Kommunikation im Trend: Die neue Währung Glaubwürdigkeit!

17.02.2007 | Blogging, Blogging Tipps, Business-Blog-Karneval | 3 Kommentare | Print

Die Glaubwürdigkeit der Kommunikation wird auch für Unternehmen mehr und mehr zum gewichtigen Faktor für Erfolg. Glaubwürdigkeit wächst und gedeiht auf drei festen Säulen. Außer der Basis beeinflusst die Kongruenz im Handeln sie ebenso wie Konstanz der Botschaften über die Zeit.

Mit einer für viele Anwender überraschenden Dynamik machen Weblogs seit geraumer Zeit auch im deutschen Sprachraum von sich Reden. Nachdem die Online-Tagebücher längere Zeit oft als vorübergehende Erscheinung betrachtet worden sind, wendet sich das Blatt immer offensichtlicher. Immer mehr Unternehmen denken ernsthaft über den Einsatz von Weblogs nach.

Doch kein Medium vor den Weblogs hat so einschneidend das Kommunikationsverhalten der Unternehmen herausgefordert und auf den Prüfstand gestellt. Die Rasanz und Dynamik der Entwicklung macht hierbei immer mehr deutlich, dass die Online-Kommunikation wirklich ernst genommen und in den Unternehmensalltag integriert werden sollte. Wie auch immer die Unternehmen sich den neuen Trends stellen werden. In der Online-PR kristallisiert sich immer mehr die Währung Glaubwürdigkeit als entscheidender Erfolgsfaktor für die Zukunft heraus.

So häufig über Glaubwürdigkeit gesprochen wird, so unterschiedlich mögen auch die Meinungen darüber sein:

  • was wir unter Glaubwürdigkeit verstehen?
  • welche Faktoren der Kommunikation Glaubwürdigkeit erzeugen?

Das Forschungsprojektes Glaubwürdigkeit - Schlüssel zum Vertrauen hat bemerkenswerte Ergebnisse zusammengetragen und damit meine Aufmerksamkeit geweckt. Ein Thema, dass wenig diskutiert wird und gerade deshalb zu Recht viel mehr Aufmerksamkeit verdient.

Studie: Glaubwürdigkeit - Erfolgsfaktor für die Unternehmenskommunikation

Interessant und beachtenswert - die Studie „Glaubwürdigkeit - Erfolgsfaktor für die Unternehmenskommunikation“ der Universität Hohenheim bringt auf praktische Weise Licht ins Dunkel um den Begriff Glaubwürdigkeit. Am Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaften und Journalistik in Stuttgart untersuchte Prof. Dr. Claudia Mast 2005 die Hintergründe dazu in einer qualitativen Befragung. 22 Kommunikationsverantwortliche in Groß- und mittelständischen Unternehmen, Non-Profit-Organisationen und PR-Agenturen äußerten sich in Interviews zu ihrem Verständnis und der Bedeutung von Glaubwürdigkeit in der Unternehmenskommunikation.

Glaubwürdigkeit ist ein Begriff mit vielen Facetten. Deren Bedeutung wird in der Literatur oft erwähnt und herausgestellt. Für den Aufbau dauerhafter, stabiler Beziehungen zwischen Journalisten und Pressesprechern ist sie ebenso wichtig wie für eine solide Vertrauensbasis zwischen Unternehmen, Mitarbeitern, Kunden und Investoren.

Glaubwürdigkeit stellt ein wesentliches Fundament für die zwischenmenschliche Kommunikation dar. Langfristige interaktive Kommunikation sichert den Handlungsspielraum der Unternehmen und Organisationen. Auf Glaubwürdigkeit aufbauend entstehen weitergehende Bindungen wie Goodwill, Vertrauen oder stabile Bindungen.

Wenn wir uns privat kennen würden und Sie hätten das Gefühl, dass alles, was ich im privaten Umgang sage, eher meiner Phantasie, meinen Wunschdenken entspricht oder gelogen ist, dann kann ich ein noch so brillanter Redner sein. Ich würde bei Ihnen keine wirklichen Erfolge erzielen im Bezug auf die Inhalte meiner Kommunikation.
Heiner Springer, Leiter Konzernkommunikation Bayer AG

Auch und gerade in der persönlichen Interaktion wird die Glaubwürdigkeit der Beteiligten zu einem wesentlichen Schlüssel des Erfolges.

Doch was ist Glaubwürdigkeit nun genau?

Die Bausteine: Transparenz, Wahrhaftigkeit & Authentizität

Als Fundament der Glaubwürdigkeit charakterisieren die Befragten drei Bausteine:

  • Transparenz,
  • Wahrhaftigkeit,
  • Authentizität.

Transparenz wird dabei als offensichtlichste Voraussetzung für Glaubwürdigkeit angesehen. Demnach sorgt eine transparente und offene Kommunikation für langfristige Glaubwürdigkeit von Unternehmen und Organisationen. Berechenbarkeit und Vertrauen bilden sich auf dieser Basis heraus.

