Zookoda - E-Mail-Newsletter für Blogger & Weblogs
20.03.2006 | Blogger, Blogging, Blogging Tipps | 11 Kommentare | Print

RSS dominiert bei Bloggern und Weblogs. Doch interessant erscheint der ergänzende Einsatz von E-Mail-Newslettern im Marketing-Mix. Zookoda liefert dazu einen interessanten Service und wirft für mich eine Reihe Fragen auf.
Weblogs und RSS machen dem E-Mail-Marketing schon seit einiger Zeit Konkurrenz. Newsletter sind mitunter lästig und schwer wieder abzubestellen. Pull statt Push liegt im Trend und hat den Charme, dass ich selbst wählen kann, welchen Nachrichten ich noch lesen möchte. Ein Klick und weg ist der Feed, wenn er mir nicht mehr gefällt.
Doch ganz so uninteressant sind auch die Newsletter noch längst nicht. Auch hier macht hat es der Mensch in der Hand, das Medium wohldosiert und zur Zufriedenheit seiner Nutzer einzusetzen. Eine Reihe von ergänzenden Vorteilen bringt Farbe in die triste Landschaft. Nur eben ohne viel Arbeit soll es möglich sein, auch für Blogger solchen Service seinen Lesern anzubieten.
Anmelden & ab geht der Newsletter
Der im Beta-Stadium (Schmunzel!) befindliche Service Zookoda will nun genau dies für Blogger anbieten.
- »Drive Traffic with your own email newsletter!«
wirbt die Startseite des Service. Für angemeldete User ist der Service natürlich kostenfrei. Einfach E-Mail und Name eingeben und anmelden. Schon kann der Service ausprobiert werden. Über recht vielfältige Einstellungen kann der Service dann den eigenen Wünschen angepasst werden.
Ein Duzend Templates a la Blogger.com lassen dann den Newsletter entweder als Text- und/oder als HTML-Newsletter versenden. Ein Script sorgt für das Anmeldeformular. Double-opt-in will Missbrauch vermeiden. Auch benutzerdefinierte Seiten zum Dankeschön nach Anmeldung können bereitgestellt werden. Eigene Templates lassen sich ebenso gestalten.
- PRBlogger: Blog-Artikel via E-Mail
- RSS-Bogger: Zookoda - E-Mail-Dienst für Blogger
Mein erster Eindruck
Man hat sich bei Zookoda viel Mühe gegeben, ein gutes und funktionales Interface zu gestalten. Dennoch hinterlässt bei mir der Test ein gemischtes Gefühl. Auch und gerade weil ich mich bereits sehr intensiv mit Newsletter-Funktionalitäten auseinander gesetzt habe, verwirren mich einige Menüs und ich brauche etwas länger um »Durchzusehen.«
Der Versand eines Text-Newsletters will mir nicht so recht gelingen. Ich habe noch nicht herausbekommen, ob gar kein Text versandt wird und nur ein Link zum Online-Newletter. Denn gar zu gern würde ich natürlich einen reinen Text-Newletter versenden und damit einer Reihe von Kompatibilitätsproblemen aus dem Weg gehen.
Die E-Mail-Signatur des Service kann ich sehr gut verkraften, schließlich ist der Service kostenfrei. Viel schwerer aber wiegt da für mich der Faktor, dass ich eine Nachricht zur Anmeldung bekomme, die so gar nicht benutzerfreundlich auf mein Weblog konfigurierbar ist. Das ist der größte Stolperstein für die Praxis. Denn Double-opt-in heißt ja, ich muss extra dem Erhalt zustimmen. O.K. Dafür muss der Kunde aber wissen, welchen Newsletter er bekommen will. Mag sein, dass ich noch zu wenig getestet habe. Bisher hat mich dieses Ergebnis einfach abgeschreckt, weiß ich aus der Praxis nur zu gut, dass die Präsenz des Absenders unbedingt für die Zustimmung wichtig ist. Ein K.O.-Kriterium.
