Freude oder Schmerz? - Was ärgert Euch an Weblogs am meisten?
23.02.2006 | Blogging, Blogging Tipps, Persönlich | 14 Kommentare | Print

Wer besser werden will, muss wissen was er eigentlich verbessern möchte. Ob privat, beruflich oder bei seinem Weblog. Apropos Weblog, was ärgert Euch an Weblogs eigentlich am meisten?
Es gibt im Wesentlichen nur zwei Wege treffsicher herauszufinden, was Ihr wirklich wollt.
- Ihr schreibt auf, was Ihr Euch wünscht.
Dann setzen Ihr es einfach um. - Ihr schreibt auf, was Euch am meisten stört.
Ihr tut genau das Gegenteil davon.
Soll ich raten?
Wenn Ihr beiden Fragen auf zwei getrennten Blättern beantworten wolltet, dann wäre das erste (Wünsche) relativ leer, dahingehen das zweite (Ärger) recht voll.
Hin zur Freunde
Ich habe in meinem Beratungsalltag viele Menschen meckern hören. Zu viele. Wenn es aber richtig konkret wurde, dann hatte ich oft das eben geschilderte Erlebnis. Auf die Frage nach Dinge, die der Befragte sehr gute und besser als andere Menschen konnte, kamen wenige Antworten. Meist musst ich nachfragen, mühsam einige wenige Punkte ermitteln.
Weg vom Schmerz
Auf die Frage aber, was die Befragten glaubten, überhaupt nicht gut zu können, war das Blatt sehr schnell über voll. Selten kam ich dann noch zu Wort. Wie aus der Pistole geschossen wollten die Antworten gar nicht enden.
Meine Erkenntnis
Die meisten Menschen sind im Leben eher die Schmerz-Vermeider. Wir tun erst etwas, wenn wir es gar nicht mehr anders machen können. Der Kittelbrenn-Faktor muss richtige groß sein. Praktisch bewegen wir uns erst, wenn der Kittel bereits lichterloh in Flammen steht.
Weitaus weniger Menschen gehen die Dinge in ihrem Leben von der angenehmen Seite an. Während sie am Agieren sind, sind die Schmerz-Vermeider eher am Re-Agieren.
Die schönste Freude erlebt man immer da,
wo man sie am wenigsten erwartet.
Antoine de Saint-Exupery
Wenn dies nun aber nun mal so ist, dann kann man das auch sehr nützlich einsetzen. Überlegt Euch das nächste Mal, zum Beispiel auf meine Frage, was Euch an Weblogs am meisten ärgert, was Ihr alles gar nicht mögt, und schreibt es einfach auf. Danach braucht Ihr nur noch alles ins Gegenteil verkehren und anfangen dies umzusetzen. Fertig.
Also:
Was ärgert Euch persönlich an Weblogs am meisten?
Ich bin wirklich gespannt!
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Kommentare
1 | Netzblogger schreibt am 23.02.2006, 13:47:
Hallo Jörg,
erstmal will ich Dir zu folgender Aussage 100%ig zustimmen:
Praktisch bewegen wir uns erst, wenn der Kittel bereits lichterloh in Flammen steht.
leider :)
Zu Deiner Frage: Die kann ich leider nicht einordnen. An welchen Weblogs sollte mich etwas stören? An den eigenen? An anderen? An der Technik? Vielleicht habe ich die Frage einfach nicht verstanden.
2 | Jörg schreibt am 23.02.2006, 13:54:
Nun, mein Fokus richtete sich an Weblog grundsätzlich.
Wenn es uns schwer fällt, Verbesserungen zu artikulieren, dann fallen uns lästige Stolpersteine ggf. schneller ein. Damit schau ich mal aus größerer Entfernung auf die Weblogs, ohne ein Spezielles zu meinen.
3 | Bastian Kurz schreibt am 23.02.2006, 14:04:
Was mich an Weblogs am meisten ärgert?
