Was verstehen wir unter Transparenz, Wahrhaftigkeit, Authentizität, Vertrauen, Glaubwürdigkeit & Glaubhaftigkeit?

18.02.2007 | Blogging, Blogging Tipps, Business-Blog-Karneval | 0 Kommentare | Print

Was verstehen wir unter Transparenz, Wahrhaftigkeit, Authentizität, Vertrauen, Glaubwürdigkeit & Glaubhaftigkeit?

Zum besseren Verständnis der Elemente und Faktoren der Glaubwürdigkeit habe ich mir die Bedeutung der einzelnen Begriffe näher angeschaut. Aus dieser Zusammenstellung treten sehr schnell die wichtigen Aspekte und Merkmale heraus und lassen das Entstehen von Glaubwürdigkeit transparenter und klarer erscheinen.

Ausgehend von der Studie Glaubwürdigkeit habe ich mich für die Definition der einzelnen Begriffe interessiert. Die Studie fußte auf der Befragung von Managern. Dies schien mir zum einen etwas einseitig. Um eine weitere Auffassung zu vergleichen, nahm ich eine Anleihe in der Psychologie. Aus dem Lexikon der Psychologie werde ich wesentliche Aussage zum besseren Verständnis wiedergeben.

Etwas trocken, aber wesentlich zum Verständnis! :))

Transparenz

Transparenz in der Kommunikation bedeutet das unmittelbare und ehrliche Zeigen eigener innerer Stimmungen. Sie wird deutlich durch die Mitteilung von unmittelbaren und ehrlichen verbalen Meinungen.

Authentizität

Authentizität ist mit sich Einssein, von einer persönlichen Aura umgeben, aus persönlichen Erfahrungen entwickelt. Sie ist ein Begriff zur Bezeichnung persönlicher Ursprünglichkeit (authentisch = „selbstvollbringend“, „selbstvollendend“) .

In Authentizität kommt die (zeitliche) Einmaligkeit und die (wesensmäßige) Einzigartigkeit (Unverwechselbarkeit, Unterscheidbarkeit) der Person zum Ausdruck.
Sie macht die Person in allen Belangen (Entscheidungen, Handlungen, Verantwortung, Sinn) unvertretbar und unersetzlich.

Authentisches Handeln ist ein selbstvollzogener Akt, der subjektiv als ich-haft empfunden wird. Authentizität als „ursprünglich sich selbst sein“ stammt aus der Intimität vor sich selbst (Gewissen) und wird als innere Stimmigkeit (Selbst-Treue) erlebt. Authentizität entsteht durch selbstdistante Betrachtung, sich ernst nehmen, Selbstbeurteilung und sich selber verstehen.

Voraussetzungen für Authentizität:

  • Körperbezug,
    als tragende Konstante der „Selbigkeit“ des Menschen
  • Emotionalität,
    in der sich der Mensch durch Betroffensein und Berührtsein als Ich-haft und damit als die eigenen Emotionen erlebt.
  • Entscheidungsfähigkeit einer Person,
    als Wille, Beurteilung und ethische Einschätzung, von sich selbst und anderen, Personalität in ihrer Unverwechselbarkeit (Einmaligkeit u. Einzigartigkeit) begründet, Aufgreifen der Ursprünglichkeit des Gewissens (Stimmigkeit), Unterschiedlichkeit (Andersartigkeit) zu andere Personen
  • Handeln,
    wodurch sich der Mensch als Urheber von Wirkungen erfährt

Wahrhaftigkeit, Glaubhaftigkeit, Glaubwürdigkeit

Die Wahrhaftigkeit steht in engen Zusammenhang mit der Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Belastbarkeit einer Information. In diesem Zusammenhang bekommen die Begriffe Glaubhaftigkeit und Glaubwürdigkeit eine besondere Bedeutung.

Glaubhaftigkeit bezieht sich auf eine Aussage. Glaubhaftigkeit wird hergestellt durch die Beschreibung der subjektiven Erlebniswelt zum Zeitpunkt der Aussage.

Die Wahrnehmung, das Gedächtnis, die Reproduktion sowie die aktive Strukturierung und Gestaltung des Menschen lassen zwangsläufig unterschiedliche Aussagen entstehen. Diese können von der vermutlichen Realität auch abweichen.

Glaubwürdigkeit bezieht sich immer auf eine Person. Die Undeutsch-Hypothese ist nach dem Deutschen Udo Undeutsch benannt. Steller brachte die Undeutsch benannte Hypothese im Jahre 1989 in die wissenschaftliche Diskussion der Psychologie ein.

Udo Undeutsch sagte: Eine wahre, das heißt erlebte Aussage unterscheidet sich von einer erfundenen, gelogenen Aussage durch bestimmte Merkmale, den Glaubwürdigkeitskriterien. Udo Undeutsch entwickelte die Unterscheidungskriterien zu einem wissenschaftlichen Prüfungsinstrument, dass bis heute eine empirisch begründete Validität beanspruchen kann.

Es gilt für eine erlebnisbegründete Aussage:

  • sie enthält auch unerwartete Zwischenfälle, Komplikationen.
    Eine erfundene Aussage lässt diese Zwischenfälle vermissen.
  • sie enthält gleichsam entlastende wie auch den Zeugen
    belastende Aussagen. Diese fehlen in erfundenen Aussagen fast immer.

Vertrauen

Vertrauen ist lange ein randständiges Thema, mit großer Varianz gewesen.

Vertrauen ist zukunftsbezogen und beruht zugleich auf Erfahrung in der Vergangenheit. Vertrauen hat mit Vagheit und eingeschränkter Vorhersehbarkeit der Praxis und des Verhaltens der anderen zu tun.

Vertrauen beinhaltet den Verzicht auf Kontrolle durch Reduktion der Komplexität zum Nutzen neuer individueller Handlungsmöglichkeiten. Vertrauen ist ein Zustand zwischen Wissen und Nichtwissen.

Jemand, dem alle relevanten Umstände des Handels bekannt sind, braucht nicht zu vertrauen. Jemand, der nichts weiß, kann nicht vertrauen. Vertrauen beinhaltet eine risikoreiche Wahl, wobei das Risiko darin liegt, auch persönlich enttäuscht werden zu können, Vertrauen einzubüßen, und negative Konsequenzen zu tragen.

Weiterlesen Der Schatz Vertrauen - Wert-volle Kommunikation & Erfolgreiche Führung?

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