Server am Limit? - unmöglich denkt Ihr?

07.01.2007 | Blogging, Blogging Tipps, Persönlich | 13 Kommentare | Print

Server am Limit - unmöglich denkt Ihr

Der Server kippt die Tragflächen an und geht in den Steilflug. Was selbst erfahrene Piloten aus dem Konzept brachte, ließ sich letztlich praktisch nur durch klaren Kopf und Umdenken lösen. Dabei sieht man den Wald manchmal kaum vor lauter Bäumen.

Server am Limit? - unmöglich denkt Ihr? Dachte ich zu Beginn auch. In den letzten beiden Monaten des alten Jahres aber wurde mein Server immer öfter kurzfristigen Störungen unterworfen. Er lief noch scheinbar normal, war aber ganz und gar mit sich beschäftigt. Selbst HTML-Dateien wurden nur noch zögern ausgeliefert. Der Server klemmte sich einfach fest. Einige Leser werden dies bemerkt haben, war der Server zeitweise dadurch nicht erreichbar.

Für die Profis der Server-Administration war das Fehlerbild eindeutig.
Movable Type und die cgi-Scripte sind Schuld. Der Server braucht mehr Power.

Leider habe ich diese Argumente bisher zu oft gehört. Auch wenn ich lange nicht so dicht vor dem Server sitze, wie die Administratoren. Ich habe ein erstaunlich gutes Gefühl für die Fehler, Potenziale und Schwächen der MT-cgi-Scripte entwickelt. Und auch in diesem Falle sollte ich mehr als Recht behalten. Doch das erfuhr ich erst später.

Mit Kanonen nach Spatzen schießen?

Doch vor dieser Erkenntnis kamen zunächst einmal einige Tests und Server-Umstellungen, bei denen ich die unterschiedlichsten Prozessoren und RAM-Ausstattungen testen und vergleichen konnte. Schwere Flagschiffe wurden aufgefahren, deren Kosten mir parallel die Schweißperlen auf die Stirn brachten.

Erschreckendes Ergebnis für mich dabei war, dass die erste Diagnose scheinbar immer mehr ins Wanken geriet, während die Administratoren immer noch an Ihrer Diagnose festhielten.

War das schon alles?

Die Kommunikation wurde offen gestanden immer nerviger. Das konnte doch einfach noch nicht das Ende der Fahnenstange sein? Andere Seiten laufen ja auch und das ohne die Spezialgeschütze! Immer wieder traten Leistungsspitzen bis hin zur 20-fachen Überlastung des Servers auf. Scheinbar ohne jeden erkennbaren Grund und Muster traten Störungen auf.

Meine Ausdauer und Beharrlichkeit, die neben allen anderen Anforderungen beruflich wie privater Art zusätzlich erforderlich wurde, sollte sich aber auszahlen.

Querdenken & Umdenken bringt die Lösung!

Der Fehler ist bekanntlich immer dort, wo man ihn nicht sucht. Denn wäre er dort, wo man ihn sucht, würde man ihn ja auch finden. Eine Erkenntnis, die ich als Ingenieur immer wieder selbst leidvoll erfahren durfte. Und auch in dem Fall sah man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Umdenken & Querdenken brauchte letztlich einen entscheidenden Impuls zur Lösung. Statt nur die Server-Leistung verantwortlich zu machen, drängte ich auf die Untersuchung der näheren Umstände, die solche Belastungen zustande brachten. Nach einigen Handgriffen ergaben sich dabei die vermuteten Zusammenhänge, vermehrte Zugriffe immer der gleichen IP-Quellen.

Die Server-Spitzenlasten wurden von einem zeitgleichen Angriff von einer Schar von Spamern ausgelöst. Mit meist gleichen IP-Adressen (u.a. USA, Kanada, Arabische Länder) erzeugten diese eine fortwährende Last durch Abruf der Kommentardatei. Auch die nach wie vor exzellente Spam-Engine von Movable Type konnte dieser Art Belastung erst Herr werden, nachdem sie gestartet worden war.

Eine kurzerhand gnadenlose IP-Sperre von einem Duzend Spamern (nach Prüfung der Domains) reduzierte sofort die absoluten Leistungsspitzen von 20. Vereinzelt erreichte die Server-Belastungen noch Werte von 10, der Server fing sich aber nach Abarbeitung schnell wieder ein.

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