Doppelte Botschaft - Einfach Anfangen
04.03.2006 | Blogger, Blogging, Blogging Tipps | 1 Kommentare | Print

Teil 4: Was ich beim Bloggen gelernt habe? Auch Bloggen bedarf einer guten Vorbereitung. Aus Erfahrung weiß ich aber, zu viel Perfektion schadet. Für mich gilt: Lieber einfach anfangen, als allzu perfekt zögern!
Mein erster Kontakt zur Blogger-Szene liegt weit vor dem Start meines einfach persoenlich Weblog. Genau kann ich das heute nur noch schwer feststellen. Ich habe mich einmal bemüht, einige wesentliche Stationen aufzulisten und kurz zu kommentieren und meinem Fazit vorzuschalten. Etwas muss ich heute darüber schmunzeln. Einigen von Euch wird es aber womöglich helfen, einen Entscheidungsprozess zu beschleunigen.
- Passives Lesen
Zuerst habe ich nur passiv Weblogs gelesen. Spontan war ich von der Art zu Schreiben und Kommentieren begeistert. Ungewohnt anders waren aber die Verhaltensweisen und ungeschriebenen Gesetze, die ich bald hinter dem eifrig diskutierenden Bloggern erkannte. Fremd in der ersten Zeit auch die technischen Abläufe und die vielen Fremdworte, die ich im Verlauf der Zeit erst mit Erfahrungen für mich unterfüttern musste. - Wahl Blog-Software
Eine Domain nebst eigener Installation stand für mich sehr früh fest. Doch welche Software war für mich die richtige? Viele Aspekte haben mich beschäftigt. Damals glaubte ich noch, mich für die Ewigkeit entscheiden zu müssen. Zu wenige Kenntnisse waren da, um den Aufwand für einen Weblog-Umzug realistisch einschätzen zu können. Es verging fast kein Monat, indem andere Blogger die Software wechselten. Viele schrieben irritierend über Vorteile und Nachteile von Weblogs. Dokumentationen waren wesentlich dürftiger als heute. Ein Schmunzeln kommt auf mein Gesicht. - Weblog-Installation
Nach der Entscheidung für eine eigene Movable Type Installation brachte die Installation von MT weitere Herausforderungen. Diverse Hürden und Details waren zu klären, um das System schließlich (fast) ohne Perl-Kenntnisse zum Laufen zu bekommen. Ein insgesamt sehr zeitaufwändiger Prozess, irgendwie war damals alles im Aufbruch, Umbruch und Entwicklung. - Privates LinkBlog
Ein erstes LinkBlog, privat und nicht öffentlich, brachte dann die ersten Erfahrungen im praktischen Betrieb. Doch ohne Öffentlichkeit war alles nur die Hälfte wert. Zu einem Test-Betrieb war es sicher gut. Auch zum Ausprobieren einiger Details. Dennoch habe ich gerade dieses LinkBlog täglich mehr oder minder zum Bookmarken meiner Favoriten genutzt. Bereits damals war mir ein plattformübergreifendes Arbeiten immer wichtiger geworden. - einfach persoenlich Weblog
Als schließlich die Version MT 3.0 nach ewigen Debatten über Zukunft, Lizenz-Politik und Open Source bei Six Apart veröffentlicht wurde, ging alles recht schnell. Ohne Update habe ich eine neue Version 3.0 frisch aufgesetzt. Innerhalb weniger Stunden war mit einigen marginalen Veränderungen und einem damals neuen Standard-Template einfach-persoenlich geboren.
Wie sehe ich das heute?
Interessant fand ich die einzelnen Stationen, die ich damals durchlaufen habe. Das intensive Studium der Szene, die Beschäftigung mit Webstandards und CSS-Webdesign etc. alles war eine sehr lebendiger und auch zeitaufwändiger Lernprozess. Die Rahmenbedingungen waren bedingt durch die Sprachbarriere Englisch, fehlende Dokumentationen und wenig deutsche Blogger wesentlich schwieriger, als man sich das heute ggf. vorstellen kann.
Dennoch beobachte ich heute bei Lesern nicht selten lange Entscheidungsprozesse. Intensive Auseinandersetzung mit dem Medium, Unkenntnis und Unsicherheit zu vielen Details lassen längst nicht jeden Interessenten sofort ein Weblog eröffnen und starten. Dazu kommt, dass nur etwa 10 Prozent der Blogger geschäftliche Ambitionen haben.
Nicht vergessen wollen wir, dass heute wie damals viel mehr, die Hürde, sich ggf. öffentlich zu blamieren, lächerliche Fehler zu machen und virtuelle Maulschellen einzustecken groß ist. Damals hätte ich meine Erkenntnisse zum Bloggen so keinesfalls frei niedergeschrieben. Blogger waren damals (und manchmal auch noch heute) ein elitäres Völkchen, das nach ganz eigenen Ritualen und Gesetzmäßigkeiten agierte. Blogger-Erfahrung hatte man einfach, oder eben nicht. Ich freue mich, wenn ich mit meine persönlichen Reflektionen zum Thema etwas zur Meinungsbildung und Offenheit beitragen kann.
