Ein Buch lesen, ist wie Denken mit einem anderen Kopf

20.03.2006 | Buch-Tipps, Bücher | 7 Kommentare | Print

Bei einem kürzlichen Besuch im meiner Stammbuchhandlung sah ich an der Kasse diesen Spruch auf kleinen Tafel Schokolade. Leider war sie beim nächsten Besuch bereits ausverkauft. Das ist gewiss ein stilles Votum für den Spruch. Er ist mir nicht wieder aus dem Kopf gegangen. Er hat etwas Besonderes.

Bücher haben unterschiedliche Fans. Manche lieben Bücher abgöttisch. Sie benutzen sie als Arbeitsmittel. Andere brauchen sie zur Darstellung und Anschauungsmittel. Wieder dritte schöpfen aus Ihnen kreative Gedanken, Anregungen und Inspiration. Und es gibt noch viel, viel mehr Ansichten über Bücher. Für manche lohnt sich ein Buch nur, wenn die Dividende aus dem Buch 100 Prozent übersteigt.

Durch die Beschäftigung mit Lernpsychologie habe ich lernen dürfen, dass längst nicht alle Menschen mit Büchern etwas anfangen können. Manche lesen nur wenig. Für sie ist ein Buch ein Graus. Und nur die wirklich Besten schaffen es, sie zu fesseln.

Obwohl ich nicht zu dieser Gruppe von Menschen gehöre, habe ich doch über Jahre wenig mit Büchern anfangen können. Insbesondere Büchern, die meine persönliche Entwicklung und Entfaltung der Talente befördert hätten, wich ich konsequent aus. Jede Zeit hat ihre Literatur. Und manches Buch habe ich lange vor dem Zeitpunkt im Regal gehabt, zu dem ich es wirklich gebraucht habe.

Nicht immer kann ich jedes Buch lesen. Habe ich mich auf ein Thema eingeschossen, dann kann ich, wie am Wochenende, ein Buch aber auch richtig gehend verschlingen.

Faszinierend finde ich immer wieder, wie groß das Interesse an Büchern selbst im Zeitalter des Internet nach wie vor ist. Längst locken mich PDF-Bücher nicht so hinter dem Ofen hervor, wie ich da einmal angenommen hätte.

Ein Mitarbeiter hatte mir mal erklärt, er liebe Bücher, die er auch abends mit ins Bett nehmen und vor dem Einschlafen lesen könne. Und er wäre es leid, den Monitor immer mit gestrecktem Arm halten zu müssen. : ))

Das bringt mich auf eine interessante Frage:

  • Wie viele Bücher lest Ihr eigentlich in einem Monat, einem Jahr?

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Kommentare und verweisende Trackbacks

zum Beitrag: Ein Buch lesen, ist wie Denken mit einem anderen Kopf

Kommentare

1 | Jona schreibt am 20.03.2006, 23:24:

Ich hab ein Regal voller Bücher, das, was sich in 16 Jahren (oder sagen wir lieber 10, also seit ich lesen kann) angesammelt hat und ich behalten habe. Erstmal lese ich viel weniger als früher. Mit 8-10 bin ich oft in die Stadtbibliothek gegangen, habe mir einen Korb voll Bücher ausgeliehen und ihn zwei Wochen später wieder zurückgebracht. Jetzt lese ich deutlich weniger, was zeitlich-, kosten- (vieles gibt es einfach nicht in der Bibliothek) und sprachbedingt ist, Englische Bücher lese ich einfach ein Stückchen langsamer. Für das letze Jahr würde ich so 15-20 Bücher schätzen, aber ich vergesse bestimmt eine Menge. Dieses Jahr waren es vier (+ zwei Sachbücher unter anderem deins, wobei ich die natürlich nicht in einem rutsch gelesen habe) davon 5 in den letzen 30 Tagen - kein Wunder, ich hatte Geburtstag. :-)

2 | Boris schreibt am 21.03.2006, 01:13:

Romane lese ich nahezu ausschließlich spät am Abend bzw. nachts im Bett vor dem Einschlafen. Meine Lesestunde sozusagen. Nach einigen Jahren eher lesefaulen Daseins, was Belletristik angeht, pflege ich diese Lesestunde seit einiger Zeit wieder regelmäßig. Ich bin kein ausgesprochener Schnell-Leser, so zwei bis drei Romane in zwei Monaten lese ich wohl schon »weg«.

