Kubrick Killer Designs? - die Ergebnisse eines Style Contests

08.06.2006 | Blogger, Blogging, Blogging Tipps, Movabletype | 2 Kommentare | Print

Kubrick Killer Designs? - die Ergebnisse eines Style Contests

Der Abgabe-Termin des Style-Contests ist vorbei. Ernüchtert schaue ich mir die Ergebnisse in der Vorschau an und frage mich besorgt: Was macht eigentlich ein Killer Design aus?

Vor der Veröffentlichung der Ergebnisse des Style Contests am 23. Juni will ich meine persönlichen Gedanken dazu schreiben. Anlass dafür ist der Artikel von 6A-Manager Byrne Reese und meine Erfahrungen im Umgang mit einem dieser Templates in dieser Woche. Byrne Reese hat in Kubrick Killers den Wettbewerb und die tolle Leistung der Designer überschwänglich gelobt. Aber nicht nur das. Er wettert gleichzeitig gegen eine nochmailige Portierung des bekannten Wordpress-Kubrik-Themes.

What we need are some new styles.
Byrne Reese

Nun bin ich weiß Gott kein Fan von Kubrick-Theme. Auch habe ich mir die Protierung nicht näher angesehen. Zu oft gibt es das Design in der Blogger-Welt, spätestens seit Wordpress es zu seinem Standard-Theme deklariert hat. Dennoch sehe ich die Welt nicht nur mit rosaroten Augen und schaue mir gern die Vorteile und Nachteile eines Themes an. So wie vor kurzem erst bei dem Theme aus dem Wettbewerb, dass ich für meinen Beta-Test (u.a. auch aus Gründen der Kompatibilität!) benutzt habe.

Kubrick hat, was andere wohl nicht haben

Dennoch hat das Kubrick-Theme etwas, was bisher offensichtlich wenige Templates vor ihm geschafft haben. Es ist ausgewogen, bis ins letzte Detail auf Massen-Anwendung getrimmt und entspricht einer Standardgewohnheit der User. Es ist ein Mix aus vielen Faktoren, auch PR-technische, die letztlich zu dieser Massenverbreitung geführt haben. Eines erkenne ich aber mit Blick auf meinen Artikel an:

  • Gute Templates unterscheiden sich gewaltig von Basteleien.

Ich habe mir ausreichend Zeit und Gelegenheit genommen, im Rahmen meiner Template-Recherchen für Movable-Talk die Ergebnisse des Wettbewerbes zu betrachten und zu vergleichen. Selbst hatte ich erwogen, mit einem eingenen Theme mich an diesem Wettbewerb zu beteiligen. Es hätte mich wirklich gereizt, natürlich mit dem Ziel, einen Preis zu gewinnen. Lediglich mein Zeitfundus war in den letzten Wochen alles andere als üppig. So habe ich das Engagement verworfen und aufgeschoben.

Keine Spur von neuer Design-Generation

Sehe ich nun die Ergebnisse des Wettbewerbes, bin ich ehrlich ernüchtert. Einige wirklich wenige Ergebnisse können sich sehen lassen und stechen aus der Masse der 147 Styles heraus. Die meisten aber scheinen eher von Freizeit-Aktivisten als von Designern erstellt worden zu sein. Sorry, eine klare, ehrliche Aussage ist mir lieber als alles andere. Aber wer sich etwas auskennt und die Qualität von Design-Ergebnissen wie Dan Cederholm, Douglas Bowman, Dave Shea, Andy Butt, Roger Johansson, Shaun Inman, D. Keith Robinson, Manuela Hoffmann und viele andere sie vorlegten vergleicht, muss unweigerlich zu dieser Einschätzung kommen.

Jury vor schwerer Entscheidung

So gesehen verstehe ich die Interpretation des Style Contests von Bryne eher etwas mehr als Schönrederei. Fachleute wie Lila Ahner, Douglas Beach, John Allsopp, Kathy Scoleri, Joelle Reeder, Derek Powazek und nicht zuletzt der bekannte Designer Jason Santa Maria sitzen in der Jury und müssen in den nächsten Tagen die Gewinner auswählen und küren.

