Kommunikation ist das halbe Leben
20.03.2006 | Persönlich | 4 Kommentare | Print
Zurzeit befinden sich manche Zeitgenossen aber noch in der anderen Hälfte. Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Wenn manche Firma wüsste, wie es scheppert ...
Autoren sind ein eigenes Völkchen. Sie sorgen sich um ihre Bücher. Ja, das meine ich durchweg positiv. Rührend sind sie an der Vermarktung ihrer Bücher interessiert. Und da sie nicht solch einen logistischen Apparat wie ein Verlag haben, kommt es schon mal vor, dass ein Autor gern auch mal auf den Verlag verweist.
Nicht immer muss das aber das Rätsels Lösung sein. Und so bekam ich letzte Woche auf eine sehr direkte Art statt eine Tür geöffnet einen »Müllkübel« über mich ausgekippt. Ich weiß bis heute nicht, was ich der Presseverantwortlichen getan habe.
»Wir wollen keine Bücher verschenken,
sondern verkaufen!!«
- - -
Leider vermag ich hier den Tonfall der Aussage nicht wieder zu geben. Print-Medien scheint der Verlag aber für seriös zu halten. Online-Medien spielen in einer anderen Liga. Vielleicht aber hatte die Mitarbeiterin auch gerade eine sehr negative Nachricht erhalten. Auf alle Fälle kam ich mir (nicht nur) so vor, als ob ich alles gefangen musste, was eigentlich für einen anderen Menschen gedacht war.
Anderes Beispiel - ähnliche Situation
Das schreibe ich über ein Thema, telefoniere mit dem Autor und interessiere mich für sein Werk. Beiderseitiges Interesse und Überschneidungspunkte sind mehr als Stoff für ein Interessantes Gespräch. Als ich den Verlagspartner darauf anspreche, erklärt mir der Mensch in kurzen, ebenso klassisch negativen Worten, was er vom Internet, den Web-Agenturen und sonstigen Unterfangen hält. Wie begossen stehe ich da. In dem Moment fragt mich mein Gesprächspartner endlich.
- »Was kann ich denn nun für Sie tun?«
Ich musste ehrlich zugeben, dass ich mir gerade eben diese Frage auch gestellt habe. Und parallel war mir die Lust vergangen, in einem meiner Beiträge den Verlag, das Buch des Autors oder irgendein Detail auch nur zu erwähnen, geschweige denn noch lobend darüber zu schwärmen.
Was sollte mich also in aller Welt dazu bringen, mit einem Menschen oder einem Unternehmen zusammen zu arbeiten, die derart kooperativ kommunizieren?
Kommunikation ist das halbe Leben
Kommunikation macht viel aus. Das ganze Leben ist Kommunikation. Während wir permanent am Antworten sind, fängt wirkliche Kommunikation aber erst einmal mit dem Versuch an, dem Gegenüber auch wirklich aus seinem Bezugsrahmen heraus zu verstehen.
Bevor ich also verstehen kann, muss ich erst einmal zuhören, ggf. auch erst mal richtig lesen. Alle anderen Versuche sind sonst von vorn herein zum Scheitern verurteilt. Aber auch eines gilt. Die erste Grundabsicht eines Menschen ist immer positiv. So gesehen habe ich wohl auch übersehen, dass die Reaktion der beiden Gesprächspartner auf mein Anliegen einfach nur der versteckte Wunsch war, die persönlichen Rahmenbedingungen geändert zu bekommen. Und sei es nur dadurch, dass sie zukünftig immer weniger Menschen als Kunden haben und sich dann bald einen neuen Job suchen müssen.
Manchmal helfen in der Tat nur schmerzhafte Einsichten!
Schade, dass wir uns darüber nicht unterhalten konnten.