu einem Standardwerk im deutschen Sprachraum in Fachgebiet Webdesign und Webstandards zu werden. Was begeistert die Autoren daran am meisten?
Björn Seibert: Ich glaube, da auch für Manuela zu sprechen. Wir sind überwältigt von dem Wirbel. Ich würde selbst als Autor nicht den Begriff Standardwerk benutzen. Das sollten, wenn dem so ist, andere beurteilen. Uns ehrt dieser Vergleich, keine Frage.
Nachdem man neun Monate intensiv an so einem Buch gearbeitet hat und weiß wie viel Arbeit und Stress dahinter stecken, ist man zunächst erleichtert und stolz auf das, was man geleistet hat, unabhängig davon wie das Produkt“ aufgenommen wird.
Wir sind froh, nach den ersten Reaktionen zu sehen, dass wir auch die meisten Leser damit zufrieden stellen konnten und begeistert davon, zu sehen dass im deutschsprachigen Raum mehr Bewegung im Bereich Webstandards ist, als man vielleicht annehmen konnte. Wir hoffen einen weiteren Impuls gegeben zu haben und hoffen darauf, dass standardkonforme und zugängliche Webentwicklung mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit wird.
Das Schreiben eines Buches mit einem solch großen Themengebiet erfordert gewiss regionale Koordination, elektronische Hilfsmittel, Disziplin und gutes Timing. Wie habt Ihr die Arbeit am Buch koordiniert und erfolgreich über die Entfernung gestaltet?
Björn Seibert: Die Koordination gestaltete sich überraschend einfach. Aber wir hatten wahrscheinlich ein gutes Händchen bei der Terminplanung und zum Glück auch das ein oder andere Tool zur Unterstützung. Ich denke im Endeffekt spielt die Entfernung dabei kaum eine Rolle. Wir haben und lediglich einmal im Juni in Berlin getroffen.
Witzigerweise spielte das Buch dabei eine untergeordnete Rolle. Ich war einfach froh, meine Partnerin auch mal persönlich kennen zu lernen. Ich denke, dieses Treffen war für die Projektatmosphäre sehr wertvoll und erklärt, warum es nie zu Spannungen kam, egal wie stressig es vor allem gegen Ende wurde.
Die Disziplin spielte wohl eine Hauptrolle. Bei Manuela, weil sie als selbständige Designerin sehr beschäftigt ist und die Arbeit am Buch zusätzlichen Aufwand erforderte. Wer mal mit ihr zusammen gearbeitet hat, wird bestätigen können, dass es nahezu unglaublich ist, was sie leistet. Manchmal glaubt man echt, sie hätte noch ein Double. Anders kann man sich oft dieses Pensum nicht erklären.
Bei mir war es zunächst so, dass ich mich bis September fast ausschließlich auf das Buch konzentrieren konnte - Ich war in dieser Zeit nur einmal die Woche für einen Tag arbeiten um Geld zu verdienen. Ab September kam der große Hammer“. Ich begann mit dem Praxissemester bei der DaimlerChrysler AG. Was bedeutet, dass ich es schaffen musste, neben einer 39 Stunden Woche in der Firma, das Buch fertig zu schreiben. Zu diesem Zeitpunkt fehlten mir noch etwa 60 Seiten. Von September bis Dezember galt es also, jeden Tag nach 19:00 Uhr noch drei bis vier Stunden und an den Wochenenden etwas für das Buch zu tun. Es war eine sehr anstrengend, die Wochen rasten vorbei.
Anfangs arbeiteten wir per Mail zusammen. Es wurde aber schnell unübersichtlich. Manuela hat dann Basecamp vorgeschlagen. Ich hatte davon lediglich gehört und war gleich begeistert von diesem Tool. Die weitere Koordination und Kommunikation wurden dadurch extrem erleichtert.
Die Möglichkeit Nachrichten zu schreiben und weiter zu kommentieren - ähnlich einem Weblog aber eben privat - erhöht die Übersicht enorm und reduziert den Aufwand für organisatorische Koordination enorm. Außerdem konnten wir so regelmäßig aktuelle Dokumente archivieren und bei Bedarf abrufen, sodass wir stets eine einheitliche Informationsbasis hatten. Links zu interessanten Websites haben wir undecover“ über Spurl gesammelt und kategorisiert.