Schlechte Feeds! Ich mags es überhaupt nicht, wenn in Feeds nur unvollständige Beiträge geliefert werden.
Das Anteasern von Beiträgen halte ich für eine sehr schlechte Eigenheit.
Da bringt mir mein Feedreader dann nämlich absolut nichts und ich muß doch wieder den Browser starten.
4 | SilentWarrior schreibt am 23.02.2006, 14:24:
Das Anteasern von Beiträgen halte ich für eine sehr schlechte Eigenheit.
:D
Ich glaube, damit hast du gerade Jörg ein wenig geärgert.
;-) Geht mir aber genauso.
Was mich am meisten stört an Blogs, sind weniger die technischen, als vielmehr manchmal gewisse inhaltliche Dinge. Beispielsweise hab ich Ajaxian.com abbestellt, weil der Typ tatsächlich behauptet hat, search.ch komme aus Schweden. Über solche Kleinigkeiten rege ich mich gerne auf.
Das jetzt ins Gegenteil umzukehren? Hui, das wird schwierig. Ich denke, da ist gute Recherche, Vertrautheit mit dem Thema und ein gewisses Mass an Selbstkritik eine gute Möglichkeit, qualitativ hochwertige Beiträge zu schreiben.
Allerdings muss ich persönlich sagen: Bei mir wären beide Blätter leer – ich habe bei den meisten Blogs weder etwas zu kritisieren noch grosse Wünsche – einfach deshalb, weil ich in meinem Reader nur die Blogs habe, die mir zusagen und mit denen ich wirklich 100% zufrieden bin. Alles andere (Ajaxian) fliegt raus.
5 | Jörg schreibt am 23.02.2006, 14:45:
@SilentWarrior:
Das jetzt ins Gegenteil umzukehren?
Hui, das wird schwierig.
Es ist immer wieder interessant zu beobachten, welche interessante Erkenntnisse dabei herauskommen. Super, hoffe, aus Eurer Sicht kommt das ähnlich rüber. Freue mich auf weitere Aha-Effekte.
6 | Gabi schreibt am 23.02.2006, 15:29:
Wenn Ihr beiden Fragen auf zwei getrennten Blättern beantworten wolltet, dann wäre das erste (Wünsche) relativ leer, dahingehen das zweite (Ärger) recht voll.
Diese Erkenntnis habe ich schon vor fast 20 Jahren während einer Verkäuferschulung (ich habe mal als Verkäuferin gearbeitet) erlangt: Wenn ein Kunde ein negatives Kauferlebnis hatte, erzählt er es durchnittlich 15 anderen Menschen, wenn er ein positives Kauferlebnis hatte, jedoch nur einem.
Als Schmerz-Vermeider muß ich mich auch outen, aber ich glaube fast, das liegt generell in der Natur des Menschen, dass ein Zustand erst geändert wird, wenn der Leidensdruck hoch genug ist. Passiv bleiben ist bequem und sicher, aktiv werden mit Anstrengung und Risiko verbunden.
Nun zu den Weblogs: (ich habe die anderen Kommentare zu diesem Thema noch nicht gelesen)
Am meisten ärgert mich, insbesondere in privaten Weblogs, die Werbung. Auch wenn die Google-Werbung sehr dezent ist: wenn man jedoch gleich vier, fünf Blöcke davon auf die Seite setzt, ist es einfach zuviel. Ordentlichen und ausreichenden, werbefreien Webspace gibt es für weniger Geld im Monat als eine Schachtel Zigaretten kostet.
Ein bißchen lästig finde ich die "weiterlesen"- Funktion. Für sehr lange Einträge sicherlich gerechtfertigt, aber wenn dann nur noch zwei, drei Zeilen kommen, muß das nicht sein, finde ich.
