Autor & Verleger: Wieviel Bücher braucht der deutsche Leser?

24.03.2007 | Buch-Tipps, Bücher, Persönlich | 1 Kommentare | Print

Autor & Verleger: Wieviel Bücher braucht der deutsche Leser?

Warum haben wir in Deutschland so viele übersetzte Bücher? Mangel an Autoren oder Kreativität? Wieviel Bücher braucht der Mensch täglich? Dieser und anderen Fragen geht Ullrich Wickert im Gespräch mit dem Hanser-Verleger nach.

Ullrich Wickert treffe ich gleich zwei Mal persönlich auf der Leipziger Buchmesse: einmal beim Interview zu seinem neuen Buch bei Piper und im ARD-Hörbuchforum. Dort lausche ich seinem Gespräch mit Buch-Verleger Michael Krüger
über den Hanser-Verlag, Buchneuerscheinungen, Trends und Entwicklungen.

  • Warum hat Deutschland so viele übersetzte Bücher?

Ein Frage, die ich mir bei 80.000 jährlich neu erscheinenden deutschen Büchern auch bereits mehrmals gestellt habe. Wohin man auch schaut. Auf gar zu vielen Büchern stehen englische oder amerikanische Namen.

  • Fehlt es Deutschland an Autoren?
  • Gehen deutschen Autoren die Ideen aus?
  • Haben unsere Autoren einfach zu wenig bahnbrechende Gedanken?

Michael Krüger meint, dass es in Deutschland seit eh her eine gute Tradition ist, ausländische Autoren zu übersetzen und in deutscher Sprache den Lesern bereitzustellen. Um eine echte Antwort aber drückt sich der Verleger offenbar auch. Gewiss mag die Zahl der deutschen Leser einfach nicht mit anderen Ländern mithalten können. Doch reicht dies als Grund wirklich aus?

Wieviel Bücher braucht der Mensch täglich?

Bemerkenswert finde ich dennoch die Meinung des Hanser-Verlegers zu seinem Buch- und Literatur-Bedarf / -Konsum:

Zwei Bücher am Abend, ein Gedicht am Morgen.
Mehr Bücher kann man nicht richtig lesen.
Michael Krüger, Hanser-Verleger

Mit dieser Meinung mag der Buchmensch Krüger allerdings weitab der deutschen Norm im alltäglichen Buchkonsum sein. Weniger als ein Prozent der Deutschen lesen mehr als 10 Bücher im Jahr. Auch wenn ich mich als Buchfreund längst zu dieser Minderheit rechne gelangt mein gewiss eifriges Buchstudium nicht an die Messlatte von Michael Krüger heran.

Neben der Quantität spielt für mich eben auch die Qualität eine Rolle. Was helfen mir die reinen Zahlen, wenn die persönliche Erkenntnis und Nutzung des Gelesenen auf der Strecke zu bleiben droht. Schnell lesen kann man trainieren, auch das praktiziere ich selbst immer wieder.

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Kommentare

1 | Michael Turzynski schreibt am 22.06.2009, 11:20:

Die Problematik liegt wohl eher darin, daß die Buchhandlungen natürlich lieber Titel von bekannten Autoren hereinnehmen und man es als Newcomer schwierig hat, in die Auslage, besonders von Kettenbuchhandlungen zu kommen. Dadurch entsteht m.E. der Bedarf an Übersetzungen, um die Bücher, die schon in Amerika "gelaufen" sind, verkaufen zu können.

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