Wahrhaftigkeit stellt die Ehrlichkeit in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Was gesagt wird, muss wahr sein. Verlässliche, belastbare und ehrliche Informationen entstehen keinesfalls auf der Basis von Lügen an die Presse.

Authentizität kennzeichnet die Art und Weise der Kommunikation. Wie werden Informationen und Botschaften übermittelt? Wie bleibt sich ein Unternehmen oder Organisation dabei selbst treu ohne sich zu verrenken?

Faktoren für langzeitstabile Glaubwürdigkeit

Neben den drei Grundbausteinen der Glaubwürdigkeit werden aber noch zwei weitere Elemente beschrieben, deren Vorhandensein ebenso zur Glaubwürdigkeit beiträgt:

  • das sowie Übereinstimmen von Reden und Handeln
  • die Konsistenz der Botschaften.

Jedes Handeln ist Kommunikation,
jedenfalls im Unternehmen selbst.
Joachim Klewes, CEO komm.passion GmbH

Übereinstimmen von Reden und Handeln prägen in wesentlich die Wahrnehmung von Glaubwürdigkeit. Im Zeitalter der multimedialen Kommunikation werden Abweichungen von Rede und Tat schnell offensichtlich und tragen maßgeblich zum Vertrauensverlust bei.

Die Konsistenz der Botschaften über die Zeit hinweg sorgt beim Menschen zudem für wachsende Glaubwürdigkeit und Vertrauensaufbau. Kontinuität schafft hier ein Mehr an Berechenbarkeit und Vertrauen.

Subjektive Wahrnehmung sorgt dafür, dass von Mensch zu Mensch verschiedene Wahrnehmungen der gleichen Aussagen möglich sind. Glaubwürdigkeit entsteht auf der Seite des Empfängers, ist folglich subjektiv und von der Wahrnehmung der Menschen abhängig. Das Auge des Betrachters ist dabei Maß der Dinge, ebenso wie alle anderen Sinneswahrnehmungen.

Offene Kommunikation kann Glaubwürdigkeit im Grund nur verstärken. Wo keine Glaubwürdigkeit existiert, zerstört wurde vermag offene Kommunikation allein diese Lücke nicht wieder zu schließen.

Im Endeffekt ist Glaubwürdigkeit das, worum sich Unternehmen permanent bemühen müssen, weil Unternehmen viel Zeit, viele Ressourcen und viel Geld in die Unternehmenskommunikation investieren. Wenn Ihnen am Ende des Tages aber nicht geglaubt wird, könnte man es eigentlich auch sein lassen.
Klaus Weise, Managing Director Weber Shandwick Deutschland GmbH

Der Tenor der Studie lautet: Glaubwürdigkeit ist die Basis und das Ziel von Unternehmenskommunikation. Wer seine unternehmerische Kommunikation und sein Handeln unter Beachtung der fünf tragenden Elemente glaubwürdiger Kommunikation abstimmt, schafft gute Voraussetzungen für dauerhafte Beziehungen zu Personen, Unternehmen und Organisationen.

Weiterlesen: Was verstehen wir unter Transparenz, Wahrhaftigkeit, Authentizität, Vertrauen, Glaubwürdigkeit & Glaubhaftigkeit?

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Kommentare und verweisende Trackbacks

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Kommentare

1 | Armin Karge schreibt am 17.02.2007, 18:29:

Schade, dass Du zu den wenigen gehörst, die ich auf der Aufschwungmesse nicht kennengelernt habe...

Trotzdem zwei Gedanken zu Deinem interessanten Beitrag.
Zentrale Botschaft: "Transparenz wird dabei als offensichtlichste Voraussetzung für Glaubwürdigkeit angesehen. Demnach sorgt eine transparente und offene Kommunikation für langfristige Glaubwürdigkeit von Unternehmen und Organisationen. Berechenbarkeit und Vertrauen bilden sich auf dieser Basis heraus."

1. Kann es sein, dass Vertrauen und Glaubwürdigkeit immer im Doppelpack genannt werden, weil es kaum einen Unterschied gibt? Worin siehst Du den?

2. Nach N. Lumann ist Vertrauen "ein Mechanismus zur Reduktion sozialer Komplexität". Okay, schwer verdaulich, meint aber aus meiner Sicht: Gerade in nicht-transparenten Situationen muss ich vertrauen. Wenn ich komplexe Situationen beherrsche, bedarf es keines Vertrauens - ich kontrolliere einfach die Situation.
Beispiel: Von Steuern habe ich keine Ahnung, deshal "vertraue" ich dies meinem Steuerberater an.

Herzliche Grüße, Armin

3 | Andrea schreibt am 17.02.2008, 19:09:

Lieber Jörg,
vielen dank für den erhellenden Beitrag zum Thema Glaubwürdigkeit, ich interessiere mich für die erwähnte Studie „Glaubwürdigkeit - Erfolgsfaktor für die Unternehmenskommunikation“ der Universität Hohenheim, gibt es dazu einen LINK oder ähnliches?

Besten dank im voraus.

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