Spam-Abwehr: Umdenken, Querdenken, Neudenken?
09.01.2007 | Blogging, Blogging Tipps, Movabletype | 5 Kommentare | Print

Neue Lösungsansätze in der Spam-Abwehr kommen oft durch Neudenken oder Umdenken. Chef-Entwickler Brad Choate denkt quer und verbannt kurzerhand alle Links aus den Kommentaren.
Eingefahrene Gleise muss man bisweilen verlassen, will man zu effektiven Maßnahmen wirksamen Schutz finden. Mit einer solchen Idee hat sich dieser Tage Brad Choate, einer der bekanntesten MT-Plugin-Entwickler und seit geraumer Zeit Six Apart-Chef-Entwickler in seinem Blog geoutet. Auf den ersten Blick etwas merkwürdig, gehen mir beim mehrfachen Durchdenken aber sowohl Pro als auch Contra durch den Kopf.
Brad sagt: Spamer haben nur Interesse an Links in Kommentaren.
- Kurzerhand schreibt er ein Plugin, dass alle Links aus den Kommentaren verbannt.
- Obendrein nutzt er dann die Authorisierungsdienste OpenID und TypeKey, um das URL-Feld im Kommentar-Formular nur anzuzeigen, wenn der Leser sich wirklich durch Anmeldung bei diesen Diensten authentifiziert hat.
Meine Anmerkungen dazu:
- Pro: Kommentare sind das Salz in der Blogger-Suppe
Texte sind wichtiger als Links. Wenn wirklich Links gebraucht werden, lassen sich entweder Kommentartoren authentifizieren oder die Text-Links nachträglich verlinken.
- Contra: Leser fühlen sich womöglich bevormundet
Nicht jedem Leser wird es gefallen, wenn die Hürde zum Kommentieren allzu groß wird. Da von Haus aus eh nur sehr wenige Leser kommentieren, werden insbesondere die Link-Freunde erheblich Einwand gegen solch ein Vorgehen haben. Zudem dürfet ggf. die Link-Freude durch die Maßnahme langfristig zurückgehen. Was aber noch zu beweisen wäre.
- Pro: Hebel setzt ohne zusätzliche Tools an.
Quasi ganz mit Köpfen statt mit zusätzlichen Lösungen agiert der Ansatz. Das kleine Opfer Links in Beiträgen wird in Kauf genommen. Etwas Arbeit mehr entstünde durch das nachträgliche Verlinken von wirklich interessanten Beiträgen in Kommentaren.
- Contra: Wirkliche Server-Last wird nicht gespart.
Wirkliche Belastung von der Kommentardatei wird nicht vermieden. Denn wir haben ja bereits angemerkt, dass die echten Spamer nicht die Formulare, sondern die Kommentardatei direkt aufrufen. Was helfen in einem solchen Fall also das fehlende URL-Feld. Im Aufruf wird einfach die URL mit angegeben und versandt.
Was meint Ihr?
Bliebe da der Vollständigkeit noch angemerkt, dass natürlich in einem solchen Falle entweder frei und ohne URL kommentiert werden oder aber die Leser einen der unterstützten Authentifizierungsdienste benutzen müßte. Und das führt mich dann zu der bereits lange existieren Frage: