Weblog-Talk: Movable Type hat mehr Potenziale als viele wissen

02.06.2006 | Blogger, Blogging, Blogging Tipps, Movabletype, Weblog - Talk | 7 Kommentare | Print

[Weblog-Talk] Wordpress oder Movable Type - welche Software ist besser? Auf die immer wieder geäußerte Frage gibt es keine für alle passenden Antworten. Eines aber steht für mich fest: viele kennen die Potenziale von MT nicht.

Mit einem Movable Type Weblog bin ich offensichtlich einer der Exoten in der Landschaft. Zumindest komme ich immer mehr zu dem Eindruck, wenn ich mir die Nachfrage und Einsatzbreite von Wordpress, auch bei Google Trends anschaue. Trotz allem bin ich aber bisher bei Movable Type geblieben. Auch die durchaus kritische Diskussion und Betrachtung der Six Apart Entwicklung wird daran auf absehbare Zeit nichts ändern.

Das hat weniger mit meiner Engstirnigkeit als mit der Unkenntnis vieler Nutzer zu den Potenzialen von MT zu tun. Immer wieder lese ich im Internet auch Aussagen, dass jemand Wordpress toll und funktionell findet. Stimmt auch alles. Nur an viel mehr Stellen finde ich Lobgesänge über Wordpress als über MT. Das bedeutet aber lange nicht, dass MT das schlechtere System wäre. Nur kennen viele den Vergleich nicht. Und wenn, dann haben sie oft keine Erfahrungen mit den Vorteilen von MT gemacht.

Empfehlen Sie mir Wordpress oder Movable Type?

Fast ist diese Frage so, als ob Ihr Euren Arzt ohne Untersuchung fragt, welche Schmerztablette Ihr nehmen sollt? Es ist völlig gleich, was Euch dieser antwortet. Entweder er bestätigt Euch oder Ihr seid im sauer, dass er eine andere Meinung hat. Eure Pille liegt ja schon parat.

Wo liegt der Denkfehler?

  1. Ihr setzt voraus, dass Eure Pille die beste ist.
  2. Ihr gebt Eurem Arzt keine Chance zu Fragen.
  3. Ihr hört Eurem Arzt gar nicht zu.

Beide Systeme sind empfehlenswert und sinnvoll einsetzbar. Aber es gibt ja nach Anwendungsfall, reines Blog, Tagebuch, Journal, Mini-CMS, Gruppen-Website etc. ganz verschieden Situationen und Rahmenbedingungen.

  • Was wollt Ihr damit erreichen?
  • Welche Kenntnisse und Fertigkeiten bringt Ihr mit?
  • Wieviel Aufwand wollt Ihr investieren?
  • Wieviel Budget(Zeit, Geld, Priorität) habt Ihr zur Verfügung?

MT-Experten Know-how oft unbekannt

Selbst mit eingefleischten Bloggern erlebe ich immer wieder, dass die Möglichkeiten und Potenziale von MT unzureichend bekannt sind. Die groben Features sind allerorten nachzulesen. Selten aber haben Anwender wirklich gesehen, wie man MT sinnvoll im Rahmen einer Website, als Weblog oder modular als Mini-CMS einsetzen kann.

Als ich vor kurzem fragte, was Ihr Euch für MT 3.3 wünscht, habe ich weniger die kurz vor dem Beta-Test stehende Version gemeint. Vielmehr lag mein Fokus auf grundsätzlichen Anforderungen einer Weblog-Software. Dabei macht sich auch deutlich, dass ich durch die flexible Anwendung der Templates bei Movable Type längst nicht alle Funktionen immer als Plugin brauche.

  • Erstens ist das nicht sinnvoll. Leistung und Flexibilität leiden darunter.
  • Zweitens ist durch geschickte Auslastung vorhandener Eigenschaften vielfach eine Funktionalität zu erreichen, die immer wieder Erstaunen verursacht. Es gibt einfach Anwendungen, die ich bis heute mit Wordpress (z.Bsp.) nur mit Klimmzügen bewältigt bekomme.

Potenziale entfalten

Nicht zuletzt habe ich MT-Anwender wieder neu begeistern können, nur weil sie im Rahmen eines Projekt-Check-Ups plötzlich völlig neue Möglichkeiten zum Ausbau Ihres System erlebt und erkannt haben. Wozu also auf ein anderes System wechseln oder gar wie immer wieder anzutreffen, eine Blog-Software neben einer CMS-Software parallel zu betreiben, wenn dafür kein wirklich zwingender Grund vorliegt?

