Mayday, Mayday, Hilfe! Leser soeben im Steigflug verloren!

03.11.2006 | Blogging, Blogging Tipps, Persönlich | 0 Kommentare | Print

Mayday, Mayday, Hilfe! Leser soeben im Steigflug verloren

Mayday! Dies ist ein Hilfe-Ruf! Im freien Flug der Erde entgegen kann ich nur noch um Hilfe bitten. Hoffentlich ist jemand dabei, der mich auffängt, bevor ich aufschlage.

Wenn der Druck in der Kabine abfällt, fallen automatisch Sauerstoff-Masken aus der Kabinen-Decke. Bitte ziehen Sie eine an sich und drücken sie sie fest auf Mund und Nase. Atmen Sie normal weiter und helfen sie Kindern und anderen Passagieren..

Ich habe es nicht geschafft. Sorry!
Bevor ich eine Maske in der Hand hatte, musste ich loslassen und schwups, sah ich die Maschine rasch Fahrt gewinnen und kleiner werden.

: ) : (

Frei fliegend schreibe ich nun doch eine Anmerkung dazu. Schwer habe ich mit mir gerungen. Bevor ich jedoch aufschlage, mache ich meinem Herzen Luft und muss das einfach noch loswerden:

  • Nicht, weil ich neidisch bin.
  • Nicht, weil ich morgen nicht mehr fliege.
  • Nicht, weil ich den Menschen nicht mag.

Die wenigsten Menschen sagen uns Dinge, die wir selbst nicht mehr wahrnehmen. Zurückhaltung, Angst oder falsche Bescheidenheit, was auch immer es ist. Die wenigen, die es dennoch tun, hören und lesen sich nicht besonders schön, bringen aber mehr Wahrheit rüber und helfen unter Umständen eher als sie schaden.

Lieber Robert,

in diesem Sinne mag diese Nachricht eine medienäquate Meldung an Dich sein, dass Du mich soeben als Leser (fast) verloren hast. Als Stammleser Deines Weblogs habe ich heute einfach, aber mit Scherz verzerrtem Gesicht, losgelassen.

  • 25 Beiträge an einem Tag von Dir allein
    kann, will und schaffe ich einfach nicht (mehr).

Aus dem kurzen Blog Urlaub zurück, vermag ich die Masse der Post weder überblicken noch in angemessener Zeit durchsehen. Und so bleibt mir einfach nur, Prioritäten zu setzen.

Ich danke Dir aufrichtig für die vielen Tipps und Beiträge, Deine schnottrige Art, die Dinge so zu beschreiben, wie Du sie auch im Gespräch beschreibst. Es war eine Erfahrung der besonderen Art (25 auf einen Schlag) und ich hoffe, dass Du dafür auch den gebührenden Lohn einfahren wirst.

Ich gönne ihn Dir wirklich von Herzen!

Herzlichst und einfach persönlich
Jörg

PS:
Schau Dir mal Deinen Newsletter an. Die Links darin arbeiten in Maildiensten wie Web.de nicht einwandfrei, eine Erfahrung, die ich gestern machen durfte und die Dich ggf. sehr interessieren dürfte. Vielleicht nutzt Du statt Feed Blitz einfach Feedburner. Dort habe ich solche Erfahrungen noch nicht feststellen können.

PPS:
Es ist interessant, was so alles zwischen den Zeilen geschrieben steht, wenn man nur aufmerksam hinschaut und nicht wie ein wilder durch die Beiträge und Kommentare zappt. Das Medium Weblog ist eben wie kein anderes dafür prägnant, Dinge zu kommunizieren, die man selbst nicht schreibt. Im Positiven wie im Negativen.

BTW, ein paar Anmerkungen zum Nachdenken

Ich rechne mal schnell durch:

  • 25 Beiträge in 10 Stunden = 24 Minuten bei Dauerlast oder
  • 10 Minuten pro Artikel in insgesamt ca. 4 Stunden
  • . . .

Was auch immer die Tastenanschläge pro Minute und alles Engagement hergeben, die Qualität ist mir einfach wichtiger als alle schnöden Zahlen.

  • Weniger ist mehr!
    Das ganze Leben auf der Überholspur auf dem Weg nach oben? Nur der Platz 1 zählt. Image und Geld, die Wertmaßstäbe unserer Gesellschaft? Zu lange habe ich persönlich mich in ähnlichem Wettlauf befunden. Schmerzhaft kommt irgendwann die Einsicht, dass es der eigenen Gesundheit und der des Umfeldes auch anders gehen kann und wird. Wir haben selbst die Freiheit darüber zu entscheiden, doch denken wir immer daran?
  • Dauerleistung bis zum Kollaps
    Erst beim Herzkasper oder anderen scherzhaften Einschnitten erleben wir die allzu menschlichen Begrenzungen. Unser Körper ist schlauer als wir. Er zieht irgendwann die Reizleine. Wohl dem, der diesen abrupten Halt dann noch verkraftet und überlebt (und dann noch etwas davon hat).
  • Hamster im Laufrad
    Wie ein Hamster im Laufrad bemühen wir uns um ein Ergebnis und jagen Ruhm und Geld hinterher. Letztlich können wir uns eines Tage selbst mit noch so viel Geld die Gesundheit und andere Folgen nicht mehr wegkaufen. Der schnelle Ruhm bleibt sowieso bereits in den ersten Tagen auf der Strecke, in denen andere merken, dass Du nicht mehr kannst.
  • Alles hat einen Sinn!
    An und an macht es Sinn, einmal aus dem Laufrad auszusteigen. Von außen zu schauen, ob der Kurs noch stimmt, der Spaß wie manche andere Annehmlichkeit auf der Strecke geblieben ist. Vielleicht auch einmal zu schauen, ob all die virtuellen Realitäten mit den eigenen Zielen in Übereinstimmung sind, oder ob man nicht doch hier und da einer Fata Morgana nachjagt.

Als wir das Ziel aus den Augen verloren hatten,
verdoppelten wir unsere Anstrengungen!
Mark Twain

Warum nur kommt mir bei diesem Thema dieser Spruch in den Sinn?

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