Meine offenen Fragen
Und weil ich eben mal bei der Frage bin:
- Wie würdet Ihr Euch einen Newsletter eines Weblogs vorstellen?
- Wann würdet Ihr ihn nutzen?
- Was für Funktionen müsste er bieten?
Ich bin wirklich gespannt auf Eure Rückmeldungen.
Ideen und Anregungen, vielleicht auch eigene Test sind gefragt.
Wie seht Ihr das Thema Weblog-Newsletter?
Update
- Kostenloses Newslettertool für Blogger
- Spitzen Newsletter-System für Weblogs: Zookoda.com
- Neues Newsletter-System
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Kommentare und verweisende Trackbacks
zum Beitrag: Zookoda - E-Mail-Newsletter für Blogger & Weblogs
Kommentare
1 | Boris schreibt am 20.03.2006, 10:20:
Ich bin heute Morgen womöglich etwas »mopsig« und hoffe, dass meine nun folgende kurze Einschätzung nicht unangenehm aufstößt.
Als Leser:
Für mich ist ein RSS-/Atom-Feed schlicht der höchst willkommene Ersatz für lästige Newsletter. Jeder Newsletter, den ich nicht abonnieren muss, um irgendwo auf dem Laufenden zu bleiben, ist ein guter Newsletter ;-)
Wenn ich alleine überlege, neben Browser und Feedreader (bei mir zum Glück nur ein Programm) noch ein weiteres Programm (E-Mail-Client) zum täglichen Lese- und Informations-Rundumschlag zu benötigen, habe ich von der Idee schon genug.
Als Schreiber:
Das K.O.-Kriterium ist für mich der Umstand, dass ich einen Newsletter zusätzlich zu den Blogartikeln schreiben muss. Die Konsequenz wäre dann für mich im Grunde der Verzicht auf die Blogartikel. Denn es würde ja der Newsletter als Teaser reichen, die Artikel-Fortsetzung müsste ich einfach nur noch als Anhang dranhängen.
RSS-/Atom-Feeds sehe ich u.a. durchaus als so etwas wie Newsletter 2.0, als idealen Ersatz. M.a.W.: der Inhalt (Artikel) wird selbst zur automatisch generierten, formal vereinfachten Nachricht über sich selbst. Im Gegensatz zum Newsletter, wo ich zum Inhalt noch eine gesonderte Mitteilung über ihn generieren muss.
Nun also zu deinen Fragen zwei und drei:
Ich würde einen Blog-Newsletter liegen lassen wie eine zu heiße Kartoffel.
Frage drei erledigt sich damit von selbst.
2 | Stefan Evertz schreibt am 20.03.2006, 11:16:
Hallo Jörg,
ich habe gestern einen ersten "Test" zu Zookoda geschrieben und habe ähnliche Haare in der Suppe gefunden wie du (siehe auch hier). Neben der "anonymen" Anmelde-Mail halte ich auch die eingeschränkten Formatierungsmöglichkeiten der Text-Variante für problematisch. Das JavaScript-basierte Anmeldformular kann man ja erfreulicherweise auch anders realisieren.
Insgesamt bin ich mir allerdings unsicher, ob hier der Vergleich mit einem regulären "Newsletter"-Tool greift. Die Stärke von Zookoda (sofern man das nach der kurzen Test-Zeit überhaupt sagen kann) scheint mir vor allem in der Konvertierung des RSS-Feeds in eine E-Mail zu liegen. Die Produktion eines eigenständigen Newsletters (mit separaten Texten) müsste aber über "New Posts" möglich sein.
Der Einschätzung von Boris kann ich mich zwar anschließen, was die Alternativen betrifft: Wenn ich schon den RSS-Feed verfolge, ist ein solcher Newsletter überflüssig.
