Vierfacher Turbo für Movable Type Weblogs

08.03.2006 | Movabletype | 1 Kommentare | Print

Wer sein MT-Weblog schneller machen will, muss MT optimieren. Vier Möglichkeiten stehen hauptsächlich zur Verfügung. Wer Support genießen will, muss ein wenig mehr beachten.

Wer wie ich Movable Type am Rande des Limits schreibt, sollte dann auch noch ergänzen, wie man die Engpässe geeignet umschiffen kann. Es bringt ja nichts, NUR die Engpässe im Blick zu haben. Wenn das System seine Vorzüge hat und man es wegen seiner Leistungsfähigkeit mag, dann liegt dieser Gedanke doppelt nah.

Was kann man tun, um sein MT-Weblog flotter zu bekommen?

  1. Je funktionaler und individueller, umso aufwändiger.
    Wer nur ein einfaches Single-Weblog mit einer Standardausstattung hat, kommt eine ganze Weile klar. Je individueller aber die Funktionen ausfallen sollen / müssen, je mehr Weblogs im Multi-Betrieb zusammen verknüpft werden, desto mehr Aufwand in der Pflege und Anpassung entsteht. Zwangsweise steigen damit auch der Einsatz von Plugins, Modulen und Templates. Was bei wenigen Einträgen oder wenigen Besuchern noch klappt, muss unter Traffic nicht unbedingt genauso ausschauen.
  2. Je mehr Plugins, desto langsamer.
    Weniger Plugin ist mehr, zumindest immer ein Mehr an Performance. Jedes Plugin sollte auf den Prüftstand, ob es wirklich signifikante Funktionen bringt und der Einsatz gerechtfertigt ist. Auch die BIGAPI-Plugins scheinen das System um einiges zu verlangsamen. Längst nicht immer steht der Nutzen eines Plugins im Verhältnis zur Bremskraft des Motors.
  3. Je mehr Templates, desto kritischer.
    Bei MT lassen sich beliebig viele Template generieren. Aber längst nicht alle Vorlagen müssen auch wirklich permanent neu aufgebaut werden. Wird eine Vorlage (Bsp. Stylesheet) nur alle Wochen mal geändert, muss die Datei nicht bei jedem Rebuild neu geschrieben werden. Einige MT-Tags verbrauchen durch ihre iterative Nutzung viel mehr Ressourcen als andere. SubCategories zum Beispiel kann man in ein Sub-Template (Modul) ausgliedern und nur einmal erstellen lassen. Der Einsparungspotentiale gibt es viele.
  4. Je weniger Module, desto besser.
    Je weniger Module eingesetzt werden müssen, umso besser. Module müssen jedes Mal neu aufgebaut werden. Geschickter Aufbau und Nutzung von PHP-Includes ersparen Rebuild-Zeit und lassen sich zudem flexibler einsetzen.

Aber auch die Konfigurationsdateien enthalten einige Stellknöpfe, die auch auf gut ausgerüsteten Shared-Systemen MT gut betreiben lassen. Je mehr aber eine Seite Besucher bekommt, desto schneller wird eine, zudem individuell ausgestattete Installation an die Provider-Grenzen stoßen.

Nachdenken über Support und Leistungsfähigkeit

MT Support wird von Seiten Six Apart nur für eine Installation geleistet, die ohne zusätzliche Plugins arbeitet und dem Auslieferungsstand entspricht. Das war und ist bis heute die tiefgreifendste Erkenntnis, die ich mit MT gemacht habe.

Was darf man das verstehen?
Fehler schleichen sich in eine Installation auf vielfältige Art und Weise ein:

  • Fehler beim Upgrade auf neue Versionen
  • Falsche Parameter in Konfigurationsdateien
  • Installation zusätzlicher MT-Plugins (egal von wem!)
  • Veränderung der Quelldateien
  • etc.

Der Teufel steckt wie immer im Detail. Manipulationen am Quellcode sind ein K.O.-Kriterium. Keine Frage. Aber auch der Einsatz von Plugins, von wem auch immer, verändert das Verhalten von MT. Ohne Plugins kann man aber das System, wie viele andere auch, aber fast nicht einsetzen. Denn der Spaß beim Arbeiten und viele Funktionen kommen erst durch Plugin-Erweiterungen. Diese regt der Hersteller auch offiziell an. Support aber wird dafür nicht übernommen. Nur ganz wenige Plugins haben den Weg bisher in die Standard-Installation gefunden. Selbst wirklich gute funktionelle Erweiterungen blieben außen vor. Bester Zugewinn ist zweifellos Brads SpamLookUp-Plugin.

Support oder Funktionalität?

So sehr ich die Bedenken aus Supporter-Sicht nachvollziehen kann. So wenig kann ich das ganze aus Sicht des Anwenders verstehen. Wer kauft sich ein Auto, um nur auf trockenen Straßen und bei Sonnenschein damit zu fahren? Wer mag nicht auch mal eine Zusatzkomponente (Radio, CD, Handy, etc.) zusätzlich einbauen? Deshalb geht doch nicht gleich die Gewährleistung oder der Versicherungsschutz verloren, oder?

In Wirklichkeit ist es aber wohl so, dass Support irgendwie auch Geld kostet. Und mit Blog-Hosting lässt sich eben einfacher und fehlerfreier Geld verdienen als mit zufriedenen Endkunden. Und so kann sich der Endkunde sich nur glücklich schätzen, wenn er einen pfiffigen Spezialist hat, der die Fallstricke zu umschiffen weiß.

Das System ist leistungsfähig. Und es ist längst nicht am Ende seiner Möglichkeiten. Ab und an könnte das System aber schon auch ein wenig funktionale Verbesserung gebrauchen. Das kann man wohl bei einer kostenpflichtigen Software erwarten. Ebenso einen Support, der den realen Praxisfall widerspiegelt.

Was nützt das Nachdenken zur Weblog der Zukunft, wenn das heutige noch nicht mal richtig im Griff ist, liebe Mena?

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