Auch die Zusammenarbeit mit unserem Lektor Jan Watermann war sehr professionell. Ich informierte ihn regelmäßig etwa alle zwei Wochen über den aktuellen Stand. Dazu schickte ich ihm oft das aktuelle Skript, um frühzeitig auch schon Einwände seinerseits einarbeiten zu können. Es war sehr angenehm mit ihm zusammenzuarbeiten. Er selbst sowie das gesamte Galileo-Computing-Team haben sehr gute Arbeit geleistet. Wir Autoren fühlten uns während des gesamten Projekts optimal betreut. Wofür wir uns auch an dieser Stelle noch mal herzlich bedanken möchten!
Die Arbeit an einem Buch hält immer auch Stolpersteine und Glücksmomente für die Autoren bereit. Welche Stolpersteine musstet Ihr beiseite räumen? Welches waren die Momente, die Eurem Projekt Auftrieb, Zuversicht und Motivation gegeben haben?
Björn Seibert: Der größte Erfolg stand gleich zu Beginn. Es war die Zusage Manuelas und Gelegenheit mit ihr zusammenarbeiten zu können. Ein erstes komplettes Kapitel fertiggestellt zu haben war ein weiterer großer Motivationsschub. Manuelas erste Urteile“ machten sehr zuversichtlich, auf dem richtigen Weg zu sein.
Motivationsprobleme hatte ich dann erstmals im Juli/August. In dieser Zeit arbeitete ich am Kapitel über Tabellen. Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Thema so ausführlich werden würde, erkannte aber die Notwendigkeit, sich intensiv mit diesem Teil zu beschäftigen. Zudem wurde just in dieser Zeit in der Nachbarschaft ausgiebig renoviert. Die Bohrgeräusche verhinderten oft genug ein konzentriertes Arbeiten und demotivierten teilweise sogar. Das war zum Glück nur eine kurze Phase.
In der Zusammenarbeit mit Manuela gab es nie Motivationsprobleme oder Konfliktpotential. Ich denke, wir konnten uns auch gegenseitig ganz gut pushen, wenn der Antrieb mal nicht ganz so hoch war.
Mit der Zeit wurde es etwas unheimlich. Es gab eigentlich gar keine wirklichen Stolpersteine. Nur in der Korrekturphase gab es kleinere Hindernisse zu überwinden. Insgesamt aber war es ein nahezu perfekt organisiertes Projekt. Wir kamen praktisch nie in Terminprobleme und empfanden die Arbeit am Buch zwar als stressig, aber angenehm.
Ich möchte auch betonen, dass es ohne die Unterstützung meiner Freundin nicht funktioniert hätte. Sie hat mir einige Belastungen abgenommen. Ich denke Manuelas Familie war auch froh, sie wieder etwas mehr für sich zu haben.
Als Ergänzung zum Buch habt Ihr eine Website mit einem Forum eingerichtet. Was genau möchtet Ihr mit diesem zusätzlichen Service erreichen, was kann er leisten?
Björn Seibert: Innerhalb des Buches haben wir eine Reihe von Links genannt. Es ist nicht sehr angenehm, diese abzutippen, um die entsprechenden Seiten zu besuchen. Das ist der praktische Gedanke daran.
Außerdem geht es uns darum, ergänzende Links zur vertiefenden Lektüre der behandelten Themen bereitzustellen und eine Plattform für Leser, Webdesigner und Autoren zu schaffen. Da ein Buch auch im Nachhinein Fragen aufwirft, die es zu beantworten und diskutieren gilt. Wichtige neue Artikel und technologische Veränderungen kann das Buch nicht nachdokumentieren. Eine entsprechende Website schon.
Euer Buch hat bisher eine gute Resonanz gefunden. Es ist bereits in den ersten Wochen sehr gute verkauft worden. Wie erklärt Ihr Euch diesen Erfolg?
Björn Seibert: Ich glaube daran hätte niemand gedacht. Allen voran unser Lektor Jan Watermann, der den Markt kennt. Wir, die Autoren, haben bisher keine Vergleichsmöglichkeiten, der Lektor spricht von einem sensationellen Start“. Wir freuen uns, dass es so gut läuft und es zeigt uns, dass sich die harte Arbeit gelohnt hat. Eine wirkliche Erklärung dafür haben wir noch nicht.
Kochrezepte sind bei Lesern heiß begehrt. In den Kommentaren zu Eurem Buch habe ich auch kritische Stimmen entdeckt. Manch Leser hat sich wohl fundamentale Neuigkeiten von Eurem Buch erwartet. Professionelles Webdesign heißt auch harte Arbeit und vor allem praktische Umsetzung. Die muss doch jeder Leser dann aber noch selbst leisten, oder?
