Bloggen - Wie man es doch vielleicht lieber NICHT machen sollte
19.04.2006 | Blogger, Blogging, Blogging Tipps | 2 Kommentare | Print
Wer mit offenen Augen durchs Leben geht, der kann etwas berichten. Unser Leben ist voller Farbe. Wir dürfen aber auch ab und an unsere eigene Meinung schreiben, meine ich.
Über viele Tipps rund um Weblogs, deren Installation, Methodiken und Content-Schreibereien habe ich hier bereits berichtet. Aber manchmal tut es auch Not einmal über Dinge zu schreiben:
- die
- man
- vielleicht
- doch
- besser
- einmal
- NICHT
bloggen sollte.
Es gibt gewiss eine Menge unterschiedlichste Blogeinträge, die ich in den letzten Monaten gelesen und zu Gesicht bekommen habe. Auf mehr oder minder kreative Weise habe ich dabei Inhalte und Methodiken entdeckt, die wohl auf Dauer kaum zu einem eigenen Schreib-Stil führen werden. Ich lebe einfach mit diesen Erlebnisse und werde auch niemand persönlich ansprechen. Lest meine Gedanken einfach und macht Euch auf positive Weise Eure Gedanken dazu. Wer sich angesprochen fühlen sollte, der nehme es einfach als stillen Wink. Gern helfe ich mit konkretem Rat und reeller Tat auch und nicht nur einfach persönlich.
Kopieren?
Zitieren und Auszüge zu kopieren wird jeder bereits einmal gemacht haben. Es wird umso öfter auftreten, je weniger man selbst Anlass und Gelegenheit verspürt, sein eigenen Gedanken zu schreiben. Auf die Dimension und Art dies zu tun kommt es aber immer an.
Manchmal ist es wirklich eine Frage der Ausgewogenheit, manchmal auch ein Grenzgang. Man kann es nur lernen, wenn man auch mal daneben fasst. Einen besonderen Wert bekommt eine Nachricht aber nicht durch einfache Wiederholung, sondern vielmehr durch Anreicherung mit eigenen Gedanken, persönlichen Betrachtungen und weiterführenden Darstellungen oder Diskussionen.
In letzter Zeit begegne ich aber immer öfter Weblogs, in den ich meine, zugegeben recht schnell wieder zu erkennende Schreibe Wort für Wort, manchmal sogar 1:1 wieder finde. So toll es ist, etwas aus der eigenen Feder zu lesen, so sehr wären mir die weiterführenden Gedanken des anderen Menschen wichtig. Allein der Link zu meinem Weblog ist der einzige Trost. Aber das wird seinen Lesern nicht helfen. Wer dem Link folgt merkt relativ schnell, dass die Zeilen nicht vom Autor waren.
Abschreiben?
Natürlich kann man einfach die Inhalte nehmen und eigene Gedanken darum basteln. Schön finde ich es immer, wenn dann wenigstens der Autor, sprich die Quelle oder gar die Quellen genannt werden. Ein kleines Dankeschön an den Blogger, der es so geschrieben hat, dass wir es finden konnten. Und wenn gleich mehrer Links sind, die Quellen darstellen, macht es manchmal umso mehr Sinn diese zu benennen, je individueller diese die Nachricht oder den Sachverhalt beschreiben.
Manche Blogger aber haben offensichtlich echte Angst vor Links. Natürlich nicht vor den eingehenden. Denn die wollen sie ja massenweise haben. Vielmehr tun sie alles, um ja keinen Link nach außen weggeben zu müssen. Und wenn es denn wirklich sein muss, dann wir halt mit nofollow gearbeitet. Weit häufiger aber schämt man sich offensichtlich, die Quelle zu benennen. Denn es könnte ein schlechtes Licht werfen, wenn man nicht der Erste war, der den Tipp weitergab.
