CSS-Layouts – Autoren-Gespräch mit Dirk Jesse (Teil 2)
22.12.2006 | Autoren-Gespräch, Buch-Tipps, Bücher | 0 Kommentare | Print
![CSS-Layouts – Autoren-Gespräch mit Dirk Jesse [Teil 2]](http://www.einfach-persoenlich.de/bilder/dirk-jesse.jpg)
Dirk Jesse - wer ist und was macht der Autor von CSS-Layouts beruflich? Ich habe mit Dirk Jesse gesprochen und viele Fragen rund um sein Buch gestellt. Das mehrteilige Interview und Autorengespräch zeichnet ein persönliches Bild vom vielseitig interessierten Bauingenieur und Mensch hinter den CSS-Layouts.
ep: Das erste Buch-Projekt stellt jeden Autor vor ungewohnte Herausforderungen. Wie dürfen wir uns den zeitlichen und inhaltlichen Werdegang des Buches vorstellen?
Dirk Jesse: Begonnen hat alles mit der Anfrage von Galileo Press im März. Nach ein paar Mails stand fest, dass aus der Idee eine handfeste Aufgabe für mich wird und ich startete. Ich habe damals mit den Positionierungsbeispielen begonnen, einem relativ unkomplizierten Teil. Damit konnte ich erst einmal testen, wie leicht oder schwer sich Buchseiten schreiben. Es entstanden ca. 30 Seiten, die zunächst von Jens Grochtdreis und vom Verlag begutachtet wurden.
7 Tage die Woche, nach Arbeit kurz Pause, dann Schreiben bis in die Nacht.
Es gab zwar von beiden Seiten recht schnell das o.k. zum Weitermachen, dennoch war Mitte Mai erst einmal Pause. Zeit für Hochzeit und Flitterwochen muss schon sein. Mitte Juni sollte es weitergehen. Doch YAML war zu diesem Zeitpunkt nicht in einem Zustand, den ich in Buchform wiederfinden wollte. In der Doku herrschte noch zu viel Chaos und ich war auch nicht gerade glücklich mit den immer noch verbliebenden IE-Bugs. Also habe ich das Manuskript zur Seite gelegt, und mich an die Version 2.5 von YAML gesetzt.
Danach gings mir besser und als auch die große Hitze im Juli vorbei war, schrieb sich’s immer besser. Allerdings drückte da schon der Abgabetermin. Sechs Monate klingen viel, solange man sie noch alle vor sich hat. Von da an bis zur Ablieferung des Manuskripts Anfang Oktober wars dann schon ziemlich hart. 7 Tage die Woche, nach Arbeit kurz Pause, dann Schreiben bis in die Nacht. Das hat mächtig geschlaucht und am Ende lagen dann auch die Nerven fast blank. Aber haben wir (Dieter und ich) den Termin einigermaßen gehalten, auch das muss man erstmal schaffen.
ep: Ein Buch schreibt ein Mensch nicht einfach mal so aus Langeweile und nebenbei. Auch benötigt man in der Regel die Unterstützung von vielen Menschen, die einem den Rücken frei halten, ermutigen und immer wieder auch mit Verständnis anspornen. Wer im Besonderen hat Dir bei der Arbeit an dem Buch wertvolle Impulse gegeben und Dir persönlich zur Seite gestanden?
Dirk Jesse: Oh ja, das stimmt. An allererster Stelle steht da Jana, meine Frau. Sie hat mit Abstand am meisten zurückgesteckt denn schließlich saß ich fast immer vorm Rechner. Zum Glück studiert Jana noch nebenbei, sodass wir beide zu tun hatten. Sie hat mir auch in Krisenzeiten (ja, die gab es) Mut gemacht. An zweiter Stelle stehen Jens Grochtdreis und mein Freund Uli. Während Jens immer für eine kurze Diskussion oder einen Ratschlag zur Seite stand, hat Uli mich in sprachlichen Dingen mehr als gut beraten. Beide haben einen großen Anteil am Ergebnis.
Es gab einen Moment - Mitte August, glaube ich - da hätte ich beinahe alles hingeschmissen und das Buch gecancelt.
ep: Welche besonderen persönlichen Herausforderungen hat die Zeit der Arbeit am Buch für Dich persönlich mitgebracht? Wie hast Du diese bewältigt, wie haben Sie Dich geprägt?
Dirk Jesse: Die größte Herausforderung war, meinen Beruf (meine Promotion) und die Arbeit an YAML unter einen Hut zu bekommen. Der Job ist mit 40 Stunden in der Regel nicht erledigt, auf Arbeit gibt’s Termine, das Buch hat Termine. Es gab einen Moment - Mitte August, glaube ich - da hätte ich beinahe alles hingeschmissen und das Buch gecancelt. Zum Glück habe ich noch mal drüber geschlafen.