Björn Seibert: Revolutionäre Neuigkeiten oder gar Entdeckungen konnte man natürlich nicht erwarten. Daher war es auch wichtig, das in der Einleitung klar zu stellen. Denn die Spezifikationen und Richtlinien sind vorhanden, in ihrem zielgerichteten und möglichst sinnvollen Einsatz besteht die eigentliche Herausforderung. Die Auslegung auf ein möglichst handliches Buch, verlangte die Reduktion auf grundlegende Konzepte und Beispiele. Weshalb wir auch davon abgesehen haben, alles klein-klein zu erklären, um die Konzentration auf das Wesentliche zu fördern.
Ich denke auch, dass es dann zu langatmig geworden wäre. Von daher standen möglichst kurze und prägnante aber eingängliche Beispiele im Vordergrund. Darüber hinaus auch entsprechendes Hintergrundwissen, sowie weitere Tipps aus der Praxis und Empfehlungen.
Wie bereits erwähnt ging es darum, den Lesern einen Leitfaden zur Hand zu geben. Zu zeigen, wie man zu einem ganzheitlichen Ansatz gelangt und auch Zusammenhänge zu verdeutlichen, um somit auch die Frage nach dem Warum beantworten zu können. Die Website mit ergänzenden Praxis-Links ermöglicht im Bedarfsfall die ergänzende Lektüre. Sei es z.B. weil man in CSS noch nicht ganz so fit ist, weil man gerne auch andere Meinungen nachlesen möchte oder ganz gerne noch ein paar Praxisbeispiele und Vorlagen hätte.
Nicht den Umgang mit dem Werkzeug selbst, z.B. HTML, wollen wir erklären. Uns ist es wichtig zu verdeutlichen, welches Werkzeug man wie und in welchem Zusammenhang am besten einsetzen kann. Die Methodik steht im Vordergrund. Deshalb auch das entsprechende Konzept und der Hinweis auf dem Buch.
Euer Buch bietet umfangreiches Hintergrundwissen zu Professionelles Webdesign mit XHTML und CSS in praktisch aufgearbeiteter Form. Was kann Euer Buch leisten? Welche ergänzende Literatur würdet Ihr interessierten Lesern zum weiterführenden Studium empfehlen?
Björn Seibert: Das Buch kann den Lesern die richtigen Impulse geben und zeigen, wo und wie sie am besten beginnen. Es wird niemandem (X)HTML oder CSS beibringen können. Sehr wohl aber zeigt es den Lesern, wie und warum man bestimmte Elemente verwendet oder wie man zielgerichtet, schlankeren Quellcode und Stylesheets schreiben kann, Barrieren abbaut und schließlich auch mit einfachen Mitteln das Design nicht zu kurz kommen lässt.
Die praktische Umsetzung liegt in den Händen der Webdesigner, ganz klar. Es ist unmöglich, das“ richtige Rezept zu bieten, was für alle Websites gleich gut funktioniert. Wir hoffen aber, durch den Leitfaden die nötige Unterstützung beim Umstieg geben zu können und wichtige Einblicke zu bieten.
Referenzen zu CSS und (X)HTML findet man in den entsprechenden Spezifikationen auf den Seiten des W3C. Kommentiert und weiterführend erklärt z.B. bei http://www.css4you.de oder bei Michael Jendryschik unter http://jendryschik.de/wsdev/einfuehrung/xhtml/.
Zur Lektüre in Druckform empfehle ich persönlich:
- Jeffrey Zeldman: Designing with Web Standards (nach wie vor aktuell)
- Kai Laborenz: CSS Praxis
Oder eben andere vergleichbare Werke.
Welches sind aus Deiner/Eurer Sicht gegenwärtig die größten Herausforderungen für ein Professionelles Webdesign?
Björn Seibert: Zunächst ist es nicht zu übersehen, dass sich das Web im Wandel befindet. Neue bzw. wiederentdeckte Datenformate und vor allem auch die neue Form der Informationsverbreitung- und -syndizierung stellen hohe Ansprüche. Es genügt nicht mehr nur eine Website mit Inhalten online zu stellen.
Eine geschickte Informationsarchitektur und damit verbundenes Content-Management – nicht nur mit Hilfe großer kommerzieller Komplettsysteme - ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Die verbesserte Austauschbarkeit von Webinhalten ist eins der großen Ziele. Auch private Websites können und sollten daran teilhaben.
