10 Gründe, warum Blog-Leser »Good-Bye« sagen
01.03.2007 | Blogging, Blogging Tipps, Persönlich | 15 Kommentare | Print

Warum sagen Leser einem Blog Good-Bye? Am einfachsten erfähren wir die Gründe, wenn wir eben die Leser fragen. ProBlogger Darren Rowse hat dies in seinem Blog getan. Lest die 10 wichtigsten Gründe für einen Abschied als Anreiz zum Weitermachen kommentiert!
- Wie interessiere ich Leser für mein Blog?
Kreative Ideen zu finden ist meist gar nicht so leicht. Die meisten Menschen wissen aber eher, was sie nicht wollen als was sie wirklich genau haben wollen. Wer sich diese Frage stellt, kann sich also zur Anregung ebenso einmal die umgekehrte Frage stellen.
- Was sollte ich dringend meiden,
wenn ich Leser für mein Blog gewinnen
und langfristig begeistern will?
Darren Rowse hat seine Leser gefragt und veröffentlicht nun die 34 besten Gründe, warum seine Leser sich von einem Blog abwenden. Aus diesem sehr lesenswerten Beitrag mit Potenzial zum Nachdenken picke ich mal die 10 wichtigsten Gründe heraus und kommentiere diese aus meiner Sicht. Die Lesegewohnheiten der Menschen rund um den Erdball ähneln sich sehr stark, wie ich finde.
Die 10 Gründe für einen Leser-Verlust:
- Grund 1: Zu viele Beiträge
Jeder Leser hat eine begrenzt Zeit zum Lesen. Leser passen sich an zu viele Beiträge rasch an. Anfänglich sind sie verärgert, denn sie schaffen nur noch jeden zweiten oder dritten Beitrag zu lesen. Irgendwann ziehen sie die Reißleine.
Verschiedene Experimente und Erfahrungen habe ich gemacht. 1 bis 3 Postings am Tag sind normal. 5 Beiträge pro Tag sind meist bereits die Grenze. Als Spitzenreiter Robert 25 Beiträge pro Tag schrieb, habe ich mit deutlichem Kommentar meine Lesegewohnheit geändert.
- Grund 2: Unregelmäßige Beiträge
Lieber weniger und regelmäßig als viel und selten, könnte ich meine Erfahrungen hierbei zusammenfassen. Manchmal muss man Prioritäten setzen. Aber generell ist eine regelmäßige Veröffentlichung immer besser und hält mehr Leser bei der Stange. Wer zwangsweise pausieren muss, sollte dies besser kommunizieren. Die Leser wissen Bescheid und danken es in der Regel durch späteres Weiter- oder Wiederlesen. Sie hatten ja gute Gründe, das Blog zu lesen.
- Grund 3: RSS-Feeds mit Textausschnitten (Exzerpt)
Ein heißes und oft diskutiertes Problem, Teil-Feed versus Voll-Feed. 10 Menschen - 13 Meinungen, jeder hat seine Gründe. Bei mir gibt es bisher nur Teil-Feeds. Ich mag einfach die Leser auf meiner Seite lesen lassen. Ein kleiner Return of Investment, schließlich steckt auch viel Arbeit in meinen Beiträgen. Voll-Feeds neigen zum Offline-Lesen in Readern, zum Missbrauch und weniger Pageviews. Für Leser mögen sie flexibler sein. Wer Teil-Feeds anbieten muss interessanter sein als Voll-Feeds, da er die Leser zusätzlich motivieren muss, immer wieder zum Lesen auf die Seite zu kommen.
- Grund 4: Änderung des Blog-Fokus
Ein Blog ist auch nur ein Mensch. Es ändert sich ebenso, wie der Mensch sich entwickelt. Auch wenn mir einige Leser dies auch schon mal vorgeworfen haben, so ist es nun mal. Lieber authentisch schreiben als sich langfristig verrenken. Den Blog-Fokus kann man ebenso geeignet wählen und kommunizieren. Warum nicht ein neues Projekt aufmachen oder einfach den Fokus neu definieren? Offenheit scheint mir hier besser. Stabilität im Fokus zahlt sich in loyalen Lesern aus. Meist geht es nicht nur im Inhalte, sondern um den Menschen hinter den Texten.
