5 Kilometer, 4 Stunden & Null Chance - einfach persönlich Freizeit
28.06.2006 | Persönlich | 8 Kommentare | Print

Mein persönlicher Rekord! Was hier wie ein Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde anmutet, war lediglich der Versuch, besonders schnell nach Hause zu kommen. Was meint Ihr, gelungen oder?
»Fahren, nicht Parken!«
hatte ich gestern in Erinnerung an einer netten Werbung als Slogan im Ohr.
Doch da war es ein paar hundert Meter nach Auffahrt auf die kurze Autobahnverbindung zweier Abfahrten schon zu spät. Beim Versuch nach einem Kundengespräch (ca. 5 Kilometer Luftlinie vom Büro aus) besonders schnell nach Hause zu kommen, habe ich gestern eine besondere Lektion der
- Ruhe,
- Besinnung und
- Demut
erhalten dürfen.
Parken statt Fahren - 4 Stunden (un)freiwillige Autobahn-Freizeit
In friedlicher Eintracht mit vielen anderen Fussball-Interessierten konnte ich ohne Leinwand beim »Public Viewing« ganz besondere Sonnenuntergänge vor lauschiger Windrad-Kulisse in der Magdeburger Börde bewundern. Es gibt tatsächlich auch noch Radiosender, die Wort für Wort ein Fussballspiel kommentieren. Das visuelle Vorstellungsvermögen lässt sich auf diese Weise wirklich verbessern.
Menschen, die sonst nie miteinander sprechen, werden ob der ungewollten Freizeit plötzlich gesprächig. Urlauber aus Kroatien erhalten endlich eine Möglichkeit, eine Pause auf der Heimfahrt zu machen. Auch das Massenverhalten von Autofahrern kann man auf diese Weise super disziplinieren. Vielleicht war es auch nur eine Übung des Krisenstabes zum Thema:
- Wie evakuiere ich im Bedarfsfall eine Autobahn in beiden Richtungen?
Auch wer seinen Mitmenschen eine Auswischen will, kann dies ganz einfach tun. Er muss nur Mitten auf der Spur fahren und so noch mehr zur Verkehrsberuhigung beitragen.
Bei all den wirklich positiven Nebenwirkungen hätte man eigentlich sogar eine Vergnügungssteuer erheben können. Dies allerdings will ich nur kleinlaut schreiben, denn ich möchte die Behörden nicht auf eine neue Idee bringen. Sicher haben das auch einige Zeitgenossen anders gesehen. Eines muss ich zu meiner Entlastung aber auch noch anmerken:
Park & Ride
Den Versuch per Randstreifen-Parken mich dieser Situation zu entziehen und einfach nach Hause zu laufen, habe ich dann doch schnell verworfen. Ich habe es einfach nicht ertragen, die Spielregeln zu brechen und alle anderen im Stich zu lassen.
Die Kreativität der Menschen kann man auf diese Weise aber fantastisch fördern. Wie komme ich am Schnellsten aus dem Schlamassel heraus? Dumm nur, wenn wirklich keine Abfahrten oder Schleichwege in der Nähe sind.
Persönlicher Rekord doch Guinness Buch verfehlt
Für das Guinness Buch mag es sicher nicht gereicht haben. Wie man sich aber plötzlich freuen kann, wenn man wieder in Bewegung kommt, dass kann ich Euch ja später einmal beschreiben. Derzeit ist mein Bedarf an Parkgelegenheiten einfach mal gedeckt.
Lieber heimlich gut nach Hause gekommen,
als unheimlich nett mit anderen Menschen parken.
Vielleicht versuche ich es das nächste Mal doch besser mit der Variante Landstraße. Auch auf die Gefahr, dass es viel langweiliger ist und ich nicht so viel lernen kann.
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Kommentare und verweisende Trackbacks
zum Beitrag: 5 Kilometer, 4 Stunden & Null Chance - einfach persönlich Freizeit
Kommentare
1 | micha schreibt am 28.06.2006, 19:58:
Schön geschrieben. Ich kanns mir ansatzweise vorstellen, wie das ist. Kenne bisher nur 1/2-stündige Staus (bei den wenigen Fahrten, die ich auf der Autobahn unterwegs bin). Fährst du denn jetzt künftig über die Dörfer oder geht das nicht?
2 | Elephas schreibt am 28.06.2006, 20:08:
Ja son Stau ist schon was Schönes. Dieses Chaos. Manchmal laufen Menschen auf der Straße rum. Also 15 Minuten ist ja ok. Aber länger? Da steigt man dann lieber auf Fuß oder Rad um.
3 | Jörg schreibt am 28.06.2006, 20:09:
Mein bisheriger Rekord auf der A2 ist 7 Jahre alt und lag bei 3 Stunden. LKW, Transporter, Tote, Vollsperrung, Polizei, Staatsanwaltschaft, das volle Programm.
Gestern lag ein LKW wohl auf der Fahrbahn. Warum man erst so spät gemerkt hat, dass die Bergung länger dauert, keine Ahnung. Gegenfahrbahn war auch dicht.
BTW, wohne auf dem Land. Kann sehr wohl normale Straße fahren. Wollte eben besonders schnell heim. Wenn man es eben schon mal eilig hat, das sollte man ja eh nicht, Mc Murphy produziert glatt das Gegenteil. :))
4 | Gabi schreibt am 28.06.2006, 21:30:
Ich wäre verrückt geworden... Direkt nach der Arbeit habe ich einen starken "Stalldrang" und hätte mich ganz sicher für den Fußweg entschieden. Ich wäre nicht in der Lage, aus der Situation das Beste zu machen, sondern einfach nur sauer.
5 | Jörg schreibt am 28.06.2006, 21:56:
@Gabi: Eben weil das den meisten so gehen würde, trotz allem aber die Situation nicht bessert, habe ich der Sache die positive Seite abgerungen. Sage ja nicht, dass das einfach war. :)))
6 | Dirk schreibt am 29.06.2006, 06:30:
Sehr schön geschrieben Jörg. Alles auch schon mal erlebt, auch alles auf der A2 in "Deiner" Ecke um Magdeburg. Ich quäle mich da gut jeden Freitag und Sonntag nachmittag durchs Gewühl. Oft hatten wir von Sonntag auf Montag nur die halbe Nacht zum Schlafen. "Unterhaltsam" ist es aber allemal. ;)
7 | Karla schreibt am 20.07.2011, 15:53:
Ja, ja...die lieben Staus - bin immer froh, wenn ich drumrum komm - daher fliege ich grundsätzlich in den Urlaub :)
8 | Karla schreibt am 20.07.2011, 15:54:
Ja, ja...die lieben Staus - bin immer froh, wenn ich drumrum komm - daher fliege ich grundsätzlich in den Urlaub :)
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