CSS-Layouts vs. Tabellenlayouts - Diskussion um Layout-Grundlagen mit CSS

07.02.2006 | CSS, Webdesign, Webstandards | 11 Kommentare | Print

Bewegung kommt in die Diskussion. Ein Nachdenken über CSS-Layouts vs. Tabellenlayouts ist wichtig. Warum bringt aber erst das kritische Weiterdenken die wichtigen Impulse für die Zukunft?

Wenn ich mir in den letzten Tagen einige Veröffentlichungen auf deutschen Webseiten anschaue, dann scheint in die Diskussion um Professionalität im Webdesign, CSS und Layout einige Bewegung gekommen zu sein. Das freut mich.

Im Januar war meine Interview-Reihe zum Webdesign 2006 und mein offener Brief an die Webkrauts offenbar Anlass zum Beitrag Modernes Webdesign verbreiten - Aussicht auf 2006 im SELFHTML aktuell Weblog.

Dieser Tage wird nun, vielleicht auch im Zeichen der Suche nach dem heiligen Gral der Weblayouts, über die Frage CSS-Layouts vs. Tabellenlayouts diskutiert.

Im Fokus: CSS-Spaltenlayout & seine Techniken

Der Beitrag Grundlagen für Spaltenlayout mit CSS lieferte dazu eine sehr gute Ausgangsbasis. Mathias Schäfer hat sich viel Mühe gegeben und einen inhaltlich ausführlichen Beitrag zu den Techniken, um Mehrspaltigkeit mit CSS flexibel umzusetzen, geschrieben. Wer von Euch sich momentan mit Büchern und der Theorie zu tabellenfreien Webdesign sowie dem Einsatz von Floats in Layout-Design beschäftigt, der sollte sich diesen Beitrag keinesfalls entgehen lassen. Ein wenig Zeit solltet Ihr Euch allerdings nehmen, denn einige Punkte darin sind durchaus diskussionswürdig.

Kritisches Weiterdenken gibt Impulse

Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom.
Albert Einstein

Jens Grochtdreis hat dazu seine Ansicht im weiterführenden Beitrag CSS-Layouts vs. Tabellenlayouts geschrieben und zur Diskussion gestellt.

Seine Gedanken nehmen das Fazit von Mathias auf und stellen es kritisch in Frage.

Er diskutiert dies ganz bewusst unter der Frage, wie man mit CSS-Layouts bestimmte Charakteristika von Tabellenlayouts nachbilden kann. …
 
Webseiten sind Texte. Es war nie gedacht, sie mittels Tabellen zu layouten. Doch da in den Kindertagen des Web die Browser noch schlechter waren, als sie es heute leider noch sind, fand man schnell den Trick, mittels Tabellen ein Layout zu erstellen. Layouttabellen gibt es noch immer und sie funktionieren noch immer, obwohl sie als Layoutkrücke mittlerweile unnötig sind.
Jens Grochtdreis

Auch wenn ich mich weniger an der Schuld-Frage für eine solche Entwicklung beteiligen will, hat mich das Fazit von Mathias zu etwa den gleichen Überlegungen, mindestens aber zum Nachdenken gebracht. Es zeigt sich wohl sehr deutlich, dass hier ein kreatives Weiterdenken und eine andere Sicht zu den Dingen dringend gefragt sind, wollen wir kurz-, mittel- und langfristig entscheidend zu einem Umdenken in der Sachfrage beitragen.

Neue Sichtweisen bringen neu Lösungen

Es mag zwar angebracht sein, die Ursachen zu diskutieren. Im Sinne der Meinungsbildung und inhaltlichen Ausrichtung ein ganz wichtiger Aspekt. Dennoch möchte ich den Blick dabei in die Zukunft richten und nutzenorientierter denken.

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen,
durch die sie entstanden sind.
Albert Einstein

Ob Tabellen- oder CSS-Layout, der Fortschritt in der Sache steht im Fokus. Wollen wir eine Lösung des Problems erreichen, müssen wir wohl oder übel ein paar Schritte zurücktreten. Aus einer neuen (vielleicht höheren) Perspektive sehen die Dinge gewiss noch ganz anders aus. Manches Problem wird viel kleiner. Die wichtigen Punkte treten hervor.

Professionalität & selbstkritisches Denken

Professionalität ist auch in Bezug auf die Lösungsstrategie gefragt. Und in diesem Zusammenhang kann ich nur an die Worte von Albert Einstein denken. Wir lösen die Probleme nicht in der uns alten gewohnten Denkweise.

Wenn wir das Internet voranbringen wollen und für die nächste technische Revolution wirklich gerüstet sein wollen, dann müssen wir professionell sein. Unter Professionalität verstehe ich, dass wir uns auf der Höhe der Zeit und der technischen Entwicklung befinden. Dies bedeutet auch, das eigene Vorgehen, die eigenen Fähigkeiten ständig zu hinterfragen, überprüfen und zu verbessern. Dieser Wissensfortschritt ist in alten Professionen wie der Juristerei selbstverständlich. Es wäre schön, wenn wir dies auch bald von der Internetbranche sagen können.
Jens Grochtdreis

Ein schönes Schlusswort schreibt Jens unter seinen Beitrag.
Dem habe ich einfach nichts hinzuzufügen und kann ihm nur beipflichten.

Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
Albert Einstein

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