Auch nervig sind die Captcha-Abfragen, besonders wenn die Darstellung der abgefragten Zeichen nicht eindeutig ist und man zwei, drei Mal den Code eingeben muß. Ich weiß, keiner hat Bock, jeden Tag seinen Blog händisch von Span zu befreien... aber ist nunmal so.
Bei den Inhalten ärgert mich bei manchen Blogs, dass sie wenig Eigenleistung enthalten. Nur Links, "Netzfundstücke" oder "via x". Das kann man mal machen, immer braucht man das Rad schließlich auch nicht neu zu erfinden.
7 | Mark schreibt am 23.02.2006, 16:05:
Hallo Jörg,
ich hoffe ich darf mich hier trotzdem noch äussern. ;)
Am meisten ärgern mich Weblogs ohne Substanz. Damit wir uns nicht missverstehen, Deines nehme ich ausdrücklich davon aus.
Ich ärgere mich über Weblogs, wenn ich einen längeren Beitrag lese und auf der Suche nach seiner Essenz am Ende feststellen muss, dass er keine hat.
Viele Weblog-Betreiber handeln anscheinend nur nach der Maxime 'blogito ergo sum'.
Ich erwarte von einem Blog, dass der Schreiber etwas zu sagen hat. Sei es etwas Privates, etwas Persönliches, eine Idee, ein Gedanke oder ein sachliches Thema.
Mich ärgern Weblogs die sich nur und ausschliesslich um sich selbst drehen. Weblogs, in denen jemand schreibt, der nichts zu sagen hat.
8 | Michel schreibt am 23.02.2006, 17:11:
Manche Weblogs sind reine Linkwüsten. Fast jedes Wort hat irgendeine verlinkende Funktion.
Außerdem mag ich auch keine Exzerpt-Feeds :P
9 | Netzblogger schreibt am 23.02.2006, 18:17:
das mit der Vorschau in den Feeds ist tatsächlich nervig. Ich hab das für meinen Blog direkt mal umgestellt.
Ansonsten nerven mich derzeit primär Blogs die keine sind und trotzdem die Blog-Infrastruktur nutzen (Software, Dienste).
10 | Eugê schreibt am 24.02.2006, 19:32:
Ich finde, dass man in Weblogs nur sehr schwer wirklich diskutieren kann. Es ist möglich mit „@Name: ...” zu antworten, aber in Beiträgen mit 100 Kommentaren ist es einfach nicht möglich, einen Überblick zu behalten und eine vernünftige Diskussionsübersicht zu haben.
Ich habe bis jetzt nur einmal eine gute und elegente Lösung gesehen, bei Dunstan Orchard (Direkter Link zum Beitrag). Schade, dass es diese Lösung nicht als Plugin für die bekannten Weblog-Systeme gibt.
Achja, nicht-Voll-Feeds finde ich auch problematisch, weil die Beiträge oft „komplett und fertig” aussehen. Wer also Exzerpt-Feeds anbietet, sollte entweder im halben Satz stoppen und mit Auslassungspunkten andeuten, dass der Beitrag nicht komplett ist („Und deshalb sage ich, dass …”), oder einen „Weiterlesen”-Link zum Beitrag einbauen.
(Und ja, ich kenne die Probleme der Vollfeeds ;-) )
Gruß, Eugê!
11 | Irmgard schreibt am 24.02.2006, 22:42:
Hallo,
darf ich hier mitschreiben?
Was mich ärgert an weblogs - kann ich eigentlich nicht beantworten. Wenn mir etwas nicht gefällt, gehe ich da weg, so einfach ist das, im Gegensatz zum Alltag :)
Ich schau mir eher schon interessiert an, wie etwas gemacht ist, um zu lernen.
Gruß
Irmgard
12 | Hans schreibt am 27.02.2006, 22:07:
Mir gefallen Weblogs, die interessante Themen anschneiden, gut geschrieben sind, informieren, zur Diskussion anregen.
Die Themen dürfen fachspezifisch, tagesaktuell und auch politisch sein.
