Stöckchen, Stock & Zaunspfahl

20.11.2006 | Persönlich | 1 Kommentare | Print

Ob ein Ratschlag oder ein Stöckchen, manchmal kann es auch ein Schlag sein. Da ich mir das Querdenken nicht abgewöhnen kann, hier ein paar Gedanken zur Stöckchelitis.

Im Verlauf der Blogzeit habe ich viele Stöckchen durch die Luft fliegen sehen. Einige davon haben auch an meine Bloghütte angeklopft. Mal mehr, mal weniger sinnvoll habe ich einige empfunden. Doch im Verlauf der Zeit hat sich ein gespaltenes Verhältnis zu den kleinen Stöckchen entwickelt.

  • Meist treten sie im Rudel auf.
    Wenn sie fliegen, dann meist von allen Seiten. Je mehr von diesen kleinen Bummerangs an meine Tür klopfen, desto weniger spannend finde ich das Unterfangen.
  • Sie entbehren (oft) einen gewissen Witz.
    Selten haben sie hintergründigen Witz. Vielmehr sind die Inhalte meist recht einfach, manchmal auch platt. Neugierig sind die Fragen meist auf sonst nicht im Blog beschriebene Fakten abgestellt. Manchmal fehlt mir einfach der Effekt, der mich in die Tasten hauen lässt.
  • Sie sind meistens kopiert.
    Eines der letzten Stöckchen habe ich im amerikanischen Blogs schon gelesen, da war in deutschen Blogs daran noch nicht zu denken. Für mich war der Fakt, Dinge aufzuzählen nicht so spannend, als dass ich meine Zeit damit verbringen sollte. Als die Stöckchen-Welle dann endlich (nach einiger Zeit) nach Deutschland kam, war für mich die Luft bereits mehr als raus. Eine billige Kopie ohne sichtbare Weiterentwicklung, wo ist da der Anreiz?
  • Ernst werden sie selten genommen.
    Ad absurdum führen sich die meisten Postings dadurch, dass sie neugierige Fragen mit Pauschalantworten oder Blödeleien beantworten. Der Gesamteindruck macht es eben. Wenn schon ernst gemeinte Fragen gestellt werden und Neugier dahinter ist, dann sollte das Ergebnis auch dementsprechend ausfallen, um gelesen zu werden.

Wollen wollte ich schon, nur können konnte ich nicht

Und so hätte ich gern auf das aktuelle Stöckchen geantwortet. Aber erstens klaue ich nicht, schon gar kein Plakat von irgendwelchen Wänden. Und zweitens war mir eine Auswahl und geeignete Darstellung einiger Antworten auf die Fragen dann wieder so abwegig, dass sie die Methode erst recht gebrochen hätte.

Aber vielleicht sehe ich das schon wieder zu ernst.
Oder mein persönlicher Anspruch auf Ernsthaftigkeit ist einfach zu groß.

Bleibt mir eines: nach einer Art und Form zu suchen, wie Ihr eines Tages einige der Dinge lesen könnt, die Ihr ggf. immer schon mal wissen wolltet. Momentan fehlt mir noch die Form dafür. Aber es hat mich auch noch keiner richtig gefragt. Bekanntlich gibt es ja keine dummen Fragen, nur unwichtige Antworten.

Ich darf mir aber auch treu bleiben und kann und werde weiter entscheiden, wann es mich hyped, sofort zu schreiben und bei welchen Dinge ich einfach die lange Bank bevorzuge.
Danke für Euer Verständnis!

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Kommentare und verweisende Trackbacks

zum Beitrag: Stöckchen, Stock & Zaunspfahl

Kommentare

1 | Kai schreibt am 21.11.2006, 13:51:

Kann ich nachvollziehen. Je bekannter der Blog ist und je mehr Besucher er hat, desto mehr wird er auch mit allem Möglichen vollgespammt. Eine Lektion die ich auch bei meinem Stöckchen gelernt habe.
Klar, dass man auch nicht Lust hat, bei jedem Quark mitzumachen.

Ihr scheint alle eine behütete Kindheit gehabt zu haben, dass ihr noch nie ein Plakat eurer Lieblingsband nach dem Superkonzert mitgenommen habt;) Ich klaue auch nicht, ich habe nur dem Veranstalter erspart, dieses Plakat zu entfernen!

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