MacBook-Spendengala auf praegnanz.de
31.05.2006 | Persönlich | 4 Kommentare | Print

Seit gestern nun läuft sie - die erste große MacBook-Spendengala auf praegnanz.de. Gerrit braucht ein neues MacBook und bittet seine Leser und Loudblog-Anwender um eine kleine Spende.
Prägnant und unverblümt direkt hat Gerrit sein Engagement um Blogs, praegnanz und Loudblog auf den Punkt gebracht. Aber nicht nur das. Er gehört auch zu den ersten Menschen die nicht nur auf Geld aus sind, sondern dafür auch nicht nur sprichwörtlich die Hände aufhalten.
Ich habe noch nie gebettelt. Doch nun hat mich diese verdammte Firma endlich soweit: Ich brauche dieses neue MacBook! Unbedingt. Und ich bin bereit, dafür einen Teil meiner Würde herzugeben und eine virtuelle Spendengala nur für mich alleine zu organisieren!
Gerrit
1400 Euro sind als Ziel der virtuellen Spendenaktion von Gerrit veranschlagt. 443 Euro liegen nach einem reichlichen Tag nun bereits im Spenden-Topf. Natürlich fällt das Echo auf diese Aktion kontrovers aus. Dennoch erstaunt mich die doch eher positiven Reaktionen der Leser. Kostenfreie Leistungen werden gewöhnlich gern entgegen genommen. Selten aber finanziell honoriert. Auch kenne ich bis jetzt keine Spendenaktion aus deutschen Landen, die wirklich etwas eingebracht hätte.
Kostenlos, aber keinesfalls umsonst
Wenn es sonst einfach mal darum geht, ein paar Euro mit AdSense-Werbung oder einem Buchverkauf zu erlösen, dann sind Häme und Spott nicht weit. Letztlich aber kosten der Betrieb eines gut besuchten Weblogs, viele gute Artikel, Recherchen, Studien und sonstige Aktivitäten auch eine Menge persönliches Engagement. Sehr merkwürdige Meinungen habe ich in deutschen Landen zu dem Thema Geld verdienen mit Blogs bisher lesen dürfen.
- Kniefall und Aufgabe der Würde?
Es verlangt schon einige Courage, sich so bildhaft hinzustellen und die Hände aufzuhalten. Alle Achtung, ob ich das so gemacht hätte, wüsste ich sicher nicht. Wenn, dann richtig oder gar nicht. Getreu diesem Motto scheint Gerrits Aktion zumindest zu einem Drittel die Wirkung zu zeigen, die er sich dabei versprochen hat.
- Geben und Nehmen?
Im Internet muss man Geben, bevor man auch Nehmen kann. Dieser Tatsache bin ich mir sehr sicher. Und so kommt die Reaktion der Leser gewiss auch aus dem Grund zustande, dass Gerrit der Community bereits viel gegeben hat. Nun aber einfach einmal sein Leser und Nutzer des von ihm entwickelten Loudblogs um eine kleine Gabe bittet. Letztlich honoriert man seine Leistung, die er ohne Gegenwert und ohne finanzielle Kompensation bisher geleistet hat.
Viel Erfolg Gerrit!
Ganz offen, ich gönne Gerrit sein MacBook und wünsche der Aktion viel Erfolg. Zur Unterstützung seiner kleinen Bitte mag auch der Artikel etwas Aufmerksamkeit unter meinen Lesern auf seine Aktion lenken.
Darüber hinaus will ich aber die Gelegenheit nutzen, einmal auf den geldwerten Vorteil gemeinschaftlicher Arbeit für alle aufmerksam machen. Ich habe ähnliche Effekte auf der Ebene immateriellen Austausches von Know-how und Wissen persönlich hautnah erleben dürfen, als dank vieler Menschen aus Amerika, Kanada, England und Australien, etc. damals den Weg in die Bloggerszene und zu Webstandards gefunden habe.
Den fruchtbaren Geist dieser Zeit habe ich bisher in deutschen Landen an sehr wenigen Stellen wieder antreffen können. Zu extrem und rechthaberisch sind vielfach die Auffassungen hierzulande. Zu sehr ist man der Meinung, dass man sich etwas vergibt, wenn man sein Wissen mit anderen teilt. Das mag in den meisten Fällen zutreffen. Allerdings würde es ärmlich aussehen, wenn jeder Mensch so denken würde. Wo wäre das das Internet heute?
