Spiegel-Interview: Google Managerin über Googles Gegenwart & Zukunft

05.04.2006 | Google, Suchmaschinen | 1 Kommentare | Print

Vollmundig behauptet dies der Spiegel in seiner Interview-Schlagzeile. Wer genau liest, findet weniger die Antwort auf die Behauptung als vielmehr einige sehr interessante Antworten von Googles Vizepräsidentin.

Das Buch Google-Story liegt auf meinem Tisch. Als ich heute die Schlagzeile des Spiegel las im at-web-Weblog las, war ich sofort Aug und Ohr. Nicht zuletzt durch das hervorragende Google-Buch war meine Aufmerksamkeit groß. Und wann gibt es schon mal ein deutsches Interview mit der einflussreichsten Produktmanagerin und Führungskraft von Google?

Patrick Großmann sprach mit der Google Vizepräsidentin Marissa Mayer und befragte sie zu einigen aktuell beruflichen wie persönlichen Sichtweisen zu Google. Google arbeitet beständig und mit großem Elan daran, immer bessere Such-Ergebnisse zu liefern. Ständig werde optimiert, verbessert und auf Vollständigkeit und Schnelligkeit geachtet.

Interessant die Antworten, die sie auf die Konkurrenzfähigkeit von Suchmaschinen und dem PageRank-Verfahren zu antworten weiß. Bei so viel Erfolg fehlen natürlich auch die Fragen nach den Fehlern, der Manipulation und der Schwachstellen von Google nicht.

Ich persönlich zum Beispiel habe 'Google Desktop Search' auf meinem Computer installiert - auch wenn das bedeutet, dass ein Google-Programm theoretisch Zugriff auf alle meine Files hat und weiß, wann ich wie lange auf welcher Seite war. Einfach weil es mein Leben so viel angenehmer macht. Man sollte da nicht paranoid werden.
Marissa Mayer

Befragt nach Ihrem persönlichen Suchverhalten und dem Einsatz des Google-Desktop verwundert ihre Antwort Euch sicherlich nicht. Auch mag ich ihr in diesem Punkt wenig Folgen können. Das dürfte sicher auch manchem Datenschutzfreund ähnlich gehen. Menschen dewegen gar für paranoid zu erklären, schießt da wohl etwas mit rosaroter Brille über das Ziel hinaus.

Droht im Internet eine Monokultur und geht die Quantität vor Qualität?

Interessanterweise jedoch wird diese Furcht nicht von unseren Beobachtungen gestützt. Nehmen Sie den momentanen Blog-Trend: Auch da muss man sich ja erst ein gewisses Standing erarbeiten, bevor man von anderen Bloggern ernst genommen und empfohlen wird. Alles andere wäre schlicht illusorisch und verzerrte die Realitäten. Und zweitens fällt mir keine Szene ein, die sich rasender gegenseitig verlinkt; die gleichen ihr Manko von selbst aus. Es wird sicher nie möglich sein, binnen eines Tages von null auf die Spitzenposition zu sprinten - aber das ist ja auch gut so.
Marissa Mayer

Eine besonders interessante Antwort mit Blick auf die Blogger-Szene hat hier die Google-Managerin Marissa Mayer parat. So in dieser Deutlichkeit habe ich vergleichbare Bemerkungen selten gelesen. Hier dürfte die landläufig diskutierte Meinung mit der in der Tat vorliegenden Realität aus Sicht von Google also um einige Längen differieren. Ein Fakt, der zum Nachdenken mehr als nur Anlass geben kann.

Mein Fazit

Auch wenn ein Interview kein Google-Buch vom Umfang und der Tiefe ersetzen kann. Empfehlenswert für alle Google-Nutzer ist das zweiteilige Spiegel-Interview allerdings. Und obendrein bekommt Ihr eine sehr persönlich Vorstellung davon, wie eine Schlagzeile des Spiegel im Verlauf des Artikels beantwortet werden kann. Dabei werde ich den Eindruck nicht los, dass mancher Blogger eine wesentlich bessere Überschrift gefunden hätte.

Spiegel: WAS DIE SUCHMASCHINE PLANT

Aber wie auch immer, es gilt einmal mehr:
Die bessere Schlagzeile bringt die meisten Leser.
Das ist so und wird auch so bleiben.

Mehr Information zur Google-Story

Die Google-Story

Die Google-Story von David A. Vise, Mark Malseed
Murmann Verlag
Sprache: Deutsch, Erschienen: März 2006
1. Auflage, Broschiert, 300 Seiten
ISBN: 3938017562

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