E-Mail für Dich - 9 Milliarden E-Mails kosten 75.000 Euro
03.02.2007 | Persönlich | 4 Kommentare | Print

Wer 9 Millionen Menschen unverlangt Lebensfreude spenden will, sollte eigentlich lebenslang davon Ärger bekommen. Dennoch bringen millionenfache Werbemails nur 75.000 Euro Strafe. Ist die Strafe eine reale Abschreckung oder eher Anreiz zum Weitermachen?
Elektronische Nachrichten werden heute nicht nur an Freunde, Bekannte und Geschäftspartner versandt. Unverlangt gelangen sie immer wieder auch in mein persönliches Postfach. Ich staune immer wieder, welche Kreativität das Thema Werbe-Mails offenbar bei Ihren Absendern produziert. Ein Ende scheint dabei nicht in Sicht, oder doch?
In Den Haag haben Behörden nun laut der Deutschen Presseagentur dpa ein Bußgeld gegen einen Spam-Mailer verhängt. Ein Niederländer hat sich wegen der Versendung von neun Milliarden unverlangter Werbemail zu verantworten. Ein Bußgeld in Höhe von 75.000 Euro wurde ihm auferlegt, informierte die Telekom Aufsicht in Den Haag am Freitag.
Der Niederländer hat mit der Aussendung für diverse Lebensfreude spendende Artikel und Pillen Werbung gemacht und dabei mindestens 40.000 Euro verdient.
Ein Tropfen auf den heißen Stein?
Das höchste in den Niederlangen verhängte Bußgeld für Spam-Mails mag nur ein Anfang und ein schwacher Trost für alle Betroffenen sein. Denn die Zusendung von unverlangter Werbung ist seit 2 Jahren EU-weit verboten. Werbung per E-Mail, Telefax oder SMS-Texten bedarf seither der Zustimmung durch den Empfänger.
Mildes Urteil - Anreiz & Bestätigung für Spamer?
Als ich die Nachricht in der Zeitung lese, will bei mir so recht keine Freunde aufkommen. Bereits auf den ersten Blick wird deutlich, dass das Urteil als Abschreckung offenbar wenig Wirkung entfaltet. Zwar macht es deutlich, dass Spamer Strafen zu erwarten haben. Dennoch ist die Masse der versandten E-Mail und die damit zu erzielenden Gewinne in keinem realen Verhältnis zu den zu befürchteten Strafen.
Die Nachricht wirkt bei mir eher als Anreiz für Spamer denn als echte Abschreckung, selbst wenn in unseren Landen demnächst härter durchgegriffen werden sollte. Die Spitze des Eisberges zu erwischen würde etwas bringen. Die Frage ist nur, wie lange hielte dies vor. Indes scheint mir die Aussicht eine Illusion zu bleiben.
- Niederlande: Bußgeld für neun Milliarden unerwünschte E-Mails
- 70.000 Anfragen an die Internet-Beschwerdestelle
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Kommentare und verweisende Trackbacks
zum Beitrag: E-Mail für Dich - 9 Milliarden E-Mails kosten 75.000 Euro
Kommentare
1 | Pepino schreibt am 03.02.2007, 11:45:
Bei solchen IMHO lächerlichen Strafen und dem erwähnten Gewinn der Spammer sollte ich vielleicht mal die Seiten wechseln ;-)
2 | Gabi schreibt am 03.02.2007, 14:19:
Nr 75.000 EUR? Das bezahlen die doch aus der Portokasse :-(
3 | Boris schreibt am 03.02.2007, 23:40:
In letzter Zeit nimmt das Spamaufkommen auch hier auf meinem Webserver, auf dem nur ein paar wenige Domains gehostet werden, derart zu, dass es an der allgemeinen Performance wirklich spürbar wird und u.a. mein Blog zeitweilig echt schwerfällig reagiert. (Wie ich just vor wenigen Minuten wieder einmal verärgert feststellen musste)
Irgendwie muss da mal langsam etwas radikal geschehen - weltweit und systematisch. Und nicht in Form irgendwelcher infantiler Lala-Politik unserer Regierung, die Spammer haftbar oder sonstwie belangbar machen will. Das ich nicht lache.
Das ist bestenfalls die gewohnte verbale Beruhigungspolitik a la "wir tun energisch was!" ohne jeden echten Effekt.
Ich bin schon froh, dass ich wenigstens meine eigenen E-Mailadressen einigermaßen überlegt anlege und sinnvoll verteile, und dazu meine Postfächer mit recht radikalen Filterregeln im Mailprogramm einigermaßen sauber halten kann...
4 | herbert schreibt am 04.02.2007, 10:52:
Wenn die o.a. Zahlen stimmen, hat zumindest dieser Spammer kein gutes Geschäft gemacht, aber der Betrag ist sicher ein Freibrief für andere, die solche Beträge aus der Portokasse zahlen.
Man sollte immer mindestens zum Doppelten des gemachten Gewinns verurteilen, nur wird dieser nicht immer leicht zu ermitteln sein.
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