Da ich aber davon ausgehe, dass der Begriff "Newsletter" sehr viel bekannter bei der Gesamtheit aller Leser ist als der Begriff "RSS" (und die erforderlichen "Werkzeuge"), hängt es letztendlich von der Zielgruppe ab, ob eine solche Form der Bereitstellung überflüssig ist oder nicht. E-Mail dürfte wohl bei jedem Leser vorhanden sein, ein RSS-Reader eher nicht.
Solange die Bereitstellung automatisiert und ohne zusätzlichen Administrationsaufwand möglich ist, bindet es keine zusätzlichen Ressourcen - und der Leser kann entscheiden, was er haben möchte.
Vielleicht bringt ein längerer Test bessere Einsichten in die Leserakzeptanz?
3 | Jörg schreibt am 20.03.2006, 11:30:
@Stefan: Mit dem System kannst Du nicht nur RSS konvertieren, Du kannst auch mit dem Online-Editor eigene Beiträge schreiben.
Hast Du das schon mal getestet?
4 | Milos schreibt am 20.03.2006, 11:39:
Ich stimme Boris in einem Punkt absolut zu: Ich kann mir ein Newsletter für ein Blog absolut nicht vorstellen. Ich würde es auch nicht nutzen wollen. Wozu auch? Schliesslich hat man ja alle Informationen im Feed-Reader bzw. im Browser.
Ich habe Zookoda allerdings gar nicht als reines "Blog-Newsletter" wahrgenommen. In erster Linie ist es für mich ein (nicht ganz gewöhnliches) Newsletter-Tool, welches kostenlos zur Verfügung steht und aus irgendwelchen Feeds irgendwelche Newsletter generiert. Die Idee finde ich gar nicht mal so schlecht! Je nach CMS, kann man für bestimmte Seiten, Kategorien oder was auch immer Feeds generieren lassen und diese dann als Newsletter verschicken. Man erstellt also ein Feed, dessen Inhalte auf der Seite nicht sichtbar sind (oder nur für gewisse User), der Contentmanager kann in seiner gewohnten CMS Umgebung Inhalte erfassen, muss kein zweites Tool bedienen und muss mit Zookoda nur noch den gewünschten Newsletter generieren... und es ist kostenlos. Was campaignmonitor z.B. nich ist. Günstiger geht's nicht. Oder doch?
Wie gesagt Blogg-Newlsetter sehe ich nicht wirklich. Bin aber gespannt auf weitere Antworten.
5 | Stefan Evertz schreibt am 20.03.2006, 11:43:
@Jörg: Die Produktion eigener Beiträge innerhalb von Zookoda habe ich bisher noch nicht getestet (habe es aber noch vor). Diese Beiträge würde ich aber dann bestenfalls als "Editorial" zu den Blogbeiträgen sehen.
Es scheint auf die Grundsatz-Frage hinauszulaufen, ob Zookoda als eigenständiges Newsletter-Tool oder als Tool für den RSS-Versand gedacht bzw. besser geeignet ist. Ich würde sagen: RSS-Versand.
6 | Jörg schreibt am 20.03.2006, 12:02:
Mein Beitrag hat mal wieder mehrere Anliegen:
- Information zum dem Dienst
- Überlegung zur Sinnfällgkeit von Blog-Newslettern
- Was müsste für Euch in einen Blog-Newsletter hinein?
Und ganz zum Schluß steht erst die Frage, ob ich persönlich einen solchen Newsletter hier anbieten würde.
Ich sehe nicht immer jedes Tool nur und allein in Bezug auf mein Blog. Einige Gedanken zum sinnvollen Einsatz, Zielgruppe und möglichen Anwendungen machen es für mich wesentlich runder und spannender.
Wenn ich einem Kunden eine Website auf MT-Basis schreibe und dessen Zielgruppe beispielsweise nicht Blogger sind, dann sieht die Anwendung solcher Dienste schon wieder ganz anders aus. Auch bloggende Schreiber, deren Kunden wenig von Blogs verstehen (wollen/können) freuen sich u.U., wenn sie in ihrer Begriffswelt ein Angebot bekommen.