- Grund 5: Zu viele vergleichbare, redundante Beiträge
Für Blogs gilt für mich die 1-10-90-Regel. Ich liebe einzigartige neue oder mindestens weitergedachte Beiträge, die mir Mehrwert bringen, Anregung stiften und Impulse zum Weiterdenken geben. Anderen Ortens mögen die reine Unterhaltung und das Entertainment im Vordergrund stehen. Zu viel Redundanz ist nicht gut. Was aber mache ich bei einem Sideblog, dass mir selbst als Bookmark-Dienst dient? Ich kann ja schlecht alle Beiträge auslassen, bloß weil sie anderswo bereits einmal geposted worden sind?
- Grund 6: Uninteressanter Content
Uninteressant ist für mich nicht gleich unaktuell. Uninteressante Beiträge gehen an den Interessen der Leser schnell vorbei. Nach kurzem Lesen eines Blogs merkt man bald, wer etwas beitragen kann und wer nur am Kopieren ist. Wer gar nur wörtlich kopiert, den lese ich noch weniger. Manchmal kann man uninteressante Beiträge interessant machen, einfach weil man sie geeignet aufarbeitet, ergänzt und mit eigenen Ideen anreichert. Aber das kostet eben Arbeit.
- Grund 7: Irrelevanter Content
Für mich habe ich irgendwie definiert, welche Art Inhalt ich hier schreiben und meinen Lesern anbieten will. So gab es keinen Blondinen-Witz, keine reinen Spaß-Videos oder vergleichbare Inhalte. Mag sein, dass der Unterhaltungswert dadurch etwas zu kurz gekommen ist. Bin der guten Hofffnung, dass es zu einem Mehr an Profil beigetragen hat.
- Grund 8: Zu viel Blogger-Ego & Eigen-PR
Immer eine Gradwanderung ist die Eigen-PR. Natürlich schreibe ich kein Blog aus Langeweile. Und nicht jedes Mal kann ich alles umschreiben. In gewissem Umfang und Verhältnis darf und muss es einfließen dürfen. Eine gute Story verkauft in aller Regel aber dreimal mehr als zu viele direkte Ansagen.
- Grund 9: Geringe Content-Qualität
Die öffentliche Meinung über Blogs in Deutschland wird (immer noch) vielen privaten (Online-)Tagebuch-Schreibern geprägt. Leider! Das wird sich erst ändern, wenn zunehmend auch die Qualität von Blogs entwickelt und sich verbessern wird. 90 Prozent des Inhaltes von Blogs aber sind redundant, schlechter geschrieben oder gar Bleiwüsten an Texten, Journalisten-Blog nicht ausgenommen. Gerade diese Aspekt geht fließend in den Grund 10 über.
- Grund 10: Zu viele, zu lange Beiträge
Lange Beiträge in Weblogs bedürfen einer Online-Aufarbeitung. Scannen und Skimmen spielen beim Lesen eine große Rolle. Eine schnelle Aufnahme der wichtigsten Informationen steht im Vordergrund.
Hier im Blog bemühe ich mich um gut und schnell lesbare Beiträge, auch heute noch. Trotz allem schreibe ich ehr länger als kürzer. Die einen mögen es. Andere wiederum werden davon eher abgeschreckt. Stellt sich die Frage: brauch ich die breite Masse oder differenziere ich meine Leser nicht einfach auch durch die Art der Schreibe sowie durch den Anspruch an Umfang & Qualität?
Mit den Blogs ist es wie im richtigen Leben - alles ist ein Kompromiss. Ich freue mich, wenn Ihr mich durch Euer Feedback wieder etwas schlauer macht. Vielleicht schreiben auch mal diejenigen, die sich sonst selten oder noch gar nicht zu Wort melden.
Ich freue mich auf Anregungen und ein Weiterdenken, denn das sind ja nur die 10 wichtigsten Faktoren von Darrens Lesern.
Was wäre für Euch ein Grund, einfach persönlich "Good Bye" zu sagen?
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Kommentare und verweisende Trackbacks
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Kommentare
1 | Siegfried schreibt am 01.03.2007, 10:13:
Hi,
der einzige Grund wäre, wenn ich feststellen würde, daß das Blog tot ist. Ich lese gerne bei Dir.