Meine Erkenntnis heute - einfach anfangen
Die Botschaft heute gilt für das Bloggen generell ebenso wie für ein neues Projekt. Sie ist eine im wahren Sinne des Wortes doppelte: Einfach anfangen.
- Einfach anfangen
Mach es einfach und nicht zu kompliziert. Kein Weblog ist je perfekt. Kein Weblog ist fertig. Es ist ein ewiger Lernprozess. Und viele Erfahrungen lassen sich einfach nur durch Ausprobieren herausfinden. Man muss es einfach umsetzen. Ändern, korrigieren, auf ein anderes System umziehen, umstellen, weiterentwickeln kann man es immer. - Einfach anfangen
Wichtig aber ist überhaupt praktisch anzufangen. Nicht überlegen, grübeln und abwägen. Gut recherchiert und mit einigen Grundgedanken ausgerüstet ergeben sich viele Dinge dann einfach praktisch. Alles kann man einfach nicht planen. Perfektion ist der größte Feind des Bloggers. Selbst gestandene (und gerade diese) Blogs werden immer wieder umgebaut, umgezogen, umgestellt, neu strukturiert, angepasst, ergänzt etc. Erst der praktische Betrieb mit den Lesern bringt Erfahrungen, die sich im Trockentraining nicht machen lassen.
Spontane Entscheidungen sind die Besten
Mit dem Blick auf meine, viel zu lange Vorbereitung ist mir heute bewusst:
- Meist waren die intuitiven, absolut spontan aus dem Bauch getroffenen Entscheidungen die Besten.
Vielen solcher Versuche und Experimente verdanke ich wesentliche persönliche Erkenntnisse. Ich kann also alle derzeit noch grübelnden Leser nur ermuntern. Macht aus der Not eine Tugend. Holt Euch Hilfe und fragt bei kritischen Problemen. Fragt nach Rat. Und fangt umgehend damit an. Verlorene Zeit kommt nicht wieder.
Persönliche Start-Hilfe
Die Nutzung eines Blog-Providers bzw. Blog-Service ohne eigene Installation mag hierbei eine wesentliche Hilfe. Für einige vielleicht auch langfristig. Ihr könnt einfach ein Weblog eröffnen. Es muss nicht perfekt sein. Ihr könnt warm laufen und parallel ggf. Eure eigene Installation vorbereiten.
Wer langfristige Ambitionen hat oder ggf. sogar beruflich motiviert bloggen will, sollte sich von Beginn an für eine eigene Domain entscheiden. Je länger ein Weblog betrieben wird, desto umfangreicher und schwerwiegender wird der Umstieg auf eine eigene Domain. An passender Stelle werde ich darauf noch detaillierter eingehen.
Habt Ihr Fragen?
Mit meinen Erfahrungen und Dienstleistungen helfe ich Euch gern beratend bei Planung, Installation und Umsetzung Eurer Weblog-Konzepte. Egal ob Standalone-Weblog oder harmonische Integration in eine Website, ein individuelles, persönliches Weblog-Design schafft Wiedererkennungswert und einen guten Start.
Wer wenig technische Kenntnisse hat, lässt sich einfach von einem anderen Blogger das technische Umfeld installieren und erstellen. Auch die Unterstützung bei der Individualisierung eines Blog-Layouts geht mit professioneller Hilfe viel schneller und sorgenfreier. Und bald kann es losgehen.
Bloggen mit eigener Installation kostet in der Vorbereitung entweder (etwas) Zeit oder Geld. Entweder investiert Ihr das eine oder das andere. Auch Eure Arbeits- oder Freizeit hat einen Gegenwert. Der wird vielfach insbesondere bei beruflichen Ambitionen nicht eingerechnet. Ein professionelles und absolut einmaliges Blog-Design unterstützt zudem in vielfältiger Weise für Aufmerksamkeit und neue Leser.
Unabhängig von der Art zu Bloggen, für die Ihr Euch entscheidet:
Was ich beim Bloggen gelernt habe?
Bloggen lernt man nur durch Bloggen
Der Beitrag ist Teil des Themen-Monats Weblog & Bloggen.
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zum Beitrag: Doppelte Botschaft - Einfach Anfangen
Kommentare
1 | Julia schreibt am 04.03.2006, 21:05:
Ich kann Dir an dieser Stelle uneingeschränkt zustimmen.
Viele haben einfach Angst, dass eventuell das Design/die Themen nicht gemocht werden, oder haben den Entschluss gefasst, dass es von Anfang an "perfekt" sein soll.
Dabei wird oft aus den Augen verloren, dass ein Blog in erster Linie etwas persönliches darstellt und das ist nun einmal nicht perfekt.
Ich denke allerdings, dass auch die Vielfalt an Systemen Beginner zur Verzweiflung treiben kann. Hier ist ein Service wie OpenSource CMS mit Sicherheit ein sehr nützlicher Dienst, obwohl leider gerade bei den Weblog-Systemen viele nicht gelistet sind. Zumindest kann man jedoch schon einmal eine grobe Auswahl treffen, wie ein System aufgebaut sein soll.
Folgende Weblogs verweisen auf diesen Beitrag:
» | einfach persoenlich Weblog am 07.03.06 08:20
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