Wieviel Körpersprache hat eine Website?

28.02.2006 | Persönlich, Webdesign | 5 Kommentare | Print

Wieviel Körpersprache hat eine Website?

Was hat eine Website mit Körpersprache zu tun? Sehr viel, viel mehr als wir vielleicht ahnen. Ich leiste mir die gewagte These und will Euch erklären warum!

Kann man die Körpersprache eines Menschen mit einer Website vergleichen? Ist das nicht wie Äpfel mit Birnen …? Wenn sich jetzt bereits ein skeptisches Nachdenken bei Euch einstellen sollte, dann liege ich mit meinem Beitrag Gold richtig.

Wer die Überschrift aufmerksam gelesen hat, merkt, dass ich Euch über eine rhetorische Frage bereits nicht mehr die Chance lasse Ja oder Nein zu sagen. Eine geschlossene Frage wäre viel zu einfach. Die offene Frage nach dem »Wieviel« kommuniziert gleich zwei Dinge:

  1. Eine Website hat Körpersprache.
  2. Es bleibt lediglich die Frage: Wieviel genau?

Ausgangssituation Gestern

Eine Website ist für die meisten von Euch sicher eine Präsentation im Internet. Sie enthält ein mehr oder minder nettes Design, enthält Bilder und die Hauptaussage steht selbstverständlich im Text. Dafür hat man ihn schließlich einmal geschrieben.

Und in der Tat erlebe ich seit Jahren im Internet auch immer wieder dieses Verhalten. Nun ist Gott sei Dank die Zeit langsam vorbei, wo im Internet nur pure Plakat-Wände standen. Wer durch Zufall mal vorbei kam, hatte eben Glück. Ab und an wurden die Werbetafeln dann auch noch etwas geschickter aufgestellt.

Situation Heute

Doch heute spielen Websites eine immer größerer Rolle im (Internet-)Leben der Menschen. Sie dienen vielfach:

  • als Recherche-Instrument,
  • zur Vorinformation einer Kontakt-Anbahnung,
  • als Referenz-Objekt,
  • als Bewerbungsmappe,
  • etc.

Interaktive Websites (Weblgos o.ä.) übernehmen aber immer mehr Funktionen. Sie diesen vielfach bereits:

  • Produkt- und Leistungs-Präsentation,
  • Interaktive Kommunikations-Zentrale,
  • PR- und Akquise-Instrument,
  • Marktforschungs-Instrument
  • Moderner Nachrichten-Ticker,
  • etc.

Die Anwendungen werden immer vielfältiger. Insbesondere Weblogs erlauben es heute, einen Menschen persönlich kennen lernen zu können, wie das vorher selten der Falle war. Ohne den Menschen auch nur einmal persönlich getroffen zu haben, kann ich mir ein recht umfassendes Bild von ihm machen. Ich muss ihn dafür noch nicht einmal am Telefon gesprochen haben.

Hintergrund aus der Kommunikation & Rhetorik

Info
Der Mensch unterscheidet bewusstes und unbewusstes Denken. Unser bewusstes Denken umfasst dabei nur etwa 1/9 bis 1/10 unseres gesamten Denkens. Wie die Spitze eines Eisberges liegt der größere Teil unseres unbewussten Know-hows für uns unsichtbar unter der Wasseroberfläche. Das unbewusste Denken ist als wesentlich mächtiger. So viel wir auch nachdenken, unbewusst haben wir meistens viel schneller eine Meinung.

Auch wenn wir vielfach glauben, dass das gesprochene Wort des Menschen das Wichtigste ist. Seine Wort enthalten nur etwas 8 Prozent der Information, die wir als Mensch wahrnehmen, wenn wir uns mit ihm unterhalten. Ca. 35 Prozent der Information, als wesentlich mehr als wir glauben, wird uns allein durch die Körpersprache des Menschen kommuniziert.

Wir achten bewusst auf die Worte unseres Gesprächspartners. Unbewusst aber haben wir seit Kindes Beinen an gelernt, Körpersprache in Bruchteilen einer Sekunde wahrzunehmen und zu deuten. Manche Menschen können das gewiss besser als andere. Dennoch besitzen wir alle diese Fähigkeiten. Wir können sie nicht abschalten, wenngleich wir uns dieser Wahrnehmungen selten so bewusst werden.

Und jetzt kommt es. Egal ob wir uns dieser Tatsache bewusst sind, unsere Gesprächspartner werden unsere nonverbalen Signale sehr wohl aufnehmen und interpretieren. Es spielt also gar keine große Rolle, ob wir das wollen oder nicht. Es funktioniert auch ohne uns.

Ich bin nun dabei, meine Beobachtungen der letzten Jahre einmal zu systematisieren und aufzuschreiben. In zahlreichen Gesprächen mit Kunden, Bekannten und Freunden haben sich meine Erkenntnisse immer weiter verdichtet. Soweit, dass für mich heute außer Frage steht, dass auch eine Website eine Körpersprache hat.

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