Autoren-Interview mit Sven Lennartz, Dr.Web
22.05.2006 | Autoren-Gespräch, Buch-Tipps, Bücher, Webdesign | 0 Kommentare | Print

Der Doktor Web ist heute zu Besuch bei mir. Einfach persönlich im Gespräch erfahren wir etwas mehr rund um das neue Dr.Web Buch 5 und den Gelb-Schwarzen Helfer für alle Webmaster im Internet.
Zu Gast bei einfach-persoenlich im Gespräch ist heute einer der Buch-Autoren und gleichzeitig Herausgeber des Online-Magazins Dr.Web Sven Lennartz. Nach dem in der letzten Woche neu veröffentlichten Dr.Web Buch 5 war ich mal wieder neugierig und habe Sven zu einem kleinen Plausch eingeladen.
Hallo Sven Lennartz, ich freue mich, dass Du heute einmal einfach persönlich zum Gespräch bei mir bist. Nett, dass Du die Zeit gefunden hast.
Sven Lennartz: ^^
Am 16. Mai 2006 ist nun Euer neues und mittlerweile fünftes Buch Dr.Web erschienen. Nunmehr nach den Büchern 1 bis 4 damit eine gute Tradition begründet. War sind die wesentlichen Intentionen und Ziele rund um das Buch 5 von Dr.Web?
Sven Lennartz: Das hat rein wirtschaftliche Gründe. Sehr unromantisch...
Alle anderen Bücher, wie auch Eure Website, zeigen sich gelb-schwarz. Mit dem neuen Buch 5 geht Dr.Web andere Wege. Ich unterstelle mal, dass Ihr nicht Schwarz für die Zukunft von Dr.Web seht, auch wenn ich das scherzhafterweise als Schlingel mal angemerkt habe?
Sven Lennartz: An Gelb und Schwarz wird sich nichts ändern. Die Gestaltung des Umschlags ist maximal Minimalistisch. Ich mag es zurückgenommen, simpel, grob und dennoch plakativ.
Novum bei Eurem fünften Buch ist auch, dass es zeitgleich mit der Veröffentlichung auch online als PDF zum Download steht. Hatte ich noch fälschlicherweise ausschließlich auf den Tag 1 orientiert, habt Ihr Euch dabei wirklich noch einige Gedanken mehr gemacht. Wahrscheinlich freuen sich die meisten Leser ob der kostenfreien Ausgabe. Hast Du keine Bedenken, dass sich Euer Buch dann nicht verkauft?
Sven Lennartz: Doch natürlich. Man kalkuliert mit einer größeren Öffentlichkeit, die die Verluste, die durch den gratis Download entstehen, ausgleicht. Ob das aufgeht, muss sich erweisen. Ziel ist es 100.000 Downloads zu erreichen und die 3000 gedruckten Bücher nach Möglichkeit zu verkaufen. Mit weniger kann man auch leben.
Wie dürfen sich die Leser von einfach-persoenlich die Vorbereitung und Produktion Eures Dr.Web-Buches vorstellen?
Sven Lennartz: Ursprünglich hatte ich vor zwei Bücher gleichzeitig herauszubringen. Buch 5a und Buch 5b. Das eine für die Gestaltung, das andere für Marketing und Suchmaschinen. Das Material ist ja bereits vorhanden, ich kopiere es lediglich zusammen und schaue, dass ein inhaltlich rundes Konzept entsteht. Danach werden die Texte bearbeitet und durchgesehen. Den meisten Aufwand machen die Abbildungen. Die müssen neu gemacht werden, und man findet die Originale nicht immer. Dann folgen mehrere Runden mit dem Layouter bis alles passt. Dinge wie Seitenzahlen oder Stichworte kann man erst ganz am Schluss einfügen.
Die ersten Tage steht das Buch zum Verkauf und ist auch als PDF kostenfrei online zu bekommen. Welches Echo hat das Buch gefunden? Kannst Du uns schon erste Verkaufszahlen berichten?
Sven Lennartz: Bücher haben einen immer kürzeren Lebenszyklus. Das ist mir schon die letzten Male aufgefallen. Es gibt einen Ansturm, und nach drei Monaten sind die Verkaufszahlen schon nicht mehr interessant. Ich hoffe, dass es diesmal anders wird, da das Buch durch das PDF besser ins Netz eingebunden ist.
Dr.Web gibt es nun schon seit vielen Jahren. Ihr seid ein, wie Ihr es selbst nennt, Online-Magazin für Webdesigner und Homepagekünstler. Ich erinnere mich an Bestrebungen eine AG zu gründen, als damals Dr. Webs Perspektive auf der Kippe stand. Eine AG ist es dann doch nicht geworden. Was kennzeichnet Euch und Euren Arbeitsstil heute?