Neulich habe ich einem Weblog bei der Zwischenbilanz der Einkünfte einen schönen Gedanken gelesen.
Je mehr Geld ein Projekt einnimmt, desto mehr Zeit und Engagement kann ich wieder investieren.
Ein Ausspruch, der viel Wahrheit beinhaltet. Es gibt keine Garantie dafür. Ich weiß, daran werden sofort einige Leser gedacht haben. Oder? Wie vehement hat es manche Forderung von Lesern gegeben? Haben sie vergessen, dass ich keinem eine Garantie auf Wissen, Know-how und Tipps gegeben habe?
Ich habe einfach angefangen zu teilen.
Erst kommt Geben, dann Nehmen. Nicht andersherum.
Fazit
Ich bin (noch) kein Anwender von Loudblog. Vielleicht ändert sich das bald. Wir werden sehen. Dennoch habe ich seine Fach-Artikel immer gern gelesen. Folglich werde ich mich auch finanziell an seinem neuen »Buch« beteiligen.
Ich weiß, dass ich mit meiner Entscheidung zu einer kleinen Minderheit gehören mag. Aber auch ich wünsche mir (vielleicht eines Tages) die Honorierung meines virtuellen Engagements.
Ich grüße Dich und freue mich auf Deine Berichte Gerrit!
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Kommentare und verweisende Trackbacks
zum Beitrag: MacBook-Spendengala auf praegnanz.de
Kommentare
1 | ralph S. schreibt am 31.05.2006, 23:45:
ich finde diese idee, nicht nur als mac-user, begrüssenswert. dies zeigt wieder, dass es immer wieder sinnvoll ist, ausgetretene oder neue wege zu gehen, ohne zu wissen, wie es einem auf diesem wege geht. so ist es in meinen augen auch mit dem webdesign. aber jetzt komme ich wieder vom wege ab ;)
RALPH
2 | Denny schreibt am 01.06.2006, 09:13:
Jaja, der Mac-Hype treibt schon seltsame Blüten... kürzlich stand ich vor der Entscheidung, was für ein Notebook ich mir zulege. Und aus rein pragmatischer Sicht sind MacBooks immer noch masslos überteuert. Für das gleiche Geld bekomme ich ein wesentlich besser ausgestattetes Windows-Notebook. Aber das ist letztendlich natürlich Geschmackssache; wer bereit ist, für Design und Look-and-feel gerne ein paar hundert Euro mehr auszugeben, darf das natürlich gerne tun.
3 | Boris schreibt am 01.06.2006, 10:02:
Man muss aber schon differenzieren bei der interpretativen Betrachtung des alten biblischen Mottos:
"Geben ist seliger denn Nehmen"
Manch einer sieht das so, dass er halt erst etwas geben muss, bevor er etwas nehmen darf. Also gibt er etwas, damit er danach etwas ohne Gewissensbisse nehmen darf. Das Geben wird zur Rechtfertigung, ist Mittel zum Zweck.
Ein anderer gibt etwas, weil er etwas geben will. Für ihn ist das Geben selbst Zweck. Es spielt für ihn keine Rolle, ob er auch etwas nehmen kann. Wenn er etwas nimmt, dann deswegen, weil andere ihm frei etwas geben. Hier findet keine Aufrechnung statt. Das nennt man auch Altruismus.
Aber ich verurteile Gerrits Aktion nicht. Habe das auch in einem Artikel entsprechend betrachtet.
4 | Gerrit schreibt am 03.06.2006, 07:56:
@Boris: Bei mir war das in etwa so: Ich habe 3 Jahre lang gegeben, weil es mir ehrlich und aufrichtig Spaß gemacht hat. Und dann habe ich eines schönen Tages vor ein paar Wochen mal zurückgeblickt und mir ist aufgefallen, wieviel ich schon gegeben habe und wieviele Leute davon einen Nutzen hatten. Und dann wollte ich genauer wissen, ob das viele Gegebene auch eine gewisse Dankbarkeit bei den Nehmern erzeugt hat. Und ich muss sagen: Es hat! Super! Also: Ich habe auf keinen Fall die ganzen Artikel und Loudblog geschrieben, nur um dann nachher abkassieren zu können. Aber wenn die Leute tatasächlich spenden (Sie tun es), dann kann es ja so falsch nicht gewesen sein. Ist ja schließlich freiwillig! Und auf diesem Wege schonmal vorab Danke!! Wenn die Aktion ein Ende findet, gibt’s für alle Spender natürlich nochmal ein Extra-Dankeschön!
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