Im Webdesign im engeren Sinn wünsche ich mir eine Fortsetzung der positiven Ansätze. Standardkonformes und schließlich zugängliches und somit beständigeres Webdesign muss weiter an Bedeutung gewinnen. Ich hoffe zudem, dass immer mehr Re-Designs bestehender Webpräsenzen als Chance genutzt werden. Aus persönlichen Kontakten kann ich entsprechende Tendenzen bestätigen. Auch normale Unternehmen“ setzen verstärkt auf tabellenlose und zugängliche Umsetzung ihrer Webinhalte.
Welche Botschaften, Impulse oder Anregungen möchtet Ihr den Lesern Eures Buches noch ganz persönlich mit auf den Weg geben?
Björn Seibert: Wir hoffen, wir konnten die hohen Erwartungen erfüllen. Den Lesern wünschen wir neben Aha-Erlebnissen viel Spaß bei der weiteren Lektüre und freuen uns auf den weiteren Dialog. Den Lesern gilt unser Dank für das in uns gesetzte Vertrauen!
Ich wünsche allen Webdesignern vor allem auch viel Spaß am Internet und hoffe auf viele neue interessante Websites. Ich wünsche mir mehr kreative Impulse auch aus Deutschland. Ich bin der Meinung wir können das, lediglich am Selbstvertrauen mangelt es ein wenig.
Euer Buch ist nun erfolgreich erschienen. Zeit für neue Herausforderungen und einen Blick in die Zukunft. Was sind Eure persönlichen Pläne und Prioritäten im Jahr 2006?
Björn Seibert: Ich werde zunächst noch bis Ende Februar im Praxissemester arbeiten. Danach werde ich mich an die Erstellung der Diplomarbeit machen. Ab Sommer möchte ich im Bereich Webdesign- und Entwicklung arbeiten, erste interessante Kontakte bestehen bereits. Die Priorität liegt so im ersten Halbjahr wieder auf dem Studium, ab dann in der weiter professionalisierten Arbeit mit Webstandards.
Das Webdesign-Team Manuela-Björn wird auch 2006 weiter aktiv sein. So planen wir die inhaltliche Weiterentwicklung und ein Re-Design der CSS-Hilfe. An weiteren Ideen wird es sicherlich auch nicht mangeln. Die Frage ist, ob das nebenher alles machbar ist.
Ich danke Euch im Namen der Leser von einfach-persoenlich sehr herzlich für die interessanten Einblicke und Hintergründe zu Eurem Gemeinschaftswerk. Ich wünsche Euch beiden viel Erfolg im Jahr 2006. Wir freuen uns auf weitere wertvolle Impulse, Anregungen und Projekte und drücken Euch einfach persönlich beide Daumen.
Björn Seibert: Vielen Dank, es war mir ein Vergnügen, die interessanten Fragen zu beantworten! Ich wünsche auch Dir für "Einfach persönlich" weiter alles Gute und hoffe auch 2006 auf viele Interessante Inhalte und vor allem auch wieder die ein oder andere web-philosophische“ Diskussion.
Den Lesern des Buches ein herzlichen Dankeschön und ein erfolgreiches Jahr!
Informationen zum Buch
Professionelles Webdesign mit (X)HTML und CSS
von Björn Seibert, Manuela Hoffmann
Verlag Galileo Press
1. Ausgabe, Gebunden, 345 Seiten
Erschienen: Dezember 2005
ISBN: 3898427358
Preis: EUR 29,90 (ab 23,90 EUR)
Website zum Buch
Autoren-Information Björn Seibert
Björn Seibert aus Ludwigshafen beschäftigt sich seit einigen Jahren mit den Webstandards für (X)HTML und CSS. Als Webmaster einer Sportseite und Betreiber eines gut besuchten Weblogs zu den Themen (X)HTML, CSS, Accessibility (Zugänglichkeit und Barrierefreiheit) und Webdesign (www.bs-markup.de) erweiterte und vertiefte er seine Kenntnisse kontinuierlich. Im Sommer 2006 wird er sein Studium der Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule in Ludwigshafen abschließen und dann im Bereich der IT und/oder Webdesign und -entwicklung arbeiten.
Das Interview mit Björn Seibert ist Teil eines zweiteiligen
Autoren-Gespräches mit Manuela Hoffmann und Björn Seibert
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