Webstandards auf dem grafischen Prüfstand

29.05.2006 | Webstandards | 8 Kommentare | Print

Wer von Euch bei Manuela oder Robert noch nicht den HTML-Fun-Faktor geschnuppert oder gar lieb gewonnen hat, für den kommt der kleine Beitrag hier noch ganz recht. Weiterdenken ausdrücklich erwünscht.

Ich schreibe diesen Hinweis weniger, um allein auf dieses kleine nette Tool aufmerksam zu machen. Dies haben vor mir bereits genug andere getan. Nein. Es hat irgendetwas an sich. Und ich gebe zu, dass ich mein Interesse auch eher einem Missverständnis denn reiner Markup-Liebe schulde. Warum?

Einen visuellen Surfer wie mich erfreut eine grafische Veranschaulichung mehr als andere Menschen. Keine Frage. Oft erlaubt mir eine grafische Darstellung neue Blicke auf die gleiche lapidar erscheinende Tatsache. Wer sich mit Webstandards beschäftigen will, braucht dank des kleinen Tools nur einmal die Adresse in den URL-Schlitz werfen und dann spannend auf das Ergebnis warten.

Für mich hatte das erste Ergebnis (mit der eigenen Domain) gleich Parallelen zur Darstellung des Themenfokus einer Seite. Wie immer hatte ich mal wieder eher ausprobiert als gelesen. Und so verdanke ich den Denkanstoss eher diesem Irrtum. Auch wenn der Themenfokus ebenso wie die Verlinkung einer Seite keine Berücksichtigung findet. Lohnenswert wäre beides im Interesse einer kurzen, aber aufschlussreichen Information.

  • Je roter eine Website, desto mehr Tabellen sind enthalten.
  • Je blauer, desto linkfreundiger die Site.
  • Je grüner, desto Div-lastiger der Code.

Ob eine eher orange Farbe für mehr Lesefreundlichkeit stehen könnte, mögt Ihr einmnal selbst in Erfahrung bringen. Was für den einen also pures Spielzeug ist, entdeckt auf den zweiten Blick bei anderen Anwendern die Neugier und weckt Nachdenken. Bei den kürzlich vorgestellten Google-Trends war ja bereits ein eben solcher Effekt zu beobachten. Vorschnelle Abkehr und fehlendes Nachdenken kann fatale Folgen haben. So wird aus einem wirklich wertvollen Analyse-Instrument einfach nur Abfall.

Was wäre aber, wenn man:

  • anhand einer solchen Auswertung auf die Qualität eines Quellcodes schließen könnte?
  • Webstandards auf den ersten Blick an der Farbe erkennen würde?
  • schlanken semantischen Code farbig diagnostizieren könnte?
  • Rückschlüsse auf den Themenfokus einer Seite möglich wären?
  • etc.

Die letzte der eben geäußerten Vermutung kann ich nicht belegen. Aber ich habe mir unterschiedliche Seiten angeschaut und dabei die Bilder mit meinem Eindruck der Seite verglichen. Hat die Verlinkung in der Tat auch einen Widerhall in der Grafik gefunden? Oder ist das nur Zufall?

Für mich als (überwiegend) visuellen Beobachter bleibt zumindest eine Beobachtung. Wer mehr violett in seiner Grafik hat, bietet seinen Lesern auch Bilder zur Unterstützung der Botschaften. Und das denke ich sollte Anlass sein, einmal selbst einige Versuche zu unternehmen und sich Gedanken zur Aussagekraft der Grafiken zu machen.

Würde nämlich lediglich die Struktur des Quellcodes abgebildet, müssten dann nicht alle Grafiken weitestgehend ähnlich aussehen?

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