Wenn die Mischung stimmt kommt man gerne wieder vorbei und schaut was es neues gibt.
13 | Kaba schreibt am 28.02.2006, 00:47:
Nun, mit dem Geschmack ist das so eine Sache. Der eine bevorzugt ja auch einen blauen Pullover anstatt eines grünen Pullovers. Die Frage müßte eigentlich lauten, was stört mich an den Weblog Autoren und nicht an den Weblogs an sich. Und da kann ja jeder seiner Kreativität freien Lauf lassen. Nichts ist schlimmer als nur daran denken zu wollen, den anderen in Form und Style übertreffen zu wollen, um besser werden zu wollen. Und wem ein bestimmtes Weblog nicht gefällt, der muß sich den Feed doch nicht abonnieren. Wie bei jeder Webseite steht immer die Frage nach dem "Was will ich eigentlich mit meinem Weblog genauso wie bei einer Homepage bezwecken?" Die Antworten können ganz verschieden sein. Jeder kann da selbst in sich gehen und mal darüber nachdenken. Hat man seine Antworten gefunden, kann man sich überlegen, wie man das ganze gestaltet. Zum Thema Webdesign schrieb schon Stephan Münz bei SELFHTML "Form ohne Inhalt ist leer, Inhalt ohne Form ist Langweilig". Wichtig ist, dass man Webkonform ist, indem man sich an die Standarts des W3C hält (oder daran mitarbeitet). Und da läßt manche Seite zu wünschen übrig, mal abgesehen vom Inhalt. Also über Geschmack läßt sich ja bekanntlicherweise nun wirklich streiten.
Eine Homepape sowie die Funktionalität eines Weblogs wächst mit der Zeit. Man entdeckt immer weitere Verbesserungsmöglichkeiten (PlugInns) die sich als nützlich erweisen oder beginnt vielleicht selbst welche zu entwickeln. So zumindest meine Erfahrung beim Betreiben von mittlerweile drei Weblogs zu verschiedenen Themenbereichen. Das ideale Weblog wird es nie geben. Eher die zweckbestimmt angepaßten. Was der eine nutzlos findet, paßt jedoch zu den Anforderungen beim anderen. Das mit der Kommentarvorschau z.B. hat mich inspiriert und ich mag übrigens den blauen Pullover.
14 | Astrid schreibt am 02.03.2007, 22:36:
Lieber Jörg,
mich stört überhaupt nichts am Blog. Im Gegenteil, die Blogidee selbst ist ja im Grunde noch so eine super geniale Erfindung der Internetgemeinde. Die Möglichkeiten, welche sich hier eröffnen, bieten viel Spielraum für Tester, Enwickler, Spielkinder und ernsthafte Redakteure.
Vielleicht wird manchmal ein wenig zu viel gespielt. Ich persönlich verwende diesen Ping-Track-und und und... ja nicht. Selbstkritisch denke ich mir da vielleicht meinen eigenen Teil bzw. ob meine Seite es wert ist, gepingt zu werden oder Tracks setzen darf.
Eine Webseite bleibt mit oder ohne Blog einfach immernoch nur eine Webseite. Deshalb entscheiden auch an dieser Stelle einzig und allein die Besucher über die Qualität. Unübersichtliche Blogs unterscheiden sich nicht von unübersichtlichen Seiten. Findet ein Besucher seine gesuchten Informationen nicht, wird die Seite wieder verlassen. Ob Ping, RSS, Kommentar, Blogroll...blah, das macht keinen Unterschied.
Ich finde die Möglichkeiten toll, die speziell Wordpress bietet. Bislang habe ich noch keine Software gefunden, die so anpassungsfähig und benutzerfreundlich ist. Nur mit diesem RSS-Feed abbonieren usw. weiß Otto_normal-Surfer nix anzufangen.
Liebe Grüße as NRW/Lippe
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