Bei Kommentaren sieht das schon anders aus. Ich gewöhne mir immer mehr ab in Blogs zu kommentieren, die graphische Captchas erzwingen.
2 | Frank schreibt am 01.03.2007, 10:52:
Good-Bye? Wenn sich Dein (Schreib-)Stil ändern würde.
BTW zur Grund 3 ("Bei mir gibt es bisher nur Teil-Feeds."): Hm, irgendwie lese ich Deinen RSS-Feed mit Volltext und Bildern. Hab ich etwas verpasst? Falscher Feed?
3 | Jared schreibt am 01.03.2007, 11:00:
Bei mir gibts mehrere Gründe... Mich stört es wenn mir steine in den weg gelegt werden und schlecht programmiert wird! am schlimmsten ist wenn ich auf senden klicke, man mich zu der nächsten seite weiterleitet, die komplett weiss ist und ich dort "nur" ne zahl eingeben muss und erst durch ein erneutes senden den kommentar abschicken kann! gut, lass ich auch noch mit mir machen - aber wieso leitet man mich danach nicht wieder zum beitrag zurück???? ich muss mir den weg zurück "erkämpfen" und das regt mich bissle auf... sorry jörg für den langen kommentar aber du hast gefragt ;)
Ps: find deine teilfeeds besser wie so manche langen feeds wo man schon die lust am lesen verliert! feedreader sind nicht die geeignete umgebung um einen guten und langen beitrag zu lesen
4 | Jörg schreibt am 01.03.2007, 11:04:
@Frank: Nein, ich habe heute Morgen unabhängig von diesem Artikel ein Experiment gestartet. Im Monat März will ich sehen, wass die Umstellung auf eine Voll-Feed bei mir im Blog auslöst.
Man kann halt wissen wie nass Wasser ist,
wenn man auch bereits ist zu springen!
:))
5 | Pepino schreibt am 01.03.2007, 11:48:
Grund 1 ist IMHO ein sehr wesentlicher: ich merke an mir, wie ich ratzfatz den Rollladen dichtmache, sobald ein gewisses Maß bei mir überschritten ist... das dürften so maximal 6-8 beiträge pro Tag sein, aber auch das ist schon hart am Limit des erträglichen.
Grund 3: Feeds mit Textausschnitten nerven auch sehr, aber falls der Inhalt gut genug ist, bleiben diese im Zweifelsfall im Feedreader. Aber werden auch oft genug deswegen gelöscht.
Diese zentral gehosteten Grafik-Captchas nerven mich an wie die Hölle. Wer sowas einbaut, kommentiert woanders IMHO nicht sehr oft und kennt die Verärgerung deswegen nicht. Ein böses No-Go!
6 | yankee schreibt am 01.03.2007, 11:49:
Das sind schon wichtige Gründe. Für alle einfacher ist es immer ein Spezialgebiet zu beackern.
7 | S1ic3r schreibt am 01.03.2007, 11:49:
Ich hoffe du hast auch eine Feedstatistik. Kann ja sein, dass dadurch weniger Besucher hierher finden ;). Ich lese das meiste nur im Feed, ausser man wird förmlich zum lesen auf dem Blog gezwungen, wenn der Feed nicht vollständig versendet wird.
Hihi graphische Captchas sind nicht praktisch, wenn man ohne Grafiken surft ;).
Es ist bestimmt nicht leicht diese Regeln einzuhalten...
Danke für den Denkanstoss!
8 | Armin schreibt am 01.03.2007, 12:34:
Wie immer haben ja alle unterschiedliche Ansichten. Fuer mich persoenlich noch interessant ist dass sich fuer mich einige der obigen Punkte gegeneinander aufheben koennen und sogar ein Grund sein koennen einen Feed nicht zu loeschen:
Ich benutze meinen Feedreader hauptsaechlich zum schnellen scannen und habe kein Problem meinen Browser zum lesen eines Eintrags zu oeffnen.
Wenn ich #1 in Verbindung mit #10 habe kann das ganz schoen nervig sein, da man dann Ewigkeiten scrollen muss wenn man eigentlich nur schnell scannen will.