Sven Lennartz: Fest angestellte Mitarbeiter in Vollzeit beschäftige ich nicht mehr. Nun ist alles dezentral organisiert und setzt auf Teilzeitkräfte und Freie. Sagen wir mal so, aus der Sicht des Arbeitgebers habe ich Arbeitnehmer von einer neuen Seite kennen gelernt. So hatte ich mir das früher nicht vorgestellt.
Seit 2001 habt Ihr angefangen zu Bloggen. Seit März 2004 stehen Beiträge in Eurem Dr.Web Weblog powered by Wordpress. Welchen Grund hatte für Euch die Ergänzung des Web-Magazins Dr.Web? Wie seht Ihr Eure Perspektive beim Bloggen und der Weblog-Integration?
Sven Lennartz: Das Bloggen gefiel mir als Form. In einem Online Magazin musste man ja jedes mal einen kompletten Artikel schreiben wenn man was zu sagen hatte. Bloggen war da viel freier und lockerer. Später ist mir dann aufgegangen, das Bloggen mehr ist und man eine Blog-Software braucht um wirklich dabei zu sein. Am Anfang war das aber wurscht, da gab es nur wenige Blogger hierzulande.
Sehr lange habt Ihr bei Dr.Web Weblog keine Kommentare zugelassen. Erst in der jüngeren Vergangenheit finde ich wieder die Möglichkeit bei Euch zu kommentieren. Was waren die Gründe gegen Kommentar-Funktionen? Was hat Eure Rückbesinnung ausgelöst?
Sven Lennartz: An Anfang habe ich moderiert, das ist mir dann aber zu viel geworden. Mit den technischen Lösungen für das filtern kam ich seinerzeit nicht gut zurecht. Ich habe die Kommentarfunktion abgeschaltet um in Ruhe eine Lösung zu finden und ein Upgrade zu machen. Hat dann halt ein bisschen gedauert.
Ungeachtet der Kommentare und Trackbacks arbeitet Ihr mit nofollow in den ausgehenden Links. Meist Du das Ihr damit ein Missbrauch Eurer Seite wirksam begegnen könnt oder welche anderen Gründe hat das?
Sven Lennartz: Das ist doch ganz einfach, ich verstehe auch gar nicht warum sich manche Leute so vehement dagegen wehren. Wenn ich einen Link setze, dann ist das meine Empfehlung - im Guten wie im Schlechten. Wenn Kommentatoren oder Trackbacker einen Link bei mir reinsetzen, dann ist das nicht meine, sondern deren Empfehlung. Die Suchmaschine kann das mit nofollow, das nur für die Kommentare gilt, unterscheiden. Für mich ist das ein Unterschied. Davon ab funktioniert der Link ja trotzdem noch.
Dr.Web arbeitet seit Jahren mit diversen Werbepartnern. So wird in Eurem Dr.Web Weblog auch Google AdSense eingesetzt. Welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht?
Sven Lennartz: Im Weblog funktioniert es kaum. Man könnte aggressiver platzieren, aber das möchte ich nicht. Warum das so ist, weiß ich leider nicht. International scheint es ja durchaus zu klappen.
Wie darf ich sich die Leser einen typischen Arbeitstag von Dr. Web vorstellen?
Sven Lennartz: Einen festen Tagesablauf habe ich nicht, weshalb es da nichts Typisches gibt.
Ausblick nach vorn. Was dürfen wir von Euch in diesem Jahr Spannendes und/oder Neues erwarten? Wie seht Ihr den Trend im Webdesign der kommenden Monate?
Sven Lennartz: Ich suche weitere Mitarbeiter. Jemanden der dem Weblog gelegentlich zuliefert, für PHP, für Template- und Icongestaltung. Aber auch nicht alles auf einmal... Tendenziell stehen die Zeichen auf erweiterte Aktivitäten. Aber die Ressourcen sind knapp, eine kleine Firma kann nur schrittweise vorgehen.
Zum Abschluss möchte ich Eurem Dr. Web Buch 5 viel gute und zufriedene Leser wünschen. Du konntest im Januar nicht an der Interview-Reihe Webdesign 2006 teilnehmen. Schade, wie ich fand. Vielleicht magst Du für das Ende des Jahres bereits einen Eintrag im Termin-Kalender vornehmen. Sehr gern möchte ich Dich bereits heute dazu einladen. Herzlichen Dank für das Gespräch an Dich, Sven.
Sven Lennartz: Danke, aber der Januar ist weitgehend ausgebucht ;-)

Dr.Web Buch 5
Das Buch gibt es für alle Schnupper-Buchwürmer kostenfrei zum Download. Freunde des haptischen Lese-Erlebnisses können das neue Dr.Web Buch 5 natürlich auch als gedrucktes Buch für 18,90 Euro im Dr.Web Shop bestellen:
- 330 Seiten
- Fünf Kapitel
- Paperback im Format A5
- Schwarzer Einband
- Herausgeber: Dr.Web Webmagazin