Man kann einfach beides auf einheitlicher Basis haben. Ein leistungsfähiger Hoster und gute Projekt-Planung
machen viele Dinge möglich. Besser also vorher jemand gefragt, der sich damit auskennt. : ))

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Kommentare und verweisende Trackbacks

zum Beitrag: Weblog-Talk: Movable Type hat mehr Potenziale als viele wissen

Kommentare

1 | Sebastiain schreibt am 02.06.2006, 15:26:

Hi Jörg,

2001-2003, also vor Deiner Zeit als Blogger war MT das Tool schlechthin. Ich würde sagen gut 90 Prozent aller Pro-Blogger, also Blogger mit eigenem Server, nutzen damals MT. Gefolgt von b2, pMachine, etc.

Dann kam WordPress raus. Ein paar User switchten zu WP - während ich von erster Stunde an b2 nutzte.

Dann kam der Hammerschlag - Textpattern kam raus - alles was irgendwie noch laufen konnte verließ das MT Boot um mit Textpattern zu bloggen. Soviel zur historie.

MT, ich hab es getestet, hat einen RIESIGEN Nachteil. Es generiert zwar die Seiten dynamisch, jedoch erstellt es statische Archiv Seiten. D.h - Du hast 2000 Artikel gepostet - also liegen 2000 einzelne Internetseiten auf deinem Server.

Um Seiten global zu aktualisieren müssen dann alle 2000 Seiten umgeschrieben werden - das ist sehr Serverlastig.

Ich finde mich bei TP momentan noch gut aufgehoben. Aber das ist Geschmackssache, sagte der Affe und biss in die Seife! ;)

2 | André Fiebig schreibt am 02.06.2006, 23:03:

Das alte Problem: Du sagst viel und doch eigentlich überhaupt nichts.

Endschuldige, aber dann bringe doch deinen Lesern mal MT näher, beschreibe / nenne die Aspekte, die faszinierend, besonders, einzigartig sind.

Zeige, was man damit machen kann, bringe Beispiele, entwerfe Ideen die die Besonderheiten, die Vorteile von MT aufzeigen.

Um bei deinem Beispiel mit dem Arzt zu bleiben: Du bist ein Arzt, der immer weit ausholt, "Impulse" und Wissen ankündigt und mir am Ende nicht sagt, was ich eigentlich für eine Pille nehmen soll und was (und warum) diese bewirkt.

3 | Jan Theofel schreibt am 03.06.2006, 10:48:

Sebastian: Was soll an der Erzeugung von statischen Dateien ein Nachteil sein? Ich betrachte das genau Gegenteilig: Es ist der größte Vorteil von Movable Type und der Grund warum ich bei Movable Type perfekt aufgehoben bin.

Der große Vorteil dabei: Statische Seiten skalieren bis zum Abwinken. Lediglich die Kommentare- und Trackbackfunktion sowie das Backend müssen dynamisch laufen. Den Rest erledigt Apache mit minimaler Disk-I/O. Lass das Heise- oder Slashdot-Posting doch einfach kommen...

Das man dabei immer alle Seiten bauen muss ist mit einem kleinen Trick zu umgehen: Server Side Includes. Die Systemlast dadurch ist vernachlässigbar. Die guten alten Techniken sind hier mal wieder etwas abzustauben und einfach wieder einzusetzen - warum auch nicht wo sie sich jahrelang bewährt haben? Nur weil gerade dynamische Seite mit PHP "in" sind, muss man diesem Trend nicht zwangsläufig als allein selig machendes Websystem hinterherrennen, oder? Den Eindruck habe ich zumindest manchmal. (Nicht auf dich persönlich bezogen, sondern ganz generell.)

Wie man mittels SSI und Movable Type statische Seiten erzeugt, die dennoch immer die aktuellen Inhalte im Menü etc. haben, habe ich mal in einer Anleitung ausführlich erläutert.

6 | André Fiebig schreibt am 04.06.2006, 01:27:

Jörg ich glaube, dass wir ein wenig aneinander vorbei reden. Das ist aber o.k., ich glaube das was du sagen willst, hast du mit deiner Antwort unterstrichen.

Ich freue mich, dass du offenbar gelernt hast mit kritischen Anmerkungen besser umzugehen (und noch in eine positive Aussage / Werbung für deine Tätigkeit umzuwandeln).

7 | Matthias Zirngibl schreibt am 06.06.2006, 16:04:

Mhmmm - mich hielt damals bei meiner Entscheidung ab, dass es sich um eine Perl-basierte Software handelt. Ich denke, dass das das Problem von vielen potentiellen Usern ist...

Folgende Weblogs verweisen auf diesen Beitrag:

» | einfach persoenlich Weblog am 13.07.06 21:06

Movable Type 3.3 Publishing Platform - Final Version für Test & Download
Finale Freigabe für Movable Type 3.3 für Test und Download gab am heutigen Tag Six Apart nach langen Vorbereitungen und öffentlichem Beta-Test. Tagging und eine internationale Sprachversion sind nur zwei von vielen interessanten Neuheit... Weiterlesen »

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