einfach persönlich im Regen gestanden

29.08.2006 | Persönlich | 0 Kommentare | Print

einfach persönlich im Regen gestanden

Optimisten leben länger und leichter. Doch widrige Witterungsbedingungen können selbst Frohnaturen auf eine recht harte Geduldsprobe stellen. Besonders, wenn man einfach persönlich im wahren Sinne des Wortes im Regen steht.

Es bedarf schon reichlich Optimismus, am Beginn eines neuen Lebensabschnittes in einem fremden Land, mit schwerem Gepäck im Schlepptau müde und zerschlagen im Dauerregen an einer einsamen Fährstation auf Hilfe zu warten und dabei die nasskalten Schuhen einfach außer Acht lassend trotzdem den Humor, die gute Laune und den Glauben nicht zu verlieren.

Wie gut nur, dass ich blauäugig wie ich war, einigermaßen wetterfeste Kleidung gewählt hatte. Als Landratte hatte ich diesem Aspekt gar wenig Aufmerksamkeit und Beachtung geschenkt. Und eigentlich war ich ja auch nur mitgefahren, um meiner Tochter die ersten Schritte im neuen Leben etwas leichter zu machen. Aber wenn erst einmal die Nässe von unter her sich den Körper erschließt, bleiben Wohlgefühl und Behaglichkeit doch sehr schnell auf der Strecke.

Unglaublich, was man alles in Taschen und Koffer verpacken kann, wenn man sie optimal nutzen muss. Weitaus schwieriger sollte es sich aber dann erweisen, die Menge an Gepäck im strömenden Regen, den Regenschirm in der anderen Hand über eine längere Strecke zu transportieren. Was sich im Trockenen einfach anpacken lässt, entwickelt bei Nässe ein mitunter seltsames Eigenleben.

Wie gut, dass es mobile Kommunikation gibt. Wie wichtig dabei eine kleine und manchmal unbedeutend erscheinende Funktion wie die Anzeige der Rufnummer eines fremden Telefons sein können, durfte ich dabei wieder einmal hautnah erleben. Kleine freundliche Gesten der Gastgeber können wahre Wunder bewirken. Und wenn es nur ein kleiner Transport mit einem PKW ist, der die mit Hürden verbundene Nutzung von öffentlichen Verkehrsmittel an einem Sonntagnachmittag erspart.

Nach einem solchen Start ins Studentenleben kann dasselbe ja dann nur noch erfolgreich verlaufen. Denn die Härteprobe wurde ja bereits beim Landen am ersten Tag bestanden, oder?

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