Dabei funktioniert es mit den Link recht einfach: Geben kommt vor dem Nehmen. Die Maßstäbe des PR-Verlustes sind lange vorbei. Wer gibt, wird langfristig mehr bekommen. Nur eben kommt der Link-Segen erst, wenn man auch zu geben bereit ist. Aber das scheint sich offensichtlich noch nicht so derb herumgesprochen zu haben.
Wie immer ist der Grad zwischen Ausprobieren und Überstrapazieren sehr schmal. Manchmal verzichte ich auch bewusst auf die immer wiederkehrende Verlinkung, im Sideblog beispielsweise. Das dient mir als ein Bookmark-Speicher. Fehlt ein für mich wichtiger Link, suche ich stundenlang nach einem Link, den ich vielleicht aus Rücksicht nicht gepostet haben wollte. Im Zweifelsfall entscheide ich mich dann egoistisch für ein schnelleres Auffinden, auch wenn ich damit den Link zum 35. Mal veröffentliche.
Nachmachen?
Jeder Mensch lernt seit Kindes Beinen an durch Nachmachen. Irgendwann sollte aber auch der Zeitpunkt kommen, an dem man eigene Fußstapfen tritt und neue Wege geht. Einfaches Nachmachen wird auf Dauer eben nur die Resultate bringen, die andere damit vielleicht auch schon erreicht haben. Viel interessanter sind die Zeitgenossen, die ob im Interesse der Leser oder ihrer eigenen Neugier neue Wege gehen. Etwas Fleiß und Gehirnschmalz sollte dabei aber schon fließen. Es lohnt sich aber wirklich, langfristig auf jeden Fall. Und das Internet wird zweifelsfrei dadurch bereichert. Nur etwas mehr Arbeit wird es kosten.
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Kommentare und verweisende Trackbacks
zum Beitrag: Bloggen - Wie man es doch vielleicht lieber NICHT machen sollte
Kommentare
1 | Robert schreibt am 20.04.2006, 18:09:
Hallo Jörg,
ok, du hast natürlich vollkommen Recht. Auch ich zähle (wie du auch schon gemerkt haben solltest) zu denen, die regelmäßig deinen Blog lesen, und selbst gerne ab und an bei einigen Themen deine Zeilen als Teaser verwenden. Und auch ich linke bei den (bewußt) knappen Meldungen auf den enspr. Beitrag in deinem Blog, da man hier wesentlich mehr erfahren darf. Ich sah das bis jetzt tatsächlich als "Anreiz oder Schlagzeile" um "wo anders" mehr zu erfahren, aber ich kann deinen Standpunkt nachvollziehen, gelobe Besserung, und entschuldige mich falls das übel rübergekommen sein sollte! Na wenigstens habe ich ja nofollow aus. ;-)
Gruß
Robert
2 | Netzblogger schreibt am 21.04.2006, 14:31:
Hallo Jörg,
im Grunde hast Du natürlich Recht. Dennoch darf ein Weblog meines Erachtens auch das sein, wozu der Begriff ursprünglich mal da war, nämlich ein Logbuch über die Streifzüge durch's Web.
Ich bin schon froh drüber, dass Du hier nicht ganz so scharf über "Zitierblogs" urteilst, wie das so manch anderer in der deutschen Blogszene macht. Hier wird sich hin und wieder viel zu sehr um "das Bier der anderen" gekümmert.
Meines Erachtens sollte jeder blogger selbst seine Erfahrungen machen und selbst definieren was für ihn wichtig ist. Dauerhafte Leser finden wohl die wenigsten Blogs die nur Inhalte kopieren, kurz zitieren und wenig eigenes von sich geben.
Nichts desto trotz muss natürlich zumindest die Basis der rechtlichen und gesellschaftlichen Regeln eingehalten werden (Quellenangabe mit Link, keine kompletten Texte kopieren, etc.). Darum geht's jedoch meistens nicht bei den vielen Diskussionen um das Thema.
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