Book on Demand – Jetzt kostenlos zum eigenen Buch?
25.03.2007 | Buch-Tipps, Bücher | 9 Kommentare | Print

Ein einziges persönliches Buch - vor Jahren undenkbar oder besser unbezahlbar. Heute kann sich jeder privat oder beruflich sein eigenes Buch anfertigen lassen. Per Online-Dialog wird das für jeden Autor nun fast kostenfrei möglich. Marketing-Slogan oder Realität? Ich mache die Probe aufs Exempel.
Kostenlos zum eigenen Buch - je vollmundiger solche Werbeversprechen, desto argwöhnischer schaue ich sie mir in letzter Zeit an. Im Kampf um jeden Kunden werden allzu schnell Versprechen gemacht, die sich gut lesen, Aufmerksamkeit auf sich ziehen, dann aber schnell zur Realität zurückkehren.
Auf der Buchmesse in Leipzig hatte ich die Gelegenheit, neben einem guten Cappuccino auch das neue BoD-Fun Angebot kennen zu lernen. Statt virtueller Versprechen gab es die Verantwortlichen und die Bücher einfach zum Anfassen. Ob die neuen Angebote einen Revolution in der Buchwelt sind, mag jeder für sich selbst entscheiden. Eine Reihe neue Möglichkeiten und Chancen bringt das Book-on-Demand-Angebot allerdings zweifelsohne mit sich.
BoD-Fun heißt konkret seit Jahresbeginn:
- Anmelden bei BoD-Plattform myBoD
- Digitale Druckvorlage bei BoD über Internet-Schnittstelle einreichen.
- Auf Wunsch Anschluss an BoD-Buchshop wählen.
- Druckfrisches Exemplar zu Herstellungskosten kaufen.
- Buch wird gedruckt und versandt.
Real heißt dies: Ihr reicht ein elektronisch aufbereitetes Buch zum Druck ein. Dokumentenprüfung, Covererstellung etc. läuft komplett über die Internet-Plattform. Das Buch bekommt Ihr ab einem Einzelexemplar gedruckt und müsst nur die reinen Herstellungskosten bezahlen. Bei größeren Stückzahlen (1-24, 25-99, 100-199, >200) werden die Herstellungskosten pro Stück preiswerter.
Transparente Online-Kalkulation
Der Online-Preiskalkulator bringt Transparenz in die Herstellung und Kalkulation der Bücher. Wer mag kann einfach mal entsprechende Beispiele durchrechnen. Eine monatliche Gebühr von 1.99 Euro zzgl. Mwst. für Datenmanagement sorgt für permanente Verfügbarkeit des Druckmasters.
Probieren & Studieren?
Nach dem Postversand sollte dann Euer eigenes Buch schwarz auf weiß vor Euch liegen, keine Mindestabnahme, keine weitere Verpflichtungen. Für einen Preis von 14 bis 19 Euro (200 Seiten, schwarz-weiß, weiß oder chamois, Paperback bzw. Hardcover, je nach Qualität und Umfang) bringen diese technischen Neuigkeiten eine interessante Dynamik in die Book-on-Demand Realisierung.
Classic & Comfort machen Buch weltweit salonfähig
Auch wenn ISBN-Nummer, Barcode und Eintragung in die üblichen Buchverzeichnisse in diesem Angebot noch nicht enthalten sind, eröffnet diese Buchproduktion auf Abruf bereits Anwendungsmöglichkeiten für viele private und kommerzielle Projekte, die bisher so nicht denkbar waren.
Wer mit einem persönlichen Exemplar nicht zufrieden ist und sein Buch gern weltweit gelistet und verkauft sehen möchte, bekommt mit für eine Pauschale von 149 Euro ISBN, Vertrieb über BoD-Buchshop, Buchhandelsanschluss, Barcode und sein Pflichtexemplar.
Persönliche Probe & Test
Neugierig mache ich also einfach mal den Test. Die Aktivierung meiner Anmeldung braucht ein paar Momente, aber soweit läuft alles O.K. Dann lasse ich mich mal überraschen…
(Fortsetzung folgt demnächst…)
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Kommentare und verweisende Trackbacks
zum Beitrag: Book on Demand – Jetzt kostenlos zum eigenen Buch?
Kommentare
1 | Jörg schreibt am 25.03.2007, 21:50:
Jörg, ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deinem Buch. Auf dass es nicht bei Deinem eigenen Exemplar bleibt, sondern Du von der Nachfrage so überrascht wirst, dass Du immer nur aufs Neue nachordern mußt.
2 | Jörg schreibt am 26.03.2007, 10:18:
Danke Dir für die netten Wünsche. Da ist die Katze wohl nun aus dem Sack. :)) Bevor der von Dir skizzierte Falle eintritt, ist aber noch etwas Arbeit erforderlich. Lassen wir uns also gemeinsam überraschen...
3 | Marc schreibt am 26.03.2007, 17:30:
Ich bin auch schon gespannt. Möchte mal ein Buch mit meinen Illustrationen herausbringen und als Geschenk unter Freunde verteilen...