Aber viel schwerer dürfte es aber 6A fallen, für die Templates eine breite Akzeptanz bei den Usern zu finden. Ich meine damit nicht gelegentliche Auswahl, sondern eine Einsatzbreite wie das Kubrik-Theme. Das ist eine völlig andere Liga. Denke ich an die Templates, die einige Designer damals beim Relaunch von Blogger »bulletproof« erstellt hatten, dann wage ich zu bezweifeln, ob eine Vergleichbarkeit gegeben ist. Mein Eindruck mag mich täuschen. Viel ist ja auch Geschmacksfrage.Dennoch:

Trübe Perspektiven

Weder designtechnisch, innovativ noch grafisch überzeugen mich die meisten Templates wirklich. Und sie bringen für die nächsten Jahre Movable Type, Typepad und LiveJournal auch keine wirklich innovative Alternativen auf den Plan. So gesehen hätte ich mich über ein anderes Fazit wesentlich mehr gefreut. Aber besser machen kann ich das Contest-Ergebnis auch nicht.

Ausblick & Anmerkung

Mein Urteil fällt auch deshalb so hart aus, weil ich mir die Templates als Ausgangsbasis angeschaut habe. Diese Template sind zwar tabellenfrei, aber vom designtechnischen Stand keinesfalls auf dem aktuellen Stand der Zeit. Statt mit CSS und modernem Design schlanke schnelle Blogs zu bekommen, setzte man auf den Stand von gestern, braucht vier verschiedene Template-Sätze und stopft die Templates voll von div-Tags, dass es nur so kracht.

So verwundert es mich nicht, dass ich ihm Rahmen des Redesigns von Jans Küchenleben allein bis zu 29 Prozent HTML-Code eingespart und entsorgen konnte. Fast ein Drittel weniger Bandbreiten-Verbrauch lässt spätestens jeden Unkundigen aufhorchen. Es mag für einen global agierenden Blogservice noch andere Einsatzkriterien geben.

Allerdings wird es mir ein Vergnügen sein, sobald ich Zeit finde praktisch den Beweis anzutreten, dass es auch anders gehen kann. Eine Reihe von konkreten Vorstellungen und Überlegungen harren meinerseits da auf Realisierung. Mögen mir die nächsten Monate die Zeit und finanzielle Freiheit geben, das auch wirklich zu realisieren.

Denn meckern kann ja schließlich jeder. Besser machen nicht unbedingt.

What we need are some new styles!

Wie Recht doch Byrne Reese hat. Vielleicht hätte man auch mal seine MT-Anwender fragen sollen. Bereits beim Beta-Test von MT 3.2 hatte ich Heiko Hebig ein neues Standard-Design für Movable Type angeboten, fällt mir gerade wieder ein. Das wurde damals von ihm großzügig abgelehnt. Schade!

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Kommentare und verweisende Trackbacks

zum Beitrag: Kubrick Killer Designs? - die Ergebnisse eines Style Contests

Kommentare

1 | Jan schreibt am 08.06.2006, 11:03:

Ich weiß nicht, wenn der Herr Reese als einer der Organisatoren des Style Contest solche Sprüche über die Teilnehmer und deren abgegebene Arbeit ablässt, läuft da meines Erachtens etwas falsch. Jeder darf natürlich seine (Enttäuschung) Meinung äußern, wenn er mit den abgegebenen Styles nicht ganz so zufrieden ist. Dafür sind Weblogs ja erfunden worden. Aber wofür hält sich der Style Contest dann eine Jury? Oder was ist dann deren Aufgabe?

Als professioneller Designer, was Mr. Reese ja ist, schaut man natürlich mit ganz anderen Augen auf so ein Theme, als der herkömmliche Blogger, der eigentlich nur ein hübsches Design haben möchte.

The Kubrick style is just sooo 2004 with its disproportionately sized header, abuse of the color blue, and its oh-so-trendy rounded corners.

Wenn dies alles gegen die Regeln professionellen Webdesigns und die Regeln des Contest verstößt, werte ich seine Aussage als sachliche Kritik. Es klingt in meinen Ohren aber eher danach, als würde es nur nicht seinem persönlichen Geschmack entsprechen.

Was mich stört, ist folgendes Zitat von Herrn Reese:

If there is one thing the world needs less of are blogs that employ that style.

Ziemlich anmaßend, für die ganze Welt sprechen zu wollen (aus welchem Land stammt er nochmal?). Worauf stützt er so eine Behauptung?

2 | Jeriko schreibt am 08.06.2006, 18:41:

"Denn meckern kann ja schließlich jeder. Besser machen nicht unbedingt."

An dieser Stelle MEIN persönliches Danke der Woche :) Ehrlich, wenn ich mich so umsehe, über was heutzutage alles hergezogen wird, aber auf die großen Worte folgt dann nix, dann bin ich immer ein bisschen sprachlos.

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