Daneben habe ich eigentlich immer mehrere Sachbücher angelesen herumliegen, zu denen ich dann bei Gelegenheit immer wieder einmal greife. Dabei stört mich der Themen-Mix von Paläoanthropologie über andere naturwissenschaftliche Themen bis hin zu Webdesign gar nicht. Das passt schon alles geordnet nebeneinander in den Kopf...

3 | Birgit schreibt am 21.03.2006, 13:04:

Schnittlich lese ich ein Buch pro Woche. Es hat schon Jahre gegeben, in denen ich fast 80 Bücher geschafft habe, dann wieder andere, in denen es kaum 25 waren. Seit 1986 schreibe ich Autor und Titel auf, darum kann ich das ganz gut nachhalten. Es ist alles dabei: Belletristik, SF, Fantasy, Sachbücher, Klassiker, Fachliteratur, Kinderbücher, dünne Bücher, dicke Bücher, große Bücher, kleine Bücher...

Meist lese ich eine gute Stunde vor'm Einschlafen, am Wochenende auch tagsüber und gern in langen Lesesessions gemeinsam mit meinem Partner. Gibt's was gemütlicheres?

Und den Spruch finde ich genial!

4 | Martin schreibt am 29.08.2006, 15:37:

Also ich bin sehr Jung und lese wie andere auch nicht besonders viel, aber wenn mir jemand ein Jugendbuch leiht oder schenkt, verschlinge ich es regelrecht. Auch Tierbücher und Novellen lese ich sehr gerne, dass letzte Buch was ich gelesen hab war vor drei Tagen "Die Schachnovelle"! Im Schnitt lese ich in einem Monat zwei Bücher!
MfG Martin

5 | Anna schreibt am 25.11.2006, 18:56:

ich wollte nur mal anmerken, dass es von Arthur Schopenhauer einen schönen Essay gibt "Wann wir lesen, denkt ein anderer in uns" ja, es heißt wirklich "wann". der Kerl hat im 18. und 19. jahrhundert gelebt.

6 | Walter-Jörg Langbein schreibt am 13.10.2009, 06:49:

Ein Buch lesen, ist wie Denken mit einem anderen Kopf... Diese Formulierung spricht auch mich an. Aber sie gefällt mir nach einigem Nachdenken dann doch nicht mehr so. Ich selbst schreibe Sachbücher. Ich möchte nicht, dass meine Leser/innen mit meinem Kopf weiterdenken. Sie sollen vielmehr, um im Bild zu bleiben, den eigenen Kopf behalten. Ich freue mich aber immer sehr, wenn Leserinnen und Leser darüber nachdenken, ob an meinen Argumenten vielleicht etwas dran ist. Ein Buch lesen... das kann Welten eröffnen, kann ganz neue Sichtweisen offenbaren... und kann wunderbar unterhalten. Sachbücher, so wie ich sie verstehe, sollen Informationen bieten... und zugleich unterhalten. Die Trennung zwischen guter und unterhaltender Literatur ist zumindest fragwürdig. Ich selbst lese liebend gern... und bin Schriftsteller mit Haut und Haaren.

7 | Ein Leser schreibt am 04.08.2010, 19:31:

Hallo Jörg, - eigentlich hab ich bis vor Kurzem keine Bücher gelesen. Seit ich mir aber einenen eBook Reader geholt habe, bin ich von Büchern bzw. eBooks fasziniert und lese mit Vergnügen jede Zeile...

Meine Unlust auf Bücher stammt eigentlich aus der Schulzeit wo mir dort irgendwelche Bücher eingetrichtert wurden, die ich nicht ausstehen konnte, zu weöchen ich keine Verbindung aufbauen konnte: Lyrik oder Geschichten aus dem Mittelalter, im veraltetem Deutsch geschrieben so dass man schon während des Lesens abgeschweift ist.. ich zumindest. Ich verstehe nicht, wie die Kids auch heute noch (!) diesen Mist lesen müssen.

Mike. - hast einen coolen Blog hier, werd ich mal bookmarken, :)

Folgende Weblogs verweisen auf diesen Beitrag:

» | einfach persoenlich Weblog am 21.03.06 16:24

Welche Bücher gehören für Euch zu Pflicht-Lektüre?
Fachliteratur und Romane geben Impulse zur persönlichen Entwicklung auf unterschiedliche Weise. Durch den Schwerpunkt Fachbuch neugierig geworden frage ich Euch heute einfach mal: Welche Bücher würdet Ihr mir zum Lesen empfehlen? Fachbu... Weiterlesen »

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