Dies kann dann durch #3 aufgehoben werden, da mir Textausschnitte (Anreisser) erlauben recht schnell die Liste durchzugehen, relevante oder fuer mich interessante Beitraege im Browser zu oeffnen und die anderen zu ignorieren.
9 | Frank schreibt am 01.03.2007, 17:31:
@Jörg: Bin gespannt, wie sich das auswirkt und wie nass Du wirst :-)
Sehe es ähnlich wie Armin. Im Wesentlichen scanne ich die Artikel im Feedreader. Ich habe Bloglines im einen Tab im Firefox, bei Interesse öffnet sich ein Tab mit dem Artikel im Hintergrund. Wenn dann etwa 10 Tabs offen sind, dann arbeite / lese ich die nacheinander ab. Oder wenn mir ein Artikel noch zu lang ist, dann tagge ich ihn in Blinklist als "Quick Blink", er ist dann automatisch privat. Bei Gelegenheit lese ich in aller Ruhe.
10 | Jörg schreibt am 01.03.2007, 22:44:
nbsp;
I don’t believe any of these reasons. I do all 34 things and I have more than 100,000 subscribers, according to Wordpress.
Oh, and I’ve had several CEOs tell me they love my link blog and I posted 98 things to that so far today (and 1,800 in the past month).
Translation: do what you love, put stuff up you’d love to read, and the rest will fall into place.
Oh, and I’ve learned over and over again that people who say they are unsubscribing never do. It’s just a threat to try to make you feel bad.
Interessanter Kommentar, den Robert Scoble beim ProBlogger hinterlassen hat. Ganz so einfach geht es für mich nicht in Ordnung, andere Ländern und Rahmenbedingungen, andere Sitte, oder?
11 | Burkhard Schneider schreibt am 02.03.2007, 11:07:
Da ich bereits fast 200 Blog-Feeds-abonniert habe und ständige neue, interessante Blogs dazu komme, lösche ich pro Monat 2-5 Blog-Feed-Abos. Ich kündige die Blog-Feed-Abos, die mir seit mehreren Monaten keinen Mehrwert geboten habe oder wo ich erst 100 und mehr Artikel durchschauen muss, bevor ein interessanter Artikel dabei ist.
Bei Dir finde ich pro Monat 3 - 5 Artikel mit persönlichem Mehrwert. Wenn das so bleibt, bleibt Dein Blog ewig unter meiner "Beobachtung". Insbesondere gibt es derzeit wenig Blogs, die sich mit dem Theme "Erfolgreicher Bloggen" (wie z.B. der ProBlogger in den USA) beschäftigen. Und für mich hat das Thema einen großen Mehrwert, weshalb ich auch immer öfters darüber in meinem Blog poste.
12 | Malte schreibt am 02.03.2007, 16:04:
Bei Blogs, die man im Feedreader drin hat, ist für mich Punkt 1 kein Problem. Beispiel Robert Basic - bei vielen Beiträgen am Tag klicke ich dann nur auf die Titel, die mich interessieren. Auf der Startseite vom Basicthinking-Blog war ich sogar schon paar Monate nicht mehr.
Wenn man einen Blog nicht im Reader hat, kann das verstehen. Aber welcher moderne Blog-Leser benutzt denn keinen Feed-Reader?
13 | Jörg schreibt am 02.03.2007, 19:30:
Ich freue mich ob so vieler interessanter Feedbacks. Sehe die Lesegewohnheiten etwas differenter als vorher. Auch wenn sich längst nicht alle von Euch "aus dem RSS-Reader" bewegen:
- Ich mag Weblogs Online mit dem Design!
Kann es mir einfach nicht abgewöhnen! :)))
Und bin gespannt, welche Ergebnisse der März bringt.
14 | julia schreibt am 10.03.2007, 01:03:
sehr interessanter beitrag. zwar erst jetzt darauf gestoßen aber "danke" !
15 | blade schreibt am 10.02.2008, 23:38:
Zu viel Content ist ein Problem dem ich ständig in eigentlich lesenwerten Blogs begegne.
Zu wenig Fokus, schlechte Contentqualität, und zu viel Mist, ist ein Problem meines Blogs.
Danke für den doch Aufschlussreichen Beitrag
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