Endlich da: DrWeb Design-Trends 2.0

10.02.2006 | Webdesign | 5 Kommentare | Print

Auf eine Aussage zu Design-Trends aus dem Hause DrWeb haben wir lange warten müssen. Nun wissen wir endlich, woran wir uns zukünftig orientieren müssen.

Im gestrigen Podcast-Interview habe ich es angedeutet. Die Trend-Interviews Webdesign 2006 mit Webdesignern und Bloggern hätten noch umfangreicher ausfallen können. Alle Spezialisten konnte ich gewiss noch nicht ansprechen. Leider haben auch einige Experten keine Zeit und Gelegenheit gefunden.

Umso mehr habe ich mich gefreut, vom Webdesign-Experten Nr. 1 DrWeb in Deutschland nun etwas zu Design-Trends 2.0 im neuen DrWeb-Newsletter zu lesen. Wer aber denkt, dass Sven Lennartz einen eigenen umfangreichen Beitrag dazu geschrieben hat, wird aber leider enttäuscht. Seine recht kurze Nachricht beruft sich außerdem auf internationale Quellen.

Aufmerksam lese ich seine Meldung. Einmal, zweimal, dreimal und ich werde nachdenklich. Aber lest selbst:

Voraussagen über Designtrends sind nicht selten, viele fühlen sich dazu berufen. Mit mehr oder weniger nützlichen Erkenntnissen.
Sven Lennartz

Beim Lesen bekomme ich irgendwie den Eindruck, als disqualifiziert er mit diese Aussage alle Webspezialisten Deutschlands zugunsten seiner eigenen Berichte. Ein leichtes Runzeln tritt auf meine Stirn. Aber ich lese weiter:

Eine tiefer gehende Analyse speist sich aus Beobachtungen von Emily Chang. Als Grundlage dienen über 40 Interviews mit Firmen, die man dem Umfeld von Web 2.0 zurechnet.
Sven Lennartz

Und weil die im ersten Teil nicht zitierten Aussagen so oberflächlich sind, müssen dann »tiefer gehende Aussagen« von wirklichen Spezialisten die neuen Kern-Aussagen bringen. 40 Interviews und wirklich fundamentale Erkenntnisse bringen dann auch Licht ins Dunkle Webdesign-Deutschland:

Charakteristische Attribute einer modernen Web-Gestaltung sind danach: Einfachheit, Schnelligkeit, Intuitive Nutzung, gemeinschaftliche Nutzung (Social), Minimalismus, Spaß und Nützlichkeit.
Sven Lennartz

Ich bin einfach persönlich sprachlos. Mit diesen Erkenntnissen habe ich natürlich nicht gerechnet. Und ich erkenne zugleich, dass wir in Deutschland noch sehr viel lernen müssen. Vor allem Professionalität und Tiefe sind echte, tief greifende Engpässe.

Schlussfolgerung

Nachdenklich komme gehe ich mit mir ins Gericht, denn jetzt weiß ich natürlich dank des Kurzberichtes, warum Sven Lennartz kein Interview mit mir zu Webdesign Trend 2006 führen wollte.

Er hatte nicht nur einfach keine Zeit. Er hat viel früher erkannt als ich, dass ich mit meiner spontanen Initiative auf dem völligen Holzweg war. Leichtgläubig wie ich war, habe ich einfach drauflos gelegt, alle Bedenkensträger ignoriert und bin viel zu naiv an das Thema herangegangen. Vielleicht habe ich mir aber auch nur einfach getraut, ein Thema anzufassen, dass eine heilige Kuh darstellt und natürlich nur von Spezialisten diskutiert werden darf.

Ich habe mich deutlich über meine Kompetenzgrenzen hinweg bewegt. Das ist mir heute eindeutig klar geworden. Bleibt mir also lediglich eines:

Björn Seibert, Jeena Paradies, Manuela Hoffmann, Alp Uçkan, Jens Meiert, Gerrit van Aaken, Michael Preidel, Jens Grochtdreis, Oliver Wagner, David Maciejewski, Dirk Schürjohann, Vladimir Simovic, Martin Labuschin, Ingo Helmdach, Knut Karnapp, Wolfgang Bartelme und Ralph Segert

also alle Beteiligten für mein jugendlich leichtfertiges Vorgehen um Nachsicht zu bitten.
Ich hatte ehrlichen Herzens nur Gutes im Schilde, einfach persönlich!

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Kommentare und verweisende Trackbacks

zum Beitrag: Endlich da: DrWeb Design-Trends 2.0

Kommentare

1 | Oliver Wagner schreibt am 10.02.2006, 12:05:

"... vom Webdesign-Experten Nr. 1 Dr.Web..."

Genau. Da können wir alle noch was lernen ;-)
Vermutlich ist gelb auch in 2006 wieder die Farbe schlechthin, nur wir ahnungslosen haben es immer noch nicht erkannt.

2 | molily schreibt am 10.02.2006, 12:29:

»als disqualifiziert er mit diese Aussage alle Webspezialisten Deutschlands zugunsten seiner eigenen Berichte«

Und selbst wenn, er hätte vollkommen Recht. Was die Interviews aber lediglich relativiert und in einen Kontext einordnet. Das rückt sie eher ins rechte Licht. Niemand von den Interviewten entwickelt (meines Wissens) Web-2.0-Anwendungen, die mit Krachern wie Writely, gOffice oder last.fm vergleichbar sind. Natürlich backen die so genannten »Webspezialisten Deutschlands« nur kleine Brötchen im globalen Vergleich. Wer keine Web-2.0-Site aus dem Boden gestampft hat und sie erfolgreich managt, hat auch nicht die entsprechenden Erfahrungen.

3 | Ernst Baumeister schreibt am 10.02.2006, 15:58:

Wie das Interview mit dem Webexperten Ralf Segert der zu keiner Frage eine intressierte Meinung hat? Und der am Schluss sagt: "...die vielen überladenen Sites begünstigen einen gewissen Trend zum Minimalistischen. Somit hast Du mich doch noch zu einer Trendvermutung verleitet."

Bestätigt den kritisierten Text doch nur. Oder haben wir es hier mit dem "Verschmähten-Liebhaber-Syndrom" zu tun?

4 | ralph schreibt am 11.02.2006, 21:01:

Herr Baumeister, "Webexperte" haben Sie gesagt.

Und davon abgesehen, Jörg, warum tangiert Dich die Absage von Dr.Web eigentlich so? Eine Absage sollte doch möglich sein.

5 | ralph schreibt am 13.02.2006, 19:39:

Einfach persönlich Deine Antwort. Danke!

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