Im Nachhinein war diese Entscheidung die wichtigste. Ein solches Projekt sollte man durchziehen, wenn man es begonnen hat. Ich mag keine halben Sachen und ich hätte mich vermutlich ewig darüber geärgert.
ep: Welche Momente und Erlebnisse sind Dir als besonders motivierend und angenehm im Gedächtnis geblieben?
Dirk Jesse: Einerseits die teilweise stundenlangen Telefonate mit Dieter Bunkerd. Wir hatten uns zu diesem Zeitpunkt nur per Mail und Skype gekannt, jedoch nicht persönlich. Und trotzdem haben wir zusammen das Buch auf die Beine gestellt. Das so was auch schief gehen könnte, war mir zuvor nie in den Sinn gekommen. Jetzt amüsiert und begeistert es mich umso mehr und mittlerweile haben wir uns auch persönlich kennen gelernt.
Besonders angenehm war dann der Moment, als ich mein erstes Exemplar endlich in der Hand hielt. Erst da hat sich der Knoten langsam gelöst und ich hab’s dann auch kapiert, dass jetzt wirklich alles fertig ist. Dafür freue ich mich jetzt umso mehr.
ep: Dem Buch geht ein Geleitwort von Jens Grochtdreis als Fachgutachter voraus. Ungewöhnlich für ein deutsches Fachbuch. Solch Vorgehen kenn ich eher aus dem Bereich der amerikanischen Fachliteratur. Wie ist es dazu gekommen? Welche Rolle und Aufgaben hat Jens Grochtdreis übernommen?
Dirk Jesse: Da hast Du mich ertappt. Wie gesagt, ich lese selbst relativ selten, daher war mir diese Besonderheit bisher gar nicht bewusst. Die Idee dazu kam übrigens vom Verlag. Jens hat auf meinen Wunsch und mit Einverständnis des Verlags die Aufgaben eines fachlichen Lektors übernommen.
Jens kennt YAML bereits aus seinen ersten Stunden. Wir sind seit Beginn an darüber in Diskussionen gewesen, haben Meinungen, Denkansätze und Links ausgetauscht. Er kennt meine Arbeit also schon seit langer Zeit und ist mit seinem Blog das Sprachrohr für jeden größeren Versionssprung gewesen. Ich schätze Ihn als fachlich sehr kompetenten und menschlich herzlichen Zeitgenossen.
ep: Frankfurt am Main und Dresden liegen nicht unbedingt dicht beieinander. Auf welche Weise habt Ihr beide die Zusammenarbeit am Buch gemeistert? Welche Tools habt Ihr ggf. dabei eingesetzt?
Dirk Jesse: Ähm, schreib lieber Mainz. Jens mag es gar nicht, wenn er nach FF/M umgesiedelt wird. Das ist einer der wenigen Schnitzer im Buch, die ich erst nach dem Druck bemerkt habe.
Was die Kommunikation betrifft: Ein Lob an GoogleTalk und Skype. Unser Meinungsaustausch lief fast ausschließlich darüber. Das Manuskript flog natürlich als PDF durch die Datenkanäle und wurde von Jens kommentiert zurückgesandt. Alles in allem funktionierte das absolut reibungslos.
Autoren-Information Dirk Jesse
Dirk Jesse arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Dresden und ist der Entwickler des HTML/CSS-Frameworks YAML. Wegen der hohen Flexibilität und der umfangreichen Browserunterstützung entwickelte sich YAML innerhalb kürzester Zeit zu einem beliebten Werkzeug für die Erstellung barrierearmer, CSS-basierter
Layouts. Dirk Jesse betreibt zudem ein eigenes Weblog.
Website zum Framework des Buches
Informationen zum Buch
CSS-Layouts von Dirk Jesse
Praxislösungen mit YAML, CSS-Layouts mit TYPO3
Hard-Cover: 414 Seiten mit CD-ROM
Verlag Galileo Press
1. Auflage (Dez. 2006)
ISBN: 3898428370
Preis: 29,90 Euro
Leseprobe
Buch bei Amazon.de bestellen
Das Interview mit Dirk Jesse ist Teil 2 eines mehrteiligen Autoren-Gespräches
Der Mensch hinter den CSS-Layouts & YAML-Framework
Weiterlesen:
CSS-Layouts - Autoren-Gespräch mit Dirk Jesse [Teil 1]
CSS-Layouts - Autoren-Gespräch mit Dirk Jesse [Teil 2]
CSS-Layouts - Autoren-Gespräch mit Dirk Jesse [Teil 3]