Die von mir angesprochenen Knackpunkte beziehen sich dann auch auf Kunden und Kunden von Kunden, die mit englischen Diensten praktisch nichts anfangen können und somit weit mehr irritiert wären, als Ihr sicher als Blogger.
Aber die aufgeworfenen Fragen lohnen eine nähere Betrachtung durchaus.
Was denkt Ihr darüber?
7 | Rainer Helmes schreibt am 20.03.2006, 13:38:
Ich habe Zookoda getestet, das Ergebnis (- das sind die Text- und HTML-E-Mails, die die Kunden erhalten -) überzeugt mich nicht.
M.E. überwiegen die Vorteile von RSS; ich gehe davon aus, dass Newsletter mehr und mehr abgelöst werden. Für eine Übergangszeit haben Newsletter sicher noch ihre Daseinsberechtigung; bei neuen Projekten setze ich auf RSS. Das IW-Köln geht mit gutem Beispiel voran und bietet auf seiner Seite neben guten Erklärungen zu RSS einen Reader zum Download an.
Daneben finde ich einen Dienst wie grazr viel spannender. Ich habe den grazr-opml-browser versuchsweise auf meiner Site in der Seitenspalte eingerichtet. Obwohl noch alpha, scheint es zu funktionieren - bis auf die Umlaut-Darstellung.
@Jörg: was hältst Du von grazr?
8 | Jörg schreibt am 20.03.2006, 14:50:
@Rainer: Ich habe mir grazr bisher noch nicht detailliert angesehen. Alpha-Stadien zum Test sind immer sehr heikel, weil unsicher. Selbst Betas sind ja mit Vorsicht zu geniessen. Im deutschen Bereich stehen die Umlaute einige Anwendungen einfach entgegen, einfach leidvolle Erfahrung, die die Anwendung begrenzt.
Mein Fokus beim vorliegenden Tool war eben der Newsletter, nicht ein anderer RSS-Reader, auch wenn diese für mich die Zukunft sind. :)
9 | Hugo E. Martin schreibt am 20.03.2006, 18:00:
Nur Exoten und Halb-gare wollen RSS-Feeds dann und wann mit RSS-Reader lesen.
Der R.O.W. will Alerts, News, Informationen, Ideen "just on time" über das im Moment verfügbare und/oder bevorzugte Tool, sei es via Mobil phone, im Browser, im PC/MAC Feed Reader, in der Mail-Box, oder, und ...
10 | Manuela schreibt am 20.03.2006, 18:31:
Ich denke, Newsletter sind ein weiteres Angebot, das man seinen Besuchern machen kann. Es gibt Blogs, die Publikum haben, das nicht RSS-bewandert ist, etwa wenn es sich um Themen handelt, die so gar nichts mit Internettechnologie zu tun haben. Mit Angeboten, wie sie Zookoda macht, kann man dem Besucher eine Wahlmöglichkeit bieten.
Zuallerest war ich vom Service sehr angetan, weil die Gestaltung sehr nett ist. Die Benutzerführung finde ich allerdings dürftig, so dass ich oft überlegen musste, was von mir erwartet wird. Ich kenne mich mit Newslettertechnologien allerdings auch nicht aus ... Ich hab es dann jedenfalls doch geschafft, einen Newsletter zu erstellen, der z.B. so ausschaut. Ein anderer, viel weniger komfortabler aber zuverlässiger Service ist squeet.
11 | Sam schreibt am 21.03.2006, 22:03:
Ich finde diesen Service recht praktisch. Auch wenn einige Einstellungen schwer zu finden sind.
Aber wieso nicht ein Newsletter für ein Blog? Blogs sollten nicht nur Blogger lesen. Und der Otto-Normalsurfer hat vieleicht keine Ahnung von RSS-Feeds. Wieso also nicht einen Newsletter anbieten?
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