Solang die Preise nicht allzu astronomisch sind ;)
4 | Jörg schreibt am 26.03.2007, 22:40:
@Marc: Kommt ganz auf Deine Illustrationen an, denn Farbe kostet immer Aufschlag. Sobald Farbe dominiert, ändert sich das Herstellungsverfahren und der Preis geht nach oben.
Vergleichen lohnt sich auf alle Fälle. Habe auch recht herbe Fälle erlebt, die ich meinen zukünftigen Lesern nicht zumuten würde.
5 | Michael schreibt am 06.11.2007, 21:37:
BOD ist eine gute Sache. Als Autor ist man bei großen Verlagen oft dazu verdammt, einige Tausend Euro im voraus zu bezahlen. Dann werden Provisionen berechnet, dass man froh sein kann, das vorgestreckte Geld überhaupt wieder rein zu bekommen.
Bei BOD ist man schon mit 149 Euro dabei, wenn man das alles selbst macht. Den Preis kann man selbst bestimmen, mit dem Kalkulator kann man den Gewinn pro Buch ermitteln.
Wenn man dann aber einzelne Dienstleistungen zu dem Paket dazubuchen möchte, ist es schon schon schwieriger, weil es hierfür an Bestellformularen mangelt. Im Benutzerzentrum findet sich leider nicht alles so leicht wie von BOD geworben. Bei genaueren Anfragen wird man jedoch an das Benutzerzentrum verwiesen, das leider teilweise nicht die gewünschten Informationen enthält.
Das finde ich bei BOD noch nicht ausreichend ausgearbeitet. Aber man muss bedenken, dass diese Variante, alles online abwickeln zu können, noch ziemlich neu ist und es im letzten Jahr mehr kostete, ein Buch veröffentlichen zu können.
6 | Matthias schreibt am 28.11.2007, 02:42:
Hallo Jörg, einen guten Kommentar hast Du da geschrieben, aber Book on Demand bekommt man heutzutage auch in jeder Digitaldruckerei. Die Preise sind oftmals billiger als bei BoD. Dort gibt es auch Fachleute, die dir persönlich weiterhelfen. (Vorteil bei kleineren Betrieben) Zugegeben BoD ist der größte Anbieter in Deutschland. Er hat allerdings nicht das Book on Demand erfunden, obwohl der Name es zum Ausdruck bringen will.
7 | Daniel schreibt am 05.02.2008, 18:59:
Die günstigeren Digitaldruckereien sind aber meistens nicht ausreichend an Verlage angeschlossen. Wenn man ein Buch verlegen möchte, ist das aber ein Muss. Natürlich kann man auch einen eigenen Verlag gründen und es auf eigene Faust versuchen. Es ist aber sehr schwierig, ernsthaft Fuß zu fassen. Wenn man all diesen Sorgen aus dem Weg gehen will, ist BoD eine gute und günstige Komplett-Lösung.
8 | Anna schreibt am 14.05.2008, 15:18:
Dein Kommentar ist ja leider schon etwas älter, bin aber erst gerade darauf gestoßen. Ich hätte aber gerne mal gewusst, wie die Geschichte ausgegangen ist. Ich selbst habe nämlich nur Probleme bei BoD gehabt. Abgesehen davon, dass ich den Kundenservice nicht besonders nett fand, traten erst im Nachhinein gewisse Kosten zu Tage. Man muss nämlich einen Vertrag für 5 Jahre schließen, wofür man monatlich 1,99 zahlt. Bei frühzeitiger Kündigung drohen Kosten in Höhe von 299,-.
Vor kurzem bin ich allerdings auf eine ähnliche Plattform gestoßen: www.epubli.de. Sie ist zwar erst seit kurzem auf dem Markt, aber sehr einfach und übersichtlich. Die Preise sind echt moderat und außerdem gehört sie wohl zur Holtzbrinck Verlagsgruppe, da steht ja auch ganz schön viel Medienpower und Verlagskompetenz dahinter. Ich werde es jetzt da mal versuchen. Wollte Euch nur auch daran teilhaben lassen.
9 | Wil van Bommel schreibt am 10.03.2010, 15:54:
@anna
das mit epubli ist ja eine schöne Sache, aber mit Haken. Alle die eine eigene (oder auch mehrere für verschiedene Bücher) haben, können dort nichts veröffentlichen. epubli vertreibt zwar im eigenen Shop, alle Bücher auch OHNE ISBN, aber wer zum Buchhandel möchte benötigt diese ISBN. Nun habe ich als Verlag selber meine Nummern und das geht bei epubli eben nicht umzusetzen. Dort wird eine bei/über epubli für 19,90 bestellte ISBN erforderlich, was nicht nur Kosten verursacht, sondern in einigen Fällen auch nicht Richtig ist. Die von mir selbst genutzten ISBN - und Bücher liegen bereits bei der Deutschen National Bibliothek, und ich bezahle ja jährlich meine ISBN-Nummern-Nutzung über VLB.de
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