Weblog-Talk: Tipps zum Web-Hosting & vorausschauender Planung

24.05.2006 | Blogger, Weblog - Talk | 1 Kommentare | Print

Weblog-Talk: Tipps zum Web-Hosting & vorausschauender Planung

[Weblog-Talk] Viel Hosting-Leistung - wenig Geld. Diese Wunschvorstellung geht bei Webprojekten nur bis zu einem bestimmten Punkt auf. Dynamische Planung und Anpassung des Hostings schafft mehr Flexibilität und vermeidet langfristig Probleme.

Über die Vorteile einer eigenen Weblog-Installation habe ich an verschiedenen Stellen bereits geschrieben. Damit einher geht natürlich auch die Verantwort für das Hosting und die Auswahl des Providers. So manche Kostenspar-Aktion entpuppt sich hinterher als Bummerang. Eine dynamische Anpassung des Hostings muss bei einem Projekt einfach eingeplant oder zumindest in Betracht gezogen werden.

Darren berichtet heute wieder über einen Blogger, der diese Erfahrung machen musste. Solange das Projekt nur wenige Besucher hat, ist alles O.K. Wehe aber dem Tag, an dem der Besucheransturm einsetzt, Ihr mehr Ressourcen braucht oder große Dateien o.ä. (z.B. Videos) zum Download anbietet. Ihr bekommt ganz klar und schnell die Grenzen Eures Hostings aufgezeigt.

Einige Tipps sollen helfen, schwierige Situationen mit Providern besser zu umschiffen und langfristig im Voraus erkennen und umschiffen zu können.

  • Gutes Hosting kostet sein Geld.
    Diese Lektion haben verschieden Webseiten-Betreiber gewiss bereits selbst hautnah erleben dürfen. Auch in einer Zeit des Preisdumpings und Wachstums durch Massenhosting muss der Service durch den Kunden bezahlt werden. Viele Kunden auf manchmal schwachen Servern (wenn die den Namen verdienen) sind die Folge. Ebenso ist der Support gerade bei Einsteigen ein Punkt, an dem man schnell mal mehr Geld lassen kann, wenn Probleme auftreten.
  • Sorgfältige Auswahl des Provider
    Es lohnt sich, Provider-Angebote sehr wohl zu vergleichen. Die Stolpersteinen stehen meist nur kleingedruckt darunter. Die einzelnen Tarif-Optionen sind bisweilen schwer zu durchschauen und zu vergleichen. Manchmal sind auch die (stillschweigend im Hintergrund) laufenden Domain-Gebühren (auf die man sonst nicht so achtet) der Geldfresser. Da lohnt auf alle Fälle ein Vergleich.
  • Obacht auf Kündigungsfristen und Ausstiegsbedingungen
    Ein Blick auf die Kündigungsbedingungen ist ebenfalls ratsam. Denn je niedriger die Tarife, umso länger die Kündigungszeiten. Was nützt der schnelle Wechsel, wenn ich noch fast ein halbes oder ganzes Jahr das Hosting doppelt bezahlen muss.
  • Gute Provider muss man suchen, wenn man sie NICHT braucht.
    Diese Erkenntnis kann ich nur immer wieder betonen. Schwer entscheiden kann man sich, wenn man die Pistole auf der Brust hat. Selten findet man auf die Schnelle saubere Alternativen. Testen und vergleichen kann man dann fast nicht. Genau diesen Umstand kennen die Provider und nutzen dieses bisweilen rigoros aus.
  • Alternativen schaffen Flexibilität
    Auch wenn man einen guten Provider hat, gerade dann sollte man immer nach guten Alternativen schauen. Es kommt ggf. der Tag, an dem man einfach bessere Karten hat, wenn man schnelle und sicher wechseln kann. Denn niemand kann mich heute mit schlechtem Service mehr festhalten. Viel zu viel wir hier das Geschäft mit der Ahnunslosigkeit der Kunden gemacht. Man kann es sich eben leisten. Neben einem formalen Umzug zu einem anderen Provider macht auch die Trennung von Domainhaltung und Hosting oft Sinn. Dafür benötigt man unter anderem die Möglichkeit, die Namensserver-Einträge (oder wenigstens die IP-Adresse des Servers) bis in die unteren Tarife selbst wählen zu dürfen.
  • Hosting dem Traffic dynamisch anpassen
    Kleinen Projekte können (je nach Ausgangsbedingungen der Software) meist noch, auf sogenannten Shared-Servern, mit vielen anderen Nutzern gleichzeitig benutzt werden. Steigen Speicherbedarf, der Traffic und Serverlast durch das Projekt sollten Anpassungen durch Tarifwechsel möglich sein. Selten braucht man von Beginn an ein Flagschiff. Aber irgendwann wird das Projekt bei erfolgreicher Entwicklung auch mehr Geld erwirtschaften und mehr Leistung benötigen. Langfristiges Wachtum des Hostings sollte also zu einem Punkt der Zukunftsplanung gehören. Nicht alle Provider erlauben dies. Nicht selten ist der Sprung im Tarif ein echter Griff in den Geldbeutel, den man ggf. nicht geplant hat. Manchmal muss man seinem Glück auch etwas nachhelfen.

Selbstverständlich helfen auch alle Vorsichtsmaßnahmen nicht, wenn wirklich bekannte Seiten die Domain verlinken. Besucher-Ströme in Größenordnungen kommen dann auf die Seite zu. Nicht selten legen solche Nachfragen dann den Server lahm und zwingen den Provider zum Handeln. Denn bei Shared-Servern sind meist 50, 100 oder mehr Kunden ebenso betroffen.

Wer sich einen Server mieten sollte, kann die Bewirtschaftung freier angehen und planen. Dann treten andere Rahmenbedingungen in Kraft. Dann braucht man leistungsfähige Hardware und ggf. auch etwas mehr technisches Verständnis.

Dieser Beitrag ist Teil des Weblog-Talks auf einfach-persoenlich.
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Kommentare und verweisende Trackbacks

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Kommentare

1 | Peter Müller schreibt am 24.05.2006, 12:46:

> Gute Provider muss man suchen,
> wenn man sie NICHT braucht.


Da gilt der alte Satz "The time to repair the roof is when the sun is shining ..."

Eine sehr gute Übersicht zu Hostern und Angeboten aller Art bietet die Site http://webhostlist.de/

Übersichtlich und informativ, besonders wenn man auf der Suche ist ...

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